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Gründer: midget | Mitglieder: 94 | Beiträge: 41
09.08.2010 um 12:35 Uhr
Geschrieben von kimosch
Unnützes Wissen III: Aberglaube
Aberglaube

Aberglaube gehört zum Fußball dazu wie Witze über Alkoholismus zu Udo Lattek. Sei es bei der Reihenfolge wie die Profis ihre Schuhe schnüren oder das Glückstrikot beim Fan vor dem Fernseher, welches auf keinen Fall gewaschen werden darf, da es sonst seine glückbringende Wirkung verlieren würde! Insbesondere Katzen wird ja eine besondere Rolle zugestanden, wenn es um Aberglaube geht. So erreichte der FC Everton nicht aufgrund seiner fußballerischen Klasse das Pokalfinale 1907, sondern dank den guten Einflüssen einer schwarzen Katze. Doch als diese krank wurde, verlor der FC Everton prompt. Dem FC Burnley konnte dies nicht passieren, wurde das Team doch von einer Katze aus Porzellan begleitet. In der ersten von zwei kuriosen Geschichten zum Thema Aberglaube geht es jedoch gleich um sieben Exemplare dieser sagenumwobenen Tiere.

Katzenjammer:

Der argentinische Racing Club de Avellaneda aus Buenos Aires gewann bis zum Jahre 1967 13 Meisterschaften und schaffte anschließend dann auch den größten Triumph der Vereinsgeschichte: den Gewinn des Weltpokals. Doch es sollte eine lange Durststrecke bis zum nächsten Titel folgen und das hatte, wenn man dem Aberglauben glauben schenkt, folgenden Grund: Während die Fans von Racing noch den Triumph im Weltpokalfinale über Celtic Glasgow feierten, brachen Anhänger des großen Rivalen Independiente in das Stadion ihres verhassten Nachbarn ein und vergruben dort sieben schwarze Katzen, um die Spielstätte des Racing Club mit einem Fluch zu belegen. Der Legende nach verbündete sich sogar der Platzwart Racings mit den Anhängern Independientes! Die folgenden Jahre suchten Fans und Offizielle des Racing Club die Tierleichen, denn mit ihrem Verein ging es stetig bergab, doch im Laufe der Zeit fanden sie nur sechs der fluchbringenden Kadaver. Ganze 35 Jahre blieben Titel aus, im Jahre 1999 stand man sogar vor dem Bankrott und ein Geistlicher versuchte das Stadion von seinem Fluch zu befreien. Jedes Mal, wenn der Priester Horacio della Barca Weihwasser in eines der Tore spritzte brachen die Fans in Jubel aus, doch es half alles nichts. 2001 dann initiierte der neue Trainer Reinaldo Merlo eine groß angelegte Suche nach der siebten Katze, bis sogar Flächen, die nach 1967 betoniert worden waren, wieder aufgerissen wurden. Und siehe da, an einer Stelle, an welcher früher ein Wassergraben war, fand man tatsächlich die Überreste einer Katze! Der Racing Club war also von seinem Fluch befreit und wurde noch in derselben Saison Meister. Ob im Gelsenkirchener Untergrund verfluchte Katzen liegen ist im übrigen nicht bekannt.

Die zweite Geschichte zum Thema Aberglaube kommt ohne tote Tiere aus, dafür spielt jedoch ein toter Ball eine entscheidende Rolle.

Ballmord:

Hexerei und Aberglaube spielen in der Afrikanischen Kultur eine wichtige Rolle und so ist es nicht verwunderlich, dass dies auch vor dem Fußball nicht halt macht. Wir schreiben das Jahr 1994 und das Team der Moroka Swallows aus Johannesburg kämpfte um die Südafrikanische Meisterschaft. Der Gegner an diesem Spieltag hieß AmaZulu, kam aus Durban und stand im gesicherten Tabellenmittelfeld. Die Swallows waren also klarer Favorit und entsprechend überlegen gestalteten sie das Spiel. Doch es wollte ihnen trotz reihenweise fantastischer Chancen einfach kein Treffer gegen das Team aus Durban gelingen, ja, es war wie verhext! Und genau das nahmen die Ersatzspieler des Johannesburger Teams in der Halbzeitpause wörtlich. Zunächst spielten sie sich nur den Ball zu, doch dann stürzten sie unter lauten Gebrüll auf das Tor zu, auf welches ihr Team nach dem Wechsel stürmen würde. Sie wollte den Bann brechen, den der Gegner durch Muti, die südafrikanische Form von Voodoo, ihrer Meinung nach verursacht hatte. Doch als sie am Tor angekommen waren, sahen sie sich massiven Widerstand gegenüber, denn bewaffnete Ordner hatten bereits die Torlinie gesichert und verteidigten sie minutenlang mit Beinen, Armen und Schlagstöcken, bis es endlich einem der Swallows-Reservisten gelang, den Ball ins Tor zu schießen. Der Fluch war gebrochen, die Gäste drehten jubelnd abm dich da schnappte sich einer der Ordner den Ball, welcher die Torlinie passiert hatte, und stach mit einem Messer auf ihn ein. Die Entzauberung sollte durch den Mord am Ball sogleich wieder entzaubert werden, was auch gelang. Die Swallows vergaben auch in der zweiten Spielhälfte unglaublich viele Torchancen und AmaZulu machte aus einem Konter den einzigen Treffer der Partie. Die Moroka Swallows verloren auch das nächste Spiel und verpassten die Meisterschaft. So sorgte ein ermordeter Ball für die Entscheidung in der südafrikanischen Meisterschaft 1994.

Wem dieser Blog gefallen hat, kann ja auch hier mal reinschauen:

Teil II

Teil I
Aufrufe: 11767 | Kommentare: 38 | Bewertungen: 18 | Erstellt:09.08.2010
ø 8.5
KOMMENTARE
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kimosch
11.08.2010 | 12:56 Uhr
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kimosch : 
11.08.2010 | 12:56 Uhr
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kimosch : 
oh, werd die links mal fixen...
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tshabalala
11.08.2010 | 11:38 Uhr
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tshabalala : 
11.08.2010 | 11:38 Uhr
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tshabalala : 
die links zu teil I und II sind platt bzw verwurstet..
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Bchsenmacher
11.08.2010 | 08:54 Uhr
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11.08.2010 | 08:54 Uhr
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Cheffe übertreib nicht

für gladbach reicht ein Bock !!!
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Streicher
11.08.2010 | 08:44 Uhr
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Streicher : 
11.08.2010 | 08:44 Uhr
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Streicher : 
Jetzt lass doch mal die Borussia in Ruhe!!!
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midget
11.08.2010 | 08:36 Uhr
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midget : 
11.08.2010 | 08:36 Uhr
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midget : 
Hehe! Auf was du immer für Ideen kommst :) genial!
Da fällt mir ein:
ich muss noch Hennes I bis VII im Borussia Park begraben! Schätze es hilft ;)
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bbag
11.08.2010 | 01:22 Uhr
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bbag : 
11.08.2010 | 01:22 Uhr
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bbag : 
Das würde allerdings den Zustand des Rasens auf Schalke in der letzten Saison erklären.
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kimosch
09.08.2010 | 17:11 Uhr
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kimosch : 
09.08.2010 | 17:11 Uhr
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kimosch : 
@romni: ok, jetzt hab ichs gecheckt. und waru, botafogo der aberglaube-club ist würde ich in der tat gerne erfahren.

@gz und scooba: thx.
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gartenzwerg
09.08.2010 | 17:06 Uhr
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09.08.2010 | 17:06 Uhr
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Der Serientæter hat wieder zugeschlagen....
Mit Erfolg!
Stark, Kimosch!
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Romni
09.08.2010 | 17:06 Uhr
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Romni : 
09.08.2010 | 17:06 Uhr
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Romni : 
@kimosch

ja viell. werde ich zu bota dazu mal was schreiben

Ja Medien können eine neuere Form des Aberglaubens bringen, wobei der blaue Pulli gegen Spanien so viel gebracht hat wie einmal nackt ums Feuer tanzen - dadurch hat sich "dieser" Aberglaube schon erledigt.
Das ist so alltäglicher Aberglaube mit dem Pulli.
Mit dem TV meine ich eigtl. etwas anderes.
Bei uns war es früher üblich zu glauben, wenn ein Ball verstolpert wurde oder er knapp am Tor vorbei ging dass dafür andere Wesen zuständig waren.
Dieser Glaube geht durch die vielen Zeitlupen etc. natürlich immer mehr verloren bzw verliert seine Magie.

Aber auch das Fußball immer "wissenschaftlicher" wird, verdrängt den Aberglauben.
Er wird nie ganz verschwinden, da wie du schon sagtest durch neue Arten ein Stück weit ersetzt wird, wie Pulli oder diese Krake.
Diese Dinge lassen sich dann auch gut für die Medien verkaufen, oder bringt Umsatz wie im Falle des Pullis
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kimosch
09.08.2010 | 16:18 Uhr
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kimosch : 
09.08.2010 | 16:18 Uhr
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kimosch : 
romni: hehe, botafogo=aberglaube. gut zu wissen
aber das der aberglaube durch die fernsehübertragungen in den hintergrund rückt hätte ich ncicht gedacht? ich dachte, die werden dadurch eher noch geschürt. so wie hier die blauen pullover oder diese beknackte krake, wenn das nicht permanent im fernsehen propagiert worden wäre, hätte wohl kein schwein daran geglaubt.
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