28.02.2010 um 16:54 Uhr
Geschrieben von kimosch
Unnützes Wissen, Teil II
Unnützes Wissen Teil II: Kantersieg und die Jagd nach dem Eigentor
Im zweiten Teil möchte ich wieder eine kleine Geschichte aus dem fußballerischen Kuriositätenkabinett erzählen. Es geht um den wohl höchsten Sieg in einer obersten Spielklasse im Fußball.
Tatort: Madagascar.
Haupdarsteller: AS Aeroport de Madagascar (ADEMA) und Stade Olympique de l´Emyrne (SOE).
Endergebnis: 149:0 für ADEMA.
Soweit die Fakten, doch hier die Geschichte zu diesem wahrlich eindeutigem Spielergebnis. Das Spiel war das letzte Saisonspiel in Madagaskar und fand am 31.Oktober 2002 statt. Der Vorjahresmeister SOE trat bei ADEMA an, welcher bereits als neuer madagassischer Titelträger feststand. SOE hatte eine anstrengende Saison hinter sich, zogen sie schließlich bis ins Achtelfinale der afrikanischen Champions-League ein. Auch in der Liga hatte SOE lange die Chance zur Titelverteidigung, doch einige laut SOE-Trainer Ratsarazaka Ratsimandresy "falsche Schiedsrichter-Entscheidungen" in den vorherigen Spielen hatten dafür gesorgt, dass SOE im letzten Spiel gegen ADEMA den Titel bereits abschreiben musste. Auch wenn nicht offen von Spiel-Manipulation gesprochen wurde, schwang dieser Vorwurf in den Worten des Trainers mit. Seine Mannschaft drückte ihren Protest in einer ganz eigenen Art und Weise aus: Sie schoss 90 Minuten lang Eigentor um Eigentor! So schafften sie es im Schnitt von 36 Sekunden pro Treffer den eigenen Torhüter zu überwinden. Der Gegner ADEMA stand dem ganzen hilflos , jedoch auch leicht amüsiert gegenüber, kamen die Kicker des designierten Meisters doch nur einmal an den Ball: Beim Anstoß zu einer der Halbzeiten.
Der Trainer von SOE erhielt übrigens vom madagassischen Verband ein dreijähriges Berufs- und Stadionverbot.
Auch im Karibik-Pokal, es war im Jahr 1994, gab es eine Partie, in welcher der Versuch den eigenen Keeper zu überwinden eine zentrale Rolle einnehmen sollte.
Es war das letzte Gruppenspiel im Karibik-Pokal 1994, als Grenada gegen Barbados antrat und folgende Ausgangslage herrschte: Barbados musste gegen Grenada mit 2 Toren Unterschied gewinnen, um die Finalrunde zu erreichen. Nach knapp 70 Minuten stand es 2:0 für Barbados, das Wunschergebnis war somit erreicht. Doch dann unterlief einem Verteidiger von Barbados ein Eigentor, es stand 2:1 und Barbados wäre ausgeschieden. In diesem Moment dämmerte es den Spielern und Betreuern von Barbados, dass es für sie vielleicht besser wäre, sich mit einem Unentschieden in die Verlängerung zu retten, als nur mit 2:1 zu gewinnen. Die zugegebenermaßen etwas kuriosen Regeln des Turniers sahen es nämlich vor, dass es in jeder Partie einen Gewinner geben musste (ähnlich wie beim Eishockey), dass ein Golden Goal in der Verlängerung jedoch doppelt zählte. Somit würde Barbados ein Treffer in der Verlängerung reichen, um doch noch in die nächste Runde einzuziehen.
Doch damit das Spiel in die Verlängerung gehen konnte, musste zunächst die eigene Führung egalisiert werden, weshalb ein Spieler des Nationalteams aus Barbados den Ball in der 87. Minute in den eigenen Maschen versenkte. Jetzt blieben dem Team aus Grenada in den verblieben 180 Sekunden genau zwei Möglichkeiten: Entweder selber ein Tor zur 3:2 Führung erzielen oder, was wesentlich einfacher zu sein schien, dem Ball im eigenen Kasten einzunetzen, was eine Verlängerung mit einem Golden Goal für Barbados ausschloss. Also machten sich die Spieler Grenadas auf den Weg zum eigenen Tor, doch siehe da, Barbados verteidigte das gegnerische Tor vehement. Und so verrannen die letzten Minuten dieses chaotischen Spiels mit dem Versuch Grenadas, abwechselnd in das eigene oder gegnerische Tor zu treffen. Barbados gelang es jedoch, beides zu verhindern und so ging das Spiel in die Verlängerung. Somit erzielte in diesm Spiel nur eine Manschaft vor der Verlängerung Tore (und zwar vier Stück!) und dennoch konnten sich die Zuschauer auf weitere spannende Minuten in der Verlängerung freuen. Und siehe da: Barbados gelang bereits in der vierten Minute der Verlängerung das erlösende Golden Goal und konnte sich somit das Ticket für die Finalrunde auf Trinidad qualifizieren. Was Grenadas Trainer von James Clarkson von dieser Regel hielt macht folgendes Zitat deutlich: "Wer sich diese Regelung ausgedacht hat, ist ein Kandidat für die Klapsmühle. Unsere Spieler wussten nicht, in welche Richtung sie angreifen sollten. Im Fußball sollte man doch eigentlich Tore gegen und nicht für den Gegner schießen."
Video mit dem grandiosen Ausgleichstreffer Grenadas
Das die zweite Story mit in diesem Blog gelandet ist verdanken wir Mutu77!
Karibische Grüße also an Mutu...
Im zweiten Teil möchte ich wieder eine kleine Geschichte aus dem fußballerischen Kuriositätenkabinett erzählen. Es geht um den wohl höchsten Sieg in einer obersten Spielklasse im Fußball.
Tatort: Madagascar.
Haupdarsteller: AS Aeroport de Madagascar (ADEMA) und Stade Olympique de l´Emyrne (SOE).
Endergebnis: 149:0 für ADEMA.
Soweit die Fakten, doch hier die Geschichte zu diesem wahrlich eindeutigem Spielergebnis. Das Spiel war das letzte Saisonspiel in Madagaskar und fand am 31.Oktober 2002 statt. Der Vorjahresmeister SOE trat bei ADEMA an, welcher bereits als neuer madagassischer Titelträger feststand. SOE hatte eine anstrengende Saison hinter sich, zogen sie schließlich bis ins Achtelfinale der afrikanischen Champions-League ein. Auch in der Liga hatte SOE lange die Chance zur Titelverteidigung, doch einige laut SOE-Trainer Ratsarazaka Ratsimandresy "falsche Schiedsrichter-Entscheidungen" in den vorherigen Spielen hatten dafür gesorgt, dass SOE im letzten Spiel gegen ADEMA den Titel bereits abschreiben musste. Auch wenn nicht offen von Spiel-Manipulation gesprochen wurde, schwang dieser Vorwurf in den Worten des Trainers mit. Seine Mannschaft drückte ihren Protest in einer ganz eigenen Art und Weise aus: Sie schoss 90 Minuten lang Eigentor um Eigentor! So schafften sie es im Schnitt von 36 Sekunden pro Treffer den eigenen Torhüter zu überwinden. Der Gegner ADEMA stand dem ganzen hilflos , jedoch auch leicht amüsiert gegenüber, kamen die Kicker des designierten Meisters doch nur einmal an den Ball: Beim Anstoß zu einer der Halbzeiten.
Der Trainer von SOE erhielt übrigens vom madagassischen Verband ein dreijähriges Berufs- und Stadionverbot.
Auch im Karibik-Pokal, es war im Jahr 1994, gab es eine Partie, in welcher der Versuch den eigenen Keeper zu überwinden eine zentrale Rolle einnehmen sollte.
Es war das letzte Gruppenspiel im Karibik-Pokal 1994, als Grenada gegen Barbados antrat und folgende Ausgangslage herrschte: Barbados musste gegen Grenada mit 2 Toren Unterschied gewinnen, um die Finalrunde zu erreichen. Nach knapp 70 Minuten stand es 2:0 für Barbados, das Wunschergebnis war somit erreicht. Doch dann unterlief einem Verteidiger von Barbados ein Eigentor, es stand 2:1 und Barbados wäre ausgeschieden. In diesem Moment dämmerte es den Spielern und Betreuern von Barbados, dass es für sie vielleicht besser wäre, sich mit einem Unentschieden in die Verlängerung zu retten, als nur mit 2:1 zu gewinnen. Die zugegebenermaßen etwas kuriosen Regeln des Turniers sahen es nämlich vor, dass es in jeder Partie einen Gewinner geben musste (ähnlich wie beim Eishockey), dass ein Golden Goal in der Verlängerung jedoch doppelt zählte. Somit würde Barbados ein Treffer in der Verlängerung reichen, um doch noch in die nächste Runde einzuziehen.
Doch damit das Spiel in die Verlängerung gehen konnte, musste zunächst die eigene Führung egalisiert werden, weshalb ein Spieler des Nationalteams aus Barbados den Ball in der 87. Minute in den eigenen Maschen versenkte. Jetzt blieben dem Team aus Grenada in den verblieben 180 Sekunden genau zwei Möglichkeiten: Entweder selber ein Tor zur 3:2 Führung erzielen oder, was wesentlich einfacher zu sein schien, dem Ball im eigenen Kasten einzunetzen, was eine Verlängerung mit einem Golden Goal für Barbados ausschloss. Also machten sich die Spieler Grenadas auf den Weg zum eigenen Tor, doch siehe da, Barbados verteidigte das gegnerische Tor vehement. Und so verrannen die letzten Minuten dieses chaotischen Spiels mit dem Versuch Grenadas, abwechselnd in das eigene oder gegnerische Tor zu treffen. Barbados gelang es jedoch, beides zu verhindern und so ging das Spiel in die Verlängerung. Somit erzielte in diesm Spiel nur eine Manschaft vor der Verlängerung Tore (und zwar vier Stück!) und dennoch konnten sich die Zuschauer auf weitere spannende Minuten in der Verlängerung freuen. Und siehe da: Barbados gelang bereits in der vierten Minute der Verlängerung das erlösende Golden Goal und konnte sich somit das Ticket für die Finalrunde auf Trinidad qualifizieren. Was Grenadas Trainer von James Clarkson von dieser Regel hielt macht folgendes Zitat deutlich: "Wer sich diese Regelung ausgedacht hat, ist ein Kandidat für die Klapsmühle. Unsere Spieler wussten nicht, in welche Richtung sie angreifen sollten. Im Fußball sollte man doch eigentlich Tore gegen und nicht für den Gegner schießen."
Video mit dem grandiosen Ausgleichstreffer Grenadas
Das die zweite Story mit in diesem Blog gelandet ist verdanken wir Mutu77!
Karibische Grüße also an Mutu...
Aufrufe: 7044 | Kommentare: 23 | Bewertungen: 19 | Erstellt:28.02.2010
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KOMMENTARE
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28.02.2010 | 16:55 Uhr
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kimosch :
blog ist bewusst kurz gehalten, einfach nur eine kleine randnotiz aus dem fußball-kosmos...
28.02.2010 | 17:16 Uhr
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ramsey16 :
Aber mMn könntest du fast 3 solche Artikel in einen Blog machen, oder?
28.02.2010 | 17:19 Uhr
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kimosch :
hab ich auch schon überlegt, bin mir aber noch nicht ganz sicher. müssten dann auf jeden fall "verwandte" themen sein....mal gucken, vllt mach ich das in teil 3 ja so....
28.02.2010 | 17:24 Uhr
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kimosch :
mutu: das sollte teil 3 werden, aber ist egal, nun ist es raus :Phätte die zwei doch zusammen packen sollen......
28.02.2010 | 17:28 Uhr
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Mutu77 :
Aaaach, ich hab doch nix verraten, wenn du mir versprichst es schön ausführlich zu machen, dann lösch ich den Kommentar einfach wieder
28.02.2010 | 17:31 Uhr
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kimosch :
wird gemacht! ich schieb das ganze hinter den 149:0 teil mit dem hinweis auf dich ;)edit: 149 ist richtig ;)
28.02.2010 | 17:32 Uhr
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Mutu77 :
Okay, Kommentar ist gelöscht, im Blog steht allerdings 149:0, was ist denn genau richtig?
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