Edition:
FC Bayern München


Gründer: Tobi | Mitglieder: 972 | Beiträge: 230
Von: Edelstoff
19.04.2017 | 28046 Aufrufe | 4 Kommentare | 2 Bewertungen Ø 5.5
Erkenntnisse der denkwürdigen Champions League Schlacht
Unangenehme Wahrheit
Trotz Schiri Eklat: Bayern hat ein Qualitätsproblem

Wieder Spanien, wieder Enttäuschung. Erneut scheitert der FC Bayern in der KO-Phase der Champions League an einem Team von der iberischen Halbinsel. Seit dem Triple Gewinn 2013 warten der deutsche Branchenprimus und seine Fans nun darauf, in der Champions League wieder eines der großen spanischen Teams auf dem Weg zum Titel zu schlagen. Die Bayern, bei denen einige Leistungsträger angeschlagen ins Spiel gingen, zeigten einen beeindruckenden Kampf und wurden wieder einmal nicht dafür belohnt. Man konnte regelrecht spüren, wie die Bayern Granden, allen voran Robben und Ribery sich mit jeder Faser Ihres Körpers gegen das Aus stemmten.

Nach einem hochintensiven und emotionalen Spiel war der Hauptverantwortliche für das Ausscheiden schnell gefunden, Schiedsrichter Kassai aus Ungarn hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Selbst Real-Trainer Zinedine Zidane musste nach dem Spiel eingestehen, dass seine Mannschaft zum Ende des Spiels, als dessen Ausgang auf Messers Schneide stand, durch einige Fehlentscheidungen des Referees bevorzugt wurde. Die dramatische Wendung kam just zu einem Zeitpunkt im Spiel, als die Münchner nach dem 1:2 die Oberhand gewonnen hatten.
Man kann sicherlich argumentieren, dass Arturo Vidal bereits vor der 83. Minute hätte vom Platz gestellt werden müssen. Dass er dann jedoch aufgrund einer fatalen Fehleinschätzung des Schiedsrichtergespanns (zudem auch noch direkt vor den Augen des 4. Offiziellen) nach einer grandiosen Rettungsaktion vom Platz gestellt wurde, sorgte für Entsetzen bei Spielern, Fans und Offiziellen des FCB. Erschwerend kam hinzu, dass Casemiro, wenn nicht schon bei seinem Foul im Strafraum, das zum Elfmeter führte, spätestens nach seinem harten Einsteigen gegen Robben kurze Zeit später hätte vom Platz gestellt werden müssen. Dass Kassai und seine Assistenten dann in der Verlängerung noch zwei irreguläre Tore durchwinkten während Lewandowski in der 66. Minute noch in aussichtsreicher Position fälschlicherweise zurückgepfiffen wurde, vervollständigte letztendlich den desolaten Eindruck, den das Schiedsrichtergespann an diesem denkwürdigen Abend im Santiago Bernabeu hinterließ. Vor großen Spielen in der Champions League ist meist von den kleinen Details die Rede, welche solche Spiele entscheiden. Dass das Spiel am Dienstag nun maßgeblich durch eine schlechte Leistung des Schiedsrichters und seiner Assistenten entschieden wurde, ist daher umso bitterer.

Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Bayern über beide Spiele gesehen unterlegen waren. Sowohl im Hinspiel, als auch in der ersten Halbzeit des Rückspiels brachte ein fantastischer Manuel Neuer die Stürmer der Madrilenen mehrere Male zur Verzweiflung und hielt seine Mannschaft somit im Spiel. Auf einigen Positionen war ein Qualitätsunterschied eindeutig erkennbar und bestätigte nur das, was viele Bayern Fans trotz der teilweise starken Leistungen ihrer Mannschaft in dieser Saison bereits wussten: Das Bayern Management steht mit dem anstehenden Umbruch der Mannschaft vor der größten Herausforderung der letzten Jahre.


Brennpunkt Außenverteidiger:


Es ist noch nicht lange her, da galten die beiden Außenverteidiger der Münchner, David Alaba und Philipp Lahm, als das Non-plus-Ultra des europäischen Klubfussballs. Seit das Karriereende des Kapitäns zum Saisonende feststeht ist klar, dass auf dieser Position Handlungsbedarf besteht. Dass der Zeitpunkt des Karriereendes richtig ist, zeigten auch die Spiele gegen Real Madrid. Lahm ist auch in gehobenem Fussballeralter noch ein Verteidiger mit internationalem Format. Doch sein legitimer Nachfolger als bester Rechtsverteidiger der Welt spielte am Dienstag beim Gegner. Dani Carvajal lieferte eine bärenstarke Vorstellung ab. Gallig, schnell, technisch stark, gepaart mit Zweikampfstärke und taktischer Finesse in der Defensive, sowie brandgefährlichen Läufen und präzisen Flanken in der Offensive. Ob Lahms prädestinierter Nachfolger beim FCB, Joshua Kimmich, für diese Position die besten Anlagen mitbringt, daran scheiden sich die Geister. Klar ist: auf dieser Position war Real eine Klasse besser besetzt als der FCB. Auch auf der linken Seite fiel David Alaba gegenüber einem überragenden Marcelo in beiden Spielen deutlich ab. Der Österreicher spielt gemessen an seinen hohen Ansprüchen eine schwache Saison, das wurde auch im Viertelfinale der Champions League offensichtlich. Folgte von Alaba in der ersten Halbzeit eine schwache Hereingabe nach der anderen, wurde es im Bayern Strafraum jedes Mal gefährlich, wenn Marcelo links den Turbo zündete. Dass Alaba trotz einer schwachen Saison nie um seinen Platz fürchten musste liegt auch daran, dass Juan Bernat ihn zu keinem Zeitpunkt in der internen Rangordnung gefährden konnte. Auf dieser Position muss Bayern dringend nachbessern. Gegebenenfalls wäre Alaba dann nach dem Abgang von Alonso auch in der Mittelfeldzentrale wieder eine Option.

Brennpunkt Zentrales Mittelfeld:

Als Xabi Alonso unter tosendem Applaus des gesamten Stadions bei seiner Auswechslung den Platz verließ, wurde jedem Zuschauer noch einmal bewusst, was für ein Schwergewicht in diesem Moment die internationale Fußballbühne verließ. Man wird den eleganten Spanier beim FC Bayern vermissen, doch seine schwachen Leistungen in beiden Spielen gegen seine alten Kollegen haben auch gezeigt, dass die Bayern bereits jetzt auf dieser Position ein Qualitätsproblem haben, wenn es gegen die Großen des europäischen Fußballs geht. Auf der anderen Seite zog mit Toni Kroos ein Altbekannter die Fäden, mit überragender Passquote, Ruhe und Übersicht. Auch auf dieser Position war ein Klassenunterschied spürbar. Nun sind Spieler von solcher Güteklasse kaum auf dem Markt. Ein Kandidat wäre Marco Verratti von Paris St. Germain, auf dem Markt ist er jedoch wohl nicht. Intern ist die Rolle Joshua Kimmich zuzutrauen, er scheint jedoch für die Nachfolge von Philipp Lahm als RV eingeplant. Renato Sanches ist ein anderer Spielertyp und Neuzugang Sebastian Rudy wohl nicht mehr als ein Ergänzungsspieler. Thiago ist offensiv zu wertvoll um ihn zurückzuziehen, Alaba wird links hinten benötigt. Die internen Optionen sind mannigfaltig doch alle nicht ideal.

Brennpunkt offensive Außen:

Auch wenn die beiden ewigen Flügelstürmer der Münchner Ihren Zenit bereits überschritten haben, sind sie auf Ihrer Position nach wie vor internationale Klasse und an manchen Abenden immer noch weltklasse. Vor allem fehlen auf beiden Flügeln jedoch die Optionen. Nie wurde dies offensichtlicher, als an diesem Abend, als ein vollkommen ausgepumpter Ribery 20 Minuten vor dem Ende der 90 Minuten vom Platz genommen wurde. Während Real Madrid den Ausfall von Gareth Bale durch Isco stark kompensieren konnte, und auch im Spiel mit Asensio (mit Tor) und Lucas Vazquez zwei vielversprechende junge Spanier einwechselte, enttäuschte bei Bayern der eingewechselte Douglas Costa erneut in einem großen Spiel auf ganzer Linie. Sowieso sollte man sich die Frage stellen, ob jemand wie Costa, der in bestem Fussballeralter nicht an einem 34-jährigen Ribery vorbeikommt, dessen Nachfolge antreten kann. Coman hat enormes Potenzial und Ihm ist eine große Zukunft zuzutrauen. Allerdings braucht er noch Zeit. Spieler die auf dieser Position sofort helfen könnten, sind kaum auf dem Markt (bspw. Alexis Sanchez). Auch hier ist die Kreativität des Managements gefragt. Mit der Verpflichtung von talentierten Spielern wie Julian Brandt wird man diese Lücke nicht schließen können. Man muss sich außerdem bewusst sein, dass mit Lewandowski, Hummels und Vidal in den letzten Jahren drei Spieler in Ihren besten Jahren zum Rekordmeister gestoßen sind, mit dem erklärten Ziel, sich in München endlich den Traum vom Champions League Sieg zu erfüllen. Diese zentralen Spieler werden zu Recht erwarten, dass Hoeneß und Co. auch im kommenden Jahr eine Truppe zusammenstellen, die berechtigte Chancen hat, den Henkelpott zu gewinnen.

Brennpunkt Mittelstürmer:

Ohne ein Backup für Robert Lewandowski in die Saison zu starten, war ein Fehler. Diese Erkenntnis wird sich nach dem Hinspiel gegen Madrid nun auch in der Führungsebene der Bayern durchgesetzt haben. Ja, Lewandowski ist kaum verletzt. Was jedoch passiert, wenn er denn mal in einem wichtigen Spiel ausfällt, hat man nun gesehen. Auch im Rückspiel war der Pole eindeutig nicht zu 100 Prozent fit. Dass Thomas Müller ihn in der Sturmspitze nicht ersetzen kann ist eine Erkenntnis, die zwar nicht überraschend kam, aber in dieser Deutlichkeit wohl leider notwendig war um ein Umdenken im Management des FCB zu bewirken. Neidisch richteten sich die Blicke der Bayern Fans in den Duellen gegen den spanischen Rekordchampion auf deren Ersatzbank, wo mit Alvaro Morata ein weiterer Stürmer von internationaler Klasse auf seinen Einsatz wartete. Ein Luxus, das wurde deutlich, den man sich auf allerhöchstem internationalem Niveau leisten muss. Auch andere Topteams, wie beispielsweise Juventus Turin (Higuain und Mandzukic) sind auf dieser wichtigen Position doppelt besetzt.

Der Umbruch, der meinen Bayern zum Saisonende bevorsteht ist größer, als so mancher zu denken scheint. Die Spiele gegen Real Madrid haben dies schonungslos offen gelegt. Einzig auf der Torwartposition und in der Innenverteidigung (mit der Verpflichtung von Niklas Süle) ist man in den kommenden Jahren weltklasse aufgestellt. Man darf gespannt sein, welche Lösungen das Management der Münchner präsentieren wird, um den Anschluss an die absolute Weltspitze in den nächsten Jahren nicht zu verlieren. Immerhin eine gute Nachricht gibt es jedoch: Auch dem FC Barcelona und Juventus Turin steht in den nächsten Jahren ein solcher Umbruch bevor.

KOMMENTARE
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Beninho47
21.04.2017 | 13:17 Uhr
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Beninho47 : 
21.04.2017 | 13:17 Uhr
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Beninho47 : 
Eigentlich werden zwei der größten Probleme nicht angesprochen! Unser Coach der einfach nicht auf junge setzt! Und der Erfolg blieb trotzdem aus. Ganz ehrlich man müsste auf sanches setzten , kimmich und coman! Aber nein lieber die alten !

Das nächste Problem ist der unangefochtene Thomas müller hat nen freifahrtsschein wird immer schön geredet! Und wehe es kommt Kritik auf müller hat Qualitäten aber die sind überschaubar und seit 1,5 Jahren ist das nur noch Müll! Als coman würde ich mich bedanken das der immer vor mir spielt! Und nicht viel liefert! Hätte Coman das standing von müller dürfte er auch mehr als 10 Minuten spielen! Müller hingegen stolpert seit langer Zeit herum und wird noch verdeitgt Understand gelobt weil er ist ja ein Bayer ! Glaub der wird zu nem Riesen Problem für uns
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Quaks19
21.04.2017 | 11:46 Uhr
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Quaks19 : 
21.04.2017 | 11:46 Uhr
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Quaks19 : 
Auch auf der TW-Position muss (natürlich hinter Neuer) nachgelegt werden. Ulreich war ein deutliches Downgrade zu Reina ... und wir möchten alle nicht wissen, wie die Spiele gegen Real ausgegangen wären, wenn Neuer nicht fit geworden wäre oder sich den Fuß früher gebrochen hätte
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wachna87
20.04.2017 | 17:36 Uhr
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wachna87 : nett zusammengefasst, aber ...
20.04.2017 | 17:36 Uhr
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wachna87 : nett zusammengefasst, aber ...
in meinen Augen ist hier größtenteils "Stammtisch-Niveau" zu lesen.

Natürlich gebe ich dir in den meisten Punkten absolut recht, aber wirklich viel Neues kommt auch nicht rüber.

Das Viertelfinale war eine 50:50 Angelegenheit, in der Madrid in vielen Punkten einfach etwas besser agiert hat oder etwas bevorzugt wurde. Andererseits haben sich die Bayern auch in einigen Punkten einfach sau blöd angestellt bzw. an besseren Tagen hätten sie mehrfach den Sack zugemacht (sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel waren genügend Chancen da).

Wirklich klasse fand ich allerdings, dass du endlich mal angesprochen hast, was schon lange überfällig ist: David Alaba ist seit seiner Vertragsverlängerung nur noch ein mittelmäßiger linker Außenverteidiger... Über Leute wie Douglas Costa oder den alten Mann Xabi Alonso wurde schon mehrfach geschrieben und geurteilt - natürlich auch zu Recht - David Alaba allerdings wurde bisher sowohl von den Medien als auch von den meisten Usern irgendwie verschont. Für mich ganz klar die Enttäuschung der letzten 1,5 Jahre. Ich halte relativ wenig von Juan Bernat, aber aktuell sehe ich ihn, wenn überhaupt, nur minimal schlechter als Alaba.

Naja jedenfalls sollten die Bayern im Sommer etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Vielleicht bekommen sie ja ein nettes Sümmchen für Douglas Costa, dass sie dann hoffentlich in eine Menge Qualität investieren. Die Liste der möglichen Kandidaten ist lang und vielfältig. Am Ende bleibt nur die Hoffnung, dass Carletto vielleicht auch mal auf junge Spieler setzen möchte und natürlich, dass Kalle und Uli die Geldscheine in die Hand nehmen und im dreistelligen Millionenbereich auf europaweite Shopping Tour gehen.

Dann klappt es vielleicht auch mal wieder mit einem Sieg gegen die Mannschaften aus Spanien bzw. Madrid und nicht nur gegen Fallobst und möchtegern Topteams aus England
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Schnumbi
20.04.2017 | 10:08 Uhr
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Schnumbi : 
20.04.2017 | 10:08 Uhr
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Schnumbi : 
Sehr gut auf den Punkt gebracht, auch wenn wir uns nicht zu sehr auf den Schiedsrichter einschießen sollten.

Hoeneß sagte ja unlängst, man wolle wieder auf den eigenen Nachwuchs setzen. Wird interessant ob er das so durchzieht. Wobei es aktuell nicht viele Talente beim FC Bayern gibt, die den Sprung zu den Profis schaffen würden.
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