MySpox NBA Line der Woche


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Von: Assauer
14.08.2013 | 7780 Aufrufe | 26 Kommentare | 17 Bewertungen Ø 8.2
Die fragwürdigsten Argumentationen
Kobe und das sinnlose Shaq-Argument
Teil 1

Da ich in den nächsten 2 Wochen etwas Zeit habe und schon öfter aufgefordert wurde meine Beiträge lieber direkt in einem Blog zu verfassen, dachte ich mir, dass ich in den nächsten Tagen den ein oder anderen Blog zum Thema NBA verfasse. Wir befinden uns ja gerade im Sommerloch und da Spox so ausführlich über die NBA und die einzelnen Teams zu unser aller Freude berichtet, wäre es doch langweilig, wenn ich zu den einzelnen Teams etwas schreibe. Deshalb dachte ich mir, dass ich mal einen Blog der anderen Art mache und die fragwürdigsten Argumente aufgreife, die ich im World Wide Web immer wieder zu einzelnen Spielern lese. Mein Hauptaugenmerk liegt darauf eine richtige Diskussion zu starten und nicht irgendeinen meisterhaften sprachlich eloquenten Blog rauszuhauen, den ihr dann bewertet. Das war noch nie meine Stärke und das wird sie auch nie sein. Das können andere viel besser, aber ich versuche zumindest durch den Inhalt und mein "Halbwissen" einen Mehrwert für die Community zu schaffen.



Falls dieser Blog gut ankommt und die Diskussion anregt , würde ich dann eine ganze Serie in den nächsten Tage starten zu wahllos von mir ausgewählten Themen mit historischen Beispielen. Zunächst starte ich heute mit dem dämlichen Shaq-Argument.



Ein Satz den man immer wieder liest und hört lautet wie folgt:


"Kobe Bryant verdankt 3 seiner 5 Ringe nur der unfassbaren Dominanz von Shaquille O´Neal. Schaut euch die Statistiken an ".

Selbst der größte Kobe-Fanatiker wird zugeben, dass Shaq zu diesem Zeitpunkt der wohl beste Spieler der NBA gewesen ist und ich will es mal so sagen den größten Anteil an den 3 Meisterschaften hatte. Im Netz und in der Basketballfachwelt gibt es sogar einige Experten, die die 2000-2002er "Version" von Shaq als den dominantesten Basketballer aller Zeiten bezeichnen. Niemals sei je ein Spieler in seiner Prime so dominant gewesen. Nicht Bird, nicht Magic, nicht Wilt, nichtmal MJ habe solch ein Miss-Match für den Gegner dargestellt. Ob man dieser Aussage jetzt zustimmt sei einem selbst überlassen, aber alleine das ein Spieler in solchen Debatten mit solch hochkarätigen Namen auftaucht, sollte auch denjenigen eine ungefähre Vorstellung davon geben, wie dominant und überlegen Shaq auf dem Höhepunkt seines Spiels war.

Die meisten seiner Center-Kollegen waren ihm hilflos ausgeliefert. Wolltest du Shaq verteidigen, konntest du es nur als Kollektiv machen, soweit es der Gegner und die Regeln zuliesen. Aber selbst diese Strategie genügte meist nicht um den Diesel zu stoppen, so dass oft nur die altbekannte Hack-A-Shaq-Strategie ausreichte um den Diesel-Motor etwas ins stottern zu bringen, aufgrund seiner altbekannten Freiwurfschwäche.

Aber gerade diese Freiwurfschwäche und einige andere Faktoren sind es, die Kobe Bryant in den 3 Meisterjahren so wertvoll für das Team machten und warum Kobe vielleicht sogar der perfekte Gegenpart zum dominanten Pivoten war. Warum erkläre ich in den folgenden Abschnitten. Gerade jene Tatsachen, welche ich im folgenden genauer erläutere, werden in vielen Diskussionen oft vergessen und lassen sich auch nicht in Statistiken wiederfinden. Denn jene Statistiken werden meist als Hauptargument benutzt, um eben die von mir oben genannte Thesen zu bestätigen. Diese Statistiken sind für alle Basketballfans in den Zeiten des World Wild Web leicht zu finden. Sie erleichtern einem das argumentieren, da man so einfach nur die Statistik abschreiben muss und nicht mal dazu gezwungen ist ellenlange Argumente auszuformulieren. Des Weiteren kann sie auch derjenige benutzen, der die NBA zwischen 2000 und 2002 nicht ausgiebig verfolgen konnte, da er noch zu jung war oder einfach noch kein Interesse an der NBA entwickelt hatte. Im schlimmsten Falle pickt man sich einfach nur das aus den Statistiken heraus, was die eigene These bekräftigt und was man für seine eigenen Argumentation benötigt. Warum gerade diese Statisitiken, wenn man sie denn falsch verwendendet, irreführend sein können und nicht die ganze Wahrheit und Dynamik einer Playoff-Serie beschreiben können und was das genau mit meiner These zu tun hat zeige ich im folgenden.


Eine solche beliebige Statisitk, die meine oben aufgestellte These bestätigt, wäre zum Beispiel die Stats beider Spieler in den Finals eben jener Serien von 2000 bis 2002. Diese sprechen nämlich, ohne die Serien tatsächlich gesehen zu haben, eine eindeutige Sprache.


2000 NBA Finals:


Shaq: 38 PPG, 17 RPG, 2,5 APG, 2.7 BPG, 61 FG%, 96/157 in 6 Spielen

Kobe: 16 PPG, 5 RPG, 4 APG, 1,4 BPG, 36 FG%, 33/90 in 5 Spielen


2001 NBA Finals:


Shaq: 33PPG, 16 RPG, 5 APG, 3,5 BPG, 57FG%, 63/110 in 5 Spielen

Kobe: 24 PPG, 8 RPG, 6 APG, 1,4BPG, 41FG%, 44/106 in 5 Spielen


2002 NBA Finals:


Shaq: 37 PPG, 12,25RPG, 4 APG, 2,75BPG, 60FG%, 60/84 in 4 Spielen.

Kobe: 26 PPG, 5,75RPG, 5 APG, 0,75 BPG, 51FG%, 36/70 in 4 Spielen.


Ein typischer, womöglich noch populistischer Kommentar den man bei einseitiger Verwendung dieser Statistiken wohl machen würde und auch heute immer noch oft liest ( nicht unbedingt bei Spox, sondern allgmein im Netz ) wäre wohl in etwa folgender:

"Wow. Was war der Shaq für ein Monster. Der hat den Titel ja quasi alleine gewonnen und es bestätigt mich mal wieder über meine Annahme zu Kobe, dass er ein ewiger Egoist ist. Er nimmt fast die selbe Anzahl an Würfen wie Shaq und traf sie so ineffzient wie eh und je. Die Stats von 2000 bekommt JR Smith auch noch hin. Ich kann mir richtig vorstellen wie das abgelaufen ist. Shaq wollte den Ball und Kobe ignoriert ihn einfach. Wie schlecht ist Kobe bitte schön? Bei You Toube sieht man doch wie Shaq auch noch gedoppelt wird und Kobe theoretisch einen freien Wurf nach dem anderen haben müsste. Wie kann man dann so ineffiziente Zahlen auflegen.

Ich denke es sollte klar sein wer Badman und wer Robin des Teams war.


Gerade solche Argumenationen sind einfach billig, weil viele Punkte einfach außer Acht gelassen werden:


1.Trotz Triangle-Offense war das Hauptaugenmerk von Phil Jackson immer den Ball in die Zone zu Shaq zu bringen, um diesem einen hochprozentigen Wurf zu ermöglichen. Der Diesel war zumeist der Fixpunkt des Spiels. Es ist richtig, dass er zumeist auch in diesen Serien gedoppelt wurde, nur haben die Freiräume die dadruch entstanden sind, Kobe Bryant fast nichts gebracht, da sein Gegenspieler meist bei ihm blieb. Jeder halbwegs gescheite Gegner hatte zu viel Respekt vor Kobe Bryant, um diesen alleine am Perimeter stehen zu lassen und seinen Gegenspieler als Hilfe zu Shaq zu schicken. Profitiert haben von den Freiräumen vor allem Dreierschützen und Rollenspieler wie Horry, Fisher, Fox, Scott, Harper und co.


Im Gegenteil, aufgrund der Präsenz des Diesels in der Zone war der Raum für effziente Drives von Kobe oft versperrt. Dies führte dazu, dass die Hauptaufgabe von Bryant eher daraus bestand den Ball zum Diesel in die Zone zu bringen oder ineffeziente Midrange-Würfe zu nehmen. Solch eine Rollenverteilung ist natürlich Gift für die Effzienz eines Spielers wie Bryant.


Ein weiterer Fakt wird auch immer wieder gerne vergessen. Wer war die erste Option, wenn die Uhr runterlief und der Angriff ins Stocken geriet, weil die Gegner die Passwege zu Shaq oder den Dreierschützen gezielt und gut zugestellt hatten. Wer musste dann irgendwie noch schnell einen wilden Wurf nehmen und etwas vernünftiges kreieren ? Richtig, Kobe Bryant. Ich denke jeder, der sich ein bisschen mit Basketball beschäftigt kann sich ungefähr vorstellen, dass solche Situation nicht gerade selten in einem Spiel vorkommen (auch der perfekt durchstrukturierten Triangle-Offense, die darauf ausgerichtet war immer den freien Mann zu finden, wenn der Angriff nicht über Shaq lief ) und der Effizienz von Kobe geschadet haben.


2. Was ist eigentlich mit den restlichen Playoff-Spielen ? Sprich den Conference-Finals, Semi-Conference-Finals usw. ? Oftmals werde jene Serien komplett außen vorgelassen und das obwohl die Lakers in diesen Serien ihre größten Schwierigkeiten zum 3-Peat hatten. Viele Experten schätzen Teams wie die Blazers aus dem Jahre 2000 und die Kings aus dem Jahre von 2002 stärker ein, als die eigentlichen Finalgegner in den jeweiligen Jahren ( Pacers 2000 und Nets 2002 ). Auch die Spurs könnte man noch zu der elitären Gruppe dazuzählen. Es ist nun mal Fakt, dass Kobe Bryant in den Serien gegen die Kings, Spurs und Blazers seine stärksten Spiele hatte und immer in den wichtigen Momenten da war, wenn es bekanntlich drauf ankommt. Auch dann, wenn Shaq aufgrund von Foulproblem in der Crunchtime in dem ein oder anderen Spiel auf die Bank musste und Kobe das Team alleine zum Sieg getragen hat. Unvergessen sind für mich persönlich die Fourth Quarter gegen die Spurs, als Shaq mit sich zu kämpfen hatte und Kobe in fast jedem Spiel im viertel Viertel ablieferte und das Team auf seinen Schultern trug. Das siebte Spiel aus dem Jahre 2000 gegen die Blazers wäre hier sicherlich auch zu nennen, als Kobe das Team 3 Viertel lang praktisch alleine im Spiel hielt und auch im vierten Viertel wichtige Plays zum Sieg beisteuern konnte, wie den berühmten Alley-Oop-Pass auf Shaq. In Spiel 6 und 7 gegen die Kings 2002, als die Lakers wirklich praktisch kurz vor dem Aus standen und in meinen Augen das schlechtere Team waren, obwohl sie letztlich weiter gekommen sind, waren es Kobe und Shaq, die mit Monsterspielen das Team doch noch kurz vorm Ausschreiten retten konnten. Gerade Kobe hatte es mit Gegenspieler und Edelverteidiger Doug Christie alles andere als leicht zu einfachen Punkten zu kommen, während Shaq zwar oftmals gedoppelt wurde, dafür aber mit Webber und Divac wahrlich keine Defensivanker und Post-Defender als Gegenspieler hatte, die ihm das Wasser reichen konnten.


Ohne Kobe Bryant überstehen die Lakers einige dieser Serien nicht. Man kann jetzt darüber streiten, wer der bessere und wichtigere Spieler in diesen Serien gewesen ist, aber was man letztlich festhalten kann, ist, dass Kobe in diesen Serien von unschätzbarem Wert für die Lakers war und oftmals das Team aus der Scheiße gezogen hat. Das hätten auf diese Art und Weise nicht viele Spieler geschafft.....


3.Die Pacers-Serie aus dem Jahre 2000 wie ich sie erlebt habe: Während Shaq den damals "alten" Rik Smith, der meilenweilt von der Form aus seiner Prime entfernt war, wahrlich missbrauchte, so dass die Pacers gezwungen waren sogar phasenweise Dale Davis gegen ihn zu stellen, da man keinen besseren Back-Up besaß.


Kobe dagegen hatte es mit Reggie Miller zu tun und hielt diesen in Spiel 1 bei gerade mal einem Treffer bei 16 Versuchen. Jeder der dieses Spiel nicht gesehen hat wird die Monster-Defense im Boxscore nämlich nicht wiederfinden.


Dann verletzt sich Kobe früh in Spiel 2 und muss den Rest des Spiels aussetzen. LA kann sich mit Biegen und Brechen gerade noch so behaupen und "würgt" sich zu einem Sieg.


In Spiel 3 muss LA weiterhin auf Kobe verzichten und LA verliert trotz eines Monster-Spiels von Shaq. In Spiel 4 ist Kobe wieder mit dabei und führt die Lakers zusammen mit Shaq in einem überragenden Spiel zum Sieg.


In Spiel 5 und 6 war es dann aber ganz klar Shaq mit zwei Monster-Spielen, der die Lakers zum Sieg geführt hat.


Fazit: Shaq war ganz klar der wichtigste und dominanteste Spieler in dieser Serie, aber Kobes Beitrag ist aufgrund seiner defensiven Leistung, die man mit Statistiken ganz schlecht messen kann, total unterbewertet und man sieht durch die Niederlage in Spiel 3 und den Comeback-Sieg in Spiel 4 ganz klar welchen Wert Kobe trotz eher durchwachsener Offensiv-Leistung für das Team in den Finals hatte.


2001: Shaq liefert auf den ersten Blick ein Monsterspiel ab ( 40-20). Doch wenn man genauer hinsieht ist seine Leistung nicht unbedingt so überragend gewesen:

11 verworfene Freiwürfe+ 11 verworfene Feldwürfe+ 4 Turnover sind 21 verschwendete Possessions. Hinzu kommt die katastrophale und oftmals verspätete Help-Defense gegen Iverson. Unterm Strich zählt dann auch das man das Spiel verloren hat. Kobe dagegen mit einem wirklich schlechten Spiel ( schlechte Defense gegen Mc Key und Iverson ) + 6 Turnover und eine schwache Feldquote.


Aber auch in dieser Serie zeigt sich wie überbewertet manchmal Stats sind. Man gewinnt in der Folge die nächsten 4 Spiel hintereinander. Der Diesel hat auch in den nächsten 4 Spielen die besseren Stats, aber vom Impact auf das Spiel und die Wichtigkeit fürs Team sind beide gleichwertig.

Spiel 2: Trotz starkem Spiel von Kobe, war Shaq hier ganz klar der Difference-Maker mit einem der besten Allround-Games, welches ich je von einem Center sehen durfte ( 28 Punkte, 20 Rebounds, 9 Assists, 8 Blocks ).

Spiel 3: Beide mit starken Spielen, aber letztlich entscheidend war, dass Kobe Iverson defensiv kaltstellte, als Shaq mit 6 Fouls runter musste und zusätzlich noch genügend in der Offensive beitragen konnte um Iverson im direkten Duell zu schlagen und das Team zum Sieg zu führen.

Spiel4: Shaq führt das Team offensiv und Kobe fungiert als Mädchen für alles. Punktet, zieht Fouls, stellt Iverson und Mc Key in der Defensive kalt, füttert Shaq mit Pässen und ist nur einen Assist vom Triple Double entfernt.


Spiel5: Letzlich souveräner Sieg, bei dem die gesamte Starting 5 mit herausragenden indiviudellen Leistungen überzeugt.


Fazit: Die Monster-Spiele aus Spiel 1 und 2 haben Shaq hier wohl den Finals-MVP Award zu Recht beschert. Man darf aber auf keinen Fall die Vielseitigkeit von Kobe Bryant in dieser Serie vergessen. Er hat in der Crunchtime übernommen, den Playmaker gegeben, ebenfalls ein Großteil der Scoring-Last übernommen und noch nebenbei Mc Key und Iverson überragend verteidigt. Bryant hätte sich hier ebenfalls die Finals-MVP-Trophäe verdient gehabt, oder zumindest eine Playoff-MVP-Trophäe ( wenn es so etwas geben würde ) für seinen enormen Wert für das Team und die Vielseitigkeit und Konstanz in allen 4 Serien.


2002: Kobe trägt das Team gegen die Spurs, als Shaq erneut Probleme hatte, beide haben überragende und schlechte Spiele gegen die Kings, aber im Finals trifft man auf die Nets, die keinen richtigen Center haben.

Niemand kann Shaq die Stirn bieten. Was folgt sind erneut Monster-Perfomances vom Pivoten. Kobe besticht aber wieder durch seine Vielseitigkeit und tut dies auch noch sehr effzient.


End-Fazit: Hätte es wirklich ein besseres Komplement zum Diesel gegeben als Kobe Bryant ? Auch wenn dieser Gedanke auf den ersten Blick etwas suspekt ist. Natürlich gibt es Spieler die noch selbstloser als Bryant agieren können, intelligenter werfen und den Diesel noch öfter eingesätzt hätten, aber wer von diesen Spielen hatte das gesamte Paket welches Bryant besitzt.

Wer konnte den besten gegnerischen Guard so effektiv verteidigen, gleichzeitig als kompetenter Playmaker fungieren, den Midrange-Wurf aufgrund der Zonen-Präsenz von Shaq so effektiv treffen, den restlichen Teil der Scoring-Last tragen, ein Spiel auf Knopfdruck selbst übernehmen, wenn Shaq mit Foulproblemen runter muss und das Team in der Crunchtime so auf den Schultern tragen wie Bryant.



Vielleicht sollte man statt ständig zu munieren, wie wichtig Shaq für Kobe gewesen ist, eher mal begreifen, dass Shaq in einigen Jahren trotz seiner Dominanz ohne Kobe überhaupt nicht die Möglichkeit gehabt hätte in den Finals so zu dominieren, da die Lakers sonst schon vorher baden gegangen wären.

Die Statisitken in den Finals zeigen nicht den wahren Wert von Kobe Bryant für die LA Lakers in den Jahren 2000-2002.


Letztlich sind beide wohl das vielleicht dominanteste Duo in der Geschichte der NBA.


Was meint ihr ?









































KOMMENTARE
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ChiCity
14.08.2013 | 06:57 Uhr
+1
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ChiCity : 
14.08.2013 | 06:57 Uhr
+1
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ChiCity : 
Also erst mal zum Blog, ich finde es richtig gut das du dich entschieden hast einen Blog zu schreiben der als Grundlage für eine Diskusion dient.
Der Blog ist echt informativ und gut geschrieben und ließt sich mMn trotz der länge echt gut.

Zum Thema an sich, mir geht es wie du am Anfang beschrieben hast. Ich bin leider einer von denen die zu der Zeit noch zu Jung waren um das Thema selbst richtig verfolgt zu haben.
Ausgehend von dem was du hier geschrieben hast und von dem was ich selbst bis jetzt so aus der Zeit gehört habe, bin ich der Meinung das Shaq auf jeden Fall verdient jeweils Finals-MVP wurde. Ich bin aber auch auf jeden Fall der Meinung das es keinen Spieler gab oder gibt der ganz alleine die ganzen Playoffs für sein Team entscheiden konnte/kann, ohne Kobe (vllt auch ohne den einen oder anderen Rollenspieler) wäre es sicher schwerer oder warscheinlich sogar unmöglich gewesen 3 Jahre in Folge den Titel zu holen (Siehe LeBron & Clevland bzw. Miami oder sogar Jordan mit Pippen/Rodman).
Zu der frage, ich bin leider noch nicht lange genug dabei um das überhaupt beurteilen zu können weil ich andere Duos leider auch nicht selbst erleben durfte. Ich würde sagen vllt noch Malone & Stockton aber wie gesagt mir fehlt der Background...
KoBr24
14.08.2013 | 07:47 Uhr
+2
-1
KoBr24 : 
14.08.2013 | 07:47 Uhr
+2
-1
KoBr24 : 
Schön, dass sich mal jemand umfassend äußert, der die Spiele augenscheinlich auch gesehen hat.

"Letztlich sind beide wohl das vielleicht dominanteste Duo in der Geschichte der NBA."
Definitiv. Vielleicht hätte man es machen sollen wie beim ASG 2009. Einfach beiden den Award verleihen. Dann würde diese Diskussion nicht ständig aufkommen.
LeBronJames
14.08.2013 | 10:47 Uhr
+4
0
14.08.2013 | 10:47 Uhr
+4
0
Kobe hatte ohne Frage einen extrem großen Anteil am Lakers-Threepeat, aber ohne Shaq wären die Lakers vielleicht nicht ein einziges Mal in dieser Zeit in die Finals gekommen. Wäre O'Neal nicht gewesen, hätte Kobe mit Sicherheit oftmals besser den Korb attackieren und ein Spiel übernehmen können, als es mit dem Diesel möglich war, aber wenn er die erste Option gewesen wäre, hätten es die Lakers meiner Meinung nach nicht weit gebracht. Letztendlich hatte jedes Championship-Team immer ein bis zwei Edelhelfer neben dem Finals MVP und im Falle der Lakers war Bryant vielleicht sogar mehr als das, aber dass der Löwenanteil an allen drei Meisterschaften Shaq gehört, ist, finde ich, unbestreitbar.
LeBronJames
14.08.2013 | 10:56 Uhr
+4
0
14.08.2013 | 10:56 Uhr
+4
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Allein von der defensiven Aufmerksamkeit her, die Shaq auf sich gezogen und somit Räume für gleich mehrere Teamkollegen geschaffen hat, hat er sich damals deutlich abgehoben. Hinzu kommt, dass er nicht nur scoren und rebounden konnte, sondern auch ein starker Passgeber für einen Big Man war und gelegentlich den Fastbreak als Trailer mitlaufen konnte. Das alles soll Kobes Leistungen nicht schlecht machen, aber im Gesamtpaket war Shaq in seiner Prime einfach wertvoller.
eastwood
14.08.2013 | 11:36 Uhr
+4
0
eastwood : 
14.08.2013 | 11:36 Uhr
+4
0
eastwood : 
@LeBronJames
+1

Assauer, verstehe auch nach diesem Blog nicht so ganz warum du glaubst, dass Kobe den gleichen Impact auf das Spiel der Lakers gehabt hätte. Kobe war wichtig, keine Frage, aber wenn beide Mannschaften (Lakers und ihr Gegner) sich in jedem einzelnen Spiel nur an Shaq orientieren, kann doch keine Rede davon sein, dass beide einem ähnlichen Impact haben. Es zieht sich doch durch Shaqs Karriere (mMn hätte er 2008 zurücktreten sollen), wo Shaq war, war auch der Erfolg.

Die "schwachen" Spiele die du da aufzählst, kommen ja auch nicht von ungefähr. Pop hatte die Spurs nach dem Sweep 2001, nahezu perfekt auf Shaq eingestellt. Man darf ja auch nicht vergessen, dass Shaq es da mit dem MVP Duncan und einem (angeschlagenen, trotzdem Elite-Defender) Admiral zu tun hatte. Dass Kobe da eingesprungen ist, war ja wohl selbstverständlich. Zumindest wenn man bedenkt, dass Kobe schon damals sehr wohl sehr hohe Ansprüche hatte. Insgesamt finde ich eine Argumentation etwas unpassend, da es so rüberkommt als ob einzelne Spiele, in denen der zweitbeste Spieler des Teams die Verantwortung übernimmt, ein Argument sein sollen, dass dieser genauso wichtig sein soll wie der beste Spieler dieses Teams. Wie LeBronJames schon sagt, ohne Shaq wären die Lakers niemals dieses dominante Team, das sie damals waren.

Zu deinem Fazit fallen mir gleich zwei Spieler ein, die neben Kobe perfekt zu Shaq gepasst haben. Penny Hardaway und DWade. Er war mit beiden in den Finals, was mir gleichzeitig auch sagt, dass er in seiner Prime mit beiden anderen genau die selben Erfolge hätte feiern können. Bei Kobe kann ich das nicht sagen. Ich bin als kleiner Junge Shaq-Fan geworden, als dieser zusammen mit Penny die Liga gerockt hat und ich finde, dass diese zwei der eigentliche One-Two-Punch waren.
Wie siehst du das? Hätte man Shaq einfach gegen einen anderen Center tauschen können und die Lakers hätten trotzdem den Threepeat geholt?
Poohdini
14.08.2013 | 11:45 Uhr
+1
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Poohdini : 
14.08.2013 | 11:45 Uhr
+1
0
Poohdini : 
Eigentlich finde ich unfassbar, dass wir wirklich darüber reden müssen, welchen Anteil Kobe Bryant bei den Titeln hatte. Ich wiederhole mich da, aber eine NBA Championship zu gewinnen, ist sau schwierig und einer der härtesten Herausforderungen im Sport überhaupt. Ich hasse es, wenn Kobes Anteil klein geredet wird. Alleine schon durch die im Blog angesprochenen nicht auf dem Boxscore stehenden Dinge wie Defense, Glue Guy Fähigkeiten und seine damals schon existenten Leaderqualitäten. Aber Hand aufs Herz, außer von eine paar Hatern hört man das nicht. Deshalb: mir beweist der Blog nichts, richtet sich wohl eher an ein anderes Publikum.

Und ja, es war eines der beesten Duos in der Geschichte der NBA. Auch wenn der Finals MVP völlig zurecht an Shaq ging. Aber v.a. 2002 war der Leistungsunterschied sehr, sehr gering. "Impact": Das war natürlich nicht gleichverteilt. Shaq war ganz klar Fixpunkt und wichtigster Spieler im Team, um den sich alles konstruiert hat.

Nichtsdestotrotz darf man festhalten, dass Shaq wohl wirklich in dieser Phase zu den dominantesten Spielern aller Zeiten gehört hat. Der Einfluss von Big Men auf das Spiel ist ja generell oft größer. Wenn ich mir für 1 oder 2 Jahre einen Spieler aussuchen dürfte, um den ich ein Team aufbauen würde, nehme ich immer den Shaq aus dieser Zeit.
Assauer
14.08.2013 | 12:40 Uhr
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Assauer : 
14.08.2013 | 12:40 Uhr
0
-1
Assauer : 
@Eastwood: Trotz allen Talents, welches Penny wirklich hatte, konnte er fast nie die an ihn hohen Erwartungen gerecht werden. Das Duo Shaq-Penny hat zwar nur Recht kurz zusammengespielt, konnte aber nie einen Titel erringen. Auch wenn der Rockets-Supporting-Cast in den Finals ein bisschen über seinen Möglichkeiten gespielt ist ein 4:0 dann doch recht deutlich gewesen.

Defensiv ist Kobe meiner Meinung nach in einer anderen Liga als Penny. Es ist ja kein Zufall das die Rockets-Schützen in den Finals so gut getroffen haben. Offensiv hatte Penny zwar das Talent, ähnlich wie Kobe ein Spiel zu übernehmen, hat es aber meiner Meinung nach zu selten gezeigt.

Im Nachhinein muss man vielleicht eher sagen, dass die Magic Penny niemals hätten holen sollen, sondern man hätte Webber halten sollen. Ein Front-Court aus Webber, Shaq und dem durchaus soliden Skilles, der trotz aller Vorurteile auf dem Papier zumindest nicht so viel schlechter als Penny war hätte ich deutlich mehr Chancen auf den Titel eingeräumt.

Ob Penny die Lakers wie Kobe aus einigen engen Momenten hätte rausreißen können und noch dazu die gleichen defensiven Aufgaben vollbracht hätte wage ich mal ganz stark zu bezweifeln. Vielleicht überzeugst du mich ja noch, aber ich habe Penny anders in Erinenrung^^.


@LeBron und Eastwood ( 2 ): Ich will mit dem Blog ja gar nicht sagen, dass der Diesel und Kobe in den 3 Jahren auf einer Augenhöhe waren. Mir geht es eher darum, nochmals die Wichtigkeit von Kobe Bryant fürs das damalige Team herauszustellen. Vielleicht hätte ich noch mehr die Wichtigkeit von Shaq hervorheben sollen, dass solch ein Eindruck eben nicht entsteht.




Sanstoitniloi
14.08.2013 | 12:49 Uhr
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14.08.2013 | 12:49 Uhr
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Schöner Blog, Assauer; danke für das Deja vu des Lakers-Three-Peats! Seh ich was die Wertung von Shaq und Kobe angeht recht ähnlich. Da du die Pro-Shaq und Pro-Kobe-Argumente ja beide vertrittst kann man da eh schlecht mit dir streiten.

Ob man nun wirklich sagen kann: Letztlich sind beide wohl das vielleicht dominanteste Duo in der Geschichte der NBA möchte ich allerdings leise bezweifeln. Da fehlt einfach der direkte Vergleich zu ihren Vorgängern. Gab zwar mal eine Playoff-Serie zwischen MJ's Bulls gegen Shaq's/Kobes Lakers (die diese bekanntlich verloren), war Kobes Rookiejahr kann man also schlecht zählen, abe wer kann sagen ob sie ein größeres Duo als Kareem/Robinson oder meinetwegen auch 5 Jahre später Kareem/Magic, besser als Bird/McHale, Dr.J/Moses waren. Sie verdienen schon das Lob mit solchen Spielern verglichen zu werden, aber sie ihnen vorzuziehen, besonders wenn man bedenkt daß die ganz andere Konkurrenz hatten als Shaq und Kobe 2000-02, halt ich dann doch für wilde Spekulation.
Assauer
14.08.2013 | 12:50 Uhr
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Assauer : 
14.08.2013 | 12:50 Uhr
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Assauer : 
"Jeder All NBA Guard zu dieser Zeit (~2000) hätte wohl damals mit dem Monster den Titel geholt, egal ob der Payton, Ray Allen, Iverson usw."

Ich hab zumindest Payton ganz anders in Erinnerung. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der offensiv die gleiche Scoring-Last wie Kobe hätte übernehmen können und noch dazu in der Crunchtime so abzuliefern. Defensiv vielleicht ja, aber wenn ich mir offensiv eine Lineup aus Payton, Fisher, Harper, Horry, Walker oder Payton, Scott, Harper, Horry usw. vorstelle in der Crunchtime, da wüsste ich nicht wer sich von denjenigen einen eigenen Wurf kreieren soll, falls Shaq Schwierigkeiten hat oder mit Foulproblemen runter muss.

Iverson hätte dafür erstmal beweisen müssen, dass er sein Spiel umstellen kann und sich als zweite Option zufrieden gibt. Ein Iverson mit noch mehr überproportionalen langen Fallaway-Zweiern und den defensiven Aufgaben eines Kobe Bryant. Nein danke^^. Ich geb zu, dass es mir bei Iverson schwer fällt neurtral zu bleiben.

Allen wäre sicherlich interessant gewesen. Kann ich ganz schlecht beurteilen, wie der sich neben Shaq gemacht hätte, aber dem Duo hätte ich noch am ehesten einen Titel zugetraut.
TimmyD21
14.08.2013 | 13:15 Uhr
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TimmyD21 : 
14.08.2013 | 13:15 Uhr
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TimmyD21 : 
"Kobe Bryant verdankt 3 seiner 5 Ringe nur der unfassbaren Dominanz von Shaquille O´Neal. Schaut euch die Statistiken an ".

diese aussage ist natürlich unfug.
lässt man das "nur" weg wirds schon ein wenig realistischer.
shaq war klar der mvp der serie, daran zweifelt auch kein mensch, kobe war jung und erst dabei das spiel zu lernen und besser zu verstehen.
kobe hatte schon unfassbares potenzial, erinnerte schon damals sehr an jordan mit seinen geschmeidigen bewegungen, er konnte aber anfang 20 logischerweise noch nicht soweit sein ein team anzuführen.
als co part zu shaq war er aber schon anfangs seiner karriere perfekt.
er hatte das ballhandling und die übersicht zusammen mit harper shaq optimal einzusetzen.

schöner blog, mal was anderes.
weiter so!
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