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Von: StateFarm
07.10.2014 | 5092 Aufrufe | 2 Kommentare | 5 Bewertungen Ø 10.0
mySPOX-Themenwoche: Stille Helden
Heribert Rüttger im Interview
Der Zeugwart des VfL Wolfsburg im Interview im Rahmen der mySpox-Themenwoche.

Heribert Rüttger (57) ist seit Juli 2001 als Zeugwart des VfL Wolfsburg tätig. Seitdem begleitete er viele verschieden Mannschaften und Spieler der Niedersachsen, zudem überlebte er ganze 15 Cheftrainer. Im Rahmen der mySpox-Themenwoche Die stillen Helden des Sports stellte er sich als ein stiller Held des Sports zum Interview zur Verfügung und spricht über das Aufgabenfeld eines Zeugwartes, den alltäglichen Kontakt mit den Profis und die Meisterschaft 2009.





StateFarm: Hallo Herr Rüttger, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Interview nehmen. Zu anfangs eine grundlegende Frage: Wie wird man eigentlich Zeugwart eines Bundesligisten? Es ist ja kein Beruf, in welchen man eine Lehre oder ähnliches abschließen kann. Wie verlief ihr Weg zum Zeugwart des VfL Wolfsburg?

Heribert Rüttger: Das war eher zufällig. Im Januar 2000 rief mich Wolfgang Wolf, mein bester Freund und damals Trainer des VfL, an und fragte, ob ich mir vorstellen könne, mit ins Trainingslager nach Portugal zu fliegen. Gesagt, getan! Seit diesem Trainingslager bin ich dabei.



Geben Sie uns bitte einen Überblick über die Aufgaben eines Zeugwarts. Inwiefern unterscheidet sich die Tätigkeiten von Spieltagen zur Arbeit während des normalenTrainingsbetriebs?

Die Tätigkeiten unter der Woche unterscheiden sich nicht wesentlich von denen am Spieltag. Von Montag bis Freitag kümmere ich mich in erster Linie um die Beflockung der Trikots, die Bestellungen für die Spieler, die Wäsche etc. Und natürlich liegt ein großes Augenmerk auf der Vorbereitung für den Spieltag am Wochenende. Die Vorbereitung unterscheidet sich natürlich je nachdem, ob wir zuhause oder auswärts spielen. Wenn wir in der Volkswagen Arena antreten, geht es in erster Linie um die Vorbereitung der Kabine, bei Auswärtsreisen muss alles entsprechend gepackt werden.

Der ehemalige Kult-Zeugwart von Hannover 96, Mille Gorgas, bei der täglichen Arbeit

Als Zeugwart arbeiten sie täglich auf dem Trainingsgelände der "Wölfe" und reisen ebenfalls mit der Mannschaft zu den Spielen. Inwiefern haben sie Kontakt zu den Profis und dem Trainerstab?

Natürlich ist das ein ganz enger Kontakt, wir sind ja quasi rund um die Uhr zusammen. Vor dem Training führt die meisten Spieler der Weg direkt in meinen Arbeitsraum. Und auch mit dem Trainerstab gibt es einen täglichen Austausch. Insofern bin ich ´mitten drin´ (lacht).

Entstehen nach über einem Jahrzehnt Beschäftigung in Wolfsburg auch Freundschaften zu langjährigen Angehörigen des Profi-Kaders? Können Sie da Beispiele nennen?

Sicherlich gibt es mit dem einen oder anderen einen engeren Kontakt. Gerade mit den Spielern, die schon lange hier sind. Zum Beispiel mit Marcel Schäfer, er bringt mir immer was zu essen mit (lacht). Aber auch zu Spielern, die den Verein mittlerweise verlassen haben, gibt es noch Verbindungen.

Haben Sie seit Beginn ihrer Tätigkeit 2000 ein materielles Andenken ergattert, welches ihnen besonders wertvoll ist?

Ich habe mir damals die Fußballschuhe von Stefan Effenberg gesichert. Er war ja nicht allzu lange bei uns, aber diese Schuhe habe ich noch.

Von ihm sicherte sich Rüttger einst die Schuhe: Stefan Effenberg

In einigen Mannschaften gilt der Zeugwart als "gute Seele" des Vereins und die Spieler haben Respekt vor ihm. Können Sie sich vorstellen, wieso manche ihrer Kollegen ein solches Standing innerhalb der jeweiligen Mannschaft haben?

Man ist halt immer da für die Jungs und sie wissen, dass sie sich auf uns Zeugwarte verlassen können. Natürlich wird auch viel geflachst und gelacht, aber man verbringt doch viel Zeit miteinander und die Tür für ein Gespräch ist immer offen!

2009 gewann der VfLWolfsburg überraschend die deutsche Meisterschaft. Fühlt man sich da auch als Zeugwart ein Stück weit in seiner Arbeit bestätigt oder geht so eine Meisterschaft emotional an einem eher spurlos vorüber?

Dann wäre ich an der falschen Stelle, wenn die Meisterschaft spurlos an mir vorübergegangen wäre. Das war ein großes Erlebnis und ich habe es genauso genossen wie jeder andere im oder um das Team herum auch.

Die Mannschaft von 2009 vermittelte oft einen sehr harmonischen Eindruck, es wirkt als hätte die Chemie zwischen den Spielern auch abseits des Feldes gestimmt, wie es bei Überraschungsmannschaften meistens der Fall ist. Hatten Sie während der Zeit auch diesen Eindruck? Wenn ja, wie hat sich das geäußert?

Das war schon ein großer Zusammenhalt damals. Es hatten ja alle ein gemeinsames Ziel. Aber das unterscheidet sich nicht großartig von dem Miteinander, wie es heute ist. Die Mannschaft steht auch abseits des Platzes mindestens genauso zusammen.

Pflegt einen guten Draht zu Heribert Rüttger und war schon bei der Meisterschaft 2009 dabei: VfL-Verteidiger Marcel Schäfer

Was ist ihr liebstes Erlebnis aus der Zeit beim VfL? Erzählen Sie uns doch bitte ihre liebste Anekdote.

Anekdoten und lustige Momente gibt es viele. Was mich aber beeindruckt hat, war damals eine gemeinsame Reise nach China. Das war fantastisch, was wir dort erlebt und gesehen haben. Und was ich auch nicht vergessen habe, ist meine erste Reise als Zeugwart des VfL auf den Betzenberg nach kaiserslautern. Ich hatte beim FCK 18 Jahre lang eine Dauerkarte in der Südkurve und plötzlich war ich unten in den Kabinen als Zeugwart. Das war schon ein komisches Gefühl damals.

Eine abschließende Frage: Am 22. August startet Wolfsburg gegen den FC Bayern in die Saiosn 2014/2015. Sie sind jetzt seit 14 Jahren in Wolfsburg beschäftigt und 57 Jahre alt. Was möchten Sie in ihrer Tätigkeit als Zeugwart noch einmal erleben?Wäre eine zweite Meisterschaft der Höhepunkt ihrer Laufbahn?

Natürlich wäre das großartig. Aber auch jeder andere Erfolg mit der Mannschaft ist ein Erlebnis.

__________________________________________________________

Heribert Rüttger auf Transfermarkt.de

Heribert Rüttger auf der Website des VfL Wolfsburg

Die mySpox-Themenwoche "Die stillen Helden"

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RoyRudolphusAnton - Ein Leben aus dem (Werkzeug-)Koffer

KOMMENTARE
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RoyRudolphusAnton
08.10.2014 | 08:45 Uhr
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08.10.2014 | 08:45 Uhr
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Sehr schön und interessant, was er zu erzählen hat. Effes Schuhe würden sich auch in meiner virtuellen Vitrine gut machen
Danke für das Interview!
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Voegi
MODERATOR
07.10.2014 | 15:06 Uhr
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Voegi : 
07.10.2014 | 15:06 Uhr
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Voegi : 
schönes interview, in dem auch der kumpel-faktor der stillen helden 'zeugwarte' sehr gut rüberkommt.
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