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MMA@SPOX


Gründer: bunsen | Mitglieder: 93 | Beiträge: 303
Von: bunsen
11.04.2019 | 246 Aufrufe | 0 Kommentare | 0 Bewertungen Ø 0.0
Der MMA@SPOX Stammtisch
Four Corners: UFC 236
Holloway auf dem Weg zum Champ-Champ. Revanche gegen Poirier.

Übersicht über die Card: https://en.wikipedia.org/wiki/UFC_236

In Atlanta, an der Ostküste, findet am 13.4. die vierte diesjährige PPV-Veranstaltung der UFC statt. Zwei Interimstitel suchen neue Hüften. Das Leichtgewicht und das Mittelgewicht suchen neue Interim-Titelträger, da die eigentlichen Goldträger derzeit nicht können. Einer der Kombattanten am Sonntagmorgen ist Max Holloway, Titelträger im Federgewicht, der versuchen wird, seinen zweiten Titel zu gewinnen, auf den Spuren von Conor McGregor und Daniel Cormier, dem ersten Champ Champ der UFC, der gleichzeitig zwei Titel getragen hat.

(Interim-)Titelkampf im Leichtgewicht: Max Holloway vs. Dustin Poirier

bunsen:

Holloway ist einer der besten Kickboxer, die es in der UFC gibt, und für mich ist er daher auch klarer Favorit, obwohl Dustin Poirier ein gefährlicher Mann für jeden ist, gerade in den ersten Runden. Die Beinarbeit ist der Bereich, in dem der Hawaiianer vielleicht der beste überhaupt ist und ganz sicher ein Vorbild für jeden, der in dieser Kampfsportart etwas Besonderes sein will und DNA für offensive, mutige Kampfverläufe hat.

Er ist einer der Kämpfer, der in allen Auslagen gut kämpft und während eines Kampfes ständig wechselt. Der ständige Wechsel ist in letzter Zeit in Mode geraten, ist aber selten effektiv und oftmals sogar schädlich. Holloway macht es vor, wie man es richtig macht. Also hingeschaut und mitgeschrieben.

Durch seine fliegenden Wechsel eröffnet er sich unkonventionelle Winkel, die seiner Kreativität einige Möglichkeiten darlegen. Darunter sind Drehtechniken zu sehen, die aus einem Auslagenwechsel überraschen, Kombinationen zum Körper, Jab zum Körper. Ein Favorit von mir: der tiefe Schritt neben den Gegner und der Körperhaken aus der Nahdistanz. So etwas sieht man nicht sehr oft.

Hervorzuheben sind auch Holloways defensiven Bewegungen. Er weicht nicht bloß nach hinten aus, sondern zirkelt seitlich aus einer Gefahrensituation direkt in eine dominante Position und geht sofort zum Angriff über.

Seine hohe Workrate ist eine große Waffe, da er Gegner zermürbt und nicht in den Rhythmus kommen lässt, kann natürlich auch eine Gefahr darstellen. Logisch: wer viel riskiert, der kann auch auf die Schnauze fallen.

Dustin Poirier ist im Gegensatz zu Holloway ein Power Puncher, der über die lange Distanz daher Probleme haben dürfte, dem Hawaiianer Runden wegzunehmen, zumindest nicht in einem konventionellen Standkampf. Er scheut das Risiko nicht und hat ebenso einen Hang zu Kombinationen, die er gerne in einem statischen Stand abfeuert, mit beiden Beinen nebeneinander, nicht einen vor dem anderen.

Mit seiner Power kann er Holloway fraglos umhauen, wäre aber gut beraten, sich darauf nicht zu verlassen, da sein Gegner viel einstecken kann und er selbst sehr offen ist, wenn er Kombinationen wirft. Auf einen wilden Schlagabtausch wird sich Holloway ohnehin nicht einlassen. Er ist zwar offensiv und schlägt viel, aber er weiß was er tut und ist immer Herr der Situation.

Poirier wird seine Flucht nach vorne suchen, weil Holloway nicht die Power hat, um ihn mit einem Schlag umzuhauen. Ich fände diesen Ansatz gar nicht falsch, sofern er in den späteren Runden etwas Grappling einbaut.

Für Holloway spricht auch, dass er sehr intelligent kämpfen kann, seinen Stil anpassen kann, wie er es gegen Jose Aldo bewiesen hat. Ich gehe davon aus, dass er Poirier vorzeitig besiegen wird, durch einen Körperhaken zum Beispiel, freue mich aber diebisch auf dieses Duell.

Tipp: Holloway, TKO, Runde 5.

peaddingtonbear:

Eins vorweg: ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vor Holloways letztem Kampf gegen Ortega Zweifel an seinem Gesundheitszustand hatte und daher von einer Niederlage ausging. Dass diese Bedenken vollkommen unbegründet waren, untermalte Holloway eindrucksvoll.

Beide Männer trafen vor 7 Jahren bereits aufeinander, Poirier siegte damals, allerdings sollte man diesem Kampf bei der Analyse nicht zu viel Bedeutung schenken, denn zum einen waren die beiden blutjung, als sie aufeinandertrafen, und haben sich seitdem weiterentwickelt.

Sowohl Holloway als auch Poirier sind vorrangig Striker und ähneln sich in ihren Kampfstilen recht stark. Sie nutzen ihre Reichweite bis auf dem letzten Zentimeter aus und überbrücken damit sehr gut die Distanz. Zwischen Einzelhänden und Kombinationen ist alles drin. 1-Punch-KOs sieht man auf beiden Seiten eher selten und kommen mehr über die Frequenz. Ausdauer sollte für beide Männer kein Faktor sein, beide können trotz ihrer hohen Schlagzahl die vollen 5 Runden gehen.

Es ist also davon auszugehen, dass es einer dieser Kämpfe werden könnte, die eine sehr hohe Workrate haben. Dies könnte sich als Knackpunkt erweisen, denn dass Poiriers Kinn nicht zu den allerbesten zählt, musste man schon einige Male feststellen. Zudem offenbaren sich Poiriers Schwächen gerade dann, wenn er sich auf der Außenbahn befindet und vom Gegner nach hinten gedrückt wird. Dies ist gegen Holloway fatal, der gerade dann stark ist, wenn er sich im Vorwärtsgang befindet.

Holloways Kinn hingegen zählt zu den besten im MMA. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass sich durch den einfacheren Weight-cut sein Kinn in der Theorie noch verbessert, muss man fast schon Mitleid mit Poirier haben. Ich gehe davon aus, dass Holloway den Kampf bestimmen wird und Poirier zur Halbzeit so mürbe geboxt hat, dass er letzten Endes KO geht.

Tipp: Holloway, Runde 3 TKO.

(Interim-)Titelkampf im Mittelgewicht: Kelvin Gastelum vs. Israel Adesanya

dugen:

Das ist schon eine sehr bemerkenswerte Geschichte, dass mit Israel Adesanya nun ein zweiter Afrikaner, ein zweiter in Nigeria geborener Kämpfer, einen UFC Titel gewinnen sollte. Ngannou, der Kameruner, hat es noch nicht geschafft, Usman dafür umso überzeugender. Und Adesanyas Chancen? Die sind gar nicht schlecht. Zugegeben der Kampf gegen Anderson Silva war wenig aktiongeladen, jedenfalls hätte ich mir da mehr versprochen. Aber gegen den besten Middleweight Kämpfer aller Zeiten so souverän zu gewinnen, das kann auch nicht jeder. Vom Kampf gegen Gastelum verspreche ich mir mehr Spektakel.

Silva war immer ein exzellenter Konterboxer, Gastelum ist eher in der Offensive stark mit seinen Kombinationen. Vor allem die Geraden von Gastelum sind gefährlich. Der Kampfstil von Gastelum dürfte Adesanya besser liegen. Wo viel Ouput ist, sind viele Gelegenheiten zu Kontern. Der Nigerianer hat ein exzellentes Gefühl für Distanz und gummiartige Beweglichkeit im Oberkörper, um schnell Schlägen auszuweichen und dann vorzuschnellen und selbst zu treffen. Die Schlaghärte, die Gastelum besitzt, geht ihm allerdings ab.

Ein Problem für Adesanya wird die Nehmerfähigkeit seines Gegners sein. Er hat schon schwere Schwinger von Jacare geschluckt ohne eine Wirkung zu zeigen. Man hat schon öfter gesehen, dass Adesanya nach einem schweren Schlag nachsetzt und dabei etwas unvorsichtig wird. Das darf er sich gegen Gastelum nicht erlauben. Denn wenn der einmal trifft, glänzen die Sterne.

Der Nigerianer ist eigentlich als intelligenter Kämpfer bekannt. Gegen Gastelum wird es auch auf diese Eigenschaft ankommen. Kämpft er klug aus der Distanz und entzieht sich dem Nahkampf mit Gastelum durch gute Beinarbeit - er wird viel laufen müssen - , dann hat er gute Chancen der zweite nigerianische Titelträger zu werden.

Es wird aber eine sehr schwierige Aufgabe und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Gastelum, der schon so viele Gegner frustriert hat, der Sieger sein wird. Vor allem die späten Runden, wenn Gastelum noch Kraft haben wird und Adesanya die Beweglichkeit ein Stück weit verloren gehen sollte, wird es brandgefährlich. Ein ganz schwieriger Tipp für mich.

Tipp: Adesanya, Punktentscheid.

bunsen:

Als guter technischer Kickboxer und als größerer und längerer Kämpfer, sollte Adesanya eigentlich die Mittel dazu haben, dem leicht berechenbaren Gastelum die Zähne zu ziehen. Solche Gegner sind ein Geschenk für den Mann, der schon in etlichen Kickbox-Kämpfen Erfahrung gesammelt hat.

Ich gehe auch davon aus, dass Gastelum den Mut haben wird, die unzähligen Feints seines Gegners zu ignorieren und nach vorne zu marschieren, den Mut den Jab ein ums andere Mal zu kassieren, um selber Akzente zu setzen. Adesanya hat Anderson Silva mit Feints einfach aus dem Kampf genommen, aber, wie du zu Recht sagst, der ist ein Konterboxer und hat eher darauf gelauert, reagieren zu können. Gastelum hat die Athletik, schnell mit seinen Kombinationen Distanz zu überbrücken und daher die Mittel, Treffer zu landen.

Ich bin gespannt, ob Gastelum nur stur nach vorne gehen wird, oder ob wir gute Takedown-Timings sehen werden. Die Takedown-Verteidigung von Adesanya sah bislang gut aus, aber so wirklich geprüft wurde er nicht. Derek Brunson, mag man einwenden, ist ein guter Ringer. Ja, aber seine Takedowns sind keine Timing-Angriffe und relativ platte Single-Angriffe, die ihn an den Käfigrand führen sollen, wo sich Adesanya zugegeben gut verhalten hat. Nicht nur platt, unvorbereitet, sondern relativ langsam.

Die Ausgangslage spricht dennoch klar für den technisch erfahreneren und variableren Mann. Adesanya hat schon angekündigt, dass er Gastelum mit dem Jab leicht aus dem Kampf nehmen kann. Ich gehe davon aus, dass er Risiko vermeidet und relativ unspektakulär den Sieg einfahren möchte. Natürlich stellt sich die Frage, ob die 5 Runden für den einen oder anderen ein Faktor sein könnte.

Tipp: Adesanya, Punktentscheid.

Kampf im Leichtschwergewicht: Nikita Krylov vs. Ovince Saint Preux

Inspector Voss:

Nach dem enttäuschenden Ausgang des ersten Kampfes nach seiner Rückkehr in die UFC und ausgerechnet auch noch beim allerersten UFC-Event in seiner Wahlheimat Russland, wird es für Nikita Krylov jetzt nicht viel leichter. Natürlich hat er nicht mehr den Druck, vor der Heimpublikum brillieren zu wollen. Allerdings würde ihn eine weitere Niederlage gegen den Gatekeeper OSP weit weg von den Top-10 im LHW befördern.

Dass er ausgerechnet wieder gegen OSP kämpft, der ihn vor 5 Jahren als blutjungen Burschen submittet hat, macht die Sache noch interessanter. Wer hat sich seitdem als Kämpfer besser entwickelt? Krylov ist mit seinen 27 Jahren immer noch jung und deshalb weiterhin ein Stück weit von seiner Prime entfernt. Für ihn spricht, dass er ein sehr kreativer Kämpfer ist und die Zuschauer zu unterhalten weiß.

Seine Kämpfe enden immer mit einem Finish, unabhängig davon, ob er als Sieger hervorgeht oder nicht. Obwohl er einige Submission-Siege vorzuweisen hat, liegen seine Stärken überwiegend im Kickboxen. OSP hat einen unauffälligeren Stil und ist vielleicht der etwas bessere Allrounder. Zwar ist er kein klassischer Wrestler, aber sein Gameplan sollte sein, Krylov bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu Boden zu nehmen oder am Käfig zu clinchen.

Krylov ist nämlich mit seinen Highkicks anfällig für Takedowns. Wie verrückt wäre es, wenn OSP durch seinen unnachahmlich perfektionierten Von-Flue-Chocke wieder die Oberhand behält? Auch wenn die Oddsmaker OSP als Favoriten sehen, tippe ich auf einen Sieg von Krylov. Er wird sich nicht nur für seine erste Niederlage gegen OSP revanchieren, sondern wird den Fans zeigen, dass er zu Recht in die UFC gehört.

Tipp: Krylov.

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Die UFC lädt immer einige Kämpfe hoch, die für die kommende Veranstaltung relevant sind. Wenn ihr euch einstimmen wollte, folgt diesem Link: https://www.youtube.com/user/UFC/videos

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