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MMA@SPOX


Gründer: bunsen | Mitglieder: 92 | Beiträge: 303
07.04.2017 | 1320 Aufrufe | 0 Kommentare | 0 Bewertungen Ø 0.0
Der MMA@SPOX Stammtisch
Four Corners: UFC 210
Zweite Chance für Johnson. Das Knockout-Monstrum wird erneut auf seine Schlagkraft hoffen, wenn er DC gegenübersteht.

Das ging ja schnell. Nachdem der MMA-Bann seit 2016 Geschichte ist, wird am Wochenende der dritte PPV im Bundesstaat veranstaltet. Die letzte Veranstaltung dieser Art war UFC 208, eher schwächer in der Besetzung, mit einem Damenkampf im Hauptkampf. UFC 210 hat zwei Kämpfe, die besonders herausstechen.

Im Hauptkampf werden Daniel Cormier, Titelträger im Halbschwergewicht, und Anthony Johnson zum zweiten Mal aufeinandertreffen. Den ersten Kampf im Mai 2015 hat Cormier durch einen Aufgabegriff eindeutig für sich entschieden, aber nicht ohne dabei durchs Feuer gegangen zu sein. Eine Rechte hat ihn ziemlich durcheinander geschüttelt.

Im Co-Mainevent wird Chris Weidman versuchen, seine misslungene Heimpremiere vergessen zu machen. Sein Gegner ist Gegard Mousasi, der zuletzt ziemlich heiß gelaufen ist. Der Sieger könnte den nächsten Titelkampf verdient haben, es sei denn, George Saint Pierre besiegt Michael Bisping. Dann wäre das Chaos im Mittelgewicht komplett. Aber soweit sind wir noch nicht.

Die UFC hat wie immer einige Kämpfe hochgeladen, die für die kommende Veranstaltung relevant sind. Wenn ihr euch einstimmen wollte, folgt diesem Link: https://www.youtube.com/user/UFC/videos

Titelkampf im Halbschwergewicht: Daniel Cormier vs. Anthony Johnson

bunsen:

Ich denke man kann sagen, die Karten liegen auf dem Tisch. Es wird nur um Details gehen, die beide Seiten in ihrer Herangehensweise verändern werden. Natürlich wird Johnson versuchen, seine Power erneut ins Ziel zu bringen. Er hat sich ziemlich verausgabt im ersten Kampf, als er den TKO-Sieg gesucht hat. Vielleicht hätte er auf die Bremse treten können, na klar. Besonders falsch ist es auch nicht, in seinen Runden den Kampf zu beenden. Aber es gibt nun eine Neuerung, die erlaubt, den Kampf in solchen Sprints zu gewinnen.

Die neue Rundenzählung, wonach mehr 10-8 Runden vergeben werden sollen. Bei einem Titelkampf mit 5 Runden reichen eine dominante Runde mit einer normalen, um den Titel zu gewinnen. Da Cormier immer Druck auf seine Gegner ausübt, muss Johnson unbedingt Waffen in der Nahdistanz finden. Der Uppercut ist eine gute Wahl dafür. Weglaufen kann er eh nicht, er muss seinen Boden verteidigen, idealerweise nicht am Käfigrand, da wird ihn Cormier erneut locker zu Boden ringen.

Cormier kann aus dem ersten Kampf jede Menge Selbstbewusstsein mitnehmen. Er hat die Power von Johnson weggesteckt und seinen Gegner zermürbt und mental gebrochen. Besser hätte es kaum laufen können. Aber natürlich gibt es auch viele kleinere Details, die er verbessern kann. Er könnte versuchen, noch weniger Wirkungstreffer einzustecken. Die ersten Runden liefen gar nicht so schlecht für seinen Gegner. Vor dem Knockdown war Cormier zu passiv und das wurde gleiche bestraft.

Für mich geht der Kampf eindeutig an Cormier.

Pick: Daniel Cormier via. Decision.

paeddingtonbear:

Also die Neuerung im Punktesystem ist für mich in diesem Kampf ziemlich irrelevant. Entweder gewinnt Johnson den Kampf innerhalb der ersten beiden Runden durch einen KO oder Cormier bringt ihn wie im ersten Kampf später im Kampf zur Aufgabe oder dominiert ihn so sehr, dass er mehrere 10-8 Runden am Stück einsackt, die er wohl auch ohne das neue System erlangt hätte.

Die Frage bei Rückkämpfen ist immer, welche Erkenntnisse man seit dem ersten Kampf erlangen konnte. In diesem Fall würde ich sagen: Keine. Cormier versucht sich zwar immer noch im Standkampf, weiß aber auch, dass dies nicht seine Paradedisziplin ist und daher auch bei entsprechenden Gegnern den Bodenkampf aussucht, wie man gegen Silva und auch gegen Johnson sehen konnte. Johnson ist nach wie vor eine absolute KO-Maschine, die Luft für zwei Runden hat. Erschreckend deutlich wurde es in seinem letzten Kampf gegen Teixeira, einem ehemaligen Titel-Herausforderer wohlgemerkt, den er in 13 Sekunden mit einem Uppercut ins Land der Träume schickte.

Ich gehe in diesem Kampf mit Johnson aus einem Grund. Im ersten Kampf war Johnson nach dem brutalen Niederschlag so übermotiviert, dass er das Finish suchte und dabei nicht realisierte, dass Cormier noch bei Sinnen war. Angesichts seiner schnellen Erfolge zuvor auch irgendwie verständlich. So schwang er wild über einen sich abduckenden Cormier, der prompt den Clinch aufsuchte und durch seine Zermürbungstaktik Johnson die Luft zum Atmen raubte und es letztlich nur eine Frage der Zeit war, bis Cormier den Kampf beendet.

Ich bin zuversichtlich, dass Johnson diesen Fehler nicht noch einmal macht. Zum einen weiß er, dass Cormier tough ist und nicht unbedingt nach dem ersten Niederschlag am Ende ist. Zum anderen weiß er auch, dass Cormiers einzige Chance ist, den Kampf zu gewinnen, der Bodenkampf ist. Und um zu diesem zu kommen, muss Cormier entweder den Clinch aufsuchen oder gleich den Takedown erzielen und für beide Fälle muss er die Distanz überwinden, was gegen Johnson, der über eine gute Beinarbeit und die erwähnt KO-Power verfügt schwer werden könnte.

Es ist einer dieser typischen 50:50-Kämpfe, bei denen ein Kämpfer früh das Finish suchen muss oder andernfalls sein Gegner den Kampf über die Dauer gewinnen wird. Es ist genauso plausibel, dass Cormier wieder über die Zermürbung den Sieg erlangt, allerdings nagen an ihm auch schon Alter und Verletzungen, weshalb Johnson als Sieger aus meiner Sicht wahrscheinlicher ist.

Kampf im Mittelgewicht: Chris Weidman vs. Gegard Mousasi

bunsen:

Schwer vorstellbar, dass Chris Weidman drei Niederlagen in Folge kassieren wird. Aber am Wochenende könnte dieser Alptraum wirklich eintreten, denn Gegner Gegard Mousai ist ein richtig guter. Ich habe ein paar Zweifel, ob der New Yorker sich erneut den Titel wird umschnallen können. Mein Eindruck von ihm im letzten Kampf gegen Yoel Romero war eigentlich ganz gut. Seine Beinarbeit war um Längen besser als in seinen vorherigen Kämpfen, in denen er sich immer etwas flachfüßig herumschleifte, und seine Boxkombinationen waren auch ganz nett anzuschauen.

Mousasi ist aber fraglos ein besserer Standkämpfer als Weidman, insbesondere der Jab, der schnell und präzise sein Ziel trifft, ist ein großes Problem für seine Gegner. Mousasi hat seinen Stil etwas verändert. Der klassische Mousasi war ein träger, technisch präziser Konterboxer, der oft so wirkte, als wollte er gar nicht mehr kämpfen. Er hat auch verdammt viele Kilometer abgespult, in seinen 50 MMA-Kämpfen. Nun kämpft er mit etwas mehr Pop. Ihm wird es helfen, dass Chris Weidman nur im Vorwärtsgang funktioniert.

In einem klassischen Kickboxen-Match würde ich ganz klar auf Mousasi setzen. Weidman sollte daher seine Fähigkeiten im Bodenkampf in den Kampfplan einarbeiten. Mousasi hat zwar gute Takedown-Defense, aber gegen einen geschickten Chain-Wrestler, der also einem gescheiterten Versuch direkt von einem nächsten folgen lässt, wird auch Mousasi wenig Gegenwehr leisten können. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Weidman mental etwas angeknackt ist. Mir gefällt irgendwie nicht, wie er mit den Niederlagen umgegangen ist.

Pick: Gegard Mousasi via Decision.

inspektor_voss:

Für Chris Weidman ist der Kampf am Samstag vielleicht der wichtigste in seiner gesamten UFC-Laufbahn. Gleichzeitig wird auch wieder deutlich, wie schnelllebig doch das MMA-Geschäft ist. Schließlich war es Chris Weidman, der den über Jahre dominanten Champion Anderson Silva entthront hat. Das Rematch gewann er auch und es folgten zwei weitere Titelverteidigungen. Gleichzeitig hat ihn aber das Rampenlicht und die zusätzlichen Möglichkeiten und Verpflichtungen als Champion aus dem Fokus gebracht. Hinzu kamen noch schwere Verletzungen. Jetzt ist er an einem Wendepunkt angelangt: Mit einem Sieg ist er zurück in der Reihe der Titelanwärter, bei einer Niederlage könnte er sogar entlassen werden.

Bei Gegard Mousasi ist die Lage deutlich entspannter: Sollte er am Samstag triumphieren, dann würde er in die Top 5 der MW Division vorrücken. Gleichzeitig hätte er sich damit seine Verhandlungsbasis für einen neuen Vertrag signifikant verbessert. Dieser Kampf ist nämlich der letzte seines auslaufenden Vertrages. Er gehört schon seit Jahren zur Elite der MMA Kämpfer. Aufgrund seines introvertierten Charakters hat er jedoch nie eine hohe Aufmerksamkeit bekommen. An einem guten Tag kann er jeden schlagen und es wäre ihm zu wünschen, dass er es irgendwann die Chance bekommt, um den Titel zu kämpfen.

Der Ausgang des Duells wird wie so häufig davon abhängen, wer seinen Gameplan am besten durchsetzen kann. Ich bin da mit bunsen einer Meinung, dass Mousasi den Kampf im Standup dominieren wird. Weidman ist gut beraten, sich auf sein Wrestling zu verlassen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass Mousasi selbst einige Takedowns anstreben wird, um Weidman aus dem Konzept zu bringen. Ich tippe ebenfalls auf einen Sieg via Decision von Mousasi.

paeddingtonbear:

Ein hochinteressantes Match-up im Co-Main Event. Ich bin überzeugter Fan von Gegard Mousasi, der mittlerweile 4 Siege am Stück eingefahren hat und wenn er nicht einer Kombo von Uriah Hall zum Opfer gefallen wäre, die man sonst nur aus den Tekken-Spielen kennt, dann wären es schon 7. Problem an der Sache ist, dass er keine wirklich namhaften Gegner besiegt hat. Zwar fragte er stets nach größeren Namen, bekam aber nur solide Top 15-Mittelgewichte. Die Weltspitze rundum Namen wie Souza und Romero bekam er seit seiner Niederlage gegen den Erstgenannten nicht mehr vor die Fäuste. Für Mousasi ist dies nun die Chance, sich erneut gegen einen aus dieser Spitzengruppe zu beweisen.

Und die Chancen stehen für ihn nicht schlecht. Bei den Buchmachern sind beide ziemlich gleich auf. Die spannende Frage ist, wie es um Weidman steht. Noch vor etwas mehr als einem Jahr war er unumstrittener King des Mittelgewichts und seitdem ging es nur bergab. Erst die Niederlage gegen Rockhold, dann die obligatorischen Verletzungen und die brutale KO-Niederlage gegen Romero. Ich gebe dir Recht bunsen, dass Weidman eigentlich ganz gut gegen Romero aussah, wobei das gegen Romero immer etwas täuscht, da dieser recht passiv kämpft, nur um dann wie aus dem Nichts zu explodieren, wie man ja am Finish sehen konnte.

Sein Striking ist technisch solide, er setzt nicht auf die ringertypische 1-2 Kombo, sondern arbeitet viel mit der Führhand. Ihm fehlen lediglich Flow und Snap im Striking, aber dies kann man sich auch nicht antrainieren. Dort ist ihm Mousasi überlegen. Deutlich Vorteile hingegen hat Weidman im Ringen. Als 2-facher All-American sollte er diese aber auch haben. Er hat gutes Timing, bereit sie auch durch die saubere Arbeit im Stand vor und ist am Boden sowohl was GnP als auch BJJ angeht ein Spitzenmann. Seine Stärke hat er aber in letzter Zeit nicht so häufig ausgespielt.

Mousasi zählt sicherlich zu den intelligentesten Kämpfern im MMA-Zirkus. Er ist sowohl im Stand als auch auf dem Boden sehr gut geschult und weiß dies auch immer richtig einzusetzen. So suchte er gegen den Boxer Philippou den Bodenkampf auf, während er gegen Grappler Leites im Stand blieb. Gegen Weidman wird er Ersteres bevorzugen, da er hier klare Vorteile hat. Einen reinen Standkampf würde er auch mit Sicherheit gewinnen. Da dies aber MMA ist, dürfte dies wohl nicht der Fall werden. Problematisch für ihn dürfte die Größe von Weidman gepaart mit dessen Ringen werden.

Mousasi kann Takedowns in der Regel gut verteidigen, aber ich gebe dir Recht, dass Mousasi Probleme hat, wenn er mehrere Takedowns hintereinander abwehren muss, wie man auch gegen Souza sehen konnte (wobei der kleinere Käfig Souza in die Karten spielte). Wenn Mousasi in der Lage ist, das Tempo des Kampfes zu bestimmen, dann sollte er gute Chancen haben. Gibt er aber das Heft des Handelns an Weidman ab, und der ist bekannt dafür, Druck zu machen, dann könnte Mousasi in die Lage geraten, Takedowns vom Käfigrand abwehren zu müssen und dies ist gegen jemanden mit der Größe und Masse eines Weidmans noch einmal besonders schwer.

Für mich ist es ein enger Kampf, ich gehe tendenziell eher mit Weidman, weil er sich schon gegen größere Kaliber bewährt hat, während Mousasi dies noch beweisen muss. Außerdem glaube ich, dass Weidman nach den gescheiterten Standkämpfen wieder zu seiner Ringer-Basis zurückkehren wird. Ein vorzeitiges Ende sehe ich auf beiden Seiten nicht, es geht zu den Punktrichtern.

UFC 210 findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Buffalo, New York statt (08.04.17). Die ersten Prelims beginnen üblicherweise um 01:00Uhr, manchmal schon um Mitternacht, je nachdem wie viele Kämpfe auf der Kampfkarte stehen.

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