08.10.2012 um 09:58 Uhr
Geschrieben von Drebin
Fire and Ice

Rückblick
Eine Saison wirft ihre Schatten. Selten lagen Erfolg und die Angst des Scheiterns näher beieinander, wie sie es letzte Season taten.
Von Anfang an bedrohten eine mögliche Insolvenz des Franchises und der damit zum Teil verbundene Abgang eines Starspielers den Erfolg und überhaupt den Fortbestand der Devils aus New Jersey. Der Vertrag von Forward Zach Parise wurde zuvor nur um ein Jahr verlängert, somit stand ihm ein Wechsel zur nächsten Season offen, weil er zu diesem Zeitpunkt die „magische" Anzahl von 27 Lebensjahren überschritt, also den UFA (Unrestricted Free Agent)-Status für sich in Anspruch nehmen konnte. Wie wir nun alle wissen, entschied er sich nach langem Hin und Her, ähnlich der Kovalchuk-Saga, für die Minnesota Wild, und der lange Zeit als Gesicht des Post-Brodeur-Teams gehandelte Parise, wird seine weitere Karriere außerhalb von New Jersey fortsetzen.
Ein junger und recht unerfahrener Coach wurde mit Peter DeBoer verpflichtet, der davor erst eine NHL-Station, als Trainer, bei den Florida Panthers bekleiden durfte. Die Mannschaft erhielt zur verkorksten 11/12- Saison kaum Veränderung , zudem stellte man einen erfahrenen Kader, aber auch den Ältesten, auf das Eis und trotz all dieser eher negativen Faktoren, erreichten die Devils einen Playoff Platz, obwohl sich das Team durch eine der schwersten Divisions überhaupt hatte kämpfen müssen und es später bis auf die Panthers, nur auf favorisierte Gegner traf. Letztendlich führte sie ihr steiniger Weg bis in das Stanley Cup- Finale. Dort musste man sich aber den L.A. Kings geschlagen geben. Kaum jemand hatte diesen sensationellen Saisonschluss erwartet, aber in aller Ehrlichkeit, es bleibt ein bitterer Beigeschmack, Mr. Parise.
Die Regular Season verlief für einen Finalisten anfangs eher schleppend. So wirkte das Spiel nicht sonderlich ausgereift. Die Reihen verstanden es nicht miteinander zu spielen, weshalb DeBoer sie mehrmals neu zusammenstellen musste. Das Powerplay versagte regelrecht. In den PP kassierten die Devils frühzeitig den Großteil ihrer SHGA (Shorthandet Goals Against). Die Gesamtzahl der Gegentreffer im PP belief sich auf 13, was den unrühmlichen Platz 1 in dieser Wertung bedeutet. Die Rufe nach einem Rauswurf von Adam Oates, dem Assistent Coach, waren dementsprechend vorprogrammiert, gerade auch weil er Kovalchuk an die Blue Line stellte. Um dessen gewaltige Firepower nutzen zu können, ließ er Kovy´s schludrige Defensivqualitäten völlig außer Acht, ein Grund für die vielen GG.
Doch im Laufe der Season fingen die Mechanismen endlich an zu funktionieren. Die Reihen schienen sich zu finden. Das Penalty Killing war mit einem Wert von 89.58% und nur 27 Gegentreffern herausragend und ein Garant für Siege. Gründe waren hier vor allem das starke Defensivspiel der Forwards (Elias, Parise, Henrique, usw.). Auch das PP(17,23%) stellte seine Schwächen ab. 46 Goals verhießen zwar nur einen Mittelfeldplatz, aber wenigstens kassierte man kaum noch Shorthander. Interessant ist hierbei, dass die Devils die meisten Shorthander verdauen mussten, jedoch selbst auch die Meisten erzielten (15 SHG).
Extra für die erreichten Playoffs wurde eine neue 4.Reihe installiert. Steve Bernier, Stephen Gionta und Ryan Carter harmonierten von Anfang an. Ihre Leistungen verhalfen den Devils zu jenem sagenhaften Cup-Run, den niemand erwartet hatte, genauso wenig wie das Können des Trios. Gegen die Panthers tat man sich schwer. Die, nach der verrückten Serie gegen die Pens, desolat wirkenden Flyers kegelte man in kurzer Zeit aus dem Wettbewerb. Auch den Rivalen vom anderen Hudson-Ufer, die New York Ranger konnten den Siegeszug nicht mehr zum Entgleisen bringen. Nur der spätere Stanley-Cup-Gewinner war zu mächtig.
Offensive
Zugänge: Krystofer Barch (Florida Panthers), Bobby Butler (Ottawa Senators)
Abgänge: Zach Parise (Minnesota Wild), Alexei Pornikarovsky (Winnipeg Jets)
Mit einer Ausbeute von 228 erzielten Treffern hielten sich die offensiv Bemühungen im Mittelmaß der Liga, da das Devils-System bekanntlich defensiv ausgerichtet ist, ist dies zum einen nicht ungewöhnlich und zum anderen nicht sonderlich schwerwiegend.
Auffallend erscheint jedoch, dass die Devils 5 Spieler (Kovalchuk, Parise, Clarkson, Elias und Sykora) aufbieten konnten, die 20 oder mehr Goals erzielten, die drei erst genannten sogar 30 oder mehr. Der Angriff zeigte sich ausgeglichen und in der Quantität äußerst vielversprechend.
Vor allem konnte, die von General ManagerLou Lamoriello, zusammengestellte Mannschaft, Ausfälle und schlechte Leistungen einzelner Spieler kompensieren. Gerade der frühzeitige Ausfall des etatmäßig 1.Centers Travis Zajac (26) durch eine Verletzung wurde überraschend gut gemeistert, hier ist die Entdeckung von Adam Henrique (22) zu nennen, der zuvor 50 Pkt. In der AHL verbuchen konnte. Den Wurf ins Kalte Wasser verkraftete Henrique ausgesprochen gut, sodass sich schnell Talent und Können des jungen Centers offenbarten und er im jetzigen Devils-System kaum wegzudenken ist. Seine letztjährigen 51 P. sollten sich in den nächsten Seasons stetig erhöhen, um zum einen seine Nominierung für die Calder-Trophy zu rechtfertigen, aber auch um den Verlust von Zach Parise auszugleichen.

Matchwinner Adam Henrique
Dringend benötigte Zugänge haben die Devils nicht erhalten. Krystofer Barch und Bobby Butler wurden zwar mit Verträgen ausgestattet, aber keiner der beiden wird mehr als eine Verbreiterung des Kaders sein. Bei Bobby Butler ist es noch nicht einmal sicher, wo er genau sein Dasein fristen wird.
Hier stellt sich die Frage nach dem Grund der Zurückhaltung, ist die finanzielle Lage wirklich so schlimm, pokert Lou womöglich, weil er glaubt, dass die Season weges des Lockouts nicht stattfinden könnte, oder hat man bspw. Sorge um den schwierigen Charakter eines Semin? Auf jeden Fall ist Parise weg und ein adäquater Ersatz fehlt weiterhin.
Der II.Versuch
Aufrufe: 704 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 3 | Erstellt:08.10.2012
ø 9.0
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