27.02.2010 um 16:18 Uhr
Geschrieben von FabianPramel
Exkurs Stadionbau II
Erstmal vielen Dank für Euer Feedback,
Eure Kritik und überhaupt für Euer Interesse am ersten Teil meiner Reihe.
Hat mich gefreut, dass Ihr für das Thema "Stadionbau" offen seid.
Da Ihr jetzt hier gelandet seid, möchte ich Euch nun die zweite Folge meiner Reihe zu diesem Thema nahe bringen.
Wie bereits in Teil 1 erwähnt soll diesmal der Highbury Park in Augenschein genommen werden.
Da sich Architektur leicht durch Bilder erklären lässt und damit Ihr ein Gespür für den Baukörper bekommt,
möchte ich Euch zunächst ein paar Impressionen zeigen, die in der Zeit entstanden sind, als Arsenal hier seine Heimspiele bestritt.
Erfolge.

Fans.

Stadion.

Der 1914 in Betrieb genommene Highbury Park wurde 2006 durch das neue Emirates-Stadion, in seiner Funktion als Heimspielstätte und Zuhause des FC Arsenal, ersetzt.
Bereits in der Planungsphase des Neubaus stellte eine Arbeitsgruppe eine Machbarkeitsstudie für mögliche Umnutzungen auf.
Aber auch der Abriss wurde von den Städteplanern der Stadt diskutiert.
Da die neue Arena in unmittelbarer Nähe zum Altbau entstehen sollte,
war für die Londoner schnell klar, dass ein Abriss aus städtebaulicher und ideologischer Sicht nicht durchführbar war.
Ein riesiges Gebäude - sei es eine Kirche, eine Moschee, ein Museum, ein Theater oder eben ein Stadion -
prägt das Stadtbild und damit auch seine Geschichte und vor allem seine Bewohner. Ein Ersetzen auf dem gleichen Grundstück wäre zwar möglich, allerdings eine ziemlich radikale Lösung gewesen.
Die ersetzende Bauform muss neben Funktionalität und dem ästhetischen Empfinden des Nutzers, auch immer dem ideologischen Vergleich mit dem vorangegangenen Gebäude Stand halten.
Aus logistischen Gründen (schwierige Baustellenplanung am alten Standort und bessere Verkehrsanbindung des neuen Standortes)
und nicht zuletzt aufgrund der riesigen Tradition, die Arsenal-Fans mit diesem Stadion emotional verbindet, wurde diese Möglichkeit jedoch - zurecht - außer Acht gelassen.
Die Arbeitsgruppe erarbeitete 2 mögliche Umnutzungen.
Nummer eins war der Umbau in einen Bürokomplex, in dem neben den ausgelagerten Arsenal-"Unternehmen", auch andere Firmen Büroräume anmieten können sollten.
Schnell verabschiedete sich dieses Szenario aus der Diskussion, denn die Stadt und auch der Verein wollten diesem Ort neues Leben einhauchen.
Leben rund um die Uhr garantiert der Wohnbau, die zweite ausgearbeitete Umnutzungsvariante.
Ein Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben. Die Sieger stellten einen Entwurf vor, der dem Klientel der englischen Hauptstadt gerecht werden sollte. Das ehemalige Fußballstadion sollte zu einer der Topadressen des londoner Wohnungsmarktes werden.
Hohe Wohnqualität, Sicherheitspersonal und ein 24-Stunden Concierge-Service (so ähnlich wie ein Buttler) sollten das Nonplusultra für Zahlungskräftige auf Wohnungssuche werden.
Die Entwicklung.
Lageplan.

Im Lageplan ist zu sehen, dass die Architekten für den umgenutzten Baukörper zwei Ergänzungen vorgesehen haben.
Mit der Ausbildung von Hof umschließenden Blöcken aus der Bausubstanz der Nord- und Südfassade heraus, schafften sie es,
die Grundstücksausnutzung zu verbessern.
Vorher.

Nachher.

Mit über 500 Wohnungen ist es schon eine beeindruckende Effizienz, die die Planer hier präsentieren konnten.
Bei einem Kaufpreis von 250.000 bis über 1.000.000 Pfund sollte dieses Projekt sicherlich kein Verlustgeschäft für den FC Arsenal werden.
Selbst einige Spieler des Vereins nutzen die günstige Lage des Objektes (direkte Nähe zum neuen Stadion) und haben hier bereits eine Wohnung bezogen.
Lage.

Doch die Nachfrage ist nicht so groß wie ursprünglich kalkuliert. Zwar gibt es viele Interessenten, doch sind für diese die Preise nicht erschwinglich,
da es sich zumeist um den "etwas" besser verdienenden Arsenal-Fan handelt, der bei der Verwaltung anfragt.
Bevor ich Euch mit einigen letzten Eindrücken bezüglich der Gestaltung und Materialität alleine lasse,
möchte ich Euch noch kurz meine Meinung zu der Freiraumgestaltung mitteilen:
Ich finde es immer spannend, wenn Altes erhalten wird und eine neue Nutzung erfährt.
Diese Glaswände, in denen Wasser sprudelt sind zwar eine schöne Spielerei, aber eben eine Spielerei. Die kann gefallen oder aber auch nicht.
Es ist eine Luxusimmobilie, dennoch denke ich, dass ein Spielplatz (in luxuriösem Ausbau?!) und ein nutzbarer Park, näher am realen Leben gewesen wäre, aber ein Künstler braucht seine Freiheit und der Freiraumgestalter gilt in England als eine Ikone dieses Fachs. Meine bescheidene Meinung ist es, dass auf dem Grün nach wie vor etwas passieren sollte, das ist durch diese Art der Gestaltung aus Platzmangel leider nicht uneingeschränkt möglich.
Außen..

Innen.

Innenraum.

Atmosphäre.

Ausblick.

Wohnungen.

Ich danke Euch für die Aufmerksamkeit und für Eure Zeit.
Exkurs Stadionbau III wird sich mit einem, in unseren Breitengraden, eher unbekannten Stadion beschäftigen.
Habe hier 3 schicke Kandidaten in der Vorauswahl.
Alle 3 haben ihre Besonderheit, aber von der Thematik des "Unbekannten" sind sie mir zu gleich, als dass ich alle abhandeln möchte.
Eure Kritik und überhaupt für Euer Interesse am ersten Teil meiner Reihe.
Hat mich gefreut, dass Ihr für das Thema "Stadionbau" offen seid.
Da Ihr jetzt hier gelandet seid, möchte ich Euch nun die zweite Folge meiner Reihe zu diesem Thema nahe bringen.
Wie bereits in Teil 1 erwähnt soll diesmal der Highbury Park in Augenschein genommen werden.
Da sich Architektur leicht durch Bilder erklären lässt und damit Ihr ein Gespür für den Baukörper bekommt,
möchte ich Euch zunächst ein paar Impressionen zeigen, die in der Zeit entstanden sind, als Arsenal hier seine Heimspiele bestritt.
Erfolge.

Fans.

Stadion.

Der 1914 in Betrieb genommene Highbury Park wurde 2006 durch das neue Emirates-Stadion, in seiner Funktion als Heimspielstätte und Zuhause des FC Arsenal, ersetzt.
Bereits in der Planungsphase des Neubaus stellte eine Arbeitsgruppe eine Machbarkeitsstudie für mögliche Umnutzungen auf.
Aber auch der Abriss wurde von den Städteplanern der Stadt diskutiert.
Da die neue Arena in unmittelbarer Nähe zum Altbau entstehen sollte,
war für die Londoner schnell klar, dass ein Abriss aus städtebaulicher und ideologischer Sicht nicht durchführbar war.
Ein riesiges Gebäude - sei es eine Kirche, eine Moschee, ein Museum, ein Theater oder eben ein Stadion -
prägt das Stadtbild und damit auch seine Geschichte und vor allem seine Bewohner. Ein Ersetzen auf dem gleichen Grundstück wäre zwar möglich, allerdings eine ziemlich radikale Lösung gewesen.
Die ersetzende Bauform muss neben Funktionalität und dem ästhetischen Empfinden des Nutzers, auch immer dem ideologischen Vergleich mit dem vorangegangenen Gebäude Stand halten.
Aus logistischen Gründen (schwierige Baustellenplanung am alten Standort und bessere Verkehrsanbindung des neuen Standortes)
und nicht zuletzt aufgrund der riesigen Tradition, die Arsenal-Fans mit diesem Stadion emotional verbindet, wurde diese Möglichkeit jedoch - zurecht - außer Acht gelassen.
Die Arbeitsgruppe erarbeitete 2 mögliche Umnutzungen.
Nummer eins war der Umbau in einen Bürokomplex, in dem neben den ausgelagerten Arsenal-"Unternehmen", auch andere Firmen Büroräume anmieten können sollten.
Schnell verabschiedete sich dieses Szenario aus der Diskussion, denn die Stadt und auch der Verein wollten diesem Ort neues Leben einhauchen.
Leben rund um die Uhr garantiert der Wohnbau, die zweite ausgearbeitete Umnutzungsvariante.
Ein Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben. Die Sieger stellten einen Entwurf vor, der dem Klientel der englischen Hauptstadt gerecht werden sollte. Das ehemalige Fußballstadion sollte zu einer der Topadressen des londoner Wohnungsmarktes werden.
Hohe Wohnqualität, Sicherheitspersonal und ein 24-Stunden Concierge-Service (so ähnlich wie ein Buttler) sollten das Nonplusultra für Zahlungskräftige auf Wohnungssuche werden.
Die Entwicklung.
Lageplan.

Im Lageplan ist zu sehen, dass die Architekten für den umgenutzten Baukörper zwei Ergänzungen vorgesehen haben.
Mit der Ausbildung von Hof umschließenden Blöcken aus der Bausubstanz der Nord- und Südfassade heraus, schafften sie es,
die Grundstücksausnutzung zu verbessern.
Vorher.

Nachher.

Mit über 500 Wohnungen ist es schon eine beeindruckende Effizienz, die die Planer hier präsentieren konnten.
Bei einem Kaufpreis von 250.000 bis über 1.000.000 Pfund sollte dieses Projekt sicherlich kein Verlustgeschäft für den FC Arsenal werden.
Selbst einige Spieler des Vereins nutzen die günstige Lage des Objektes (direkte Nähe zum neuen Stadion) und haben hier bereits eine Wohnung bezogen.
Lage.

Doch die Nachfrage ist nicht so groß wie ursprünglich kalkuliert. Zwar gibt es viele Interessenten, doch sind für diese die Preise nicht erschwinglich,
da es sich zumeist um den "etwas" besser verdienenden Arsenal-Fan handelt, der bei der Verwaltung anfragt.
Bevor ich Euch mit einigen letzten Eindrücken bezüglich der Gestaltung und Materialität alleine lasse,
möchte ich Euch noch kurz meine Meinung zu der Freiraumgestaltung mitteilen:
Ich finde es immer spannend, wenn Altes erhalten wird und eine neue Nutzung erfährt.
Diese Glaswände, in denen Wasser sprudelt sind zwar eine schöne Spielerei, aber eben eine Spielerei. Die kann gefallen oder aber auch nicht.
Es ist eine Luxusimmobilie, dennoch denke ich, dass ein Spielplatz (in luxuriösem Ausbau?!) und ein nutzbarer Park, näher am realen Leben gewesen wäre, aber ein Künstler braucht seine Freiheit und der Freiraumgestalter gilt in England als eine Ikone dieses Fachs. Meine bescheidene Meinung ist es, dass auf dem Grün nach wie vor etwas passieren sollte, das ist durch diese Art der Gestaltung aus Platzmangel leider nicht uneingeschränkt möglich.
Außen..

Innen.

Innenraum.

Atmosphäre.

Ausblick.

Wohnungen.

Ich danke Euch für die Aufmerksamkeit und für Eure Zeit.
Exkurs Stadionbau III wird sich mit einem, in unseren Breitengraden, eher unbekannten Stadion beschäftigen.
Habe hier 3 schicke Kandidaten in der Vorauswahl.
Alle 3 haben ihre Besonderheit, aber von der Thematik des "Unbekannten" sind sie mir zu gleich, als dass ich alle abhandeln möchte.
Aufrufe: 4309 | Kommentare: 25 | Bewertungen: 24 | Erstellt:27.02.2010
ø 8.9
KOMMENTARE
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27.02.2010 | 17:31 Uhr
+1
0
Gunner4ever : @FabianPramel
Bist du Architekt?Irgendwie gewinne ich diesen Eindruck, wenn ich das Blog lese.
10 Punkte, ganz klar.
EDIT:
Schon erledigt, ein Blick aufs Profil hat meine Frage beantwortet.
27.02.2010 | 17:53 Uhr
+2
0
27.02.2010 | 20:02 Uhr
+2
0
Bullitt :
Sehr interessant. Davon wusste ich davor überhaupt nichts! MMn das sinnvollste was man aus dem Stadion machen konnte ohne es abzureißen. Allerdings kann ich dieser kitischigen sterilen Glasgeschichte im Garten überhaupt nichts abgewinnen.
27.02.2010 | 20:06 Uhr
+2
0
lucic_17 :
Interessantes Thema und sehr schön geschrieben. Von dieser neuen Nutzung wußte ich bis heute gar nichts. Dafür 10P
27.02.2010 | 20:14 Uhr
+1
0
kimosch :
blog finde ich gut, das was die aus dem stadion machen find ich irgendwie kacke. warum denn solche luxusbuden? ich finde, da wurde übertrieben. ich meine, das stadion als wohnraum zu nutzen find ich ja gut, das müssen ja auch keine sozialwohnungen werden, aber mit diesem glas-luxus-kram mit abgehackten grünflächen in der mitte....ich weiß nicht warum, aber ich kann mich mit dem ding nicht anfreunden. für den blog gibts 10 punkte, klar strukturiert, bilder zur verdeutlichung sind passend, syntax etc sind auch gut, liest sich flüssig...tjoa, ich glaub das reicht zur begründung...
27.02.2010 | 20:34 Uhr
+1
0
UliFan :
Also mir war das auch völlig neu dass aus dem alten Arsenal-Stadion ein Wohnblock gemacht wurde.
Das war echt einer der interessantesten Blogs die hier je lesen durfte.
Auch die Fotos sind super. Wo hast du die her, warst du selbst mal dort und hast dir´s angesehen?
Wäre toll wenn da noch mehr kommt
10 P
27.02.2010 | 21:23 Uhr
+3
0
Voegi :
finde ich sehr interessant. auch für einen laien.gut geschrieben und tolle illustrierung. an sowas kann ich mich kaum satt sehen. thx!
28.02.2010 | 10:46 Uhr
+2
0
wollte mir der übersicht "erfolge>fans>stadion" nicht nur den baukörper in seiner baulichen ausführung darstellen, sondern das, was ihn als architektur ausmacht. titel und stimmung ist mit dem gebäude verbunden.
das sieht man jetzt besonders in aachen. der neue tivoli ist architektonisch wahrscheinlich um welten besser, aber durch den sportlichen misserfolg ist er derzeit nicht in der lage in konkurrenz mit dem alten mitzuhalten. sowas wirkt sich ganz extrem auf die stimmung und damit auf die wahrnehmung des gebäudes aus.
@gunner4ever:
leider bisher nur student

@themarsvoltaire:
i agree
@bullitt:
i agree
@ kimosch:
hier der teil meiner abschlusskritik, der leider nicht mehr in den blog passte...
"Des Weiteren hätte ich dort wohl eher bürgerlichen Wohnbau präferiert. Weniger ist manchmal mehr, denn eine halb leer stehende Luxusimmobilie ist teurer als man denken mag. Besonders wenn man auch noch 24-Stunden Concierge anbietet.
Soweit ich recherchieren konnte ist der Umbau nur auf Kredit realisierbar gewesen. In der Tilgung sind sicher auch Einnahmen kalkuliert."
@UliFan:
War leider nicht dort.
Bild "Außen." und "Atmosphäre." sind übrigens Computer-Animationen.
Habe mir die Fotos bei Google und Photobucket.com rausgesucht.
@voegi:
schön wenn es gefallen hat
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Aber verstehe nicht, was das 2. Bild da soll?
Da ne Wohnung zu haben fände ich einfach so Hammer! Richtig geil, wenn man da in den "Garten" schaut, da werden als Arsenal Fan echt Erinnerungen war...