20.09.2010 um 13:10 Uhr
Geschrieben von Joos
Über kurz oder lang
Nimmermüde kramen die medialen Vermessungsinstitute derzeit ihre eingestaubten Werbe-Lineale aus den Kellern, um die Relationen der Bundesliga in bester Pennäler-Manier zu veranschaulichen. Selten haben Töppi und Co. für ihre Nachberichterstattung unter der Dusche so intensiv nach rechts und links geschaut wie an den vergangenen Spieltagen. Und alles nur, weil zur Abwechslung mal die Kurzen kribbeln: Mainz, Lautern, Freiburg.
Vorhang auf!
"Welch große, große Bühne für den kleinen, kleinen Sportclub Freiburg!"
Rein theoretisch hätten das Flutlichtspiel zwischen Freiburg und Frankfurt rund 600 Millionen Zuschauer in 192 Ländern am Fernseher verfolgen können. Boah! Zahlen, die alle in der Anzeigen-Auflage-Spirale gefangenen Medienakteure beindrucken mögen, sich angesichts der weltweit rund 1,2 Milliarden potentiellen Leser dieses Blogs jedoch auch wieder relativieren...
Der Werbe-Effekt dürfte ungeachtet der Reichweite aber in etwa der gleiche sein. Schließlich reihen sich klassische Freitagsspiele meist nahtlos ins restliche TV-Programm ein und verfügen über ähnlich viel Witz und Esprit wie die parallel laufenden Comedy-Formate der Privaten. Hier die "profitlichen" Ergüsse zum Derby-Wochenende:
Nicht lustig!
Kracher, die vermutlich selbst die Frisur von Michael Skibbe zur Ekstase auf der Couch hätten bringen können. Stattdessen aber mal wieder nur nüchterner Stabreim auf der Waldbühne: Frankfurt. Freiburg. Fragwürdig. Freude. Frust.
Angesprochen auf "die dreisten Drei" in Person von Günter Perl, Robert Kampka und Michael Emmer gefror dem Eintracht-Coach ohnehin das Lachen. Zu offensichtlich war ihm die Abseitsstellung die dem Siegtreffer durch Rosenthal (89.) voranging: Ein echter Witz auf Freitagsniveau, dass dieses Spiel noch einen strahlenden Sieger hervorbrachte.
Wahrlich ungerecht, dass jene unambitionierten Breisgauer mit ihrer Nichtabstiegs-Philosophie nach dem Last-Minute-Sieg nur noch läppische 41 Punkte brauchen, um in jenen 50er-Club zu stoßen, in den die Eintracht so gerne möchte.
Es scheint für Vereine mit internationalem Wunschdenken derzeit überhaupt nicht lustig, dass einstige Punktelieferanten neben entsprechendem Einsatzwillen, auswärts plötzlich auch über die taktische Reife verfügen, um einkalkulierte Punkte zu stehlen.
Was soll das?
Im Gegensatz zur Nürnberger Härte gegen Leverkusen, unterband der Sportclub durch konsequentes Verschieben das Spiel der Gastgeber und war auch nach Vorne schlicht agiler. Dass die Freiburger mit zunehmender Sicherheit und Spieldauer dann angesichts eines vielseitigen Mittelfelds mit technisch versierten Spielern wie Rosenthal und Nicu sowie den Dauerläufern Abdessadki oder Jäger neuerdings auf Sieg spielen, sollte den Gegner eigentlich nicht weiter verwundern. Der Kader scheint inzwischen breit genug, um in der Schlussphase einer Partie nochmals Impulse von Außen zu setzen, während man sich in der vergangenen Spielzeit um ein Remis bemühte und oftmals selbst noch die Niederlage kassierte.
Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!
Die jüngsten Siege von Mainz und Freiburg, sowie das Unentschieden von Nürnberg dürften somit nicht nur jedem Tippspieler, sondern auch den Verantwortlichen von Bremen, Frankfurt und Leverkusen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Denn das an die Tabelle angelegte Lineal von Töppi offenbart plötzlich eine ungewöhnlich lange Strecke auf dem Weg nach oben.

Wie lang noch?
Möchte man also zwanghaft einen Trend des Saisonstarts ausmachen, so scheint Ambition derzeit der natürliche Feind des Erfolgs. Oder anders gesagt: Wer lang hat, lässt lang hängen.
Vorhang auf!
"Welch große, große Bühne für den kleinen, kleinen Sportclub Freiburg!"
Rein theoretisch hätten das Flutlichtspiel zwischen Freiburg und Frankfurt rund 600 Millionen Zuschauer in 192 Ländern am Fernseher verfolgen können. Boah! Zahlen, die alle in der Anzeigen-Auflage-Spirale gefangenen Medienakteure beindrucken mögen, sich angesichts der weltweit rund 1,2 Milliarden potentiellen Leser dieses Blogs jedoch auch wieder relativieren...
Der Werbe-Effekt dürfte ungeachtet der Reichweite aber in etwa der gleiche sein. Schließlich reihen sich klassische Freitagsspiele meist nahtlos ins restliche TV-Programm ein und verfügen über ähnlich viel Witz und Esprit wie die parallel laufenden Comedy-Formate der Privaten. Hier die "profitlichen" Ergüsse zum Derby-Wochenende:
Hamburg vs. Cheesburg
Mainz vs. Deins
Fürth vs. Liegthhinten
Mainz vs. Deins
Fürth vs. Liegthhinten
Nicht lustig!
Kracher, die vermutlich selbst die Frisur von Michael Skibbe zur Ekstase auf der Couch hätten bringen können. Stattdessen aber mal wieder nur nüchterner Stabreim auf der Waldbühne: Frankfurt. Freiburg. Fragwürdig. Freude. Frust.
Angesprochen auf "die dreisten Drei" in Person von Günter Perl, Robert Kampka und Michael Emmer gefror dem Eintracht-Coach ohnehin das Lachen. Zu offensichtlich war ihm die Abseitsstellung die dem Siegtreffer durch Rosenthal (89.) voranging: Ein echter Witz auf Freitagsniveau, dass dieses Spiel noch einen strahlenden Sieger hervorbrachte.
Wahrlich ungerecht, dass jene unambitionierten Breisgauer mit ihrer Nichtabstiegs-Philosophie nach dem Last-Minute-Sieg nur noch läppische 41 Punkte brauchen, um in jenen 50er-Club zu stoßen, in den die Eintracht so gerne möchte.
Es scheint für Vereine mit internationalem Wunschdenken derzeit überhaupt nicht lustig, dass einstige Punktelieferanten neben entsprechendem Einsatzwillen, auswärts plötzlich auch über die taktische Reife verfügen, um einkalkulierte Punkte zu stehlen.
Was soll das?
Im Gegensatz zur Nürnberger Härte gegen Leverkusen, unterband der Sportclub durch konsequentes Verschieben das Spiel der Gastgeber und war auch nach Vorne schlicht agiler. Dass die Freiburger mit zunehmender Sicherheit und Spieldauer dann angesichts eines vielseitigen Mittelfelds mit technisch versierten Spielern wie Rosenthal und Nicu sowie den Dauerläufern Abdessadki oder Jäger neuerdings auf Sieg spielen, sollte den Gegner eigentlich nicht weiter verwundern. Der Kader scheint inzwischen breit genug, um in der Schlussphase einer Partie nochmals Impulse von Außen zu setzen, während man sich in der vergangenen Spielzeit um ein Remis bemühte und oftmals selbst noch die Niederlage kassierte.
Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!
Die jüngsten Siege von Mainz und Freiburg, sowie das Unentschieden von Nürnberg dürften somit nicht nur jedem Tippspieler, sondern auch den Verantwortlichen von Bremen, Frankfurt und Leverkusen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Denn das an die Tabelle angelegte Lineal von Töppi offenbart plötzlich eine ungewöhnlich lange Strecke auf dem Weg nach oben.

Wie lang noch?
Möchte man also zwanghaft einen Trend des Saisonstarts ausmachen, so scheint Ambition derzeit der natürliche Feind des Erfolgs. Oder anders gesagt: Wer lang hat, lässt lang hängen.
Aufrufe: 430 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 3 | Erstellt:20.09.2010
ø 10.0
KOMMENTARE
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20.09.2010 | 14:24 Uhr
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Dr_D :
Gefällt mir, a) das Freiburg und die anderen so genannten Kleinen oben mitmischen und b) der Blog. Der sogar besonders.
21.09.2010 | 15:48 Uhr
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Auf das unser SC weiterhin die "Großen " ärgert. :-D
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In der Tat ist das Tipperleben eher ein schwieriges.
Nicht nur Mainz oder Freiburg und Lautern machen viele Tipps zunichte, sondern auch die Schwieirgkeiten der "Großen" gegen die "Kleinen" ein anständiges Spiel aufzuziehen.
Das hast Du sehr schön geschrieben.
Und ich glaube, dass am Ende der Saison der eine oder andere Verantwortliche sich fragen wird, wieso man abgestiegen ist, obowhl doch Freiburg und Lautern Abstiegskandidaten waren.
Vor der Saison...
Starker Blog.
Und möge der SCF weiterhin so erfrischend erfolgreich auftreten.