05.Dezember 2008
10.10.2008 um 16:04 Uhr
Podolski verdient Respekt!
Fußball ist Kommerz. Diese Theorie wird allmählich zum indiskutablen Fakt. Das Geld regiert, ohne wenn und aber. Es gewinnt, wer die meiste Kohle hat.
Ähnlich verhält sich die Sache anscheinend auf dem Spielermarkt. Robinho ist da vielleicht das beste Beispiel. Als einer der besten Fußballer weltweit geht er zu einem englischen Mittelklasseclub, der noch nicht mal Champions League spielt. Ohne den Spieler jetzt persönlich zu kennen, erlaube ich mir mal das Urteil, dass Geld dort eine alles andere als unwesentliche Rolle gespielt hat. Einerseits absolut nachvollziehbar. Fußballer sind auf dem Papier auch nichts anderes als Arbeitnehmer. Und eben jener wäre doch schön blöd, wenn er nicht dahin ginge, wo er am meisten Geld bekommt. Traurig, aber wahr.
Alte Fußballromantiker fragen sich da mittlerweile zu Recht, ob es denn überhaupt noch Spieler gibt, die ihrem Verein die Treue halten, obwohl das große Geld und die internationale Bühne lockt. Ich denke mir wird niemand widersprechen, wenn ich eben solche Spieler fordere. Solche, die auch mal gegen Widerstände sich dazu durchringen, bei einem Verein zu bleiben, oder zu ihm zurückzugehen, obwohl ihm jeder davon abrät und es aus objektiver Sicht eigentlich gar nicht nachvollziehbar ist. Solche, für die neben Geld und Perspektive auch persönliche Dinge am Herzen liegen. Solche, die einfach im Kreise ihrer Bekannten oder Familie sein wollen, weil sie sich dort wohler fühlen. Kurz, ich wünsche mir wieder mehr Fußballer, die auf ihr Herz hören, anstatt auf ihren Verstand.
Und ich behaupte mal ganz mutig, dass zu dieser aussterbenden Sorte von Kickern ein junger Mann, namens Lukas Podolski gehört. Er verkörpert, wie kein anderer, den Jungen, der vom Bolzplatz kommt. Der einfach Spaß an seinem Beruf hat und auch abseits des Platzes immer durch ein sehr authentisches und damit äußerst sympathisches Auftreten glänzt. Halt einer, der anders ist als alle Anderen. Einer, der auf dem Boden geblieben ist.
Offensichtlich hätte er vergangenen Sommer zu ManCity oder dem VfB Stuttgart wechseln dürfen. Doch er wollte wohl nicht. Er wollte zum FC. Ab sofort wurde er von sämtlichen so genannten Experten für dieses Verhalten scharf kritisiert und teilweise belächelt und als dumm verkauft. "Was will er denn in Köln?", "Wenn er das macht, hat er sie nicht mehr alle". So, oder so ähnlich, musste ich es nun tagtäglich in diversen Internetforen lesen.
Die Leute, die so etwas schreiben, sind dann die Gleichen, die sich ein paar Minuten später darüber aufregen, dass im Fußball nur noch das Geld regiert, dass es keine echten Typen mehr gibt und, dass sowieso früher alles besser war. Doch indem sie Poldi für sein Verhalten kritisieren, zeigen sie, dass sie genauso denken, wie der Fußball mittlerweile. Nämlich kommerziell. Nur kommerziell.
Natürlich würde Poldi beim FC weniger verdienen, als beispielsweise in England. Natürlich wäre die Perspektive in Köln wesentlich schlechter, als bei den anderen Interessenten. Natürlich müsste Podolski wohl komplett auf internationalen Vereinsfußball verzichten. Aber denken diese Leute wirklich, Poldi wüsste das nicht? Er und seine Berater sind doch keine Vollidioten.
Anstatt sich genau über diese völlig offensichtlichen Dinge aufzuregen, und so zu tun, als wüsste Podolski darüber nicht Bescheid, sollte man lieber mal genauer hinschauen, was jemanden zu so einem Wechsel bewegen könnte. Sind denn Geld und sportliche Perspektive mittlerweile die einzigen Kriterien bei einem Wechsel? Für Poldi offensichtlich nicht.
Ist es denn so abartig, wenn ein Spieler einen sportlichen und finanziellen Rückschritt in Erwägung zieht, nur um zu Hause sein zu dürfen? Um nach der Arbeit, zu seiner Familie gehen zu können? Einfach, um da zu sein, wo er sich wohl fühlt? Wo er aufgewachsen ist? Dass er will, dass sein Sohn sich auch mal als kölscher Jung bezeichnen darf und dort aufwächst, wo auch sein Vater aufgewachsen ist?
Scheinbar, wird ein solch menschliches Verhalten im heutigen Fußball als abartig empfunden. Und eben deswegen, weil Podolski nicht das tut, was jeder erwartet und nicht das, was jeder als richtig betrachtet würde, gebührt ihm meiner Meinung nach großer Respekt. Respekt dafür, dass für ihn neben Geld und sportlicher Perspektive, auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Faktoren, die aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar sein mögen, sondern menschlicher Natur sind.
Denkt mal darüber nach!
Ähnlich verhält sich die Sache anscheinend auf dem Spielermarkt. Robinho ist da vielleicht das beste Beispiel. Als einer der besten Fußballer weltweit geht er zu einem englischen Mittelklasseclub, der noch nicht mal Champions League spielt. Ohne den Spieler jetzt persönlich zu kennen, erlaube ich mir mal das Urteil, dass Geld dort eine alles andere als unwesentliche Rolle gespielt hat. Einerseits absolut nachvollziehbar. Fußballer sind auf dem Papier auch nichts anderes als Arbeitnehmer. Und eben jener wäre doch schön blöd, wenn er nicht dahin ginge, wo er am meisten Geld bekommt. Traurig, aber wahr.
Alte Fußballromantiker fragen sich da mittlerweile zu Recht, ob es denn überhaupt noch Spieler gibt, die ihrem Verein die Treue halten, obwohl das große Geld und die internationale Bühne lockt. Ich denke mir wird niemand widersprechen, wenn ich eben solche Spieler fordere. Solche, die auch mal gegen Widerstände sich dazu durchringen, bei einem Verein zu bleiben, oder zu ihm zurückzugehen, obwohl ihm jeder davon abrät und es aus objektiver Sicht eigentlich gar nicht nachvollziehbar ist. Solche, für die neben Geld und Perspektive auch persönliche Dinge am Herzen liegen. Solche, die einfach im Kreise ihrer Bekannten oder Familie sein wollen, weil sie sich dort wohler fühlen. Kurz, ich wünsche mir wieder mehr Fußballer, die auf ihr Herz hören, anstatt auf ihren Verstand.
Und ich behaupte mal ganz mutig, dass zu dieser aussterbenden Sorte von Kickern ein junger Mann, namens Lukas Podolski gehört. Er verkörpert, wie kein anderer, den Jungen, der vom Bolzplatz kommt. Der einfach Spaß an seinem Beruf hat und auch abseits des Platzes immer durch ein sehr authentisches und damit äußerst sympathisches Auftreten glänzt. Halt einer, der anders ist als alle Anderen. Einer, der auf dem Boden geblieben ist.
Offensichtlich hätte er vergangenen Sommer zu ManCity oder dem VfB Stuttgart wechseln dürfen. Doch er wollte wohl nicht. Er wollte zum FC. Ab sofort wurde er von sämtlichen so genannten Experten für dieses Verhalten scharf kritisiert und teilweise belächelt und als dumm verkauft. "Was will er denn in Köln?", "Wenn er das macht, hat er sie nicht mehr alle". So, oder so ähnlich, musste ich es nun tagtäglich in diversen Internetforen lesen.
Die Leute, die so etwas schreiben, sind dann die Gleichen, die sich ein paar Minuten später darüber aufregen, dass im Fußball nur noch das Geld regiert, dass es keine echten Typen mehr gibt und, dass sowieso früher alles besser war. Doch indem sie Poldi für sein Verhalten kritisieren, zeigen sie, dass sie genauso denken, wie der Fußball mittlerweile. Nämlich kommerziell. Nur kommerziell.
Natürlich würde Poldi beim FC weniger verdienen, als beispielsweise in England. Natürlich wäre die Perspektive in Köln wesentlich schlechter, als bei den anderen Interessenten. Natürlich müsste Podolski wohl komplett auf internationalen Vereinsfußball verzichten. Aber denken diese Leute wirklich, Poldi wüsste das nicht? Er und seine Berater sind doch keine Vollidioten.
Anstatt sich genau über diese völlig offensichtlichen Dinge aufzuregen, und so zu tun, als wüsste Podolski darüber nicht Bescheid, sollte man lieber mal genauer hinschauen, was jemanden zu so einem Wechsel bewegen könnte. Sind denn Geld und sportliche Perspektive mittlerweile die einzigen Kriterien bei einem Wechsel? Für Poldi offensichtlich nicht.
Ist es denn so abartig, wenn ein Spieler einen sportlichen und finanziellen Rückschritt in Erwägung zieht, nur um zu Hause sein zu dürfen? Um nach der Arbeit, zu seiner Familie gehen zu können? Einfach, um da zu sein, wo er sich wohl fühlt? Wo er aufgewachsen ist? Dass er will, dass sein Sohn sich auch mal als kölscher Jung bezeichnen darf und dort aufwächst, wo auch sein Vater aufgewachsen ist?
Scheinbar, wird ein solch menschliches Verhalten im heutigen Fußball als abartig empfunden. Und eben deswegen, weil Podolski nicht das tut, was jeder erwartet und nicht das, was jeder als richtig betrachtet würde, gebührt ihm meiner Meinung nach großer Respekt. Respekt dafür, dass für ihn neben Geld und sportlicher Perspektive, auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen. Faktoren, die aus wirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar sein mögen, sondern menschlicher Natur sind.
Denkt mal darüber nach!
Aufrufe: 143 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 3 | Erstellt:10.10.2008
ø 9.0
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
11.10.2008 | 10:20 Uhr
Josh9 :
ein sehr guter Blog.
Ich finde auch, dass es von solch Spielern kaum noch welche gibt.
Ok, man kann sagen, irgendwann muss man halt auch in die weite Welt hinaus, Flügge werden.
Trotzdem würde es mich sehr ehren, wenn ein Spieler so zu meinem Verein hält. Das gibt es eigentlich kaum noch,
und wie soll so ein Verein zu alter Stärke zurückfinden, wenn alle
talentierten Eigengewächse gleich mal den Schuh machen.
Josh9 :
ein sehr guter Blog.
Ich finde auch, dass es von solch Spielern kaum noch welche gibt.
Ok, man kann sagen, irgendwann muss man halt auch in die weite Welt hinaus, Flügge werden.
Trotzdem würde es mich sehr ehren, wenn ein Spieler so zu meinem Verein hält. Das gibt es eigentlich kaum noch,
und wie soll so ein Verein zu alter Stärke zurückfinden, wenn alle
talentierten Eigengewächse gleich mal den Schuh machen.
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midget :
Dein Blog, deine Meinung gefällt mir. Ich sehe das ähnlich, auch wenn die ganze Podolski Geschichte natürlich viel komplexer ist.
Im Nachfolgenden werden Kommentare hier auftauchen wie:
"Na wenn er so Heimatverbunden ist, warum ist er dann aus Köln weggegangen? Herr Helmes ist auch in der 2. Liga beim FC geblieben und hat sich mit dem Verein identifiziert."
Ich glaube sein damaliger Berater Norbert Pflippen hat da auch einen gehörigen Anteil dran. Ob Kon Schramm besser ist wird sich zeigen.