05.Dezember 2008
02.09.2008 um 12:38 Uhr
bet and bribe
Ich hoffe, ich bekomme jetzt keinen Ärger, weil ich den alten Namen eines seriösen Wettanbieters für ein kleines Wortspiel missbraucht habe. Seit einigen Tagen ist mal wieder das Thema Wettmafia und Spielmanipulationen auf der Tagesordnung. Dabei geht es dieses Mal nicht um ein paar halbseidene Balkaner, die ein Wettlokal in Berlin betreiben - sondern um die international tätige Mafia. Den Stein ins Rollen hat der kanadische Buchautor Declan Hill gebracht, als er im Hinblick auf sein neu erscheinendes Werk auf der üblichen Werbetour einige Spiele nannte, die seines Erachtens möglicherweise manipuliert wurden. Sehr viel Konjunktiv, ich weiß. Aber der Autor blieb bei seinen Äußerungen sehr schwammig und verwies immer auf Gesprächsprotokolle, die natürlich nicht in gedruckter Form vorliegen.
Um eines Vorweg zu nehmen, wer glaubt, dass man Spielbetrug daran erkennen könnte, dass Spieler offensichtliche Fehlleistungen an den Tag legen, sieht sich schief gewickelt. Um ein Spiel im modernen auf wenige Meter rechts und links der Mittellinie komprimierten Fußball zu entscheiden, muss man nur einen entscheidenden Zweikampf verlieren oder sich einmal taktisch falsch verhalten. Zu offensichtliche Fehlleistungen sind für das Vorhaben der Manipulation eher schädlich. Jetzt sollen also Bundesligaspiele und gar WM-Begegnungen verschoben worden sein. Zunächst denkt jeder erst einmal, dass ist doch komplett irrsinnig. Die Spieler verdienen doch ein Heidengeld bei den Klubs. Da können 20.000 Euro für keinen Spieler so attraktiv sein, seine Karriere auf das Spiel zu setzen. Aber was ist, wenn diese Spieler schon viel länger in den Fängen der Mafia sind?
Wenn ich Wettpate wäre, würde ich in Afrika in Osteuropa und einigen südamerikanischen Ländern den Jugendfußball genau studieren. Für einen 15-18-Jährigen Spieler aus diesen Regionen können einige tausend Euro viel Geld sein und da kann man bei einem Jugendturnier in einem Spiel schon mal seinen Gegenspieler laufen lassen. Das blöde ist nur, wenn man sich einmal mit diesen Leuten eingelassen hat, ist man danach erpressbar. So ließe sich der scheinbar unangreifbare westeuropäische Profifußball, der ja international wie kaum ein anderer ist, sukzessive unterwandern und man hätte mittelfristig einen Weg, um auch hier Spiele zu manipulieren. Vielleicht ist es schon so weit - vielleicht stehen wir auch nur kurz davor. Aber wenn ein ziemlich unkriminell denkender Mensch wie ich auf diese Idee kommt, werden in Fernost und auch anderswo mehrere Wettpaten gleiche Gedankengänge gehabt haben.
Bevor wir jetzt aber zu sehr das Problem nur in die Fremde verlagern, wollen wir auch den Fokus auf den deutschen Raum legen. Bei den meisten Wettanbietern kann man bis zur Oberliga und bei manchen noch tiefer wetten. Die Spieler in diesen Klubs bekommen in der Regel nur ein keines Salär - wie groß muss hier der Reiz sein, mit einer kleinen Fehlleistung bei entsprechendem Einsatz, das scheinbar große Geld zu machen? Vielleicht sollte man einfach die Wettanbieter verpflichten, den Amateursport außen vor zu lassen, denn der Reiz hier zu manipulieren ist ungleich größer als im Profibereich.Auf jeden Fall ist es sinnvoll, dass die Diskussion um mögliche Wettmanipulationen wieder angeworfen wurde. Ob dieses nur aus marketingstrategischen Gründen geschah, um ein Buch zu verkaufen - wer weiß? Aber die beschriebene Gefahr ist existent und eine Diskussion über mögliche Maßnahmen, um Manipulationen einzudämmen, ist notwendig.
Um eines Vorweg zu nehmen, wer glaubt, dass man Spielbetrug daran erkennen könnte, dass Spieler offensichtliche Fehlleistungen an den Tag legen, sieht sich schief gewickelt. Um ein Spiel im modernen auf wenige Meter rechts und links der Mittellinie komprimierten Fußball zu entscheiden, muss man nur einen entscheidenden Zweikampf verlieren oder sich einmal taktisch falsch verhalten. Zu offensichtliche Fehlleistungen sind für das Vorhaben der Manipulation eher schädlich. Jetzt sollen also Bundesligaspiele und gar WM-Begegnungen verschoben worden sein. Zunächst denkt jeder erst einmal, dass ist doch komplett irrsinnig. Die Spieler verdienen doch ein Heidengeld bei den Klubs. Da können 20.000 Euro für keinen Spieler so attraktiv sein, seine Karriere auf das Spiel zu setzen. Aber was ist, wenn diese Spieler schon viel länger in den Fängen der Mafia sind?
Wenn ich Wettpate wäre, würde ich in Afrika in Osteuropa und einigen südamerikanischen Ländern den Jugendfußball genau studieren. Für einen 15-18-Jährigen Spieler aus diesen Regionen können einige tausend Euro viel Geld sein und da kann man bei einem Jugendturnier in einem Spiel schon mal seinen Gegenspieler laufen lassen. Das blöde ist nur, wenn man sich einmal mit diesen Leuten eingelassen hat, ist man danach erpressbar. So ließe sich der scheinbar unangreifbare westeuropäische Profifußball, der ja international wie kaum ein anderer ist, sukzessive unterwandern und man hätte mittelfristig einen Weg, um auch hier Spiele zu manipulieren. Vielleicht ist es schon so weit - vielleicht stehen wir auch nur kurz davor. Aber wenn ein ziemlich unkriminell denkender Mensch wie ich auf diese Idee kommt, werden in Fernost und auch anderswo mehrere Wettpaten gleiche Gedankengänge gehabt haben.
Bevor wir jetzt aber zu sehr das Problem nur in die Fremde verlagern, wollen wir auch den Fokus auf den deutschen Raum legen. Bei den meisten Wettanbietern kann man bis zur Oberliga und bei manchen noch tiefer wetten. Die Spieler in diesen Klubs bekommen in der Regel nur ein keines Salär - wie groß muss hier der Reiz sein, mit einer kleinen Fehlleistung bei entsprechendem Einsatz, das scheinbar große Geld zu machen? Vielleicht sollte man einfach die Wettanbieter verpflichten, den Amateursport außen vor zu lassen, denn der Reiz hier zu manipulieren ist ungleich größer als im Profibereich.Auf jeden Fall ist es sinnvoll, dass die Diskussion um mögliche Wettmanipulationen wieder angeworfen wurde. Ob dieses nur aus marketingstrategischen Gründen geschah, um ein Buch zu verkaufen - wer weiß? Aber die beschriebene Gefahr ist existent und eine Diskussion über mögliche Maßnahmen, um Manipulationen einzudämmen, ist notwendig.
Aufrufe: 109 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 2 | Erstellt:02.09.2008
ø 9.0
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
02.09.2008 | 13:29 Uhr
Parmi : Na gut
Erwischt! Ich betreibe in Hamburg das Cafe Queen und setze Unsummen auf Spiele der Hamburger Kreisliga Gruppe 8
Parmi : Na gut
Erwischt! Ich betreibe in Hamburg das Cafe Queen und setze Unsummen auf Spiele der Hamburger Kreisliga Gruppe 8
02.09.2008 | 13:35 Uhr
Schnipo : Wer spielt da?
St. Pauli. Kann mir nicht vorstellen das die so leicht zu beeinflussen sind. Zumindest nich mit Geld.
Schnipo : Wer spielt da?
St. Pauli. Kann mir nicht vorstellen das die so leicht zu beeinflussen sind. Zumindest nich mit Geld.
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Schnipo : Mafia
Zu Hill:
http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/0809/News/Manipulation-Hill-will-Recherchen-veroeffentlichen.html
Ich hab das Interview gestern bei Beckmann gesehen und bin gespannt.
Und des weiteren glaube ich das du Mitglied der Mafia bist und ich werde von nun an deine Blogs und Kommentare sammeln um sie als Beweismaterial gegen dich zu verwänden. Vielleicht schreib ich dann ein Buch. Kommt drauf an wieviel du verrätst!