01.07.2010 um 14:17 Uhr
Wie vor einem Boxkampf
Zwei Tage vor der Viertelfinalbegegnung Deutschland gegen Argentinien scheinen beide Lager auf Krawall gebürstet zu sein. Mehr als üblich gehen sie in Pressekonferenzen aufeinander los. In den Köpfen einiger scheinen die Vorkommnisse nach dem Viertelfinale der WM 2006 immernoch für Verärgerung zu sorgen. Damals gewann die Deutsche Auswahl im Elfmeterschießen. Einige argentinische Spieler konnten mit ihrem Frust scheinbar nicht anders umgehen, als ihn an den Deutschen raus zu lassen.
Schulhof-Neckereien
Eine Wiederholung dieses Szenarios wünscht sich sicherlich niemand, vor allem keiner der Beteiligten. Ausgeschlossen scheint es aber bei all dem Vorgeplänkel nicht zu sein. Es ist geradezu absurd, zu welchen Äußerungen sich einige Akteure des anstehende Spektakels hinreißen lassen.
Alles begann mit Maradona, der in einem Interview überschwänglich verlauten ließ, für Deutschland sei die WM nach dem Viertelfinale gelaufen, da sie an Argentinien unter keinen Umständen vorbei kämen. Besonders aggressiv oder provokant ist das aber, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Äußerung von Rumpelstilzchen Maradona stammt, noch nicht.
Das eigentliche Zähnefletschen begann in der deutschen Pressekonferenz, in der sich Thomas Müller kampfbereit zeigte. Auf die Frage hin, ob er mit erneuten Handgreiflichkeiten seitens der Argentinier rechne, antwortete er, dass er nichts gegen einen "Infight" hätte, wenn Deutschland dafür das Spiel gewänne. Untypisch für eine offizielle Pressekonferenz.
Den nächsten Stich setzte Vorbild Bastian Schweinsteiger. Dieser schimpfte im Interview über die argentinische Mentalität. Er betonte, dass permanente Provokationen auf dem Platz die Sache der Argentinier seien, dass die deutsche Mannschaft sich mit so etwas hingegen nicht aufhielte. Auch die argentinischen Fans gerieten ins Fadenkreuz des Müncheners. Diese, so Schweinsteiger, nähmen anderen Zuschauern die Plätze im Stadion weg, da sie sich immer in Gruppen zusammenrotten würden. Das sei nunmal ihre Mentalität.
Die Antwort aus dem Lager der Argentinier ließ selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Tevez stichelte, Mexiko spiele besseren Fußball als Deutschland, daher habe er keine Angst vor dem Viertelfinale. Die Mexikaner hätte man schließlich locker aus dem Turnier genommen. Maradona lächelte süffisant in die Kamera, als er mit den Aussagen der deutschen Spieler konfrontiert wurde, und fragte: Bist du nervös, Schweinsteiger?
Ein gefundenes Fressen...
...ist solch eine verbale Auseinandersetzung natürlich für die Medien beider Nationen. Die "Bild" titelte kürzlich "Irrer Maradona droht: Für Deutschland ist die WM vorbei!". Dazu ist Maradona in einer zum Titel passenden Pose abgebildet. Die argentinische Sportzeitschrift "Deportivo Ole" greift Maradonas Reaktion auf Schweinsteigers Äußerungen auf, und titelt auf der Homepage: "qué te pasa, estás nerviosho?". Eine Übersetzung erübrigt sich hier wohl.
Provokationen zu hause und in Südafrika. Logisch, dass so etwas keinen der Spieler kalt lässt. Doch wieviel Glauben darf man den Aussagen schenken? Handelt es sich tatsächlich um Sticheleien aufgrund persönlicher Differenzen, oder geht es bei dem Schauspiel um den ersten taktischen Zug, schon zwei Tage vor der Begegnung?
Bei allem Tohuwabohu wird das Spiel am Samstag meiner Ansicht nach vor allem taktisch geprägt sein. Sicherlich wird es zu Nickeligkeiten kommen, das wird sich in einem Viertelfinale der Weltmeisterschaft nicht verhindern lassen. Und eine gesunde Härte ist im Rahmen der Regeln ja auch durchaus gerne gesehen. Umso mehr ergibt sich daraus meine Frage: Warum die Provokationen?
Schulhof-Neckereien
Eine Wiederholung dieses Szenarios wünscht sich sicherlich niemand, vor allem keiner der Beteiligten. Ausgeschlossen scheint es aber bei all dem Vorgeplänkel nicht zu sein. Es ist geradezu absurd, zu welchen Äußerungen sich einige Akteure des anstehende Spektakels hinreißen lassen.
Alles begann mit Maradona, der in einem Interview überschwänglich verlauten ließ, für Deutschland sei die WM nach dem Viertelfinale gelaufen, da sie an Argentinien unter keinen Umständen vorbei kämen. Besonders aggressiv oder provokant ist das aber, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Äußerung von Rumpelstilzchen Maradona stammt, noch nicht.
Das eigentliche Zähnefletschen begann in der deutschen Pressekonferenz, in der sich Thomas Müller kampfbereit zeigte. Auf die Frage hin, ob er mit erneuten Handgreiflichkeiten seitens der Argentinier rechne, antwortete er, dass er nichts gegen einen "Infight" hätte, wenn Deutschland dafür das Spiel gewänne. Untypisch für eine offizielle Pressekonferenz.
Den nächsten Stich setzte Vorbild Bastian Schweinsteiger. Dieser schimpfte im Interview über die argentinische Mentalität. Er betonte, dass permanente Provokationen auf dem Platz die Sache der Argentinier seien, dass die deutsche Mannschaft sich mit so etwas hingegen nicht aufhielte. Auch die argentinischen Fans gerieten ins Fadenkreuz des Müncheners. Diese, so Schweinsteiger, nähmen anderen Zuschauern die Plätze im Stadion weg, da sie sich immer in Gruppen zusammenrotten würden. Das sei nunmal ihre Mentalität.
Die Antwort aus dem Lager der Argentinier ließ selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Tevez stichelte, Mexiko spiele besseren Fußball als Deutschland, daher habe er keine Angst vor dem Viertelfinale. Die Mexikaner hätte man schließlich locker aus dem Turnier genommen. Maradona lächelte süffisant in die Kamera, als er mit den Aussagen der deutschen Spieler konfrontiert wurde, und fragte: Bist du nervös, Schweinsteiger?
Ein gefundenes Fressen...
...ist solch eine verbale Auseinandersetzung natürlich für die Medien beider Nationen. Die "Bild" titelte kürzlich "Irrer Maradona droht: Für Deutschland ist die WM vorbei!". Dazu ist Maradona in einer zum Titel passenden Pose abgebildet. Die argentinische Sportzeitschrift "Deportivo Ole" greift Maradonas Reaktion auf Schweinsteigers Äußerungen auf, und titelt auf der Homepage: "qué te pasa, estás nerviosho?". Eine Übersetzung erübrigt sich hier wohl.
Provokationen zu hause und in Südafrika. Logisch, dass so etwas keinen der Spieler kalt lässt. Doch wieviel Glauben darf man den Aussagen schenken? Handelt es sich tatsächlich um Sticheleien aufgrund persönlicher Differenzen, oder geht es bei dem Schauspiel um den ersten taktischen Zug, schon zwei Tage vor der Begegnung?
Bei allem Tohuwabohu wird das Spiel am Samstag meiner Ansicht nach vor allem taktisch geprägt sein. Sicherlich wird es zu Nickeligkeiten kommen, das wird sich in einem Viertelfinale der Weltmeisterschaft nicht verhindern lassen. Und eine gesunde Härte ist im Rahmen der Regeln ja auch durchaus gerne gesehen. Umso mehr ergibt sich daraus meine Frage: Warum die Provokationen?
Aufrufe: 2437 | Kommentare: 9 | Bewertungen: 14 | Erstellt:01.07.2010
ø 5.3
KOMMENTARE
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01.07.2010 | 20:31 Uhr
+2
-1
Armister :
Meiner Meinung nach war die aussage von schweinsteiger nicht gerade clever.Klar kann man sich über die art der argentinier auf dem platz beschweren, aber sie direkt als "charakterlos" und "respektlos" abzustemplen...
Würde mich nicht wundern wenn der am samstag auf die knochen bekommt.
Und in diesem fall: Selbst schuld...
Ich wünsch es ihm nicht, aber....
01.07.2010 | 23:13 Uhr
+3
-1
jtkay :
hmmm ich hab mich schon im andern thread dazu geäußert, aber auch mal ohne die deutsche brille aufzuhaben: Hat er (schweini)nicht in gewisser weise recht?bestes beispiel: Italien-Slowakei...die slowaken haben genau die gleiche show beim 3:2 in der nachspielzeit gemacht wie es sonst die italiener tun.
nach jedem foul schuhe zu machen, immer behandeln lassen, endlos lamentieren...die italiener in der opferrolle eines solchen sportlichen verhaltens war doch ein wenig befriedigend.
argentinien ist für mich eine ähnliche kragenweite...ich kann das einfach auf den tod nicht ab! die hauen einen um, und fordern sofort, dass er wieder aufsteht heben ihn auf etc. und wenn sie dann selbst mal erwischt wurden, schreien sie auf als ob die welt demnächst untergeht.ich find das schon ein wenig charakterschwach...
letztendlich wird dann meiner meinung nach viel zuviel mit "südländischem temperament" gerechtfertigt...hört sich recht pauschal an, aber ich bin nicht der einzige, der das denkt...
wenn dann noch frings, wie 2006, für so ein lapidares vergehen bestraft wird, denn würde ich mich als aktueller fürhrungsspieler des DFB auch berufen fühlen mich zu wort zu melden und somit ähnlichen entwicklungen vorzugreifen.
der blog ist gut, sachlich korrekt objektiv, aber der ganz große gedanke fehlt mir...8
02.07.2010 | 00:40 Uhr
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elmargur : geb ihm recht
evtl wollte schweinsteiger den erst 32 jährigen schir darauf vorbereiten könnte ich mir vorstellen so dass der schön druck spürt.
02.07.2010 | 09:15 Uhr
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Außerdem sind manche Aussagen auch sehr dämlich gewesen, die Geschichte mit den Sitzplätzen und der Beschimpfung quasi aller Argentinier ist schon peinlich von Schweinsteiger.
Außerdem ist ARG bisher nicht negativ aufgefallen.
02.07.2010 | 09:40 Uhr
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Blechbroetchen : und Müller?
Findet ihr nicht Müllers Provokation viel schwerwiegender?
02.07.2010 | 09:43 Uhr
+3
-2
BadBlue :
Schweinsteiger hat mal wieder bewiesen das einige Fussballer nicht die hellsten sind.PS: Hand in Hand mit der BILD, naja, muss Herr S. ja selber wissen.
02.07.2010 | 09:45 Uhr
+1
0
02.07.2010 | 09:52 Uhr
+1
0
jamal69 :
ich glaube es wird viele karten geben..!auf beiden seiten!hoffe das die junge deutsche mannschaft nen kühlen kopf behält!denke es wird aufm spielfeld dort heisser sein als die temperatur bei uns hier!!hoffe dass der schiri cool bleibt!!denke wieder elfmeter schiessen!
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