26.04.2010 um 17:41 Uhr
Wie hälst du es mit dem Stadion?
Ich versuche mich mit diesem Blog einem sehr schwierigen Thema zu nähern. Stichworte sind: TSV 1860 München, FC Bayern München, Allianz Arena, Grünwalder Stadion.
Das Thema ist an sich schon schwierig darzustellen. Ich hoffe der Blog ist einigermaßen logisch und verständlich. Es hätte mehr Zeit benötigt um die Qualität zu erhöhen, Zeit die ich in den nächsten Tagen/Wochen einfach nicht habe.
Es wäre wünschenswert, wenn all diejenigen, die an diesem Thema ernsthaft interessiert sind, diesen Blog erst lesen und dann ihren Senf dazu geben.
Es wäre wünschenswert, wenn Argumente ausgetauscht werden, und keine sinnlosen Hasspredigten, weder von roter noch von blauer Seite.
Vermutlich bin ich etwas sehr optimistisch, aber ich kenne genügend Spox-User, die bei aller Liebe zu ihrem Verein vernünftige Posts verfassen können.
Zum Thema:
Wohl kaum sind Anhänger eines Fußballklubs auch nur annähernd mit der Thematik "Stadion" so schnell in Rage zu bringen wie die des TSV 1860 München. Um kurz und schnell auf die entscheidenden Fragen zu kommen. Woher kommt dies? Und wieso ist die Debatte aktueller denn je?
Was folgt ist ein Erklärungsversuch eines leidgeprüften Löwenfans, der versucht, so gut wie es geht, sachlich und nüchtern mit ein wenig Emotion aber viel Wehmut die Stadionfrage zu erörtern. Vorab ein paar kleine Hintergrundinformationen:
Wie kam es zu dem Bau der Arena?
Der FC Bayern München hatte schon lange den Plan ein neues Stadion zu bauen, das Oly war nicht mehr den Ansprüchen eines europäischen Topvereins gewachsen. Eher ein San Siro, ein Nou Camp, ein Old Trafford schwebten Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer vor. Glücklicherweise holte Kaiser Franz die WM im Jahre 2000 nach Deutschland. Neue Stadien brauchte das Land, moderne Arenen waren angesagt, keine Laufbahn sollte zwischen dem Fußballer und seinem Fan stehen. Und eine WM in Deutschland mit Spielort Olympiastadion? Nicht im Geschmack der Stadt München, des Freistaates usw. Die Zeichen für ein neues Stadion waren günstiger denn je.
Um es gleich auf den Punkt zu bringen. Der FC Bayern hätte das Stadionprojekt sicher auch alleine stemmen können – zur Not auch auf der grünen Wiese - keine Frage. Die damaligen Umstände sprachen allerdings für ein gemeinsames Stadion, auch wenn die Fans beider Lager diesem Vorhaben skeptisch gegenüber standen. Da wir in Bayern bekanntlich keine Opposition brauchen (ich zitiere Polt: "denn wir sind schon alle Demokraten"), ist das Mittel der direkten Demokratie relativ stark ausgeprägt – ein Stadionneubau ist nur nach einer Befragung der kommunalen Bevölkerung möglich. Nicht jeder Münchner ist Bayernfan, ganz im Gegenteil, und – kopfschütteln meinerseits – es gibt wahrhaftig auch den ein oder anderen der mit Fußball wenig am Hut hat.
Ein gemeinsamer Bau erhöhte damit die Chancen einer positiven Abstimmung. Ein gemeinsamer Bau im Zeichen der bevorstehenden WM erhöhte die Chancen auf finanzielle Förderung durch Stadt und Land und senkte aus (damaliger) Bayernsicht die Kosten enorm. Ein gemeinsamer Bau erschien sinnvoll für den CL-Finalisten 1999 (sorry, der musste sein
)und für eine Löwenmannschaft, die 2000 an der Qualifikation zur CL scheiterte und nicht nur einmal im Uefa-Cup kickte.
Der Anfang vom Ende (bevor alles richtig began)
Doch es kam alles anders. Die sportliche Führung um Wildmoser unterschätzte die finanziellen Belastungen. Föhnfrisur Götz (möge er in der Hölle von Feuerpiranjas verspeist werden) brachte den TSV 03/04 durch verblendeten Jugendwahn (was Martin Max? Zu alt, aber ich hab da einen 18-järhrigen Südafrikaner Lance Davids…) und sportlich abenteuerlichen Entscheidungen (was? Der Broich will unbedingt zu 60, für Peanuts? Nana, ich hol mir lieber einen überteuerten einbeinigen Brasilianer namens Fernando und den Altstrategen Poschi Poschner) in die Nähe der Abstiegsränge. Und Francis Kioyo (ach, der tut mir einfach nur Leid, Wut hat er gar nicht verdient) besorgte dann mit seinem sicher in Richtung Eckfahne geschossenen Elfmeter gegen die Hertha den Rest.
Es trat ein, der Supergau! Ein Verein, der kalkulierte eher regelmäßig international zu spielen, kickte nun in der 2.Liga, und hatte ein Stadion zu finanzieren. Der Verkauf der Anteile an den FCB war die logische Konsequent. Keinen Dank an dieser Stelle, Bayern kaufte damals aus wirtschaftlicher Not, nicht aus Nettigkeit.
Wieso nicht aus Nettigkeit und Barmherzigkeit?
60 und Bayern gründeten die Stadion GmbH, beide hielten Anteile zu 50%. Bayern verkaufte die Anteile für ca. 11 Mio Euro (zzgl 1,2 Mio nach Verzicht auf Rückkaufrecht). Hätten sie das nicht getan, wäre 60 Pleite gegangen. Die Stadion GmbH hätte die Finanzierungskosten nicht mehr stemmen können (da 60 nicht zahlen hätte können) und hätte 60 auf Zahlung verklagt, die wiederum Konkurs angemeldet hätten. Die Anteile, welche die Löwen hielten wären an den Höchstbietenden gegangen. Es ist rein spekulativ, aber da das Stadion im Gesamtpaket 340 Mio Euro gekostet hat (zusätzlich ca. 200 Mio von der öffentlichen Hand für infrastrukturelle Maßnahmen), ist es nicht abwegig sondern eher wahrscheinlich, dass die Anteile mehr wert waren als 11 Mio Euro.
Unter anderem aus diesem Grund hat 60 auch eine Klage wegen Sittenwidrigkeit gestellt, welche aus juristischer Sicht nicht unbedingt gute Erfolgsaussichten hat. Ich persönlich halte diese Klagen für Schwachsinn. Sie werden in meinen Augen geführt um extrem fanatische Löwenanhänger mit verengtem Tunnelblick zu beruhigen und ganz bewusst das Feindbild FC Bayern zu schüren. Ich persönlich finde das traurig, denn der TSV 1860 München hat genügend zu bieten, das Feindbild FCB als Mobilisierungsgrundlage zu benutzen ist extrem gefährlich.
Worauf ich hinaus will: Der FC Bayern hatte mit den Löwen einen unzuverlässigen, uneinigen Stadionpartner. Der Kauf der Anteile war für die Bayern die beste Lösung (theoretisch hätte auch ein Konzern, eine Bank oder ein Hedgefond die Anteile kaufen können). Ob die öffentliche Hand bei einem alleinigem Stadionprojekt des FC Bayern auch derart viele Kosten übernommen hätte wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln.
Wieso wollen die Löwen aus der Allianz-Arena raus?
Sie ist für einen Zweitligisten schlicht und einfach zu teuer, zu groß, zu kalt, zu wenig 60 München und zuviel Bayern München. Die Beteiligung der Löwen an diesem Stadionprojekt war ein Fehler, ich denke jeder Löwenfan stimmt dem mittlerweile zu. Gerade die finanzielle Belastung mit ca. 5 Mio Euro Miete sind für einen finanziell eh stets klammen Zweitligisten zu viel. Seit dem Abstieg vor 6 Jahren verkaufen die Löwen regelmäßig Spieler, die bei 60 rauskamen bzw. schon in der Jugend für den TSV kickten (Lauth, Görlitz, Lehmann, Gebhart, Bendezwillinge, Johnson, Baier, Schäfer, Träsch, demnächst vermutlich auch Mlapa), aus rein finanziellen Gründen. Eine Sanierung durch sportliche Erfolge ist aufgrund dieser Tatsache wenig wahrscheinlich.
Das Thema ist an sich schon schwierig darzustellen. Ich hoffe der Blog ist einigermaßen logisch und verständlich. Es hätte mehr Zeit benötigt um die Qualität zu erhöhen, Zeit die ich in den nächsten Tagen/Wochen einfach nicht habe.
Es wäre wünschenswert, wenn all diejenigen, die an diesem Thema ernsthaft interessiert sind, diesen Blog erst lesen und dann ihren Senf dazu geben.
Es wäre wünschenswert, wenn Argumente ausgetauscht werden, und keine sinnlosen Hasspredigten, weder von roter noch von blauer Seite.
Vermutlich bin ich etwas sehr optimistisch, aber ich kenne genügend Spox-User, die bei aller Liebe zu ihrem Verein vernünftige Posts verfassen können.
Zum Thema:
Wohl kaum sind Anhänger eines Fußballklubs auch nur annähernd mit der Thematik "Stadion" so schnell in Rage zu bringen wie die des TSV 1860 München. Um kurz und schnell auf die entscheidenden Fragen zu kommen. Woher kommt dies? Und wieso ist die Debatte aktueller denn je?
Was folgt ist ein Erklärungsversuch eines leidgeprüften Löwenfans, der versucht, so gut wie es geht, sachlich und nüchtern mit ein wenig Emotion aber viel Wehmut die Stadionfrage zu erörtern. Vorab ein paar kleine Hintergrundinformationen:
Wie kam es zu dem Bau der Arena?
Der FC Bayern München hatte schon lange den Plan ein neues Stadion zu bauen, das Oly war nicht mehr den Ansprüchen eines europäischen Topvereins gewachsen. Eher ein San Siro, ein Nou Camp, ein Old Trafford schwebten Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer vor. Glücklicherweise holte Kaiser Franz die WM im Jahre 2000 nach Deutschland. Neue Stadien brauchte das Land, moderne Arenen waren angesagt, keine Laufbahn sollte zwischen dem Fußballer und seinem Fan stehen. Und eine WM in Deutschland mit Spielort Olympiastadion? Nicht im Geschmack der Stadt München, des Freistaates usw. Die Zeichen für ein neues Stadion waren günstiger denn je.
Um es gleich auf den Punkt zu bringen. Der FC Bayern hätte das Stadionprojekt sicher auch alleine stemmen können – zur Not auch auf der grünen Wiese - keine Frage. Die damaligen Umstände sprachen allerdings für ein gemeinsames Stadion, auch wenn die Fans beider Lager diesem Vorhaben skeptisch gegenüber standen. Da wir in Bayern bekanntlich keine Opposition brauchen (ich zitiere Polt: "denn wir sind schon alle Demokraten"), ist das Mittel der direkten Demokratie relativ stark ausgeprägt – ein Stadionneubau ist nur nach einer Befragung der kommunalen Bevölkerung möglich. Nicht jeder Münchner ist Bayernfan, ganz im Gegenteil, und – kopfschütteln meinerseits – es gibt wahrhaftig auch den ein oder anderen der mit Fußball wenig am Hut hat.
Ein gemeinsamer Bau erhöhte damit die Chancen einer positiven Abstimmung. Ein gemeinsamer Bau im Zeichen der bevorstehenden WM erhöhte die Chancen auf finanzielle Förderung durch Stadt und Land und senkte aus (damaliger) Bayernsicht die Kosten enorm. Ein gemeinsamer Bau erschien sinnvoll für den CL-Finalisten 1999 (sorry, der musste sein
)und für eine Löwenmannschaft, die 2000 an der Qualifikation zur CL scheiterte und nicht nur einmal im Uefa-Cup kickte.
Der Anfang vom Ende (bevor alles richtig began)
Doch es kam alles anders. Die sportliche Führung um Wildmoser unterschätzte die finanziellen Belastungen. Föhnfrisur Götz (möge er in der Hölle von Feuerpiranjas verspeist werden) brachte den TSV 03/04 durch verblendeten Jugendwahn (was Martin Max? Zu alt, aber ich hab da einen 18-järhrigen Südafrikaner Lance Davids…) und sportlich abenteuerlichen Entscheidungen (was? Der Broich will unbedingt zu 60, für Peanuts? Nana, ich hol mir lieber einen überteuerten einbeinigen Brasilianer namens Fernando und den Altstrategen Poschi Poschner) in die Nähe der Abstiegsränge. Und Francis Kioyo (ach, der tut mir einfach nur Leid, Wut hat er gar nicht verdient) besorgte dann mit seinem sicher in Richtung Eckfahne geschossenen Elfmeter gegen die Hertha den Rest.
Es trat ein, der Supergau! Ein Verein, der kalkulierte eher regelmäßig international zu spielen, kickte nun in der 2.Liga, und hatte ein Stadion zu finanzieren. Der Verkauf der Anteile an den FCB war die logische Konsequent. Keinen Dank an dieser Stelle, Bayern kaufte damals aus wirtschaftlicher Not, nicht aus Nettigkeit.
Wieso nicht aus Nettigkeit und Barmherzigkeit?
60 und Bayern gründeten die Stadion GmbH, beide hielten Anteile zu 50%. Bayern verkaufte die Anteile für ca. 11 Mio Euro (zzgl 1,2 Mio nach Verzicht auf Rückkaufrecht). Hätten sie das nicht getan, wäre 60 Pleite gegangen. Die Stadion GmbH hätte die Finanzierungskosten nicht mehr stemmen können (da 60 nicht zahlen hätte können) und hätte 60 auf Zahlung verklagt, die wiederum Konkurs angemeldet hätten. Die Anteile, welche die Löwen hielten wären an den Höchstbietenden gegangen. Es ist rein spekulativ, aber da das Stadion im Gesamtpaket 340 Mio Euro gekostet hat (zusätzlich ca. 200 Mio von der öffentlichen Hand für infrastrukturelle Maßnahmen), ist es nicht abwegig sondern eher wahrscheinlich, dass die Anteile mehr wert waren als 11 Mio Euro.
Unter anderem aus diesem Grund hat 60 auch eine Klage wegen Sittenwidrigkeit gestellt, welche aus juristischer Sicht nicht unbedingt gute Erfolgsaussichten hat. Ich persönlich halte diese Klagen für Schwachsinn. Sie werden in meinen Augen geführt um extrem fanatische Löwenanhänger mit verengtem Tunnelblick zu beruhigen und ganz bewusst das Feindbild FC Bayern zu schüren. Ich persönlich finde das traurig, denn der TSV 1860 München hat genügend zu bieten, das Feindbild FCB als Mobilisierungsgrundlage zu benutzen ist extrem gefährlich.
Worauf ich hinaus will: Der FC Bayern hatte mit den Löwen einen unzuverlässigen, uneinigen Stadionpartner. Der Kauf der Anteile war für die Bayern die beste Lösung (theoretisch hätte auch ein Konzern, eine Bank oder ein Hedgefond die Anteile kaufen können). Ob die öffentliche Hand bei einem alleinigem Stadionprojekt des FC Bayern auch derart viele Kosten übernommen hätte wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln.
Wieso wollen die Löwen aus der Allianz-Arena raus?
Sie ist für einen Zweitligisten schlicht und einfach zu teuer, zu groß, zu kalt, zu wenig 60 München und zuviel Bayern München. Die Beteiligung der Löwen an diesem Stadionprojekt war ein Fehler, ich denke jeder Löwenfan stimmt dem mittlerweile zu. Gerade die finanzielle Belastung mit ca. 5 Mio Euro Miete sind für einen finanziell eh stets klammen Zweitligisten zu viel. Seit dem Abstieg vor 6 Jahren verkaufen die Löwen regelmäßig Spieler, die bei 60 rauskamen bzw. schon in der Jugend für den TSV kickten (Lauth, Görlitz, Lehmann, Gebhart, Bendezwillinge, Johnson, Baier, Schäfer, Träsch, demnächst vermutlich auch Mlapa), aus rein finanziellen Gründen. Eine Sanierung durch sportliche Erfolge ist aufgrund dieser Tatsache wenig wahrscheinlich.
Aufrufe: 3865 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 10 | Erstellt:26.04.2010
ø 8.2
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik



http://www.spox.com/myspox/blogdetail/Wie-haelst-dus-mit-dem-Stadion2-,79331.html