18.11.2008 um 13:36 Uhr
Who's Favre
Ich möchte euch Herrn Lucien Favre kurz vorstellen und dabei seine Schweizer Stationen etwas durchleuchten. Falls du dich fragst, "warum ist der Kerl in der Schweiz so hoch geschätzt?", so findest du hier die Gründe:
Yverdon Sports
Lucien Favres Durchbruch in der Schweiz war sein Engagement bei Yverdon Sports. Er übernahm 1996/1997 den Club in der 1.Liga (ist wie bei euch Regionalliga) und erhielt alle Freiheiten vom Präsident. Und der sonst so freundliche Trainer krempelte das ganze Team um, innerhalb von 6Monaten wurden 14 von 18Spielern verkauft! Und siehe da, man stieg in die Nationalliga B (heute Challenge League) und im Jahr 1999 sogar in die oberste Schweizer Klasse auf! So ein ähnliches Kunsstück wie Rangnick bei Hoffenheim (nur mit etwas weniger Erfolg und viel weniger Geld).
Der Aufsteiger spielte erfrischenden Offensiv-Fussball und konnte bereits im Winter rechnerisch nicht mehr Absteigen (und das mit einem Jahrebudget von ca. 1.5Millionen Franken, also 1Million Euro!!). Wegen der vielen Brasilianer, die er ins Team holte und wegen der schönen Spielkultur nannte man das Team damals in der Schweiz liebevoll "Yverdinho"! Doch bereits im Winter der Aufstiegssaison wurden die talentierten Spieler vom Präsidenten verkauft, so verliess auch Herr Favre den Club am Ende der Saison! Doch diese Station hat den Jung-Trainer Favre quasi berühmt gemacht.
Servette Genf
Wie in der Schweiz eigentlich fast immer, bleiben "französische" Trainer auch in der französischen Schweiz und so zog es Herrn Favre zum (damals) finanzkräftigsten Schweizer-Klub in der Romandie und zwar Servette Genf. Im Nachhinein wohl nicht die beste Entscheidung. Denn bei Servette erlebt er 4Präsidenten und dank den Verbindungen zu Canal (damals auch Sponsor bei PSG) kamen damals immer wieder neue Spieler zu den Training und es gab einige Tumulte im Verein (der Verein musste später Zwangs-Absteigen und der Präsident landete vor Gericht!). Auf jedenfall gipfelte das Ganze in der Entlassung von Favre im Mai 2002.
Trotzdem durfte er 2001 immerhin den Cupsieg mit Servette feiern und erreichte das UEFA-Cup Achtelfinal mit Siegen über Slavia Prag, Saragossa und Hertha BSC Berlin (da wurde DH wohl das erste mal auf Favre aufmerksam), dann scheiterte er mit Servette am FC Valencia…immerhin lernte er da seinen heutigen Freund Benitez kennen! Also kann man auch hier sagen, er war erfolgreich.
FC Zürich
Zuerst die FC Zürich "Grundlagen" beim Amtsantritt: der Verein hatte Finazielle Probleme, war seit 20Jahren nicht mehr Meister und verschliss über Jahre hinweg Trainer...also keine Traumvoraussetzungen!
Dazu kommt, dass Favre ein Romand ist (französisch-sprechender Schweizer), der sein Glück ausgerechnet in Zürich suchte, also in der grössten Deutsch-Schweizer Stadt und dort wo die Medien wohl am aggressivsten sind. Und es ist schon fast ein Gesetz im Schweizer Fussball, dass ein Romand-Trainer in der Deutsch-Schweiz keinen Erfolg hat (er war der 2Romand-Trainer der in der Deutsch-Schweiz Meister wurde)! Zu Beginn wurde wieder das Team umgekrempelt, doch die Spielweise war grottig, die Resultate fehlten und in den Medien musste Favre so richtig unten durch. Er kämpft mit der kritischen Haltung der Boulevard-Medien in Zürich und teilweise hatte das Ganze sicherlich auch mit sprachlichen Problemen zu tun, so dass er Missverstanden wurde. Ich als Aussenstehender war mir damals sicher, dass Favre in Zürich scheitert!
Doch dann kam die grosse Wende, dass junge und eher unbekannte Team des FC Zürichs spielte immer besser und trotz kleinerem Budget konnte man dem FC Basel die Meisterschaft wegschnappen und zwar in letzter Sekunde (dank einem Tor in der 93Spielminute). Unglaublich, der chronisch erfolgslose Zürcher Club FCZ stieg vom Mittelmass zur Schweizer Grossmacht auf. Aber das Grössere Kunstwerk als sein 1.Meistertitel, war wohl die Titelverteidigung 1Jahr später. Denn nun war die Liga vorgewarnt, nicht mehr Basel wurde gejagt, sondern der FC Zürich, doch das Team konnte dem Druck standhalten und den Titel verteidigen. Aus meiner Sicht ist diese Leistung beim FC Zürich ein "kleines Wunder", als Romand in der Deutschschweiz erfolgreich ist schon selten, dazu trotz kleinerem Budget und jungem Kader den Titel verteidigt gegen den Ligakrösus aus Basel…Respekt!
weiteres zu Favre im Blog Nr.2
Yverdon Sports
Lucien Favres Durchbruch in der Schweiz war sein Engagement bei Yverdon Sports. Er übernahm 1996/1997 den Club in der 1.Liga (ist wie bei euch Regionalliga) und erhielt alle Freiheiten vom Präsident. Und der sonst so freundliche Trainer krempelte das ganze Team um, innerhalb von 6Monaten wurden 14 von 18Spielern verkauft! Und siehe da, man stieg in die Nationalliga B (heute Challenge League) und im Jahr 1999 sogar in die oberste Schweizer Klasse auf! So ein ähnliches Kunsstück wie Rangnick bei Hoffenheim (nur mit etwas weniger Erfolg und viel weniger Geld).
Der Aufsteiger spielte erfrischenden Offensiv-Fussball und konnte bereits im Winter rechnerisch nicht mehr Absteigen (und das mit einem Jahrebudget von ca. 1.5Millionen Franken, also 1Million Euro!!). Wegen der vielen Brasilianer, die er ins Team holte und wegen der schönen Spielkultur nannte man das Team damals in der Schweiz liebevoll "Yverdinho"! Doch bereits im Winter der Aufstiegssaison wurden die talentierten Spieler vom Präsidenten verkauft, so verliess auch Herr Favre den Club am Ende der Saison! Doch diese Station hat den Jung-Trainer Favre quasi berühmt gemacht.
Servette Genf
Wie in der Schweiz eigentlich fast immer, bleiben "französische" Trainer auch in der französischen Schweiz und so zog es Herrn Favre zum (damals) finanzkräftigsten Schweizer-Klub in der Romandie und zwar Servette Genf. Im Nachhinein wohl nicht die beste Entscheidung. Denn bei Servette erlebt er 4Präsidenten und dank den Verbindungen zu Canal (damals auch Sponsor bei PSG) kamen damals immer wieder neue Spieler zu den Training und es gab einige Tumulte im Verein (der Verein musste später Zwangs-Absteigen und der Präsident landete vor Gericht!). Auf jedenfall gipfelte das Ganze in der Entlassung von Favre im Mai 2002.
Trotzdem durfte er 2001 immerhin den Cupsieg mit Servette feiern und erreichte das UEFA-Cup Achtelfinal mit Siegen über Slavia Prag, Saragossa und Hertha BSC Berlin (da wurde DH wohl das erste mal auf Favre aufmerksam), dann scheiterte er mit Servette am FC Valencia…immerhin lernte er da seinen heutigen Freund Benitez kennen! Also kann man auch hier sagen, er war erfolgreich.
FC Zürich
Zuerst die FC Zürich "Grundlagen" beim Amtsantritt: der Verein hatte Finazielle Probleme, war seit 20Jahren nicht mehr Meister und verschliss über Jahre hinweg Trainer...also keine Traumvoraussetzungen!
Dazu kommt, dass Favre ein Romand ist (französisch-sprechender Schweizer), der sein Glück ausgerechnet in Zürich suchte, also in der grössten Deutsch-Schweizer Stadt und dort wo die Medien wohl am aggressivsten sind. Und es ist schon fast ein Gesetz im Schweizer Fussball, dass ein Romand-Trainer in der Deutsch-Schweiz keinen Erfolg hat (er war der 2Romand-Trainer der in der Deutsch-Schweiz Meister wurde)! Zu Beginn wurde wieder das Team umgekrempelt, doch die Spielweise war grottig, die Resultate fehlten und in den Medien musste Favre so richtig unten durch. Er kämpft mit der kritischen Haltung der Boulevard-Medien in Zürich und teilweise hatte das Ganze sicherlich auch mit sprachlichen Problemen zu tun, so dass er Missverstanden wurde. Ich als Aussenstehender war mir damals sicher, dass Favre in Zürich scheitert!
Doch dann kam die grosse Wende, dass junge und eher unbekannte Team des FC Zürichs spielte immer besser und trotz kleinerem Budget konnte man dem FC Basel die Meisterschaft wegschnappen und zwar in letzter Sekunde (dank einem Tor in der 93Spielminute). Unglaublich, der chronisch erfolgslose Zürcher Club FCZ stieg vom Mittelmass zur Schweizer Grossmacht auf. Aber das Grössere Kunstwerk als sein 1.Meistertitel, war wohl die Titelverteidigung 1Jahr später. Denn nun war die Liga vorgewarnt, nicht mehr Basel wurde gejagt, sondern der FC Zürich, doch das Team konnte dem Druck standhalten und den Titel verteidigen. Aus meiner Sicht ist diese Leistung beim FC Zürich ein "kleines Wunder", als Romand in der Deutschschweiz erfolgreich ist schon selten, dazu trotz kleinerem Budget und jungem Kader den Titel verteidigt gegen den Ligakrösus aus Basel…Respekt!
weiteres zu Favre im Blog Nr.2
Aufrufe: 1826 | Kommentare: 4 | Bewertungen: 6 | Erstellt:18.11.2008
ø 9.8
KOMMENTARE
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19.11.2008 | 14:38 Uhr
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Buchi039 : Guter Blog
Guter Blog, hab ich gar nicht gewusst das Favre in der Schweiz so erfolgreich war.
19.11.2008 | 14:57 Uhr
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trash :
Als alter Anhänger der noch älteren Dame, weiss ich natürlich über Favres Qualitäten/Ruf, aber die Hintergrundinfos waren mir jetzt auch neu. danke!
19.11.2008 | 15:06 Uhr
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19.11.2008 | 15:08 Uhr
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Ein paar Parallelen zu seiner Arbeit bei Hertha gibt es durchaus, daher bin ich mir sicher das sich die Hertha in Zukunft oben festsetzen wird, wenn nichts gravierendes passiert....
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