10.01.2009 um 16:50 Uhr
Was lange währt wird endlich gut
Alte Liebe rostet nicht – eine Redewendung, welche zur Thematik "Poldi-Köln" passt wie Arsch auf Eimer.
Spötter werden nun fragen, wer von beiden nun der Arsch, und wer der Eimer sei - hierzu sei zu sagen, dass es dem gemeinen Rheinländer (sofern denn FC Fan) egal ist wie 88.
Das lange Hickhack um Poldis Zukunft war das Zugpferd des Bundesliga-Winterlochs 2008/2009. Die Sportredakteure der Boulevardblätter stürzten sich mit sabbernden Mündern auf diese Story. Investigativer Journalismus sieht zwar anders aus, aber wen juckt's? Ich habe mich tagtäglich auf die Schlagzeilen des Kölner Express, der BILD, der tz - und wie sie alle heißen – gefreut!
Doch mehr noch freute ich mich immer über die Kommentare der selbsternannten Fußball-Experten in den einschlägig bekannten Online-Foren. Als die ersten Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des Prinzen nach Köln aufkamen, so wurde dies anfangs belächelt. Die Phrase "Kölner Größenwahn" fiel fast in jedem zweiten Kommentar, Sprüche wie "und als nächstes wollen die Kölner noch Ronaldo" waren keine Seltenheit.
Als dann ein möglicher Poldi Wechsel nicht mehr 100% ausgeschlossen werden konnte, so wurden die Diskussionen in den Foren schlagartig ernsthafter. Hatte man sich doch anfangs auf den 1.FC Köln eingeschossen, rückte nun die Person Podolski immer mehr in den Fokus. Ein gemeinsamer Nenner wurde unter den Kritikern schnell gefunden, so wurde moniert, dass LP doch zu jedem Verein gehen könnte, ja sogar zu den ganz großen - Vereine wie ManCity, AS Rom oder die Bundesligisten Werder, Dortmund und Hamburg wurden immer wieder genannt. Auch der Fakt, dass Poldi mittelfristig nicht mehr im Europa-Cup spielen könne wurde oft zitiert.
Die Planungen beim FC für eine Realisierung der Rückholaktion liefen nichtsdestotrotz auf Hochtouren und wurden äußerst professionell von den FC-Verantwortlichen geführt. Sponsoren wurden gesucht und Claus Horstmanns Taschenrechner war am qualmen.
In den Online-Foren geriet nun wieder der 1.FC Köln ins Visier der User. Vor allem Michael "Bankrott" Meier war nun eine beliebte Zielscheibe. Den Inhalt spare ich mir jetzt, denn das allgemeine Echo der Nörgler kann man sich wohl selbst zusammen reimen.
Jetzt, wo der Transfer so gut wie besiegelt ist, ist Podolski wieder der Buhmann. Sein Wechsel zum FC sei ein Armutszeugnis und ein Eingeständnis, dass er nur ein durchschnittlicher Bundesliga-Profi sei. Für viele ist die hoffnungsvolle Karriere des Lukas Podolski somit beendet – ohne Chance auf Wiederkehr!
Hier meine persönliche Pro- und Contra-Liste:
Pro:
- Familie und Freunde wieder in der Nähe, auch seine Freundin ist aus Bergheim. Auch bzgl. des kleinen Louis nicht ganz unwichtig.
- Wird beim FC vergöttert. Hierbei sehe ich nicht zwangsläufig, dass er unter dem Druck zugrunde gehen könnte; siehe Beispiel Daum: alle wollten ihn und auch als es mal nicht lief hat keiner an ihm gezweifelt. Selbst wenn es nicht laufen würde, so würde es dem Gros der Fans doch schon reichen, dass er sich reinhängt - nur fehlendes Engagement könnte somit zu Ärger führen.
- Integrationsprobleme wird es keine geben. Auch wenn aus dem alten Team nur noch eine Handvoll Spieler/Mitarbeiter gibt, so sind genug starke Charaktere im Kölner Kader, die eine schnelle Integration erleichtern werden. Es wird wohl keinen Spieler beim FC geben, der sich nicht über die Verpflichtung freut – dieser Transfer ist ein klares Zeichen in welche Richtung es mit dem FC gehen soll: bergauf!
- Der Umbruch beim FC ist unverkennbar - mangelndes Potential ist dem FC nicht ankreidbar. Perspektivisch gesehen kann es mit dem FC eigentlich nur aufwärts gehen. Der Verein ist im Aufwind und Poldi könnte eine ganz große Rolle beim FC einnehmen.
- Selbst wenn er nach 2 Jahren feststellen würde, dass es beim FC keine Zukunft gibt, so wäre er trotzdem noch jung genug um woanders nochmal groß anzugreifen. Man vergisst schnell, dass Podolski erst 23 Jahre jung ist. Für mich der wichtigste Fakt.
- 100% Stammspieler. Dass Poldi ein Spaßfußballer ist, der immer spielen will, sollte klar sein. Jogi Löw deutete auch schon an, dass fehlende Europacupspiele kein Hindernis für weitere Berufungen in die Nationalelf sind – sofern die Leistungen im Verein stimmen. Den direkten Konkurrenzkampf gegen Gomez, Kießling und Helmes hat er so oder so.
- Mit Daum ein Top-Trainer von dem er gewiss noch etwas lernen kann. Ein Trainer, der weiß wie man den Druck von der Mannschaft nimmt.
Contra:
- Kann einige Jahre wohl keine internationalen Spiele (Uefa-Cup, CL) absolvieren. Dieser Fakt wird aber von vielen einfach überbewertet - was soll es einem Spieler so groß bringen, wenn er eine Handvoll Uefa-Cup Spiele gegen Brann Bergen, Lodz und Nancy spielt? Klar ist es für einen Spieler schön, aber sind solche Spiele wirklich "überlebenswichtig" für eine Karriere?
- Big Brother is watching you! Jeder Fehltritt (sportlich/privat) würde in den Fokus geraten. Ob es einen großen Unterschied zu seiner Zeit bei Bayern geben wird, sei dahingestellt.
- Ein Poldi in einem Durchschnittsteam (was der FC ja z.Zt. nun mal ist) könnte zu Ärger führen. Sowohl gehaltstechnisch wie auch die Stellung eines LPs vereinsintern könnte, bei ausbleibendem Erfolg, Neider hervorrufen.
In der heutigen Zeit, wo im Profifußball fast ausschließlich nur noch über Geld geredet wird, sollte man doch mit einem wohlwollendem Lächeln anerkennen, dass es noch Ausnahmen gibt – dass es noch Spieler gibt, die zu ihrem Heimatverein stehen und ihn im Herzen tragen. Dies klingt vielleicht ein wenig zu romantisch, doch kommt es uns nur fremd vor, da man es kaum noch erlebt. Jeder Fan braucht immer eine Identifikationsfigur, bei Bayern waren das Matthäus und Kahn, beim BvB Susi Zorc, Gladbach liebte Effenberg, Bremen hatte Herzog, Leverkusen vergötterte Ulf Kirsten, Liverpool hat Gerrard, AS Rom Totti – und Köln?Wir haben nun Poldi wieder!
Spötter werden nun fragen, wer von beiden nun der Arsch, und wer der Eimer sei - hierzu sei zu sagen, dass es dem gemeinen Rheinländer (sofern denn FC Fan) egal ist wie 88.
Das lange Hickhack um Poldis Zukunft war das Zugpferd des Bundesliga-Winterlochs 2008/2009. Die Sportredakteure der Boulevardblätter stürzten sich mit sabbernden Mündern auf diese Story. Investigativer Journalismus sieht zwar anders aus, aber wen juckt's? Ich habe mich tagtäglich auf die Schlagzeilen des Kölner Express, der BILD, der tz - und wie sie alle heißen – gefreut!
Doch mehr noch freute ich mich immer über die Kommentare der selbsternannten Fußball-Experten in den einschlägig bekannten Online-Foren. Als die ersten Gerüchte über eine mögliche Rückkehr des Prinzen nach Köln aufkamen, so wurde dies anfangs belächelt. Die Phrase "Kölner Größenwahn" fiel fast in jedem zweiten Kommentar, Sprüche wie "und als nächstes wollen die Kölner noch Ronaldo" waren keine Seltenheit.
Als dann ein möglicher Poldi Wechsel nicht mehr 100% ausgeschlossen werden konnte, so wurden die Diskussionen in den Foren schlagartig ernsthafter. Hatte man sich doch anfangs auf den 1.FC Köln eingeschossen, rückte nun die Person Podolski immer mehr in den Fokus. Ein gemeinsamer Nenner wurde unter den Kritikern schnell gefunden, so wurde moniert, dass LP doch zu jedem Verein gehen könnte, ja sogar zu den ganz großen - Vereine wie ManCity, AS Rom oder die Bundesligisten Werder, Dortmund und Hamburg wurden immer wieder genannt. Auch der Fakt, dass Poldi mittelfristig nicht mehr im Europa-Cup spielen könne wurde oft zitiert.
Die Planungen beim FC für eine Realisierung der Rückholaktion liefen nichtsdestotrotz auf Hochtouren und wurden äußerst professionell von den FC-Verantwortlichen geführt. Sponsoren wurden gesucht und Claus Horstmanns Taschenrechner war am qualmen.
In den Online-Foren geriet nun wieder der 1.FC Köln ins Visier der User. Vor allem Michael "Bankrott" Meier war nun eine beliebte Zielscheibe. Den Inhalt spare ich mir jetzt, denn das allgemeine Echo der Nörgler kann man sich wohl selbst zusammen reimen.
Jetzt, wo der Transfer so gut wie besiegelt ist, ist Podolski wieder der Buhmann. Sein Wechsel zum FC sei ein Armutszeugnis und ein Eingeständnis, dass er nur ein durchschnittlicher Bundesliga-Profi sei. Für viele ist die hoffnungsvolle Karriere des Lukas Podolski somit beendet – ohne Chance auf Wiederkehr!
Hier meine persönliche Pro- und Contra-Liste:
Pro:
- Familie und Freunde wieder in der Nähe, auch seine Freundin ist aus Bergheim. Auch bzgl. des kleinen Louis nicht ganz unwichtig.
- Wird beim FC vergöttert. Hierbei sehe ich nicht zwangsläufig, dass er unter dem Druck zugrunde gehen könnte; siehe Beispiel Daum: alle wollten ihn und auch als es mal nicht lief hat keiner an ihm gezweifelt. Selbst wenn es nicht laufen würde, so würde es dem Gros der Fans doch schon reichen, dass er sich reinhängt - nur fehlendes Engagement könnte somit zu Ärger führen.
- Integrationsprobleme wird es keine geben. Auch wenn aus dem alten Team nur noch eine Handvoll Spieler/Mitarbeiter gibt, so sind genug starke Charaktere im Kölner Kader, die eine schnelle Integration erleichtern werden. Es wird wohl keinen Spieler beim FC geben, der sich nicht über die Verpflichtung freut – dieser Transfer ist ein klares Zeichen in welche Richtung es mit dem FC gehen soll: bergauf!
- Der Umbruch beim FC ist unverkennbar - mangelndes Potential ist dem FC nicht ankreidbar. Perspektivisch gesehen kann es mit dem FC eigentlich nur aufwärts gehen. Der Verein ist im Aufwind und Poldi könnte eine ganz große Rolle beim FC einnehmen.
- Selbst wenn er nach 2 Jahren feststellen würde, dass es beim FC keine Zukunft gibt, so wäre er trotzdem noch jung genug um woanders nochmal groß anzugreifen. Man vergisst schnell, dass Podolski erst 23 Jahre jung ist. Für mich der wichtigste Fakt.
- 100% Stammspieler. Dass Poldi ein Spaßfußballer ist, der immer spielen will, sollte klar sein. Jogi Löw deutete auch schon an, dass fehlende Europacupspiele kein Hindernis für weitere Berufungen in die Nationalelf sind – sofern die Leistungen im Verein stimmen. Den direkten Konkurrenzkampf gegen Gomez, Kießling und Helmes hat er so oder so.
- Mit Daum ein Top-Trainer von dem er gewiss noch etwas lernen kann. Ein Trainer, der weiß wie man den Druck von der Mannschaft nimmt.
Contra:
- Kann einige Jahre wohl keine internationalen Spiele (Uefa-Cup, CL) absolvieren. Dieser Fakt wird aber von vielen einfach überbewertet - was soll es einem Spieler so groß bringen, wenn er eine Handvoll Uefa-Cup Spiele gegen Brann Bergen, Lodz und Nancy spielt? Klar ist es für einen Spieler schön, aber sind solche Spiele wirklich "überlebenswichtig" für eine Karriere?
- Big Brother is watching you! Jeder Fehltritt (sportlich/privat) würde in den Fokus geraten. Ob es einen großen Unterschied zu seiner Zeit bei Bayern geben wird, sei dahingestellt.
- Ein Poldi in einem Durchschnittsteam (was der FC ja z.Zt. nun mal ist) könnte zu Ärger führen. Sowohl gehaltstechnisch wie auch die Stellung eines LPs vereinsintern könnte, bei ausbleibendem Erfolg, Neider hervorrufen.
In der heutigen Zeit, wo im Profifußball fast ausschließlich nur noch über Geld geredet wird, sollte man doch mit einem wohlwollendem Lächeln anerkennen, dass es noch Ausnahmen gibt – dass es noch Spieler gibt, die zu ihrem Heimatverein stehen und ihn im Herzen tragen. Dies klingt vielleicht ein wenig zu romantisch, doch kommt es uns nur fremd vor, da man es kaum noch erlebt. Jeder Fan braucht immer eine Identifikationsfigur, bei Bayern waren das Matthäus und Kahn, beim BvB Susi Zorc, Gladbach liebte Effenberg, Bremen hatte Herzog, Leverkusen vergötterte Ulf Kirsten, Liverpool hat Gerrard, AS Rom Totti – und Köln?
Aufrufe: 1493 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 1 | Erstellt:10.01.2009
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KOMMENTARE
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13.01.2009 | 13:53 Uhr
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Ja, die Resonanz ist leider nicht wie erhofft. Aber bezüglich des Themas Poldi-Köln kann man noch so viel schreiben, "wir" Kölner werden nun mal leider Gottes allesamt über einen Kamm geschoren - die Kölner Mentalität und die Stadt werden zur Zeit nach allen Regeln der Kunst, frei nach dem bajuwarischen Motto "mir san mir", als verblendete Karnevalsstadt dargestellt....sehr schade!
13.01.2009 | 15:03 Uhr
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midget :
ach lasst sie doch schwätzen, ist doch nur der neid.wo wir gerade die pripro hinter uns haben, kann ja eh nichts mehr schief gehen.
also kopf hoch und durch. ausserdem ahnte ich schon von beginn an dass alles so kommen wird. die zähflüssigen verhandlungen, die negativen feedbacks und die ungünstige konstellation, die aussenstehende wieder und wieder dazu verwenden die köpfe des fc als hirnis darzustellen.
ich bin ziemlich optimistisch, dass in einem jahr sich alles relativiert hat und entschuldigungen niederprasseln werden auf uns fc-heinis.
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