17.09.2011 um 18:09 Uhr
Was dich so verändert hat
Vor einigen Jahren machte ein Springer-Blatt, das vorzugsweise auf aussagekräftige Bilder setzt, mit einem Foto von Felix Magath auf, welches den Trainer auf einem Schachbrett mit überdimensionalen Figuren zeigte. Magath war damals gerade zum FC Bayern gewechselt und die Botschaft klar: Sie sehen das neue Superhirn des deutschen Fußballs. Felix Magath, der moderne Coach und Manager, der brillante Denker, eins mit dem Spiel der Könige.
Lange war Felix Magath nicht mehr als ein durchschnittlicher Bundesligatrainer, ein klassischer Feuerwehrmann, der sich von Verein zu Verein hangelte. HSV, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt hießen seine Stationen, die er mehr oder weniger zügig wieder verließ, wenn auch nicht immer freiwillig. Das Image des knallharten „Quälix" erarbeitete er sich redlich und ist es nie wirklich losgeworden. Erst mit dem Wechsel zum VfB Stuttgart (2001) erreichte Magath die nächste Stufe des Trainerlebens. Plötzlich wurde Magath zum Erfolgstrainer, der seine Mannschaft zur Vizemeisterschaft und in die Champions League führte, nebenbei auch noch die Position des Managers übernahm. Es war die Geburt des allmächtigen Felix Magath.
Mit dem FC Bayern, wohin er 2004 wechselte, gewann der Vize-Weltmeister zweimal das Double, ein Novum in der Bundesligageschichte. Nach der Entlassung in München geht Magath nach Wolfsburg, den Erfolg nimmt er mit. Völlig überraschend gewinnt der VfL 2009 die Meisterschaft – mit Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer Felix Magath. Nach der Saison quittiert Magath in der VW-Stadt den Dienst, die nächste Station heißt Schalke 04. Und irgendwo auf dem Weg zwischen Wolfsburg und Gelsenkirchen, im Sommer 2009, muss Magaths Fußballsachverstand ernsthaften Schaden genommen haben.
Seitdem fällt der einstige Erfolgstrainer vor allem durch zwei Charakteristika auf: Machtgier und Transferexzesse. Jeder Verein, der Magath verpflichtet, muss sich ihm bedingungslos ausliefern – ein Felix Magath duldet niemanden neben und schon gar nicht über sich. Sowohl bei Schalke als auch in Wolfsburg, wo Magath mittlerweile wieder arbeitet, beansprucht er sämtliche wichtige Ämter für sich. Schalke 04 hat das an den Rand des finanziellen Abgrunds geführt, hässlichen Streit mit Fans und Vorstand inklusive.
Magaths halbjährliche Einkaufsbummel auf dem Transfermarkt sorgen längst ligaweit für Belustigung. Die Zahl der Spieler, die Magath in den letzten Jahren transferiert hat, dürfte bei deutlich mehr als 100 liegen und brachte schon den armen Arnd Zeigler mächtig ins Schwitzen (Video leider nicht auffindbar, Insider wissen Bescheid). Oft wird dabei vergessen, dass Magath der Entdecker von Philipp Lahm, Kevin Kuranyi, Grafite und Edin Dzeko ist oder dass er es war, der einen Superstar wie Raúl in die Bundesliga holte. Aber auf jeden lukrativen Toptransfer kommen bei Felix Magath Einkäufe wie Ali Karimi – Marke geholt, nicht eingesetzt, wieder verramscht. Transferpolitik ist bei Felix Magath ein Spiel der Beliebigkeit, auf gut Glück und scheinbar ohne Plan.
Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Robin Dutt haben die eine Seite des Fußballtrainers im 21. Jahrhundert geprägt, Felix Magath die andere. Er ist das Gesicht des Trainers als Ich-AG, der auf der Suche nach Macht, Geld und Ruhm die Vereine genauso schnell wechselt wie die Spieler. Unvergessen, wie er nur zwei Tage nach seiner Entlassung auf Schalke schon auf der Trainerbank in Wolfsburg saß. Ein bisschen scheint es, als habe er sich damit selbst überholt. Es ist nicht mehr viel übrig von dem Felix Magath mit den Schachfiguren.
Lange war Felix Magath nicht mehr als ein durchschnittlicher Bundesligatrainer, ein klassischer Feuerwehrmann, der sich von Verein zu Verein hangelte. HSV, 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt hießen seine Stationen, die er mehr oder weniger zügig wieder verließ, wenn auch nicht immer freiwillig. Das Image des knallharten „Quälix" erarbeitete er sich redlich und ist es nie wirklich losgeworden. Erst mit dem Wechsel zum VfB Stuttgart (2001) erreichte Magath die nächste Stufe des Trainerlebens. Plötzlich wurde Magath zum Erfolgstrainer, der seine Mannschaft zur Vizemeisterschaft und in die Champions League führte, nebenbei auch noch die Position des Managers übernahm. Es war die Geburt des allmächtigen Felix Magath.
Mit dem FC Bayern, wohin er 2004 wechselte, gewann der Vize-Weltmeister zweimal das Double, ein Novum in der Bundesligageschichte. Nach der Entlassung in München geht Magath nach Wolfsburg, den Erfolg nimmt er mit. Völlig überraschend gewinnt der VfL 2009 die Meisterschaft – mit Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer Felix Magath. Nach der Saison quittiert Magath in der VW-Stadt den Dienst, die nächste Station heißt Schalke 04. Und irgendwo auf dem Weg zwischen Wolfsburg und Gelsenkirchen, im Sommer 2009, muss Magaths Fußballsachverstand ernsthaften Schaden genommen haben.
Seitdem fällt der einstige Erfolgstrainer vor allem durch zwei Charakteristika auf: Machtgier und Transferexzesse. Jeder Verein, der Magath verpflichtet, muss sich ihm bedingungslos ausliefern – ein Felix Magath duldet niemanden neben und schon gar nicht über sich. Sowohl bei Schalke als auch in Wolfsburg, wo Magath mittlerweile wieder arbeitet, beansprucht er sämtliche wichtige Ämter für sich. Schalke 04 hat das an den Rand des finanziellen Abgrunds geführt, hässlichen Streit mit Fans und Vorstand inklusive.
Magaths halbjährliche Einkaufsbummel auf dem Transfermarkt sorgen längst ligaweit für Belustigung. Die Zahl der Spieler, die Magath in den letzten Jahren transferiert hat, dürfte bei deutlich mehr als 100 liegen und brachte schon den armen Arnd Zeigler mächtig ins Schwitzen (Video leider nicht auffindbar, Insider wissen Bescheid). Oft wird dabei vergessen, dass Magath der Entdecker von Philipp Lahm, Kevin Kuranyi, Grafite und Edin Dzeko ist oder dass er es war, der einen Superstar wie Raúl in die Bundesliga holte. Aber auf jeden lukrativen Toptransfer kommen bei Felix Magath Einkäufe wie Ali Karimi – Marke geholt, nicht eingesetzt, wieder verramscht. Transferpolitik ist bei Felix Magath ein Spiel der Beliebigkeit, auf gut Glück und scheinbar ohne Plan.
Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Robin Dutt haben die eine Seite des Fußballtrainers im 21. Jahrhundert geprägt, Felix Magath die andere. Er ist das Gesicht des Trainers als Ich-AG, der auf der Suche nach Macht, Geld und Ruhm die Vereine genauso schnell wechselt wie die Spieler. Unvergessen, wie er nur zwei Tage nach seiner Entlassung auf Schalke schon auf der Trainerbank in Wolfsburg saß. Ein bisschen scheint es, als habe er sich damit selbst überholt. Es ist nicht mehr viel übrig von dem Felix Magath mit den Schachfiguren.
Aufrufe: 359 | Kommentare: 2 | Bewertungen: 0 | Erstellt:17.09.2011
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KOMMENTARE
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18.09.2011 | 13:57 Uhr
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xperte84 :
Der Schwenk zu Tuchel, Klopp und Dutt... naja.Wenn Magath mit WOB wieder in die Spur kommt (bisher erst 6 Spieltage...), dann redet bald keiner mehr von der einen nicht erfolgreichen Buli-Saison mit Schalke (nicht vergessen: Pokal und CL HF).
Zur Zeit alles Momentaufnahme, Schwarz-Weiß-Denken a la "junge Trainer = modern, erfahrene = nicht modern" ist zu einfach.
Gegenbeispiele gibt's genug (Heynckes, Ferguson ...)
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Auch stimmig.
Doch ich frage mich gerade, was genau Du uns hier sagen willst.
Zumal Du Tuchel, Klopp kurz anreisst, dann wieder Magath...
Ich verstehe deine Intention nicht ganz.
Sorry
Ach ja.
In der Reihe der jungen Erfolgstrainer fehlt Oenning. Wenn Du Dutt nennst..
Ok, der nicht aber Stanislawski.