29.04.2011 um 02:01 Uhr
Wann ist es endlich zu viel?
Der folgende Blog mag möglicherweise überspitzt und übertrieben dramatisch sein. Dies ist jedoch vom Autor bewusst so gewählt, um die Ernsthaftigkeit und die drastischen und für den Autor durchaus möglichen Konsequenzen zu verdeutlichen.
00:45, Freitag den 29.04.11
Ich schreibe an meiner Facharbeit, eigentlich. Ich benötige allerdings dringend eine Pause von der ganzen Schreiberei und klicke auf Spox rum. Mir fällt der Schweinsteiger-Ausraster Artikel ins Auge. Schon gelesen. Dann ein Artikel über Rooney und die Abhöraffäre. In meinem Kopf spielt es sich wie folgt ab:
Wie kann es sein, dass weitestgehend professionelle Journalisten, oder zumindest Personen die eben solche sein wollen, zu solchen Mitteln greifen? Wie kann es sein, dass ein Fußballer bis aufs äußerste erniedrigt wird und der andere sogar abgehört wird, nur um die eigene Zeitung zu verkaufen? Wie kann es sein, dass der Journalist für den erstgenannten Fall sogar davon kommt? Wie kann es sein, dass das legitim und legal ist?
Ihr werdet denken: Meinungs- und Pressefreiheit. Natürlich.
Doch sind auch nicht wir es, die der Jugend und der Zukunft predigen, dass gegenseitiger Respekt die Norm für jede Gesellschaft sein sollte? Sind nicht wir diejenigen, die mittlerweile "Anti-Mobbing" - Aktionstage an Schulen einrichten? Sind nicht wir es, die sofort den Finger heben, wenn ein kleines Kind zum anderen "Du bist doof" sagt?
Sollten wir es dann nicht als gutes Vorbild voranschreiten? Sollten wir es dann nicht sein, die so etwas nicht tun? Sollten wir es dann nicht sein, die sich gegeneinander respektieren?
Kleine Randnotiz: Ich befürworte Schweinsteigers Reaktion. Was die SportBild (und dadurch die Bild) da getrieben hat war kindisch und äußerst unprofessionell, aber ich erzähle euch vermutlich nichts neues.
Natürlich ist es uns allen gegönnt unsere Meinung kundzutun, wir dürfen sie sogar drucken und verteilen. Jedoch werden diese Grundrechte eingeschränkt. Sie dürfen die menschliche Würde keineswegs verletzen.
So ein Vorfall wird natürlich nicht als Verletzung der Menschenwürde erachtet, aber warum eigentlich nicht?
Ergründen wir erst einmal, warum es überhaupt zu solchen Vorfällen kommt:
Sofern unsere Gesellschaft die Eskapaden von Promis weiterhin für interessant empfindet, wird es sowas noch häufiger geben.
Für Journalisten sind solche Stories natürlich eine Lebenswichtig, weil sie sich so in der Medienwelt profilieren können und sich ihr Leben sichern. Da sowas natürlich dann auch gern gelesen wird, braucht man natürlich immer die Maxime, das Non-Plus-Ultra der Stories.
Aus Verzweiflung wird dann zu solchen Mitteln gegriffen wie bei Rooney der Fall. Selbst die legale Vorgehensweise halte ich nicht unbedingt für moralisch korrekt. Schließlich wird sich wochenlang über Eskapaden das Maul zerrissen, die die Zeitungen selbst erzeugt/hervorgebracht haben. Als ob die Bild z.B jetzt nicht wochenlang noch auf Schweinis Ausraster berichten würde. Heraufbeschworen von der Bild selbst.
Kommen wir zum Knackpunkt der ganzen Sache:
Diesen Journalisten wird niemals Einhalt geboten, jedenfalls nicht wenn es so weiter läuft wie bisher. Ich befürchte, es muss etwas tragisches passieren, bis man Medienbashing untersagt/einschränkt, Es muss halt nachhaltig bewiesen werden, dass - um auf das Bsp. Bild zurückzukommen - aktiv die Psyche angegriffen wird und als Konsequenz ein Schaden resultiert, eine Verletzung der Würde des Menschen z.B.
Im Extremfall wird die Psyche des Menschen angegriffen, ohne das jemand es mitkriegt. So Vorfälle werden weggesteckt und nach 2 Monaten erinnert sich keiner mehr daran, bis ein neuer Vorfall heraufbeschworen wird und es heißt "Wie vor 2 Monaten als...".Das geht in einem Teufelskreis endlos weiter, da ja den Medien kein Einhalt geboten wird.
Wie kann man also aus dem Teufelskreis ausbrechen?
Nun, entweder man wählt die lahm'sche Lösung und unterwirft sich dem Medienmonopol, in diesem Fall der Bild. Man wird zum Hündchen der Zeitung, sagt nichts böses über sie und liefert schön private Einblicke. Im Gegenzug wird man als Engel, Heilsbringer und Messias dargestellt.
Gegen die Bild vorgehen jedoch kann man nicht. Es ist unmöglich, dass jahrelang aufgebaute Monopol der Medien zu stürzen. Die Bild macht Umsätze und hat Einfluss in Dimensionen, die für einen Fußballer allein viel zu groß sind.
Die letzte Möglichkeit dem Teufelskreis zu entkommen ist der Tod. So makaber es auch klingen mag, aber sofern man nicht tot ist, wird es so weitergehen. Es reicht natürlich, wenn man "medial" tot ist. Seine Karriere beenden und zurückziehen. Sofern man sich auf keinerlei Großveranstaltungen blicken lässt, wird man langweilig für die Medien.
Aber auch der richtige Tod ist ein Ausweg. Ein Ausweg den Robert Enke gewählt hat. Gewiss nicht unbedingt um den Medien zu entkommen, doch was ist, wenn es mal einen Fußballer/Promi geben sollte, der den Medien nicht Paroli bieten kann und sich dem psychischen Druck beugt?
Nochmals: Enke beziehe ich hier nicht mit ein, weil ich die Medien für seinen Tod verantwortlich mache.
Man sollte an dem Fall Enke sehen, dass psychische Belastungen nicht unbedingt anzusehen und anzumerken sind. Muss es wirklich erst das Leben eines Menschen fordern, damit auch die letzten Idioten einsehen, dass den Medien Einhalt geboten werden muss? Wäre solch ein Resultat nicht im Grunde die Verletzung der menschlichen Würde, eigentlich sogar des Rechts auf Lebens?
So überspitzt diese Sache klingen mag, so unrealistisch muss sie nicht sein. Natürlich, von dem Fall Schweinsteiger auf einen Selbstmord schließen ist weit hergeholt. Doch der Fall Deisler hat gezeigt, was die Medien alles bewirken können. Zudem gibt es immer ein erstes Mal und wenn wir mittlerweile schon bei Abhörung und monatelanger Erniedrigung sind, wie weit ist dann ein Selbstmord als Folge noch entfernt? Wir haben Glück, dass in diesen zwei Fällen zwei weitestgehend starke Persönlichkeiten betroffen waren, aber wollen wir wirklich warten, bis es mal den falschen trifft?
Natürlich nicht.
Aber selbst ich kann mir keinen Ausweg ausdenken. Wie soll man solchen Journalisten Einhalt gebieten? Sie haben Leute wie mich immerhin zum Lesen ihres Inhaltes gebracht. Ihre Artikel müssen ja nicht mal gut oder schlüssig sein. Sie müssen Aufmerksamkeit und Interesse wecken.
Sofern unsere Gesellschaft also "News-Geil" ist - bevor Vorwürfe der Heuchelei aufkommen: ich zähle mich auch dazu - wird diesen Journalisten niemals Einhalt geboten.
Wozu dieser Blog dann gut ist?
a) Dampf ablassen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass Reporter solche Macht, solchen Einfluss besitzen und nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.
b) Einen Schweinsteiger in Schutz nehmen, oder auch alle anderen Prominenten die dann auch mal aggressiv auf so etwas reagieren. Lieber so als anders.
Hoffen wir, dass meine Prognose wie so oft einfach falsch ist und es bei solchen Wutausbrüchen bleibt.
00:45, Freitag den 29.04.11
Ich schreibe an meiner Facharbeit, eigentlich. Ich benötige allerdings dringend eine Pause von der ganzen Schreiberei und klicke auf Spox rum. Mir fällt der Schweinsteiger-Ausraster Artikel ins Auge. Schon gelesen. Dann ein Artikel über Rooney und die Abhöraffäre. In meinem Kopf spielt es sich wie folgt ab:
Wie kann es sein, dass weitestgehend professionelle Journalisten, oder zumindest Personen die eben solche sein wollen, zu solchen Mitteln greifen? Wie kann es sein, dass ein Fußballer bis aufs äußerste erniedrigt wird und der andere sogar abgehört wird, nur um die eigene Zeitung zu verkaufen? Wie kann es sein, dass der Journalist für den erstgenannten Fall sogar davon kommt? Wie kann es sein, dass das legitim und legal ist?
Ihr werdet denken: Meinungs- und Pressefreiheit. Natürlich.
Doch sind auch nicht wir es, die der Jugend und der Zukunft predigen, dass gegenseitiger Respekt die Norm für jede Gesellschaft sein sollte? Sind nicht wir diejenigen, die mittlerweile "Anti-Mobbing" - Aktionstage an Schulen einrichten? Sind nicht wir es, die sofort den Finger heben, wenn ein kleines Kind zum anderen "Du bist doof" sagt?
Sollten wir es dann nicht als gutes Vorbild voranschreiten? Sollten wir es dann nicht sein, die so etwas nicht tun? Sollten wir es dann nicht sein, die sich gegeneinander respektieren?
Kleine Randnotiz: Ich befürworte Schweinsteigers Reaktion. Was die SportBild (und dadurch die Bild) da getrieben hat war kindisch und äußerst unprofessionell, aber ich erzähle euch vermutlich nichts neues.
Natürlich ist es uns allen gegönnt unsere Meinung kundzutun, wir dürfen sie sogar drucken und verteilen. Jedoch werden diese Grundrechte eingeschränkt. Sie dürfen die menschliche Würde keineswegs verletzen.
So ein Vorfall wird natürlich nicht als Verletzung der Menschenwürde erachtet, aber warum eigentlich nicht?
Ergründen wir erst einmal, warum es überhaupt zu solchen Vorfällen kommt:
Sofern unsere Gesellschaft die Eskapaden von Promis weiterhin für interessant empfindet, wird es sowas noch häufiger geben.
Für Journalisten sind solche Stories natürlich eine Lebenswichtig, weil sie sich so in der Medienwelt profilieren können und sich ihr Leben sichern. Da sowas natürlich dann auch gern gelesen wird, braucht man natürlich immer die Maxime, das Non-Plus-Ultra der Stories.
Aus Verzweiflung wird dann zu solchen Mitteln gegriffen wie bei Rooney der Fall. Selbst die legale Vorgehensweise halte ich nicht unbedingt für moralisch korrekt. Schließlich wird sich wochenlang über Eskapaden das Maul zerrissen, die die Zeitungen selbst erzeugt/hervorgebracht haben. Als ob die Bild z.B jetzt nicht wochenlang noch auf Schweinis Ausraster berichten würde. Heraufbeschworen von der Bild selbst.
Kommen wir zum Knackpunkt der ganzen Sache:
Diesen Journalisten wird niemals Einhalt geboten, jedenfalls nicht wenn es so weiter läuft wie bisher. Ich befürchte, es muss etwas tragisches passieren, bis man Medienbashing untersagt/einschränkt, Es muss halt nachhaltig bewiesen werden, dass - um auf das Bsp. Bild zurückzukommen - aktiv die Psyche angegriffen wird und als Konsequenz ein Schaden resultiert, eine Verletzung der Würde des Menschen z.B.
Im Extremfall wird die Psyche des Menschen angegriffen, ohne das jemand es mitkriegt. So Vorfälle werden weggesteckt und nach 2 Monaten erinnert sich keiner mehr daran, bis ein neuer Vorfall heraufbeschworen wird und es heißt "Wie vor 2 Monaten als...".Das geht in einem Teufelskreis endlos weiter, da ja den Medien kein Einhalt geboten wird.
Wie kann man also aus dem Teufelskreis ausbrechen?
Nun, entweder man wählt die lahm'sche Lösung und unterwirft sich dem Medienmonopol, in diesem Fall der Bild. Man wird zum Hündchen der Zeitung, sagt nichts böses über sie und liefert schön private Einblicke. Im Gegenzug wird man als Engel, Heilsbringer und Messias dargestellt.
Gegen die Bild vorgehen jedoch kann man nicht. Es ist unmöglich, dass jahrelang aufgebaute Monopol der Medien zu stürzen. Die Bild macht Umsätze und hat Einfluss in Dimensionen, die für einen Fußballer allein viel zu groß sind.
Die letzte Möglichkeit dem Teufelskreis zu entkommen ist der Tod. So makaber es auch klingen mag, aber sofern man nicht tot ist, wird es so weitergehen. Es reicht natürlich, wenn man "medial" tot ist. Seine Karriere beenden und zurückziehen. Sofern man sich auf keinerlei Großveranstaltungen blicken lässt, wird man langweilig für die Medien.
Aber auch der richtige Tod ist ein Ausweg. Ein Ausweg den Robert Enke gewählt hat. Gewiss nicht unbedingt um den Medien zu entkommen, doch was ist, wenn es mal einen Fußballer/Promi geben sollte, der den Medien nicht Paroli bieten kann und sich dem psychischen Druck beugt?
Nochmals: Enke beziehe ich hier nicht mit ein, weil ich die Medien für seinen Tod verantwortlich mache.
Man sollte an dem Fall Enke sehen, dass psychische Belastungen nicht unbedingt anzusehen und anzumerken sind. Muss es wirklich erst das Leben eines Menschen fordern, damit auch die letzten Idioten einsehen, dass den Medien Einhalt geboten werden muss? Wäre solch ein Resultat nicht im Grunde die Verletzung der menschlichen Würde, eigentlich sogar des Rechts auf Lebens?
So überspitzt diese Sache klingen mag, so unrealistisch muss sie nicht sein. Natürlich, von dem Fall Schweinsteiger auf einen Selbstmord schließen ist weit hergeholt. Doch der Fall Deisler hat gezeigt, was die Medien alles bewirken können. Zudem gibt es immer ein erstes Mal und wenn wir mittlerweile schon bei Abhörung und monatelanger Erniedrigung sind, wie weit ist dann ein Selbstmord als Folge noch entfernt? Wir haben Glück, dass in diesen zwei Fällen zwei weitestgehend starke Persönlichkeiten betroffen waren, aber wollen wir wirklich warten, bis es mal den falschen trifft?
Natürlich nicht.
Aber selbst ich kann mir keinen Ausweg ausdenken. Wie soll man solchen Journalisten Einhalt gebieten? Sie haben Leute wie mich immerhin zum Lesen ihres Inhaltes gebracht. Ihre Artikel müssen ja nicht mal gut oder schlüssig sein. Sie müssen Aufmerksamkeit und Interesse wecken.
Sofern unsere Gesellschaft also "News-Geil" ist - bevor Vorwürfe der Heuchelei aufkommen: ich zähle mich auch dazu - wird diesen Journalisten niemals Einhalt geboten.
Wozu dieser Blog dann gut ist?
a) Dampf ablassen. Ich kann es einfach nicht fassen, dass Reporter solche Macht, solchen Einfluss besitzen und nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.
b) Einen Schweinsteiger in Schutz nehmen, oder auch alle anderen Prominenten die dann auch mal aggressiv auf so etwas reagieren. Lieber so als anders.
Hoffen wir, dass meine Prognose wie so oft einfach falsch ist und es bei solchen Wutausbrüchen bleibt.
Aufrufe: 13749 | Kommentare: 55 | Bewertungen: 42 | Erstellt:29.04.2011
ø 8.5
KOMMENTARE
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29.04.2011 | 09:49 Uhr
+4
-7
Rodnox :
Das schlimme in Schweinsteigers Fall ist ja, der muss garnicht abgehört werden. Der hat mit Philip Lahm einen Kapitän, welcher bei der Bild unter Vertrag steht un die Internas brühwarm ausplaudert. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde.
Schweini, komm nach England
....
29.04.2011 | 15:38 Uhr
+7
-1
Voegi :
sehr interesanter und bedenkenswerter zwischenruf, dem ich in der sache aber nur bedingt zustimmen kann.zunächst mal beobachte ich die (wachsende) medienmacht genau wie du mit großer skepsis und frage ich ebenfalls, wie man dieser entwicklung begegnen kann.
aber zwei aspekte stören mich in deiner darstellung:
zum einen sollte man die fälle rooney und schweinsteiger nicht in einen topf werfen. bei rooney geht es um völlig inakzeptable/kriminelle machenschaften der medien, die weit außerhalb des erträglichen liegen. bei schweinsteiger geht es um eine harte, womöglichen zu harte kritik seitens der medien. das eine kann man mit dem anderen nicht vergleichen. ich habe den atrikel über schweinsteiger gelesen und finde, er benennt einige durchaus zutreffende kritikpunkte: schweinsteiger ist oftmals nicht zu sehen, wenn man ihn braucht. seine leaderrolle erfüllt er auf dem platz einfach zu selten. ihm unterlaufen zu viele leichte fehler, so dass er natürlich auch an akzeptanz verliert. ich finde, das muss man sagen dürfen.
aber natürlich hatte der beitrag in der sport-bild etwas von einer generalabrechnung, die mitunter persönlich wurde und daher insgesamt etwas daneben ist. deshalb ist schweinsteigers verägerung (wenn auch vielleicht nicht in dieser form) verständlich. aber er muss sich eben auch an die eigene nase fassen.
langer rede kurzer sinn: der fall schweinsteiger taugt m.e. nur sehr bedingt, um die macht der medien kritisch zu hinterfragen. mit der abhöraffäre rooney ist er jedenfalls nicht vergleichbar.
und schließlich würde ich nicht wieder den fall enke heranziehen. natürlich kann man da auch die bedeutung der medien ablesen. im kern zeigt enkes suizid aber doch vielmehr etwas über die befindlichkeit unserer gesellschaft im allgemeinen auf.
wenn ich auch in der sache nicht ganz zustimmen kann, so bleibt es doch ein guter blog, der anlass zu diskussionen gibt. danke, skim!
29.04.2011 | 17:22 Uhr
+2
-2
Skim :
Zunächst einmal: Danke für das Feedback!@voegi:
Natürlich sehe ich ein, dass bei dem besagten Artikel der Bild auch ein Fünkchen Wahrheit drin steckt. Den gibt es bei der Bild allerdings fast immer, nur wird es aufgebauscht und oft auch falsch vermittelt um einen gewissen Eindruck zu erzielen. Wie du selbst schon sagst, wurde hier gezielt die Person Schweinsteiger angegriffen.
Gerade weil der Fall Rooney schon die Grenzen jeglicher Rechtslagen überschreitet, habe ich ihn hier mit eingebunden.
Für mich ist die Sache mit Schweinsteiger auch "völlig inakzeptabel".
Den Fall Enke heranzuziehen war lediglich um zu verdeutlichen, dass solche Dinge auch vom Fußball nicht entfernt bleiben.
Wie Adriano schon gesagt hat wird viel zu oft im Volk gesagt "Ach, die kriegen soviel Geld, die müssen damit klarkommen".
Aber dem ist einfach nicht so. Sportler sind auch nur Menschen, mit Problemen!
Um die Verbindung zu dem Medieneinfluss herzustellen habe ich dann auch bewusst Deisler noch herangeführt. Auf der einen Seite Enke, auf der anderen Seite Deisler. Für mich ist es lediglich eine Frage der Zeit, bis es eine Person gibt, die quasi "beide verkörpert".
29.04.2011 | 17:50 Uhr
+3
0
Voegi :
was mich bei allem (weniger bei deinem blog, vielmehr im allgemeinen) stört, ist, dass schweinsteiger in die rolle des märtyrers gerät, der sich (endlich) traut, etwas gegen den bild-"journalismus" zu tun. das ist aber nur ein teil der wahrheit.denn richtig ist wohl auch, dass sich schweinsteiger hier gegen einen bestimmten artikel zur wehr setzt, der seine person betrifft. es geht doch weniger um ein vorgehen gegen die bild im allgemeinen als vielmehr um eine verteidigung gegen einen persönlichen angriff. das kann man tun und das ist, mal abgesehen von der form, auch in ordnung. man sollte es aber eben nicht zu einem mutigen und längst überfälligen gegenangriff gegen den boulevard hochstilisieren. schweinsteigers reaktion war doch vor allen dingen eine persönliche frustaktion.
und zum anderen gerät darüber die sache an sich etwas in den hintergrund. schweinsteiger muss sich eben auch selbst hinterfragen. ich finde, er bleibt zu oft hinter seinen möglichkeiten zurück. oder pointierter ausgedrückt: die aggressiviität und leidenschaft, die er gestern der presse gegenüber zeigte, würde ich gerne öfter auf dem spielfeld sehen. die habe ich zuletzt des öfteren bei ihm vermisst.
29.04.2011 | 18:03 Uhr
0
0
Skim :
Du sprichst was an, was ich auch evtl mit in den Blog packen wollte, aber dann wär ich zu sehr abgeschweift.Ich lese hier auf Spox dauernd Kommentare wie "Endlich zeigts jemand der Bild", aber wie du bereits erklärt hast: Eben nicht. Er setzt sich einfach gegen diesen Artikel zur Wehr, nicht gegen die Bild insgesamt.
Den letzten Punkt den du ansprichst, den würde ich gerne fast jedem Spieler ans Herz legen.(Achtung, Folgendes hat nicht mehr viel mit dem Blog zutun) Auch ein Lahm hinterfragt sich meiner Meinung nach kritisch genug und gerade ein Robben kommt zu so einem Zeitpunkt und fordert Stars, da er scheinbar auch ein paar Führungspersonen vermisst. Sollte er aufgrund seiner Erfahrung nicht solch eine Person sein und aufgrund seines Alters nicht zumindest ein bisschen Verstand besitzen, sodass er in der kritischsten zeit der Saison, welche er sowieso schon halb verpasst hat, nicht noch unnötige rote Karten kassiert?
Also da muss sich die Mannschaft im gesamten einfach mal hinterfragen, ob sie derzeit wirklich an den Grenzen ihrer Möglichkeiten spielt und ob Herz und Verstand derzeit auch am rechten Fleck sind.
29.04.2011 | 23:11 Uhr
+3
-7
Also zum abhören: Skandal. Wird verfolgt, richtig so.
Zum Artikel über Schweinsteiger: Pressefreiheit. Meine Meinung. Ob es nun stimmt oder nicht, ob ich die Reaktion befürworte oder nicht, es ist ein Meinungsbild über die Leistung eines in der Öffentlichkeit stehenden Fußballspielers, wenn man das nicht veröffentlichen darf kann man auch SPOX für den "Flop des Spiels" angreifen. Das ist nämlich neben objektiv auch subjektiv, wie oft beschweren sich Leute über die Wahl.
Es sei mal folgendes festzuhalten: Wer Fußballprofi werden will, will ein Star werden. Wer ein Star werden will weiß vorher, dass er dadurch ins öffentliche Interesse gerät, auch negativ. Ergo hat man es sich selbst ausgesucht. Ich will hier mal auf etwas ganz simples eingehen, oft wird gesagt solche Leute werden zu hoch bezahlt. Die simple Wahrheit ist, dass sie hoch bezahlt werden weil ihre Leistung viel Geld bringen kann und soll, aber noch viel mehr, weil sie dafür kein Leben haben. Wie sagte mal ein Rapper? "I'm getting Millions for not having a Life". Simpel und wahr. Mal Dampf gegenüber den Medien abzulassen ist in Ordnung, kann man machen und entspannt sicherlich. Sich aber über Kritik zu beschweren bei den Leuten, die der Grund für ein Leben im Reichtum sind, ist lächerlich. Soweit muss ein Profi denken können.
Und dann diese Selbstmord-Nummer. Ich bitte einfach mal jeden persönlich, HÖRT AUF ENKE ALS HELDEN DARZUSTELLEN!!! Das ist er nicht. Er hat sich umgebracht in einer Phase seines Lebens, als alles perfekt war. Weil er krank war, weil er nicht die mentale Stärke besaß zu bleiben obwohl er ein Kind und eine Frau hatte, die er einfach im Stich gelassen hat. Der Druck durch die Medien war nicht Schuld, die haben ihn gefeiert. Es war seine Krankheit und seine mentale Schwäche. Er hätte auch andere Wege wählen können und hat es nicht getan. So etwas im Nachhinein zu glorifizieren macht mich fertig.
29.04.2011 | 23:22 Uhr
+2
-6
Alle Profis haben ihre Berater, ihre psychologischen Betreuer, ihre Ansprechpartner. Wenn sie mit den negativen Konsequenzen ihres Berufes nicht leben können, sollen sie sich zurückziehen. Oder den Beruf gar nicht erst wählen, wenn man doch schon merkt, dass man dazu nicht geeignet ist.
Auch Trainer und Funktionäre achten auf die Belastungsfähigkeit ihrer Spieler, sonst gäbe es mehr solcher Fälle. Du kannst den Medien aber nicht die Möglichkeit nehmen ihren Job zu machen. Was denkst du denn, was die für einen Druck in ihrem Job haben? Hol dir eine Story, mach was draus, bring Quote sonst wirst du gefeuert. Nur verdienen diese Leute keine Millionen dafür. Die brauchen das für sich und ihre Familien.
Und dann noch einzelne Punkte:
"Sind nicht wir es, die sofort den Finger heben, wenn ein kleines Kind zum anderen "Du bist doof" sagt?"
Ja sind wir und das ist vollkommen falsch so. Das ist nämlich genau der Grund warum heute so viele Menschen in Therapie gehen, weil sie von klein auf nicht lernen Konflikte selbst zu regeln. Das ist ein unendlich negativer Trend. Genau wie Gewalt in unserer Gesellschaft als etwas abgrundtief böses qualifiziert ist, dabei ist es Naturgegeben und alles andere als schlecht wenn Kinder sich mal etwas kebbeln. Sowas führt durchaus oft zu positiven Charaktermerkmalen und erweitert das Verständnis der eigenen Fähigkeiten wie Krafteinschätzung, Verständnis für Schmerzen eines anderen und damit auch Verantwortungsgefühl und Schuldgefühl um einiges. Weil wir aber alle heute solche Weicheier sind, müssen wir auch alle zu Psychologen die selbst Probleme mit sich haben. Und darum reagieren wir auch dünnhäutig auf den Artikel einer zweitrangigen Sportzeitschrift wie der Sportbild.
Man muss das Thema von der anderen Seite sehen. Jeder kämpft in seinem Job um Erfolg ,jeder um Anerkennung, jeder um Geld. Da sind Reibereien unvermeidbar. Wir müssen nur damit umgehen können, in diesem Fall wie Männer. Nicht wie beleidigte Kinder.
30.04.2011 | 00:28 Uhr
+9
0
arenoir :
Guter Blog also erstmal zehn Punkte. Medienkritik muss immer Teil des Medienkonsums bleiben.
Zum Thema Rooney. Gesetzeswidrig beschaffte Informationen werden rechtliche verfolgt. Bedenklich ist dabei, dass es sich lohnt dieses Risiko einzugehen. Mit dem bloßen Wissen über seine Eskapaden sind wir schon teil der ganzen Maschinerie und dulden indirekt ein solches Vorgehen. Gesetzesübertretungen zur Informationsbeschaffung kennen wir ja auch aus Deutschland (Spiegel-Affäre 62). Die Frage, die sich jeder Stellen sollte, ob der Zweck (Berichte über unmoralisches Verhalten einer öffentlichen Person mit Vorbildfunktion) die Mittel heiligt?
Zu Schweini (hihi). Ich finde es gut, dass er sich über Bild einen Meinung gebildet hat und diese dezent dargelegt hat. Das hat zwar mit investigativem Journalismus nichts zu tun, aber wer die Bild kennt, weiß, dass man sie zwischen den Zeilen lesen muss. Da steckt also mehr Suggestion als Aufklärung drin. Dementsprechend hart waren dann auch seine Worte. Die Bild würde aber nie - "Du Arschloch!" - schreiben, sondern immer - "Schweini, ein Arschloch?" -
Enke finde ich eignet sich nur bedingt für diese Thematik. Er ist ganz bestimmt kein Opfer der Medien. Er ist viel mehr ein Produkt der Medien, oder genauer der Mythos und Held Enke, der durch die mediale Berichterstattung entstanden ist. Im kollektivem Trauerhype wurde Enke quasi zur Bad Bank für alle Unsitten und moralischen Verwerflichkeiten im Fußball. Die Person Enke, welche an einer schweren Erkrankung gelitten hat, tritt gar nicht mehr in Erscheinung.
Gegen diese medialen Auswüchse hilft nur Bildung.
(Bitte nicht mit Bild-Dung verwechseln)
30.04.2011 | 00:32 Uhr
0
-1
Skim :
@Galactic:Deine ersten zwei Absätze kann ich durchaus nachvollziehen und verstehen, aber dann kam das:
"HÖRT AUF ENKE ALS HELDEN DARZUSTELLEN!!!"
Ist das wirklich so rübergekommen? Mir persönlich tut Enke nämlich Leid. Ein Mann wie er, der alle Möglichkeiten hatte, der Erfolg hatte und dann so abgestürzt ist, weil er sich nicht anders zu helfen wusste.
Habe ihn in diesem Blog deswegen auch erwähnt: Um darauf aufmerksam zu amchen, dass es bereits so einen Fall gegeben hat. Eine Art Mahnung, dass wir doch nicht so weit von solch einem Ereignis entfernt sind.
Erneut: ich gebe nicht den Medien für Enke's Tod schuld, aber in Verbindung mit Deisler muss ich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass diese 2 Art der Fälle irgendwann überlappen nicht gering ist.
Mir ist auch bewusst, dass Medien das als Lebensgrundlage haben, doch es geht gewiss auch anders. Wenn über einen Spieler hergezogen wird, hab ich an sich auch nichts dagegen. Nur wenn da jetzt schon aufgrund des Liebling Lahm sogar noch die Mutter Schweinsteigers involviert wird und es scheinbar nicht ein Einzelfall der Bild ist (Hab gelesen, is wohl schon öfters vorgekommen, dass die Bild sich über Schweini so auslässt), dann muss dem Einhalt geboten werden.
Wie gesagt suchen sie immer DIE Topstory, DEN Bestseller schlechthin: Wer sagt denn, dass nicht noch irgendwas schlimmeres von der Bild ausgepackt wird, nur um die Quoten zu stärken.
Nebenbei: Bei Scholl haben sie mal seiner Frau erzählt, er würde sie im Trainingslager betrügen. So weit geht das
Wer sagt denn, dass nicht irgendwann Schweinsteiger noch Drogenkonsum vorgeworfen wird?
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Also, ich sehe prinzipiell auch, dass da vereinzelt übertrieben wird. Aber das ist ein generelles Problem, nicht nur was die Medien angeht. Man neigt dann immer dazu, zu sagen: "der ist ja Profi, der muss damit umgehen können". Oder "dafür verdient der ja auch 6 Millionen!"
Das ist die exponierte Stellung, mit der Promis und Sportler, die den immensen psychischen Druck haben, klar kommen müssen. Zumindest heute. Früher war das wirklich noch anders, aber das ist eben auch mit den Medien-Fortschritten. Jeder kann eben alles über jeden Promi wissen. Dazu kommt dann die knallharte Konkurrenzsitution, wo dann um jeden Klick /Kauf gefeilscht wird.
Die einzige Lösung besteht mMn darin, dass ein Sportler vor Gericht einen Präzedenzfall schafft, der die Privatsphäre der Stars mehr schützt. Aber wirklich vorstellen kann ich's mir nicht...
Wiegesagt...schwieriges Thema!