16.04.2011 um 07:40 Uhr
WWE Revenge Tour 2011 in München
Ich habe noch nie etwas besonderes gewonnen, bis zum vergangenen Dienstag. Gegen Abend wurde mir mitgeteilt, dass mir zwei Ehrenkarten für die WWE Revenge Tour in München gehören, und nicht nur normale, sondern Ehrenkarten sollten es sein. Mir würde damit erlaubt sein einen Blick hinter die Kulissen der WWE zu werfen und ausgewählte Superstars zu treffen. Natürlich habe ich mich riesig gefreut. Meine Erfahrungen möchte ich hier in diesen Blog schildern. Kurz vorweg: Ich hätte niemals gedacht, dass es mir so schwer fallen würde einen derartigen Erfahrungsbericht zu schreiben.
Am Donnerstag, den 14.04. war es so weit, die Smackdown Stars kamen in die Olympiahalle nach München. Neben The Big Show sollten auch andere Wrestling-Größen wie Rey Mysterio, Kane, Kofi Kingston und Edge dabei sein. Ja, Edge, trotz seines verletzungsbedingten Karriereendes war der Rated-R Superstar bis zum Schluss nicht von der Teilnehmerliste gestrichen worden.
Meiner Vorfreude, besonders am frühen Donnerstag in der Arbeit, konnten viele Kollegen nicht besonders viel abgewinnen, Wrestling ist und bleibt halt hier in Deutschland etwas für Randgruppen. Ausgerechnet die BILD München unterstützte mich an diesem Tag allerdings dabei, Wrestling für durchaus sehenswert zu bewerben. Genauer gesagt tat sie dieses in Form eines großen Kelly Kelly Fotos. So wurde ich immerhin etwas beneidet.
Quälende Stunden des Wartens später fanden wir uns dann an der Olypmiahalle wieder, wir sollten uns dort mit Jan-Hendrik Böhmer von Spox treffen um unsere Karten entgegen zu nehmen. Wir waren etwas zu früh und stellten uns von daher zu einigen anderen Fans an den Nebeneingang. Es sollte sich als gute Wahl herausstellen, genau dort zu warten, denn so konnten wir vorweg schon einmal einen Blick auf Cody Rhodes und Big Show werfen, die in einem schwarzen Van vorgefahren wurden. Besonders erwähnenswert seien hierbei Big Shows Kopfhörer, die einfach riesig waren. Etwas später durften wir dann unsere Tickets in Empfang nehmen und sollten uns gegen 19:00 Uhr wieder zum Nebeneingang begeben um zum Meet&Greet eingelassen zu werden. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass diese Wartezeit mit Abstand die Längste war.
Gemeinsam mit anderen Fans wurden wir dann in die Katakomben der Olympiahalle geführt, direkt hinein in einen kleinen Raum mit 3 Stühlen, 3 Tischen und einem Haufen Stifte. Nun hieß es wieder warten. Es waren einige Fans dabei, die im Gegensatz zu uns schon andere WWE-Stars getroffen haben. Wir fühlten uns irgendwie ahnungslos und unvorbereitet. Wir fühlten uns... ja, irgendwie zu "normal" zwischen den - ich bezeichne sie jetzt einfach mal als - Wrestling-Ultras.
Dann plötzlich ertönt eine enorm basslastige Stimme und durchdringt den Raum, man ist sich einig: Es kann nur The Big Show sein. Doch herein kommt Kelly Kelly (besonders mein Kumpel und ich haben uns darüber wirklich sehr gefreut) und... Ja, wer war eigentlich der andere? Jedenfalls keiner vom Plakat. Wir kennen uns jetzt ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig gut mit dem Wrestling aus. Wir schauen die Großveranstaltungen und kennen die meisten Stars, aber der muskulöse und große Mann, der sich da an den Tisch setzte war uns im ersten Augenblick völlig unbekannt. Ich musste ernsthaft mit mir selbst kämpfen, um ihn nicht als "unrasierten Wade Barrett, der einfach nur anders aussieht als im Fernsehen" abzustempeln. Kelly Kelly brachte mich dann auf die Sprünge, als sie irgendetwas zu ihm sagte und ihn offensichtlich Chris nannte. Nach einer kurzen Überlegung war mir dann klar: Chris Masters saß vor mir. Paradoxerweise habe ich ihn noch tags zuvor auf meiner XBox freigeschaltet, direkt nachdem ich mir ein aktuelles Wrestling-Game zur Einstimmung gekauft hatte. Es war übrigens für mich das erste Mal, dass ich jemandem die Hand schütteln durfte, den ich schon einmal auf der Konsole vermöbelt habe. Ich fühlte mich irgendwie etwas reumütig.
Nach den Autogrammen kamen die Fotos. Chris Masters erwies sich als wahrlich cooler Typ und ging, als wir dran waren, einen Schritt zur Seite, damit wir allein mit Kelly Kelly auf ein Foto können. Ein zweites machten wir dann mit ihm und der Diva gemeinsam. Als jeder sein Foto gemacht hatte, wurden wir auch schon wieder herausgeführt. Gut, der angepriesene Blick hinter die Kulissen erwies sich als relativ mager, aber alleine Kelly Kellys Augenaufschlag beim fragen nach meinem Namen für die Autogrammkarte lies mich sämtliche möglichen Kritikpunkte sofort vergessen.
Wir waren nun völlig im Wrestling-Fieber, also waren wir uns einig: Zum Verkaufstand: T-Shirts kaufen! Hier wurden wir allerdings schnell wieder auf den harten Boden der amerikanischen Marketing-Tatsachen zurückgeholt. 30 Euro für ein T-Shirt erschien uns dann irgendwie doch zu teuer. Auch die anderen Fanartikel waren ähnlich unpreiswert. Wir investieren unser Geld dann lieber in Bier und Bratwurst.
Danach ging es zu unseren Plätzen. Wir saßen nicht ganz vorne dran, aber auch nicht ewig weit weg. Wir hatten gute Plätze konnten alles sehr gut erkennen und waren zufrieden. Die Halle war vielleicht zur Hälfte ausverkauft, etwas schade eigentlich, aber leider nicht von uns zu ändern. Die Stimmung war dennoch gut und die Show begann mit einer Battle-Royal, der Sieger würde später einen Kampf um den Interkontinental-Titel gegen Wade Barrett erhalten. Gewonnen hat Kofi Kingston, der Gürtel wechselte nicht den Besitzer. Ich möchte jetzt gar nicht weiter auf die Matches eingehen, der Blog sollte sich viel mehr um die Show als solches drehen. Nur so viel noch: Edge erschien wirklich, wurde gefeiert, erklärte noch einmal, dass er seine Karriere beenden muss und wurde unterbrochen von Alberto del Rio, der sich damit brüstetet, Edges Karriere beendet zu haben, Edge entschuldigte sich, dass er das versprochene Match nicht bestreiten darf, besorgte aber schnellstens Ersatz in Form von Kane. In einem "Munich-Streetfight" durfte Kane dann den vorlauten Mexikaner auch besiegen und wirklich viele Wrestler kamen noch einmal zum Ring um Edge noch einmal zu danken und ihn zu feiern. Damit ging die gut zweistündige Show dann auch zu Ende.
Was bleibt mir noch zu sagen: Nun, wir wissen alle, dass Wrestling Showkampf ist. Das wurde in live noch deutlicher, als im Fernsehen meiner Meinung nach. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, als würden die Wrestler mit angezogener Handbremse kämpfen, es war bei weitem nicht alles so spektakulär wie auf dem Bildschirm zu Hause.
Spaß beim Anschauen machten mir besonders die "Bösewichte", die es wirklich gut verstanden die Zuschauer anzuheizen. Jack Swagger sammelte bei mir einige Pluspunkte, brachte er doch das Publikum fast zum kochen durch seine arrogante Art.
Fail des Abends waren für mich die enormen Fanartikelpreise und die Tatsache, dass es kein kleines Programmheftchen gab, in dem noch einmal alle Stars aufgelistet sind usw.
Aber alles in Allem war es ein tolles Erlebnis und nicht unser letzter Besuch bei einer Tour.
Vielen Dank Spox!
Am Donnerstag, den 14.04. war es so weit, die Smackdown Stars kamen in die Olympiahalle nach München. Neben The Big Show sollten auch andere Wrestling-Größen wie Rey Mysterio, Kane, Kofi Kingston und Edge dabei sein. Ja, Edge, trotz seines verletzungsbedingten Karriereendes war der Rated-R Superstar bis zum Schluss nicht von der Teilnehmerliste gestrichen worden.
Meiner Vorfreude, besonders am frühen Donnerstag in der Arbeit, konnten viele Kollegen nicht besonders viel abgewinnen, Wrestling ist und bleibt halt hier in Deutschland etwas für Randgruppen. Ausgerechnet die BILD München unterstützte mich an diesem Tag allerdings dabei, Wrestling für durchaus sehenswert zu bewerben. Genauer gesagt tat sie dieses in Form eines großen Kelly Kelly Fotos. So wurde ich immerhin etwas beneidet.
Quälende Stunden des Wartens später fanden wir uns dann an der Olypmiahalle wieder, wir sollten uns dort mit Jan-Hendrik Böhmer von Spox treffen um unsere Karten entgegen zu nehmen. Wir waren etwas zu früh und stellten uns von daher zu einigen anderen Fans an den Nebeneingang. Es sollte sich als gute Wahl herausstellen, genau dort zu warten, denn so konnten wir vorweg schon einmal einen Blick auf Cody Rhodes und Big Show werfen, die in einem schwarzen Van vorgefahren wurden. Besonders erwähnenswert seien hierbei Big Shows Kopfhörer, die einfach riesig waren. Etwas später durften wir dann unsere Tickets in Empfang nehmen und sollten uns gegen 19:00 Uhr wieder zum Nebeneingang begeben um zum Meet&Greet eingelassen zu werden. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass diese Wartezeit mit Abstand die Längste war.
Gemeinsam mit anderen Fans wurden wir dann in die Katakomben der Olympiahalle geführt, direkt hinein in einen kleinen Raum mit 3 Stühlen, 3 Tischen und einem Haufen Stifte. Nun hieß es wieder warten. Es waren einige Fans dabei, die im Gegensatz zu uns schon andere WWE-Stars getroffen haben. Wir fühlten uns irgendwie ahnungslos und unvorbereitet. Wir fühlten uns... ja, irgendwie zu "normal" zwischen den - ich bezeichne sie jetzt einfach mal als - Wrestling-Ultras.
Dann plötzlich ertönt eine enorm basslastige Stimme und durchdringt den Raum, man ist sich einig: Es kann nur The Big Show sein. Doch herein kommt Kelly Kelly (besonders mein Kumpel und ich haben uns darüber wirklich sehr gefreut) und... Ja, wer war eigentlich der andere? Jedenfalls keiner vom Plakat. Wir kennen uns jetzt ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig gut mit dem Wrestling aus. Wir schauen die Großveranstaltungen und kennen die meisten Stars, aber der muskulöse und große Mann, der sich da an den Tisch setzte war uns im ersten Augenblick völlig unbekannt. Ich musste ernsthaft mit mir selbst kämpfen, um ihn nicht als "unrasierten Wade Barrett, der einfach nur anders aussieht als im Fernsehen" abzustempeln. Kelly Kelly brachte mich dann auf die Sprünge, als sie irgendetwas zu ihm sagte und ihn offensichtlich Chris nannte. Nach einer kurzen Überlegung war mir dann klar: Chris Masters saß vor mir. Paradoxerweise habe ich ihn noch tags zuvor auf meiner XBox freigeschaltet, direkt nachdem ich mir ein aktuelles Wrestling-Game zur Einstimmung gekauft hatte. Es war übrigens für mich das erste Mal, dass ich jemandem die Hand schütteln durfte, den ich schon einmal auf der Konsole vermöbelt habe. Ich fühlte mich irgendwie etwas reumütig.
Nach den Autogrammen kamen die Fotos. Chris Masters erwies sich als wahrlich cooler Typ und ging, als wir dran waren, einen Schritt zur Seite, damit wir allein mit Kelly Kelly auf ein Foto können. Ein zweites machten wir dann mit ihm und der Diva gemeinsam. Als jeder sein Foto gemacht hatte, wurden wir auch schon wieder herausgeführt. Gut, der angepriesene Blick hinter die Kulissen erwies sich als relativ mager, aber alleine Kelly Kellys Augenaufschlag beim fragen nach meinem Namen für die Autogrammkarte lies mich sämtliche möglichen Kritikpunkte sofort vergessen.
Wir waren nun völlig im Wrestling-Fieber, also waren wir uns einig: Zum Verkaufstand: T-Shirts kaufen! Hier wurden wir allerdings schnell wieder auf den harten Boden der amerikanischen Marketing-Tatsachen zurückgeholt. 30 Euro für ein T-Shirt erschien uns dann irgendwie doch zu teuer. Auch die anderen Fanartikel waren ähnlich unpreiswert. Wir investieren unser Geld dann lieber in Bier und Bratwurst.
Danach ging es zu unseren Plätzen. Wir saßen nicht ganz vorne dran, aber auch nicht ewig weit weg. Wir hatten gute Plätze konnten alles sehr gut erkennen und waren zufrieden. Die Halle war vielleicht zur Hälfte ausverkauft, etwas schade eigentlich, aber leider nicht von uns zu ändern. Die Stimmung war dennoch gut und die Show begann mit einer Battle-Royal, der Sieger würde später einen Kampf um den Interkontinental-Titel gegen Wade Barrett erhalten. Gewonnen hat Kofi Kingston, der Gürtel wechselte nicht den Besitzer. Ich möchte jetzt gar nicht weiter auf die Matches eingehen, der Blog sollte sich viel mehr um die Show als solches drehen. Nur so viel noch: Edge erschien wirklich, wurde gefeiert, erklärte noch einmal, dass er seine Karriere beenden muss und wurde unterbrochen von Alberto del Rio, der sich damit brüstetet, Edges Karriere beendet zu haben, Edge entschuldigte sich, dass er das versprochene Match nicht bestreiten darf, besorgte aber schnellstens Ersatz in Form von Kane. In einem "Munich-Streetfight" durfte Kane dann den vorlauten Mexikaner auch besiegen und wirklich viele Wrestler kamen noch einmal zum Ring um Edge noch einmal zu danken und ihn zu feiern. Damit ging die gut zweistündige Show dann auch zu Ende.
Was bleibt mir noch zu sagen: Nun, wir wissen alle, dass Wrestling Showkampf ist. Das wurde in live noch deutlicher, als im Fernsehen meiner Meinung nach. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, als würden die Wrestler mit angezogener Handbremse kämpfen, es war bei weitem nicht alles so spektakulär wie auf dem Bildschirm zu Hause.
Spaß beim Anschauen machten mir besonders die "Bösewichte", die es wirklich gut verstanden die Zuschauer anzuheizen. Jack Swagger sammelte bei mir einige Pluspunkte, brachte er doch das Publikum fast zum kochen durch seine arrogante Art.
Fail des Abends waren für mich die enormen Fanartikelpreise und die Tatsache, dass es kein kleines Programmheftchen gab, in dem noch einmal alle Stars aufgelistet sind usw.
Aber alles in Allem war es ein tolles Erlebnis und nicht unser letzter Besuch bei einer Tour.
Vielen Dank Spox!
Aufrufe: 4964 | Kommentare: 6 | Bewertungen: 4 | Erstellt:16.04.2011
ø 9.8
KOMMENTARE
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18.04.2011 | 11:39 Uhr
+3
0
MiHau :
wirklich gut geschrieben, daumen hoch! ich bin auch etwas neidisch, schließlich bin ich seit 2008 auch großer fan der wwe und ein meet and greet ist schon was feines, aber hat halt nicht sollen sein, vielleicht beim nächsten gewinnspiel. was mich noch interessiert: du bezeichnest dich als "nicht so großen fan", hat die show was daran geändert?
18.04.2011 | 13:34 Uhr
+1
-5
Aber ich wollt euch nicht den Spaß daran nehmen, jeder wie er mag. Ich finde nur das sollte man auch nicht vergessen oder totschweigen...
18.04.2011 | 13:42 Uhr
0
0
tufknas :
@MiHau: Vielen Dank für die netten Worte. Nun zu Deiner Frage: Es ist nicht wirklich einfach zu beantworten, ob ich ein größerer Fan geworden bin. Sicherlich hatte ich bedingt durch die Show einen kleinen Hype, aber ich denke nicht, dass der auf längere Zeit bestehen bleibt. Ich gehe davon aus, dass sich mein Wrestling-Interesse auch in Zukunft auf die Großveranstaltungen beschränken wird und ich mir die wöchentlichen Shows nur ansehe, wenn ich sie gerade mal zufällig einschalte.@Grishnakh: Ja, ich gebe Dir recht, es ist wirklich erschreckend, wie viele Wrestler so früh sterben. Da sollten die Veranstalter vielleicht mehr gegen an gehen. Auf der anderen Seite: Jeder ist für seine Gesundheit selbst verantwortlich. Ich glaube nicht, dass die WWE den Wrestlern vorschreibt, welche Art Medikamente usw sie zu nehmen haben.
18.04.2011 | 17:12 Uhr
+1
0
mrpink27 :
"Es war übrigens für mich das erste Mal, dass ich jemandem die Hand schütteln durfte, den ich schon einmal auf der Konsole vermöbelt habe."Der Satz ist Gold wert.
Zur "Show". Ich wundere mich, bzw. ich bewundere, dass im TV das Timing mit Kamera-Schnitt usw. passt. Aber die Wrestler brauchen schon einige Pausen um ihren bösen Blick zu machen oder für Zeitlupen. Das mag in der Halle alles noch einen Tick langsamer erscheinen. (Wobei das körperlich so anstrengend ist, dass ich auch kein irres Tempo erwarten würde.)
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