22.02.2008 um 17:49 Uhr
Vergleich Südkorea und Deutschla
Während in Deutschland die Killerspiel-Problematik unserer Politiker weitergeht, ist in Südkorea für uns Spieler wohl das Unmögliche passiert. Der 66-Jährige Lee Myung-bak wird Präsident des Landes und das als bedeutender eSportler und sogar Teilnehmer eines WorldCyberGames-Events. Zuvor war er Geschäftsführer von unterschiedlichen Hyundai-Gesellschaften und anschließend Bürgermeister von Seoul. Abends, sagt er, spielt er gerne mal eine Runde StarCraft, zur Entspannung und Abwechslung.

Was in China geehrt wird, ist in Deutschland gehasst. In China gibt es eSport- Akademien und Hochschulen, in denen potenzielle Talente für den eSport ausgebildet und unterrichtet werden - In Deutschland schlicht undenkbar. Killerspiel-Debatten führen unsere Politiker, schieben die Schuld an Amok-Läufen auf Counter-Strike, da dies die Personen aggressiv mache – viele Studien, die das Gegenteilige sagen, werden nicht beachtet. Hingegen werden Beiträge im öffentlichen rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt, die absichtlich dramatisiert werden, wie mehrere Beiträge in der Sendung PANORAMA vom ZDF. Es wurden zum Beispiel 20 Minuten eines langen Gesprächs mit zwei Gamers rausgeschnitten, die am brutalsten klingen ohne den dazugehörigen Zusammenhang zu erläutern. Ganz nebenbei wurden auch Szenen von amerikanischen Versionen gezeigt, die in Deutschland verboten sind oder Modifikationen von Spielen, die "frei im Internet zum runterladen gibt". Ebenfalls gab Günther Beckstein einige Interviews mit dem Ziel, dass Killerspiel-Käufer mit Haft bestraft werden sollen.

Neben den vielen Aussagen für ein Verbot für so genannte "Killerspiele", wie die von Herrn Stoiber: "Sie animieren Jugendliche, andere Menschen zu töten. […] Das sind völlig unverantwortliche und indiskutable Machwerke, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben dürfen." gibt es aber auch Politiker, wie Katja Kipping (Linke), die gegen ein Verbot der Spiele ist: "Nicht die brutalen PC-Spiele, über deren Wert und Sinn sich sicherlich vortrefflich streiten läßt, sind Ursache für das menschenverachtende Verhalten eines Sebastian B. In seinem Abschiedbrief wird deutlich, dass er selbst seine soziale Situation als Ursache sieht: Leistungsdruck, soziale Auslese, Markenwahn, Wertigkeit nach Größe des Geldbeutels, Zukunftsangst, Ausweglosigkeit"… (Wer jetzt die virtuelle Computerspielwelt)… "als Feindbild ausmacht und lauthals nach Verboten ruft, verzichtet auf ernsthafte Ursachensuche und versucht, den wahren Zustand dieser Gesellschaft zu ignorieren und sich an den realen Problemen junger Menschen vorbeizumogeln."

So ist klar, dass einfach eine Randgruppe gesucht wird, nämlich die eSportler, auf die das Ganze geschoben werden kann um nicht den Zustand der Gesellschaft erkennen zu müssen.

Trotz der Debatte wird in Deutschland der elektronische Sport immer populärer, so dass viele sogar schon mit längerfristigen Investitionen planen, wie die ESL (Electronic Sports Leauge) einen Bau von einer eSport-Arena in Köln mit Platz für über 10.000 Besuchern plant. Ebenso strahlt der Fernsehsender DSF in seiner wöchentlichen Sendung "ScreenShot" einige Fußball-Matches der ESBL aus.

Wir sind gespannt, wie sich der eSport im Jahre 2008 in Deutschland weiterentwickeln wird, in Korea und anderen asiatischen Ländern ist es schon zum Volkssport Nummer Eins geworden, in dem die Spieler im Supermarkt Autogramme geben müssen.
Aufrufe: 507 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 4 | Erstellt:22.02.2008
ø 9.0
eSport  | Vergleich  | Südkorea  | und  | Deutschla  |
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
d4vid
04.03.2008 | 08:29 Uhr
d4vid : Lee Myung-bak
Und Lee Myung-bak war einer der konservativen Kandidaten bei der Wahl!
Das wäre so, als ob der Beckstein Kanzler werden würde und Counter-Strike spielt:D
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