26.06.2010 um 13:30 Uhr
Und was ist mit...
...den Niederländern?
Die Vorrunde ist vorbei, Italien ist draußen, Frankreich ist mehr als nur draußen und Argentinien ist der Top-Favorit. Bei den Brasilianern habe ich das Gefühl, die können immer noch etwas zulegen, wenn sie denn müssen. Aber bisher reicht es auch, ohne sich wirklich anstrengen zu müssen. Nicht mehr machen, als eigentlich nötig. Dies ist die Handschrift von Carlos Dunga.
Die deutsche Nationalmannschaft weiß wohl selbst nicht so wirklich, wo sie steht. Und die Spanier scheinen sich nun endgültig gefangen zu haben und der „Ausrutscher" gegen die Schweiz ist bereits wieder vergessen.
Was über diese Mannschaften geschrieben wird, ist alles richtig. Ebenso, dass die Vorrunde nicht der Fußballleckerbissen geworden ist, den sich so mancher erhofft hatte. Bis auf wenige Ausnahmen. Es wurde über Taktiken philosophiert, über Skandale berichtet und zeitweise waren diese komischen Trompeten interessanter als das Geschehen auf dem Rasen.
Und so ist mir aufgefallen, wie wenig doch über die niederländische Nationalmannschaft berichtet wird. Und das, obwohl sie mit einer schön anzusehenden Bilanz (3 Siege, 5:1 Tore), völlig souverän in die nächste Runde eingezogen sind. Den Fußball den sie gespielt haben, war nicht immer der schönste und auch in ihrem Spiel gab es Momente, in denen ich am liebsten den Fernseher hätte ausgeschaltet. Aber sie haben gewonnen. Und das stimmt mich etwas nachdenklich. Schließlich war es genau das, was den Niederländern immer vorgeworfen wurde. Entweder zerlegen sie ihre Gegner mit grandiosem Offensivfußball, oder sie verlieren. Etwas dazwischen gab es irgendwie nicht. Es schien so, als wollten sie einfach nicht „dreckig" gewinnen. Aber genau das, scheinen sie nun unter Bert van Marwijk gelernt zu haben. Für mich persönlich hat besonders Mark van Bommel einen großen Anteil daran. Er scheint genau der Spieler zu sein, den diese Mannschaft gebraucht hat. Jemanden, der sich in den Ball wirft, auch wenn sie bereits 3:0 in Front liegen. Der sich nicht zu schade ist zu grätschen, auch wenn der Rasen feucht ist.
Hinzu kommt eine solide Abwehr und eine überragende Offensivabteilung, die ich auf eine Stufe mit der der Argentinier stellen würde. Zu welchen Dingen Arjen Robben in der Lage ist, kennen alle aus der Bundesliga. An Rafael van der Vaart werden sich besonders die HSV-Fans gerne erinnern. Und mit Wesley Sneijder verbinden die Bayern-Fans unschöne Erinnerungen. Hinzu kommen mit Robin van Persie und Klaas Jan Huntelaar zwei Top-Stürmer, auch wenn van Persie lange verletzt war und Huntelaar nicht die Form aus der Sasion 2007/08 hat. Aber auch im Sturm haben sie mit Dirk Kuyt einen Arbeiter, für den das Spiel erst zu Ende ist, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Doch genau diese Spieler, finde ich, brauchst du, um Weltmeister zu werden. Die auch in aussichtslosen Situationen vorne weg gehen und damit ein Zeichen setzen. Der Mannschaft noch einmal einen Schub verleihen.
Das könnte die große Stärke der Niederländer sein. Nämlich dass ihr Trainer van Marwijk die Ausgeglichenheit zwischen grandiosen Fußballern, die attraktiven Fußball spielen, aber auch an Spielern, die sich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich den Erfolg, gefunden hat.
Aber vielleicht ist es den Niederländern ja auch ganz recht, wenn sich nicht wirklich jemand um sie kümmert. So können sie still und leise ihre „Mission durchziehen", wie es Franck de Boer formuliert hatte. Spätestens, wenn sie verlieren, wird man ihnen wieder vorwerfen, sie gewinnen nur die schönen Spiele. Oder aber wenn sie den Titel holen sollten, werden viele sagen: wo kamen denn die Niederländer her?
Die Vorrunde ist vorbei, Italien ist draußen, Frankreich ist mehr als nur draußen und Argentinien ist der Top-Favorit. Bei den Brasilianern habe ich das Gefühl, die können immer noch etwas zulegen, wenn sie denn müssen. Aber bisher reicht es auch, ohne sich wirklich anstrengen zu müssen. Nicht mehr machen, als eigentlich nötig. Dies ist die Handschrift von Carlos Dunga.
Die deutsche Nationalmannschaft weiß wohl selbst nicht so wirklich, wo sie steht. Und die Spanier scheinen sich nun endgültig gefangen zu haben und der „Ausrutscher" gegen die Schweiz ist bereits wieder vergessen.
Was über diese Mannschaften geschrieben wird, ist alles richtig. Ebenso, dass die Vorrunde nicht der Fußballleckerbissen geworden ist, den sich so mancher erhofft hatte. Bis auf wenige Ausnahmen. Es wurde über Taktiken philosophiert, über Skandale berichtet und zeitweise waren diese komischen Trompeten interessanter als das Geschehen auf dem Rasen.
Und so ist mir aufgefallen, wie wenig doch über die niederländische Nationalmannschaft berichtet wird. Und das, obwohl sie mit einer schön anzusehenden Bilanz (3 Siege, 5:1 Tore), völlig souverän in die nächste Runde eingezogen sind. Den Fußball den sie gespielt haben, war nicht immer der schönste und auch in ihrem Spiel gab es Momente, in denen ich am liebsten den Fernseher hätte ausgeschaltet. Aber sie haben gewonnen. Und das stimmt mich etwas nachdenklich. Schließlich war es genau das, was den Niederländern immer vorgeworfen wurde. Entweder zerlegen sie ihre Gegner mit grandiosem Offensivfußball, oder sie verlieren. Etwas dazwischen gab es irgendwie nicht. Es schien so, als wollten sie einfach nicht „dreckig" gewinnen. Aber genau das, scheinen sie nun unter Bert van Marwijk gelernt zu haben. Für mich persönlich hat besonders Mark van Bommel einen großen Anteil daran. Er scheint genau der Spieler zu sein, den diese Mannschaft gebraucht hat. Jemanden, der sich in den Ball wirft, auch wenn sie bereits 3:0 in Front liegen. Der sich nicht zu schade ist zu grätschen, auch wenn der Rasen feucht ist.
Hinzu kommt eine solide Abwehr und eine überragende Offensivabteilung, die ich auf eine Stufe mit der der Argentinier stellen würde. Zu welchen Dingen Arjen Robben in der Lage ist, kennen alle aus der Bundesliga. An Rafael van der Vaart werden sich besonders die HSV-Fans gerne erinnern. Und mit Wesley Sneijder verbinden die Bayern-Fans unschöne Erinnerungen. Hinzu kommen mit Robin van Persie und Klaas Jan Huntelaar zwei Top-Stürmer, auch wenn van Persie lange verletzt war und Huntelaar nicht die Form aus der Sasion 2007/08 hat. Aber auch im Sturm haben sie mit Dirk Kuyt einen Arbeiter, für den das Spiel erst zu Ende ist, wenn der Schiedsrichter abgepfiffen hat. Doch genau diese Spieler, finde ich, brauchst du, um Weltmeister zu werden. Die auch in aussichtslosen Situationen vorne weg gehen und damit ein Zeichen setzen. Der Mannschaft noch einmal einen Schub verleihen.
Das könnte die große Stärke der Niederländer sein. Nämlich dass ihr Trainer van Marwijk die Ausgeglichenheit zwischen grandiosen Fußballern, die attraktiven Fußball spielen, aber auch an Spielern, die sich auf das wesentliche konzentrieren, nämlich den Erfolg, gefunden hat.
Aber vielleicht ist es den Niederländern ja auch ganz recht, wenn sich nicht wirklich jemand um sie kümmert. So können sie still und leise ihre „Mission durchziehen", wie es Franck de Boer formuliert hatte. Spätestens, wenn sie verlieren, wird man ihnen wieder vorwerfen, sie gewinnen nur die schönen Spiele. Oder aber wenn sie den Titel holen sollten, werden viele sagen: wo kamen denn die Niederländer her?
Aufrufe: 618 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 1 | Erstellt:26.06.2010
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Holland-Berti, wie van Marwijk so originell vom deuteschen Boulevard genannt wurde hat den von van Basten eingeläuteten Wandel zum ergebnisorientierten Fußball fortgesetzt und verfeinert, daher ist den
Oranjes auch in der KO-Phase einiges zuzutrauen.