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13.04.2011 um 17:38 Uhr
Typisch britisch?
In der Premier League spielen die Mannschaften britisch! So das Klischee. Doch ist das so?

Dazu muss man erst einmal definieren was denn genau britisch bedeutet. Britisch heißt wohl brutal hart, schnell und direkt. Lange Bälle als Stilmittel, die Grätsche als Waffe. Kick and Rush. Viele Attribute die den englischen Fussball beschreiben oder jedenfalls zugeschrieben werden. Doch Ballzauberer, Techniker und Virtuosen haben nach dieser Ansicht keinen Platz im harten Sport von der Insel.

Doch die Zeiten in denen das so war sind vorbei, die Mannschaften unterscheiden sich sehr in ihrer Spielweise, in der Philosophie und in ihrer Geschichte, der Seele.

Mittlerweile sind die Mannschaften zum großem Teil durch Ausländer geprägt, es kommt vor das Mannschaften wie Arsenal London schon mal ganz ohne Engländer auskommen, auch wenn sie sich inzwischen wieder darum bemühen junge Engländer zu fördern.

Dies hat vielerlei Gründe. In der Scoutingabteilung wird nach jungen Spielern im Ausland gesucht, die dann lange an den Verein gebunden werden sollen und später zu Superstars werden sollen, teilweise sogar schon mit 12 Jahren aus Südamerika. Durch die internationale Konkurenz haben es junge Engländer äußerst schwer sich durchzusetzen und Spielpraxis zu sammeln. Doch man muss auch erwähnen das es zuletzt mehrere Spieler, wie Beckford (Everton), Wilshere (Arsenal), Rodwell (Everton) und einige weitere den Sprung in die Elite und sogar ins Nationalteam geschafft haben.

Ein weiterer Grund ist allerdings viel bedeutender. Die Mannschaften, von Spitzenmannschaften bis in den Tabellenkeller der Premier League, kaufen für viel Geld, welches sie auch von ihren Investoren zur Verfügung gestellt bekommen, Spieler, die sich bereits im Ausland bewährt haben und nun die einheimische Liga bestimmen.

So kommt es dazu, dass es wenige Engländer in der Spitze des englischen Fussballs schaffen sich zu behaupten und es viele Ausländer, die die Liga prägen und die Premier League zur vielleicht besten Liga der Welt gemacht haben, bestimmen. Sie bringen die Mentalität und die Spielweise mit auf die Insel, genau wie die ausländischen Trainer, wie Arsene Wenger oder Carlo Ancelotti. Eine Entfremdung, eine Lossagung von den Wurzel des englischen Fussballs nimmt den Gang.

Arsenal, Chelsea, Tottenham, Manchester City und noch einige mehr spielen mittlerweile keinen britischen Fussball mehr, vielmehr spielen sie Mittel-Südeuropäischen Fussball, wie er in Frankreich, Italien, Spanien und auch in Deutschland gespielt wird. Technik, Präzision, Kreativität und Finess sind einige der Eigenschaften die den Fussball der Premier League bestimmen. Nani, Arshavin, Fabregas, Nasri, Modric, van der Vaart, Malouda, Ramires, Torres,..., eine Liste unzähliger Weltklassespieler die die Gesichter der Teams darstellne sind es die den Fussball zelebrieren.

Es gib nur noch wenige Teams, die britischen Fussball spielen, Manchester United is eines davon. Sir Alex lässt sie immernoch höchst erfolgreichen, britisch geprägten Fussball und das höchst erfolgreich, doch auch der schnelle, direkte Fussball der Red Devils ist von Technikern wie Nani geprägt, die dem Fussball und dem Spiel Uniteds zu Erfolg führen und ohne die der Erfolg nicht zu erreichen wäre.

Dieser Trend ist aber ein Grund für die Misere der Nationalmannschaft die in letzter Zeit wenige Erfolge einfahren konnte, aber nun mit den "neuen Talenten" wird alles besser, so jedenfalls Capello, der die junge Mannschaft der Deutschen als Vorbild ausrief.

Fazit: Den "echten" britischen Fussball gibt es so nicht mehr, er wurde von den vielen Ausländern verändert und geprägt, aber ein paar Mannschaften wie ManU schaffen es noch den englischen Fussball noch ein wenig zu erhalten.
Aufrufe: 1455 | Kommentare: 5 | Bewertungen: 2 | Erstellt:13.04.2011
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KOMMENTARE
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777
13.04.2011 | 19:57 Uhr
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777 : 
13.04.2011 | 19:57 Uhr
+3
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777 : 
Ich meine der Hauptunterschied zwischen all den Ligen ist die Geschwindigkeit.
Anfang der 90er wurde unglaublich körperbetont gespielt, dieses Merkmal hat die Premier League auch durch den Import nicht verloren. Typisch britisch ist hart und dreckig, und das wird mittlerweile besser durch die Ausländer interpretiert.

Inwiefern die Ausländer den britischen Fussball negativ geprägt oder verändert haben mag ich nicht sagen, da ManU bekannterweise viele Ausländer im Team hat.
15chris15
13.04.2011 | 20:15 Uhr
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15chris15 : Antwort auf vorherigen Kommentar
13.04.2011 | 20:15 Uhr
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15chris15 : Antwort auf vorherigen Kommentar
Dein Kommentar fasst das Thema gut zusammen und ist zugleich auch sehr anregend. Die englische Liga ist unbestritten die schnellste Liga. Aber dies liegt neben den physischen Elementen, die der britische Fussball von sich aus mitbringt, auch davon geprägt, dass die Spieler den Ball trotz des teils irrwitzigen Tempos noch sehr gut kontrollieren und ein technisch hochqualitativen Fussball zu bieten, in so fern haben die (technischversierten) Ausländer den britischen Fussball schon in hohem Maße verbessert, wie ich finde. Und dieser Mix ist es auch der die Qualität, den Erfolg und die Attraktivität ausmacht. Denn ich finde das die spanische Liga technisch den besten Fussball spielt, die Italiener sind ein Vorbild an Organisation, auch wenn das recht klischeehaft rüber kommt, ist es so. Aber die Briten und ihre Legionäre haben es geschafft einen Mix aus den Spielstilen zukreieren. Auch die deutsche Liga kommt diesem Mix näher und bietet so mehr Qualität als bisher gekannt, dies ist auch der Grund das die Deutsche Nationalmannschaft und die Liga einen inernationalen Ausschwung erfährt, ein Vorbild für die französiche, die russische, die ukrainische, die portugisische und die niederländische, die alle samt den Anspruch haben eine der Top-Ligen Europas zustellen.
mamö99
13.04.2011 | 23:49 Uhr
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mamö99 : 
13.04.2011 | 23:49 Uhr
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mamö99 : 
Schließe mich da mal wortlos 777 an
Fiatlux
14.04.2011 | 14:54 Uhr
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Fiatlux : 
14.04.2011 | 14:54 Uhr
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Fiatlux : 
Grundsätzlich ja ein ganz interessantes Thema, aber mir kommen hier zu wenig erhellende Gedanken, daher von mir nur eine 4.

Die seit dieser Saison in Kraft gesetzte "homegrown"-Regelung wird in der PL mittel- bis langfrisitg der Nachwuchsarbeit und Förderung einheimischer Talente stärkere Bedeutung geben (müssen). Nach dieser Regelung müssen in einem 25er-Kader mindestens 8 "homegrown" Spieler benannt werden. Dieses können neben Spielern britischer Nationalität (natürlich) auch Spieler sein, die bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres mindestens 3 volle Jahre innerhalb der FA gespielt haben (Jugendmannschaften, Reservemannschaften, ...). Dies führt natürlich zu einer starken Prägung durch die Spielweise und deren Verinnerlichung.
Academies spielen in der Planung der Vereine eine große Rolle.

Ob dies dann wirklich zu einer britischeren Spielweise führen wird, wird sich in Jahren zeigen.

Bei anderen Vereinen kenne ich mich zu wenig aus, aber bei Liverpool haben in der Rückrunde dieser Saison (unter Kenny Dalglish) mit Martin Kelly und Jay Spearing zwei Eigengewächse sowie dem jungen Briten Jonjo Shelvey 3 homegrowns den Weg in die erste Mannschaft geschafft.

Jedenfalls freue ich mich schon sehr darauf, auch in der Saison 2011/2012 unter King Kenny wie in der laufenden Saison wieder in beiden Liga-Spielen Manure mit schönstem Kick & Rush Fussball vom Platz zu fegen. :)
15chris15
14.04.2011 | 17:34 Uhr
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15chris15 : Antwort auf Fiatlux
14.04.2011 | 17:34 Uhr
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15chris15 : Antwort auf Fiatlux
Ich verstehe was du meinst, die Regelung der sogenannten "homegrown players" führt nicht zwingend zur Stärkung der Spieler bzw. zur erhöhung der Qualität, doch natürlich steigen die Einsatzzeiten dieser Spieler. Doch die Arbeit die nun Früchte tragen soll hätte bereits in der Vergagenheit geleistet werden müssen, so ist es nur langfristig gesehen ein Projekt, was Erfolg bringen könnte, doch auch die anderen Nationen, z.B. Niederlande oder Deutschland, schlafen ja auch nicht in dieser Zeit, sie haben diesen Schritt bereits hinter sich und somit einen Vorsprung, den die Briten noch aufholen müssen, und der noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird. Und die Zeit der typisch britischen Fussball ist meiner Meinung nach abgelaufen, denn der technisch geprägte Fussball, den die Ausländer (teilweise) in den Fussball integriert haben hat sich so eingeprägt, dass er bereits ein Teil dessen geworden ist und nun von den Nachwuchsspielern übernommen wird. So sind die Vorbilder nicht mehr zwingend John Terry, Frank Lampard oder Wayne Rooney, Namanja Vidic, Cesc Fabregas oder Didier Drogba werden mittlerweise genauso häufig angegeben. Dieser Befund führt zwingend zum Aussterben des typisch britischen Fussball, der auf rustikalen Spielern beruht.
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