15.06.2009 um 16:14 Uhr
Stars ohne Verträge - verzockt!
Die Spielerberater nehmen in der heutigen Zeit eine wichtigere Rolle denn je ein. Das zeigen die prominenten Beispiele Ribery und Diego, aber eben auch die kleineren, wie zum Beispiel der Fall Thimothée Atouba vom Hamburger SV.
Der Kameruner, der 2005 von Tottenham an die Elbe wechselte, avancierte in seiner ersten Saison gleich zum Publikumsliebling. In der Saison 2005/06 sprang für den HSV unter der Regie von Thomas Doll schlussendlich Platz 3 heraus - eine gute Saison. Doch wie man vom HSV weiß: es geht nicht ständig Berg auf, es geht auch öfters mal Berg ab - und das nicht nur für den Verein, sondern auch für einzelne Spieler. Atouba hatte mit Formkrisen und einem Rüpelimage zu kämpfen. Den Höhepunkt erreichte die angespannte Lage, als die eigenen Fans Atouba auspfiffen und er daraufhin den Mittelfinger in Richtung Fankurve in die Luft streckte - eine unglückliche, aber vielleicht sogar verständliche Reaktion.
Als 2008 Martin Jol das Ruder beim HSV übernahm, sollte der Linksverteidiger eigentlich zu Newcastle wechseln, doch überlegte es sich am letzten Tag der Transferperiode noch einmal anders und stieg nicht ins Flugzeug - Folge: noch ein Jahr HSV. Unter Jol blühte Atouba wieder auf und verdrängte sogar Nationalspieler Jansen ins Mittelfeld, doch nach gutem Saisonstart dann der Schock: beim Auswärtsspiel gegen Zilina riss sich Atouba die Achillessehne und musste fortan 6 Monate pausieren. Der HSV honorierte dennoch seine Leistungen und bot ihm eine Vertragsverlängerung an, Atouba lehnte ab - besser gesagt: seine Berater lehnten ab, wollten mehr Geld für ihren Schützling und letztendlich auch für sich.
Das Ende vom Lied: der Kameruner konnte am Ende der Saison noch einmal ins Geschehen eingreifen, doch die Zeichen stehen auf Trennung. Wohin der Weg führt, das müssen Atoubas Berater ihm nun erklären.
Der zweite Fall im Lager des HSV: Bastian Reinhardt. Der Innenverteidiger, seit 2003 für die Rothosen aktiv, lehnte im Frühjar eine Vertragsverlängerung ab, dem Hamburger Abendblatt sagte er: "Zu den anderen Angeboten gesellte sich jenes des HSV. Als ich dann sah, dass ich durch eine Änderung der Prämienregelung sogar weniger verdienen sollte, kam mir mein Stolz in die Quere. Mein Stolz war verletzt und verbot mir, das Angebot anzunehmen". Doch bis heute hat er weder in Wolfsburg noch Hoffenheim unterschrieben. In Hoffenheim wäre er angeblich sogar ein Anwärter auf die Kapitänsbinde gewesen.
Reinhardt, der über Jahre hinweg eher als Ersatz und nicht als Stammspieler eingeplant wurde, kam jede Saison auf genügend Einsätze, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Er machte wenige Fehler und agierte solide - aber eben auch nicht mehr. Im Nachhinein gibt der Ex-Bielefelder zu: "Ich hätte das Angebot annehmen sollen", doch was sagt der HSV dazu? Der HSV winkt noch ab, hält sich aber ein Hintertürchen offen, falls die geplanten Neuzugänge nicht zum Bundesliga-Dino hinzustoßen. Im Moment scheint es gar, als würde der HSV nicht sonderlich erfolgreich auf dem Transfermarkt agieren, was die Chancen für Reinhardt steigen lässt.
Stand heute ist jedoch: Reinhardt steht ohne Verein da.
Der Dritte im Bunde, der sich mehr erhofft hatte, ist ein ähnlicher Fall wie Bastian Reinhardt, nämlich Sofian Chahed. Das Berliner Eigengewächs ist seit 10 Jahren (seit der U-17) für die Hertha aktiv. Er zeichnet sich wie Reinhardt durch grundsolide Arbeit aus, der Mann für außergewöhnliche Leistungen war der Deutsch-Tunesier jedoch nie. Obwohl der sympathische Außenverteidiger in der Bild verlauten ließ, es würde "nichts Schöneres" geben, "als in der Stadt, in der man geboren wurde, Bundesliga zu spielen", lehnte er das Angebot der Hertha zur Vertragsverlängerung ab.
Im Moment wird er mit Hannover 96 in Verbindung gebracht. Dort wäre er eine Alternative für den US-Boy Cherundolo. Allerdings wissen auch die 96er: Wunder können sie von ihm nicht erwarten, daher wäre er eher als Backup eingeplant.
Kurioserweise trifft es mit Chahed und Reinhardt zwei völlig bodenständige Profis, die nun als (Ab)zocker gelten. Es sei ihnen gegönnt, nächstes Jahr wieder in der Bundesliga für ihren Wunschverein zu spielen.
Der Kameruner, der 2005 von Tottenham an die Elbe wechselte, avancierte in seiner ersten Saison gleich zum Publikumsliebling. In der Saison 2005/06 sprang für den HSV unter der Regie von Thomas Doll schlussendlich Platz 3 heraus - eine gute Saison. Doch wie man vom HSV weiß: es geht nicht ständig Berg auf, es geht auch öfters mal Berg ab - und das nicht nur für den Verein, sondern auch für einzelne Spieler. Atouba hatte mit Formkrisen und einem Rüpelimage zu kämpfen. Den Höhepunkt erreichte die angespannte Lage, als die eigenen Fans Atouba auspfiffen und er daraufhin den Mittelfinger in Richtung Fankurve in die Luft streckte - eine unglückliche, aber vielleicht sogar verständliche Reaktion.
Als 2008 Martin Jol das Ruder beim HSV übernahm, sollte der Linksverteidiger eigentlich zu Newcastle wechseln, doch überlegte es sich am letzten Tag der Transferperiode noch einmal anders und stieg nicht ins Flugzeug - Folge: noch ein Jahr HSV. Unter Jol blühte Atouba wieder auf und verdrängte sogar Nationalspieler Jansen ins Mittelfeld, doch nach gutem Saisonstart dann der Schock: beim Auswärtsspiel gegen Zilina riss sich Atouba die Achillessehne und musste fortan 6 Monate pausieren. Der HSV honorierte dennoch seine Leistungen und bot ihm eine Vertragsverlängerung an, Atouba lehnte ab - besser gesagt: seine Berater lehnten ab, wollten mehr Geld für ihren Schützling und letztendlich auch für sich.
Das Ende vom Lied: der Kameruner konnte am Ende der Saison noch einmal ins Geschehen eingreifen, doch die Zeichen stehen auf Trennung. Wohin der Weg führt, das müssen Atoubas Berater ihm nun erklären.
Der zweite Fall im Lager des HSV: Bastian Reinhardt. Der Innenverteidiger, seit 2003 für die Rothosen aktiv, lehnte im Frühjar eine Vertragsverlängerung ab, dem Hamburger Abendblatt sagte er: "Zu den anderen Angeboten gesellte sich jenes des HSV. Als ich dann sah, dass ich durch eine Änderung der Prämienregelung sogar weniger verdienen sollte, kam mir mein Stolz in die Quere. Mein Stolz war verletzt und verbot mir, das Angebot anzunehmen". Doch bis heute hat er weder in Wolfsburg noch Hoffenheim unterschrieben. In Hoffenheim wäre er angeblich sogar ein Anwärter auf die Kapitänsbinde gewesen.
Reinhardt, der über Jahre hinweg eher als Ersatz und nicht als Stammspieler eingeplant wurde, kam jede Saison auf genügend Einsätze, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Er machte wenige Fehler und agierte solide - aber eben auch nicht mehr. Im Nachhinein gibt der Ex-Bielefelder zu: "Ich hätte das Angebot annehmen sollen", doch was sagt der HSV dazu? Der HSV winkt noch ab, hält sich aber ein Hintertürchen offen, falls die geplanten Neuzugänge nicht zum Bundesliga-Dino hinzustoßen. Im Moment scheint es gar, als würde der HSV nicht sonderlich erfolgreich auf dem Transfermarkt agieren, was die Chancen für Reinhardt steigen lässt.
Stand heute ist jedoch: Reinhardt steht ohne Verein da.
Der Dritte im Bunde, der sich mehr erhofft hatte, ist ein ähnlicher Fall wie Bastian Reinhardt, nämlich Sofian Chahed. Das Berliner Eigengewächs ist seit 10 Jahren (seit der U-17) für die Hertha aktiv. Er zeichnet sich wie Reinhardt durch grundsolide Arbeit aus, der Mann für außergewöhnliche Leistungen war der Deutsch-Tunesier jedoch nie. Obwohl der sympathische Außenverteidiger in der Bild verlauten ließ, es würde "nichts Schöneres" geben, "als in der Stadt, in der man geboren wurde, Bundesliga zu spielen", lehnte er das Angebot der Hertha zur Vertragsverlängerung ab.
Im Moment wird er mit Hannover 96 in Verbindung gebracht. Dort wäre er eine Alternative für den US-Boy Cherundolo. Allerdings wissen auch die 96er: Wunder können sie von ihm nicht erwarten, daher wäre er eher als Backup eingeplant.
Kurioserweise trifft es mit Chahed und Reinhardt zwei völlig bodenständige Profis, die nun als (Ab)zocker gelten. Es sei ihnen gegönnt, nächstes Jahr wieder in der Bundesliga für ihren Wunschverein zu spielen.
Aufrufe: 652 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 5 | Erstellt:15.06.2009
ø 8.2
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
17.06.2009 | 12:28 Uhr
0
0
Bin der Meinung gerade beim HSV hatsich so mancher
verzockt.
Ich denke da an die Wechsel von van Buyten, Boularouz,
vd Vaart etc., die Schwielen am A... von den Bayern Chelsea,
Real-Bänken haben und ihr gutes Standing beim HSV
aufgegeben haben.
Ich hoffe für Olic, daß es ihm besser ergeht, denn er ist
absolut Sympatisch.
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik




Abzocker sind die Jungs sicherlich nicht, aber in der Tat haben die Berater da wohl doch keinen guten Einfluss.
Das liegt aber auch am Vergütungssystem der Berater.
Die bekommen dann das meiste Geld, wenn ein Spieler den Verein wechselt.
Je höher die Ablösesumme, desto höher das Beraterhonorar.
Das übrigens die Vereine zahlen müssen, das aber nur am Rande.
Und wenn die Spieler dann halt zu sehr auf ihre Berater hören, kommen solche Sachen dann auch schon mal vor.
Leider (im Falle von Basti)