16.02.2008 um 20:58 Uhr
Samstag-Spieltag
O.K.! Ich habe ja mal gesagt, Fußball ist Leben. Heute habe ich mal am eigenen Körper erfahren können, wie schwer das Leben sein kann.
Es kam ALLES zusammen. Gestern bin ich seit Monaten das erste Mal wieder auf der Piste gewesen, zugegeben, zwar ohne Alkohol, aber viel Schlaf ist heute Morgen nicht mehr übergeblieben.
Mein Sohn hat die (Un)Eigenschaft, dass man ihn in der Woche Wecken muss, aber am Wochenende ein Frühaufsteher ist. So dann war ich also so wach und als treusorgender Ehemann habe ich meine Frau dann mal so richtig ausschlafen lassen. Ich konnte ihre Erfahrungsberichte des gestrigen Abends eh noch nicht so wirklich verarbeiten.
Egal. Um irgendwie der Sprachgewalt meiner Frau zu entkommen, habe ich dann noch eine Mütze voll Schlaf nehmen wollen, nachdem sie aufgestanden ist und döste schon so langsam vor mich hin.
Unverhofft kommt oft. Mein Handy, ich Idiot hatte es nicht angeschaltet, fing zu den Rhythmen meines Klingeltons und mit Hilfe der Vibrationsfunktion an, auf dem Tisch an zu tanzen. „Schatz, Telefon!!!" Aua!
Ich strecke mich wie eine Katze, bin völlig agro, schleppe mich aber trotzdem zum Telefon.
Ich gucke auf das Display. Ich erschrak! Der Trainer der Ersten.
Ich: „Ich hier, wer da"?
B-Teilnehmer: „Ja hallo, hier ist der Trainer der „Ersten.
Du, mir sind heute neun Leute ausgefallen, kannst Du vielleicht bei uns aushelfen"?
Hier fängt das Elend an. Obwohl ich denke, NEIN, sagt mein Mund ja?
Ich: „Wann denn"?
Er: „In einer halben Stunde."
In einem Zeitraffer gehe ich alle zu erledigen Schritte durch: Waschen, anziehen, Zähneputzen, Tasche packen und ca. 12 KM Anfahrt. No way, dass ist mir heute definitiv zu viel Stress, denke ich. Aber mein Mund (Idiot) sagt: "Kein Problem"!!!!
Er: "Super, dann gib Kette"!
Toll, meine Olle wird begeistert sein.
Ich: "Schatz, ich muss weg"! "
Frau: "Wohin" (leicht angehaucht mit einer Prise Zickigkeit)
Ich: "Zum Fußball."
Frau: "Und was ist mit Einkaufen?" (jetzt richtig zickig)
Ich: "Mache ich nachher dann alleine." (zur Beruhigung)
Frau: "Na Toll. Immer dieser scheiß Fußball"
Ich: "Passt doch gut in deinen Diätplan" (den für mich)
...
Die Tasche hatte ich dann schneller gepackt, als mit meiner Angetrauten diskutierte. Der Rest war dann auch schnell erledigt.
Rein ins Auto. Mit quietschenden reifen vom Hof, Gummi auf der Straße liegen gelassen und in fünf Minuten war ich schon da.
Rein in die Kabine. Rein ins Trikot. Schuhe an und im Sprint (Na ja) zum Platz. Der ist so 100m von der Kabine entfernt. Da ich jetzt einige Monate nicht mehr so richtig im Training bin, war das eigentlich schon eine immense Überforderung für meinen geschundenen Körper.
Mannschaft: „Toll", war der Tenor der Sportskameraden.
„Wir sind mit dir genau 11."
Moment mal, 11? Das bedeutet ja, 90 Minuten! Ich wollte nur Weg, aber meine Hände fingen an, mich aus meinem Overall zu pellen.
Mannschaft: „Wow! hast du aber abgenommen."
Ich: „Na toll, sagt das bloß nicht meiner Alten, sonst muss ich noch ein paar Wochen Salat essen."
Ich tue dann mal so, als ob ich mich intensiv warm mache. Dehnen ist in meinem Alter das Wichtigste, versuche ich mich aus der Schusslinie zu bringen.
Der Platz war von den anhaltenden Regenfällen der letzten Tage total tief, was sich die nächsten 1,5 Stunden nicht als Vorteil erwiesen hat.
Ich stand dann jedenfalls mit meinen 1,72 m Körpergröße als Fels in der Brandung, als Libero in der Abwehr. Aber Ruhe herrschte da nicht. Neun Leistungsträger nicht dabei, der Gegner höherklassig -war mächtig was los.
Harte Zweikämpfe, Pressschläge, Spagat (kann ich zwar nicht, hat aber keiner dem glitschigen Boden gesagt) -war wirklich eine super Aktivität im Rahmen meiner Diät.
Abpfiff. Hurra, zwar 0:3 verloren, mir wurde trotzdem eine solide Leistung bestätigt (aus Mitleid?), aber ich war völlig fertig.
Schnell den Husten mit zwei Zigaretten bekämpfen, unter die Dusche und nach hause. Befreit von all dem Matsch, stehe ich in der Kabine, als mein Handy sich aus meiner Jackentasche meldet.
Sie: "Schatz, kannst du noch Tomaten mitbringen?"
Scheiße, jetzt muss ich ja noch einkaufen. Meine Vergangenheit holt mich wieder ein.
Ich: "Natürlich, Schatzi." (gesäuselt mit Tränen in den Augen).
Hat natürlich die Stimmung in der Kabine positiv beeinflusst.
Mannschaft: „Na, muss der Hausmann noch einkaufen"?
…
Also habe ich den Wocheneinkauf dann auch noch erledigt. Tomaten, Salat (Ich hasse ihn),... So ca. 30 Kilo musste ich dann noch die zwei Treppen Hochschleppen
Ich bin jetzt jedenfalls völlig fertig. Was mich aber noch mehr fertig macht, ist die Tatsache, dass ich vor zwei Wochen einem Trainingsspiel in der "Zweiten" zugesagt hatte. Und das ist morgen!!!"
Eine Fortsetzung wird nicht folgen, liest Euch einfach den Kram hier morgen noch einmal durch und stellt Euch vor, dass alles doppelt so schlimm ist wie heute.
Fußball ist halt das wahre Leben.
Es kam ALLES zusammen. Gestern bin ich seit Monaten das erste Mal wieder auf der Piste gewesen, zugegeben, zwar ohne Alkohol, aber viel Schlaf ist heute Morgen nicht mehr übergeblieben.
Mein Sohn hat die (Un)Eigenschaft, dass man ihn in der Woche Wecken muss, aber am Wochenende ein Frühaufsteher ist. So dann war ich also so wach und als treusorgender Ehemann habe ich meine Frau dann mal so richtig ausschlafen lassen. Ich konnte ihre Erfahrungsberichte des gestrigen Abends eh noch nicht so wirklich verarbeiten.
Egal. Um irgendwie der Sprachgewalt meiner Frau zu entkommen, habe ich dann noch eine Mütze voll Schlaf nehmen wollen, nachdem sie aufgestanden ist und döste schon so langsam vor mich hin.
Unverhofft kommt oft. Mein Handy, ich Idiot hatte es nicht angeschaltet, fing zu den Rhythmen meines Klingeltons und mit Hilfe der Vibrationsfunktion an, auf dem Tisch an zu tanzen. „Schatz, Telefon!!!" Aua!
Ich strecke mich wie eine Katze, bin völlig agro, schleppe mich aber trotzdem zum Telefon.
Ich gucke auf das Display. Ich erschrak! Der Trainer der Ersten.
Ich: „Ich hier, wer da"?
B-Teilnehmer: „Ja hallo, hier ist der Trainer der „Ersten.
Du, mir sind heute neun Leute ausgefallen, kannst Du vielleicht bei uns aushelfen"?
Hier fängt das Elend an. Obwohl ich denke, NEIN, sagt mein Mund ja?
Ich: „Wann denn"?
Er: „In einer halben Stunde."
In einem Zeitraffer gehe ich alle zu erledigen Schritte durch: Waschen, anziehen, Zähneputzen, Tasche packen und ca. 12 KM Anfahrt. No way, dass ist mir heute definitiv zu viel Stress, denke ich. Aber mein Mund (Idiot) sagt: "Kein Problem"!!!!
Er: "Super, dann gib Kette"!
Toll, meine Olle wird begeistert sein.
Ich: "Schatz, ich muss weg"! "
Frau: "Wohin" (leicht angehaucht mit einer Prise Zickigkeit)
Ich: "Zum Fußball."
Frau: "Und was ist mit Einkaufen?" (jetzt richtig zickig)
Ich: "Mache ich nachher dann alleine." (zur Beruhigung)
Frau: "Na Toll. Immer dieser scheiß Fußball"
Ich: "Passt doch gut in deinen Diätplan" (den für mich)
...
Die Tasche hatte ich dann schneller gepackt, als mit meiner Angetrauten diskutierte. Der Rest war dann auch schnell erledigt.
Rein ins Auto. Mit quietschenden reifen vom Hof, Gummi auf der Straße liegen gelassen und in fünf Minuten war ich schon da.
Rein in die Kabine. Rein ins Trikot. Schuhe an und im Sprint (Na ja) zum Platz. Der ist so 100m von der Kabine entfernt. Da ich jetzt einige Monate nicht mehr so richtig im Training bin, war das eigentlich schon eine immense Überforderung für meinen geschundenen Körper.
Mannschaft: „Toll", war der Tenor der Sportskameraden.
„Wir sind mit dir genau 11."
Moment mal, 11? Das bedeutet ja, 90 Minuten! Ich wollte nur Weg, aber meine Hände fingen an, mich aus meinem Overall zu pellen.
Mannschaft: „Wow! hast du aber abgenommen."
Ich: „Na toll, sagt das bloß nicht meiner Alten, sonst muss ich noch ein paar Wochen Salat essen."
Ich tue dann mal so, als ob ich mich intensiv warm mache. Dehnen ist in meinem Alter das Wichtigste, versuche ich mich aus der Schusslinie zu bringen.
Der Platz war von den anhaltenden Regenfällen der letzten Tage total tief, was sich die nächsten 1,5 Stunden nicht als Vorteil erwiesen hat.
Ich stand dann jedenfalls mit meinen 1,72 m Körpergröße als Fels in der Brandung, als Libero in der Abwehr. Aber Ruhe herrschte da nicht. Neun Leistungsträger nicht dabei, der Gegner höherklassig -war mächtig was los.
Harte Zweikämpfe, Pressschläge, Spagat (kann ich zwar nicht, hat aber keiner dem glitschigen Boden gesagt) -war wirklich eine super Aktivität im Rahmen meiner Diät.
Abpfiff. Hurra, zwar 0:3 verloren, mir wurde trotzdem eine solide Leistung bestätigt (aus Mitleid?), aber ich war völlig fertig.
Schnell den Husten mit zwei Zigaretten bekämpfen, unter die Dusche und nach hause. Befreit von all dem Matsch, stehe ich in der Kabine, als mein Handy sich aus meiner Jackentasche meldet.
Sie: "Schatz, kannst du noch Tomaten mitbringen?"
Scheiße, jetzt muss ich ja noch einkaufen. Meine Vergangenheit holt mich wieder ein.
Ich: "Natürlich, Schatzi." (gesäuselt mit Tränen in den Augen).
Hat natürlich die Stimmung in der Kabine positiv beeinflusst.
Mannschaft: „Na, muss der Hausmann noch einkaufen"?
…
Also habe ich den Wocheneinkauf dann auch noch erledigt. Tomaten, Salat (Ich hasse ihn),... So ca. 30 Kilo musste ich dann noch die zwei Treppen Hochschleppen
Ich bin jetzt jedenfalls völlig fertig. Was mich aber noch mehr fertig macht, ist die Tatsache, dass ich vor zwei Wochen einem Trainingsspiel in der "Zweiten" zugesagt hatte. Und das ist morgen!!!"
Eine Fortsetzung wird nicht folgen, liest Euch einfach den Kram hier morgen noch einmal durch und stellt Euch vor, dass alles doppelt so schlimm ist wie heute.
Fußball ist halt das wahre Leben.
Aufrufe: 221 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 0 | Erstellt:16.02.2008
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