28.07.2010 um 17:35 Uhr
Same procedure as last year?
Während die dritte Bundesliga den Spielbetrieb bereits wiederaufgenommen hat, befinden sich die Vereine der zweiten und ersten Spielklasse noch mitten in der Vorbereitung. Um die gähnende Leere der Sommerpause zu überbrücken wird wild spekuliert: Wer steigt ab? Wer kann sich für den internationalen Wettbewerb qualifizieren? Und vor allem: Wer wird deutscher Meister? Bei den Diskussionen um diese Frage fällt hauptsächlich ein Name: FC Bayern München. Aber dürfen sich auch andere Vereine Hoffnungen machen?
Ja, der Favorit auf den Meistertitel ist wie jedes Jahr der deutsche Rekordmeister. The same procedure as last year, Miss Sophie? The same procedure as every year, James! Aus dem Zusammenhang gerissen könnte man meinen, die tatterige Gastgeberin würde sich mit ihrem Butler und latenten Alkoholiker über den Ausgang der Bundesliga unterhalten.
Doch ohne den Bayern ihre Klasse und Überlegenheit gänzlich absprechen zu wollen, so glaue ich doch nicht, dass sie die Schale schon im Sack haben. Auch andere Vereine haben sich gut verstärkt. Der FC Schalke hat sich mit Metzelder und Raul gleich zwei mal bei Real Madrid bedient. In Bremen wird Marko Arnautovic ab der kommenden Saison das umstrittene Werderdress tragen. Mit Michael Ballack und Sidney Sam hat Leverkusen einen erfahrenen und einen jungen, wilden Mittelfeldspieler in den eigenen Reihen. Und auch Dortmund (Lewandowski), Stuttgart (Molinaro) und Hamburg (Westermann) waren in der Sommerpause nicht untätig.
Nicht zu vernachlässigen ist bei dieser Aufzählung der VfL Wolfsburg, dem nach der verkorksten letzten Saison nicht der beste Ruf voraus eilt. Nach dem überraschenden Meistertitel im Jahr 2009 waren die Erwartungen in Wolfsburg groß, konnten aber im Jahr darauf nicht erfüllt werden. Am Ende landete man auf Tabellenrang acht.
Mit einer verstärkten Mannschaft und einem neuen Trainer soll es in dieser Saison wieder besser laufen für die Wölfe. Die Eckpfeiler der Mannschaft sind ihrem Verein weitgehend treu geblieben. Im Tor steht mit Diego Benaglio einer der besten Torhüter der Bundesliga. Josue und Misimovic werden auch in der kommenden Spielzeit das Mittelfeld der Wolfsburger organisieren und auch die ständig von Fernweh geplagten Dzeko und Grafite bleiben dem VfL aufgrund ihrer laufenden Verträge erhalten.
Hinzu kommen nun zahlreiche namhafte Verstärkungen. Aus Zürich kommt Nassim Ben Khalifa für 1,8 Millionen Euro nach Wolfsburg. Der junge Stürmer (Baujahr 1992), der halb Schweizer und halb Tunesier ist, hat von der U16 bis zur U21 alle Jugendmannschaften des schweizerischen Fußballbundes durchlaufen und gilt als vielversprechendes Talent.
Mittelfeldmann Cicero (800.000 Leihgebür an Tombense FC) wechselt von den abgestiegenen Herthanern nach Wolfsburg, ebenso wie Arne Friedrich (2 Mio.). Dieser wurde vom VfL schon vor der WM verpflichtet. Seine unglaubliche Entwicklung bei der Weltmeisterschaft dürfte die Niedersachsen zum kollektiven Händereiben veranlasst haben.
Zusammen mit Simon Kjaer, der für satte 12 Millionen Euro vom US Palermo nach Wolfsburg wechselte, könnte Friedrich in der kommenden Saison in der Innenverteidigung für Stabilität sorgen. In der Vorsaison war die Verteidigung der Wölfe nicht gerade für ihre Sicherheit bekannt.
Für immerhin sieben Millionen Euro wechselt Mario Mandzukic von Dinamo Zagreb in die VW-Stadt. Der Stürmer soll wohl den Konkurrenzkampf um die Plätze im Wolfsburger Angriff beleben, wird sich aber zunächst hinter den Stürmerdiven Dzeko und Grafite anstellen müssen. Im Kader nimmt er Obafemi Martins Position ein, der Wolfsburg für neun Millionen Euro in Richtung Kasan verlassen hat. Weitere bedeutende Abgänge der Wölfe sind Gentner, den es zum VfB Stuttgart zog, Santana und Simunek.
Eine vielversprechende Truppe also, die die Niedersachsen ab dem 20.8. ins Rennen schicken werden. Die Mannschaft aufstellen wird Trainer Steve McClaren. Der Engländer, der in der Saison 09/10 mit Twente Enschede sensationell niederländischer Meister wurde, ist der Neue auf der Bank der Wölfe. Dass er sein Handwerk beherrscht hat der 49 jährige also bereits unter Beweis stellen können. Nun will er den VfL in den Europacup führen.
Es scheint also wieder zu stimmen in Wolfsburg. Der Kader ist stark, stärker vielleicht als im Meisterjahr 2009, und der Trainer ist willig. Gelingt es ihm, aus seinem Ensemble ein echtes Team zu formen und die wechselwilligen Dzeko und Grafite zu motivieren, dann ist einiges drin für die Wölfe. Aber von der Meisterschaft wird wohl keiner reden, denn der Platz ist ja schon für die Bayern reserviert.
Heimlich, still und leise werden aber dennoch einige von 2009 träumen, als Magath mit Wolfsburg tatsächlich deutscher Meister wurde. Und überraschend Meister werden kann McClaren bekanntermaßen. Würde man ihn darauf ansprechen, würde er wohl britisch galant antworten: "Well, I'll do my very best"...
Ja, der Favorit auf den Meistertitel ist wie jedes Jahr der deutsche Rekordmeister. The same procedure as last year, Miss Sophie? The same procedure as every year, James! Aus dem Zusammenhang gerissen könnte man meinen, die tatterige Gastgeberin würde sich mit ihrem Butler und latenten Alkoholiker über den Ausgang der Bundesliga unterhalten.
Doch ohne den Bayern ihre Klasse und Überlegenheit gänzlich absprechen zu wollen, so glaue ich doch nicht, dass sie die Schale schon im Sack haben. Auch andere Vereine haben sich gut verstärkt. Der FC Schalke hat sich mit Metzelder und Raul gleich zwei mal bei Real Madrid bedient. In Bremen wird Marko Arnautovic ab der kommenden Saison das umstrittene Werderdress tragen. Mit Michael Ballack und Sidney Sam hat Leverkusen einen erfahrenen und einen jungen, wilden Mittelfeldspieler in den eigenen Reihen. Und auch Dortmund (Lewandowski), Stuttgart (Molinaro) und Hamburg (Westermann) waren in der Sommerpause nicht untätig.
Nicht zu vernachlässigen ist bei dieser Aufzählung der VfL Wolfsburg, dem nach der verkorksten letzten Saison nicht der beste Ruf voraus eilt. Nach dem überraschenden Meistertitel im Jahr 2009 waren die Erwartungen in Wolfsburg groß, konnten aber im Jahr darauf nicht erfüllt werden. Am Ende landete man auf Tabellenrang acht.
Mit einer verstärkten Mannschaft und einem neuen Trainer soll es in dieser Saison wieder besser laufen für die Wölfe. Die Eckpfeiler der Mannschaft sind ihrem Verein weitgehend treu geblieben. Im Tor steht mit Diego Benaglio einer der besten Torhüter der Bundesliga. Josue und Misimovic werden auch in der kommenden Spielzeit das Mittelfeld der Wolfsburger organisieren und auch die ständig von Fernweh geplagten Dzeko und Grafite bleiben dem VfL aufgrund ihrer laufenden Verträge erhalten.
Hinzu kommen nun zahlreiche namhafte Verstärkungen. Aus Zürich kommt Nassim Ben Khalifa für 1,8 Millionen Euro nach Wolfsburg. Der junge Stürmer (Baujahr 1992), der halb Schweizer und halb Tunesier ist, hat von der U16 bis zur U21 alle Jugendmannschaften des schweizerischen Fußballbundes durchlaufen und gilt als vielversprechendes Talent.
Mittelfeldmann Cicero (800.000 Leihgebür an Tombense FC) wechselt von den abgestiegenen Herthanern nach Wolfsburg, ebenso wie Arne Friedrich (2 Mio.). Dieser wurde vom VfL schon vor der WM verpflichtet. Seine unglaubliche Entwicklung bei der Weltmeisterschaft dürfte die Niedersachsen zum kollektiven Händereiben veranlasst haben.
Zusammen mit Simon Kjaer, der für satte 12 Millionen Euro vom US Palermo nach Wolfsburg wechselte, könnte Friedrich in der kommenden Saison in der Innenverteidigung für Stabilität sorgen. In der Vorsaison war die Verteidigung der Wölfe nicht gerade für ihre Sicherheit bekannt.
Für immerhin sieben Millionen Euro wechselt Mario Mandzukic von Dinamo Zagreb in die VW-Stadt. Der Stürmer soll wohl den Konkurrenzkampf um die Plätze im Wolfsburger Angriff beleben, wird sich aber zunächst hinter den Stürmerdiven Dzeko und Grafite anstellen müssen. Im Kader nimmt er Obafemi Martins Position ein, der Wolfsburg für neun Millionen Euro in Richtung Kasan verlassen hat. Weitere bedeutende Abgänge der Wölfe sind Gentner, den es zum VfB Stuttgart zog, Santana und Simunek.
Eine vielversprechende Truppe also, die die Niedersachsen ab dem 20.8. ins Rennen schicken werden. Die Mannschaft aufstellen wird Trainer Steve McClaren. Der Engländer, der in der Saison 09/10 mit Twente Enschede sensationell niederländischer Meister wurde, ist der Neue auf der Bank der Wölfe. Dass er sein Handwerk beherrscht hat der 49 jährige also bereits unter Beweis stellen können. Nun will er den VfL in den Europacup führen.
Es scheint also wieder zu stimmen in Wolfsburg. Der Kader ist stark, stärker vielleicht als im Meisterjahr 2009, und der Trainer ist willig. Gelingt es ihm, aus seinem Ensemble ein echtes Team zu formen und die wechselwilligen Dzeko und Grafite zu motivieren, dann ist einiges drin für die Wölfe. Aber von der Meisterschaft wird wohl keiner reden, denn der Platz ist ja schon für die Bayern reserviert.
Heimlich, still und leise werden aber dennoch einige von 2009 träumen, als Magath mit Wolfsburg tatsächlich deutscher Meister wurde. Und überraschend Meister werden kann McClaren bekanntermaßen. Würde man ihn darauf ansprechen, würde er wohl britisch galant antworten: "Well, I'll do my very best"...
Aufrufe: 1176 | Kommentare: 4 | Bewertungen: 6 | Erstellt:28.07.2010
ø 5.2
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
30.07.2010 | 13:38 Uhr
0
0
bonmot :
...das umstrittene Werderdress... :D
30.07.2010 | 23:51 Uhr
0
0
Myro :
schöner blog.9 punkte von mir.
du beziehst dich halt nur auf den vfl wolfsburg, was sicherlich interessant ist, aber dennoch wurde schon viel darüber geschrieben. dennoch schön, dass du dir die mühe gemacht hast.
mein einzigstes problem ist, dass meiner meinung McClaren zu gut wegkommt... sicherlich bin ich keiner der ihn für einen schlechten trainer hält, nur weil er damals mit der englischen nationalmannschaft die em-qualifikation verhauen hat, aber du beschreibst ihn hier etwas wie vielleicht van Gaal.
jemand der weiß wie man meister wird.
van Gaal hat das schon in vielen anderen ligen unter beweis gestellt, McClaren meines wissens nur in der niederländischen und die ist, bei allem respekt, nicht die selbe kragenweite wie die bundesliga.
aber das hast du ja auch angedeutet, dass niemand das erwartet.
insgesamt ein netter blog.
31.07.2010 | 11:42 Uhr
0
0
fufu :
Es werden wieder überraschungen geben. Eines der Topteams wird straucheln und sich ganze saison in der 2. Tabellenhälfte befinden.
Und ebenso wird ein kleines Team überzeugen und zumindest um die EL-Plätze fighten...
Hauptsache es wird spannend!
31.07.2010 | 16:24 Uhr
0
0
KopfEB :
Für mich sind die Wölfe aufgrund der Wechsel in der Abwehr Mitfavourit auf die Internationalen Plätze, aber auch nicht mehr. Dafür sind sie nach 2009 noch zu sehr als große Mannschaft bekannt, werden garantiert nicht mehr so viele leichte Punkte gegen die Kleinen machen und wie die Mannschaft auf den Trainerwechsel reagiert muss man abwarten - zumal sich McClaren auch erstmal an die BuLi gewöhnen muss.
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik





