15.12.2011 um 08:05 Uhr
Rund um die Hinrunde I
Nur noch ein Spieltag bleibt vor dem nahenden Weihnachtsfest und der endlos qualvollen Winterpause. In den vergangenen Monaten zeigte die Bundesliga ihre Reize und spielte mit den Nerven der Fans kleiner wie großer Vereine. Immer mittendrin die leuchtende Fackel aus dem Ultra-Block und der lähmende Dialog um totgesagte Themen. Selbst autobiografische Veröffentlichungen, Länderspielpausen und Dortmunds Champions League-Debakel hielten den Ligabetrieb nur geringfügig auf. Hier ein kurzer Abriss der mehr oder weniger wichtigen Ereignisse der Hinrunde.

Sollte die Bayern vor einem schwierigen Saisonbeginn bewahren:
Luiz Gustavos Last-Minute-Treffer gegen den VfL Wolfsburg.
Bayerns Kurzschluss
Die Saison startete mit einer mittelschweren und im Nachhinein unglücklichen Überraschung, als der Rekordmeister im ersten Spiel über ein Gladbacher Bollwerk und deren Chancenverwertung stolperte. Dass das Spiel auf beiden Seiten wenig bis gar nichts bot, geriet ob des überraschenden Siegs der später groß aufspielenden Fohlen zur Nebensache. Wenig später bewiesen eben jene Bayern auch, warum sie eine Spitzenmannschaft sind. Gegen Wolfsburg stand das Spiel mehrmals auf der Kippe und ein Sieg für die VW-Werkself wäre nicht unverdient gewesen. Wie das liebe Schicksal es aber manchmal so will, brachte es auch hier seltsame Früchte hervor. Ein Solo des plötzlich erwachenden Ribérys und ein kaltschnäuziger Abschluss des Defensivdompteurs Luiz Gustavo sorgten für eine frühe Trendwende, die Saison sollte mit diesem glücklichen Sieg eine andere Richtung nehmen, anders als es anfangs den Anschein machte. Der Riese erwachte per folgenreichen Kurzschluss von links außen und sollte seiner Rolle gerecht werden.

Qualvolle Hinrunde im Niemandsland – Papiss Demba Cisse
Cissé mit Migräne
Dass Freiburg mit Papiss Demba Cissé einen Knisper vor dem Herren in den eigenen Reihen hält, war nicht erst seit seinen fulminanten Auftritten in der Rückrunde der vergangenen Saison klar. Dafür genügte während der nicht enden wollenden Wechselgerüchte ein Blick in die sorgenvollen Gesichter des Managements. „Geht er oder geht er nicht?" beherrschte den Breisgau wie viele Schwaben die Frage, ob ein unterirdischer Bahnhof nun en vogue ist oder nicht. Dass besagter Wunderstürmer dabei mitunter zum traurigen Samariter einer hilflosen Elf verkam, spielte scheinbar nur eine untergeordnete Rolle. Die so heiß geliebte Torgarantie könnte nach dieser Halbserie das wankende Schiff durch die Ladeluke verlassen, was keinem der Anhänger gefallen dürfte, aber die Argumente (Erfolg, Perspektive & Fortschritt) blieben zu lange aus. Mitunter wirkte der senegalesische Stürmer nur noch genervt, auf wie neben dem Platz. Keine guten Vorzeichen für einen oberirdischen Tabellenplatz am Ende der Saison.

Enttäuschung im Schwabenländle
Stuttgart 22
Seltsam wirkte da schon wie sehr der VfB zwischen überzeugenden Darbietungen und dem Absaufen in der eigenen Unfähigkeit rotierte. Da konnte selbst Bruno Labbadia nur bedingt Einfluss nehmen. Gegen den Hamburger SV verlor man denkbar unglücklich, hatte wie bei vielen weiteren Partien die Entscheidung auf dem Fuß und vergab diese kläglich. Trotz der durchwachsenen Ausbeute in der Hinrunde kann die Mannschaft allerdings optimistisch nach vorne blicken, denn mit der Rückkehr Julian Schiebers kommt endlich wieder ein wenig Konkurrenz in die lahmende Offensive, die außer durch Martin Harnik wenig bis gar nicht zu begeistern wusste. Bis es Ende Januar wieder losgeht, wird sich so mancher im Schwabenländle über die lahme Ausbeute von 22 Punkten ärgern, obwohl in den Vorjahren erheblichere Magerkost für Bestürzung sorgte. Mit einem Volksentscheid ist hier aber nicht zu rechnen, denn der VfB wird nicht so schnell in den Keller umziehen.

Gedanklich auf dem Weg zur Neuausrichtung – Felix Magath
Just make it Hleb
Ganz anderen Problemen sah und sieht man sich in Wolfsburg gegenüber. Nicht nur, dass sich seit gefühlt 10 Jahren über die zur ICE-Durchfahrtsstation verkommene Stadt lustig gemacht wird. Nein, die eigenen Leistungen auf dem Platz sind auch nicht weniger bedauernswert. Obwohl sich Felix Magath vehement dafür einsetzte, dem schwer beladenen Einkaufswagen eine Strategie anzudichten. Leider durchblickten alle Dopafon-Experten in Lichtgeschwindigkeit, dass ein auf Erfahrung getrimmter Kader kein Alleinrezept für einen internationalen Platz ist. Der Übungsleiter und Alleinherrscher reagierte gewohnt besserwisserisch, ließ aber wie seine Mannschaften keine Punkte folgen. Nachdem man 29 Spieler, etwa einen Viertel der Einwohnerzahl der Stadt Wolfsburg, in unzähligen Varianten auf den Platz schickte, eröffnete ein trauriger Mad Mag, dass jetzt „Taten" (Transfers) und „Konsequenzen" (Degradierungen) folgen werden. Schon jetzt darf mit einer illustren Winterpause gerechnet werden. Es bleibt abzuwarten, wen es in die Durchfahrtsstation verschlagen wird.

Definition von Volltreffer: Lukas Podolski.
Zig Prinzenrollen und der norwegische Systemwechsel
Ein holpriger Start mit mittelschweren Missverständnissen, einem irritierenden Kapitänswechsel und der Frage, ob man in der Bundesliga so verteidigen kann, ließ den 1. FC aus Köln in die Saison stolpern. Wie üblich ließ man es sich nicht nehmen mit für Außenstehende verblüffendem Aktionismus in viele Richtungen Leben in die Stadt am Rhein zu bringen. Overaths überraschender und durch eine belanglose Gruppierung forcierter Rücktritt bei der Mitgliederversammlung setzte den Jecken die Krone auf. Doch nicht ganz Köln irrte durch diese graue Phase, denn Prinz Poldi nahm sich ein Herz und jagte in den kommenden Wochen Doppelpack um Doppelpack in die Maschen. Erfolg heilt alle Wunden, sogar in Köln. Von Overath spricht heute (vorerst) keiner mehr, Gesprächsstoff gibt es weiterhin. Der Prinz lässt seine Zukunft offen und Sportdirektor Volker Finke unterstützt diese Gedankenspiele mit Verkaufsphantasien, sollte die Lebensversicherung nicht verlängern wollen. Es wird wohl dabei bleiben: in Köln setzt man auf Chaos – systematisch.
Hier geht es weiter - Rund um die Hinrunde II

Sollte die Bayern vor einem schwierigen Saisonbeginn bewahren:
Luiz Gustavos Last-Minute-Treffer gegen den VfL Wolfsburg.
Bayerns Kurzschluss
Die Saison startete mit einer mittelschweren und im Nachhinein unglücklichen Überraschung, als der Rekordmeister im ersten Spiel über ein Gladbacher Bollwerk und deren Chancenverwertung stolperte. Dass das Spiel auf beiden Seiten wenig bis gar nichts bot, geriet ob des überraschenden Siegs der später groß aufspielenden Fohlen zur Nebensache. Wenig später bewiesen eben jene Bayern auch, warum sie eine Spitzenmannschaft sind. Gegen Wolfsburg stand das Spiel mehrmals auf der Kippe und ein Sieg für die VW-Werkself wäre nicht unverdient gewesen. Wie das liebe Schicksal es aber manchmal so will, brachte es auch hier seltsame Früchte hervor. Ein Solo des plötzlich erwachenden Ribérys und ein kaltschnäuziger Abschluss des Defensivdompteurs Luiz Gustavo sorgten für eine frühe Trendwende, die Saison sollte mit diesem glücklichen Sieg eine andere Richtung nehmen, anders als es anfangs den Anschein machte. Der Riese erwachte per folgenreichen Kurzschluss von links außen und sollte seiner Rolle gerecht werden.

Qualvolle Hinrunde im Niemandsland – Papiss Demba Cisse
Cissé mit Migräne
Dass Freiburg mit Papiss Demba Cissé einen Knisper vor dem Herren in den eigenen Reihen hält, war nicht erst seit seinen fulminanten Auftritten in der Rückrunde der vergangenen Saison klar. Dafür genügte während der nicht enden wollenden Wechselgerüchte ein Blick in die sorgenvollen Gesichter des Managements. „Geht er oder geht er nicht?" beherrschte den Breisgau wie viele Schwaben die Frage, ob ein unterirdischer Bahnhof nun en vogue ist oder nicht. Dass besagter Wunderstürmer dabei mitunter zum traurigen Samariter einer hilflosen Elf verkam, spielte scheinbar nur eine untergeordnete Rolle. Die so heiß geliebte Torgarantie könnte nach dieser Halbserie das wankende Schiff durch die Ladeluke verlassen, was keinem der Anhänger gefallen dürfte, aber die Argumente (Erfolg, Perspektive & Fortschritt) blieben zu lange aus. Mitunter wirkte der senegalesische Stürmer nur noch genervt, auf wie neben dem Platz. Keine guten Vorzeichen für einen oberirdischen Tabellenplatz am Ende der Saison.

Enttäuschung im Schwabenländle
Stuttgart 22
Seltsam wirkte da schon wie sehr der VfB zwischen überzeugenden Darbietungen und dem Absaufen in der eigenen Unfähigkeit rotierte. Da konnte selbst Bruno Labbadia nur bedingt Einfluss nehmen. Gegen den Hamburger SV verlor man denkbar unglücklich, hatte wie bei vielen weiteren Partien die Entscheidung auf dem Fuß und vergab diese kläglich. Trotz der durchwachsenen Ausbeute in der Hinrunde kann die Mannschaft allerdings optimistisch nach vorne blicken, denn mit der Rückkehr Julian Schiebers kommt endlich wieder ein wenig Konkurrenz in die lahmende Offensive, die außer durch Martin Harnik wenig bis gar nicht zu begeistern wusste. Bis es Ende Januar wieder losgeht, wird sich so mancher im Schwabenländle über die lahme Ausbeute von 22 Punkten ärgern, obwohl in den Vorjahren erheblichere Magerkost für Bestürzung sorgte. Mit einem Volksentscheid ist hier aber nicht zu rechnen, denn der VfB wird nicht so schnell in den Keller umziehen.

Gedanklich auf dem Weg zur Neuausrichtung – Felix Magath
Just make it Hleb
Ganz anderen Problemen sah und sieht man sich in Wolfsburg gegenüber. Nicht nur, dass sich seit gefühlt 10 Jahren über die zur ICE-Durchfahrtsstation verkommene Stadt lustig gemacht wird. Nein, die eigenen Leistungen auf dem Platz sind auch nicht weniger bedauernswert. Obwohl sich Felix Magath vehement dafür einsetzte, dem schwer beladenen Einkaufswagen eine Strategie anzudichten. Leider durchblickten alle Dopafon-Experten in Lichtgeschwindigkeit, dass ein auf Erfahrung getrimmter Kader kein Alleinrezept für einen internationalen Platz ist. Der Übungsleiter und Alleinherrscher reagierte gewohnt besserwisserisch, ließ aber wie seine Mannschaften keine Punkte folgen. Nachdem man 29 Spieler, etwa einen Viertel der Einwohnerzahl der Stadt Wolfsburg, in unzähligen Varianten auf den Platz schickte, eröffnete ein trauriger Mad Mag, dass jetzt „Taten" (Transfers) und „Konsequenzen" (Degradierungen) folgen werden. Schon jetzt darf mit einer illustren Winterpause gerechnet werden. Es bleibt abzuwarten, wen es in die Durchfahrtsstation verschlagen wird.

Definition von Volltreffer: Lukas Podolski.
Zig Prinzenrollen und der norwegische Systemwechsel
Ein holpriger Start mit mittelschweren Missverständnissen, einem irritierenden Kapitänswechsel und der Frage, ob man in der Bundesliga so verteidigen kann, ließ den 1. FC aus Köln in die Saison stolpern. Wie üblich ließ man es sich nicht nehmen mit für Außenstehende verblüffendem Aktionismus in viele Richtungen Leben in die Stadt am Rhein zu bringen. Overaths überraschender und durch eine belanglose Gruppierung forcierter Rücktritt bei der Mitgliederversammlung setzte den Jecken die Krone auf. Doch nicht ganz Köln irrte durch diese graue Phase, denn Prinz Poldi nahm sich ein Herz und jagte in den kommenden Wochen Doppelpack um Doppelpack in die Maschen. Erfolg heilt alle Wunden, sogar in Köln. Von Overath spricht heute (vorerst) keiner mehr, Gesprächsstoff gibt es weiterhin. Der Prinz lässt seine Zukunft offen und Sportdirektor Volker Finke unterstützt diese Gedankenspiele mit Verkaufsphantasien, sollte die Lebensversicherung nicht verlängern wollen. Es wird wohl dabei bleiben: in Köln setzt man auf Chaos – systematisch.
Hier geht es weiter - Rund um die Hinrunde II
Aufrufe: 1573 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 4 | Erstellt:15.12.2011
ø 9.5
KOMMENTARE
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15.12.2011 | 17:57 Uhr
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cced :
Meiner Meinung nach zu früh, aber gelungen. ;)
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