28.06.2011 um 19:01 Uhr
Rückkehr mit Problemchen...
Moin, moin aus dem hohen Norden!
Beim Schreiben dieser Zeilen befinde ich mich gerade irgendwo über Niedersachsen auf dem Weg zum Zwischenstopp in Kopenhagen von wo aus es dann in Richtung Zielort Stavanger geht. Wie ihr seht: So richtig viel Zeit blieb nicht, das Geschehen vom Grand-Slam in Peking und der WM in Rom geistig und körperlich, Herr T. Häßler würde sagen: "physisch und körperlich", zu verarbeiten. Mittlerweile habe ich aber wieder "vom Feeling her ein gutes Gefühl" (A. Möller) was sich aber nach den zwei Wochen und vor allem nach der Rückreise in der Tat erst nach einigen Tagen wieder eingestellt hatte.
Wer sich hauptsächlich für das Sportliche interessiert sollte mal auf brinkreckermann.de vorbeischauen aber wenn ich jetzt meine Rückreise aus Rom Revue passieren lasse dann kann man sich vermutlich schon denken, dass es nicht gerade bitter enttäuscht nach dem letzten Spiel ins Bett ging...!

Fangen wir also mit dem "Tag danach" an: Etwas unbeholfen und mit leicht entstelltem Gesichtsausdruck fand ich nach dem Weckerklingeln den Weg ins Bad: Mini-Dusche und Zähneputzen um zumindest oberflächlich frisch zu wirken, letzte Sachen in den Koffer gepackt und ins Tageslicht gewankt.
Obwohl der Shutlle schon so spät wie möglich bestellt wurde, eröffnete mit der Fahrer, dass wir noch zu einem anderen Hotel fahren würden um einen Schiedsrichter einzusammeln. Ich wurde etwas nervös, denn der Verkehr zur morgendlichen Rush-Hour in Rom ist schon nicht ohne, da kann jeder Umweg das rechtzeitige Einchecken kosten!

Am Hotel wartete kein Schiedsrichter. Würde ich mir diese Situation manchmal auf dem Spielfeld auch wünschen - in diesem Fall sehnte ich ihn mir herbei. Der Shuttlefahrer telefonierte noch pflichtbewusst diverse Zimmer im Hotel ab bis ich ihm unmissverständlich zu verstehen gab, dass es meinem Verhältnis zur Schiedsrichtergilde gut tun würde wenn ich nicht aufgrund eines Nichterschienenen Referees meinen Heimflug verpassen würde!
Zum Glück willigte der Fahrer ein und weiter ging es. Schon nach der ersten Abzweigung der nächste Schock: Stau! Der Kollege deutete meinen flehenden Blick richtig, wendete und versuchte sein Glück mit diversen Schleichwegen. Nachdem ich merkte dass der schlimmste Verkehr vorüber war, entspannte ich mich ein wenig, das Navi sagte unsere Ankunft für 40 Minuten vor der Abflugzeit voraus. Natürlich beinhaltete dies keinen großen Puffer mehr aber meine Freundin und ich würden in jedem Falle mitgenommen werden.
Wir erreichten den Flughafen und den Check-In-Schalter, schnell den Personalausweis vorzeigen und - äh - wo ist er denn? In meinem Portemonnaie war er nicht aber dies verursachte noch keine Panik denn für unterschiedliche Ablageorte bin ich durchaus bekannt. Nur leicht beunruhigt wurden Rucksack, Jeans und Reisetasche durchkämmt - nichts. Schon etwas hektischer (wir waren die letzten einzucheckenden Passagiere) wurde der Koffer geöffnet, erst systematisch durchsucht und schließlich leicht hysterisch durchwühlt - immer noch nichts. Ich versuchte einen kühlen Kopf zu behalten, leider perlte bereits der mit Weinaromen durchsetzte Schweiß von meinem Körper, und frage nach meinen Möglichkeiten doch irgendwie auch ohne Perso mitgenommen zu werden. Die wirklich nette Frau von der SWISS meinte ich soll mir bei der Flughafenpolizei eine Verlustbescheinigung ausstellen lassen.
Bin also hingerannt, vier wartende Leute ignoriert und dem Carabinieri hektisch mein Anliegen vorgetragen. Dieser ließ sich aber irgendwie nicht von meinem Enthusiasmus anstecken, verwies mich ungerührt auf das Ende der Schlange wo man mir mitteilte dass es seit 40 Minuten nicht einen Meter vorwärts gegangen sei. Nun musste ich kein Dreisatz können um zu erahnen, dass es so nichts werden würde mit meinem Flieger und beschloss bei den neutralen Schweizern um Vermittlung zu bitten. Dort angekommen - 30 Minuten vor Abflug - packte mich die SWISS-Mitarbeiterin an der Hand, mit der anderen (Hand) krallte ich mir geistesgegenwärtig meinen überdimensionierten Pokal und wir klopften erneut bei der Polizei an.
Ich gebe zu: Billige Masche mit dem Pokal aber es wirkte: Zwar guckte der bereits bekannte Kollege weiterhin missmutig doch erkannte mich auf einmal seine Kollegin: "You, Beachvolley? TV?" - Sprachlich nicht ganz korrekte antwortete ich mit meinem besten Blick aus der Sparte "freundlich, mitleidserregend, vertrauenserweckend": "Si!! Can you help me?"! Sie konnte: Wisch vor die Nase gehalten, ich habe meine Daten eingetragen, Stempel drauf - fertig!
Im Nachhinein habe ich mich zwar gefragt warum dieses Dokument (ohne Prüfung der Daten) ausreichen soll, um Gäste ohne Perso mitnehmen zu können aber vermutlich hat der Pokal im Polizeibüro eine kleine Abkürzung bewirkt - als Dank ließ ich noch schnell ein Turniertrikot dort.
Weiter ging es im Laufschritt zurück zum Check-In. Meine Sachen und meine Freundin waren bereits abgefertigt und mit vollem Optimismus vorausgeschickt worden (Getrennte Wege!). Meine neue Freundin von der SWISS geleitete mich noch schnell zum Express-Security-Check, wieder an allen Leuten vorbeigemogelt - mittlerweile war mir alles egal - und wir schafften es tatsächlich noch als letzte Gäste in den Flieger!
Ohne weitere Zwischenfälle kamen wir in Düsseldorf an und mussten nur noch eine kurze Bahnfahrt nach Köln hinter uns bringen.

8 Stunden nach dem Aufstehen, alles andere als frisch und mit den Gedanken schon auf dem Sofa standen wir dann mit unseren diversen Taschen endlich am Bahnsteig Köln HBF. Mit allen Taschen? Nicht ganz: Die Türen des Zuges gingen schon zu als ich bemerkte dass mein Rucksack mit nicht ganz unwichtigen Dingen wie Laptop und Kamera noch in der Gepäckablage ruhte. Schnell wieder in den Zug gehechtet, zum Platz gehetzt, Rucksack geschnappt und wieder zur Tür gelaufen. Leider war diese bereits geschlossen und ließ sich weder durch taktile Reize noch durch diverse Flüche zum Öffnen bewegen.
Wenig später setzte sich der Zug gaaaaanz langsam wieder in Bewegung und ließ Freundin und übrige Gepäckstücken am Bahnsteig zurück...! Glücklicherweise saß bzw stand ich nicht in einem ICE sondern in einem Regionalzug und musste somit nicht bis nach Frankfurt sondern nur nach Köln-Ehrenfeld, als im wahrsten Sinne des Wortes "blinder Passagier", mitfahren. Von dort ging es mit der nächsten S-Bahn wieder zum Hauptbahnhof und dann mit dem Taxi endlich nach Hause!!

Zum Abschluss noch schnell etwas aus der Rubrik: "Photo des Tages". Da ich es beim letzten mal ganz vergessen hatte, gibt es heute gleich zwei Photos - anders kann ich die Gegensätze aus Köln bzw Stavanger auch nicht darstellen - mein nun wieder fitter Körper wird damit aber schon fertig werden ;)

Köln




Stavanger



Viele Grüße, Euer Jonas

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Aufrufe: 617 | Kommentare: 2 | Bewertungen: 5 | Erstellt:28.06.2011
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taneu
28.06.2011 | 19:16 Uhr
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taneu : 
28.06.2011 | 19:16 Uhr
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taneu : 
Unfassbar. Deine Reiseberichte, die Geschichtchen von Flughäfen, Reiseunternehmen, Zoll und deren Mitarbeiter entlocken mir immer ein Schmunzeln.

Wetter? Tut mir nicht leid. Ich schwitze mir heute 3 Kilo weg. Was ist wohl schlimmer?
konserva11
03.07.2011 | 13:33 Uhr
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konserva11 : 
03.07.2011 | 13:33 Uhr
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konserva11 : 
Interessante Geschichten hier, freue mich immer wieder über deine Blogs
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