19.05.2011 um 12:14 Uhr
Quo vadis FCB? Teil 1/3 IV
Die Saison ist vorbei. Die Schmach hat ein Ende und vor uns liegt ein Sommerloch, dass es zu stopfen gilt. Wenn die Spieler des FC Bayern, nach den jeweiligen Länderspielterminen in ihren Urlaub gehen, dann wird (hoffentlich) kräftig am Kader der Bayern geschraubt.
Während alle Onlinedienste und Zeitungen voll sind mit Spekulationen, soll hier einmal genau geschaut werden, ganz im Sinne von Oliver Kahn, wie man punktuell, wirtschaftlich und mit Verstand die Mannschaft verstärken kann.
Dazu schauen wir uns zunächst den Rumpfkader an, wie er wahrscheinlich nach der Sommerpause aussieht:
Tor: Jörg Butt, Rouven Sattelmaier.
Abwehr: Breno (?), Daniel Van Buyten, Philipp Lahm, Diego Contento, Holger Badstuber
Mittelfeld: Franck Ribery, Arjen Robben, Danijel Pranjic, Luiz Gustavo, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Anatoliy Tymoshchuck
Sturm: Ivica Olic, Miroslav Klose (?), Thomas Müller, Mario Gomez
Hinzu gelten als sicher: Manuel Neuer (TW) und Nils Petersen (ST).
Zu den Fragezeichen: Breno wird wahrscheinlich gehen können, wenn sich ein Verein finden lässt und bei Miroslav Klose heißt es im Moment, dass Heynckes ihn behalten möchte. Die Zukunft ist jedoch nicht geklärt.
Um nun weitere sinnvolle Verstärkungen auszumachen, muss die Frage beantwortet werden, welches System in Zukunft gespielt werden soll. Bayern spielte im vergangenen Jahr durchgängig das momentan so angesagte 4-2-3-1. Auch Heynckes bevorzugte das System in der vergangenen Spielzeit. Es ist also davon auszugehen, dass dies beibehalten wird. Ob das richtig ist, darüber lässt sich sicherlich diskutieren, aber dazu (vielleicht) ein anderes Mal.
Schon jetzt fällt auf, dass man für die vier Verteidiger Positionen ebenso viele Spieler hat, wie für die einzige Spitze. Jetzt kann man sagen: „Ja, aber der Tymo und der Gustavo können ja auch IV spielen und Pranjic ist eh eher AV." Okay, dann tun wir die drei gedanklich noch in den Abwehrpott, holen dafür aber auch Robben und Ribery in den Sturm, weil de facto beide keine große Verstärkung für die Hintermannschaft sind. Fairerweise müssen wir das System dann als 4-3-3 auslegen und hätten somit sieben (inkl. Petersen) Stürmer für drei Positionen und hinten acht Spieler für vier Positionen, von denen eben drei eigentlich keine Abwehrspieler sind. Wer es also während der Saison noch nicht gesehen hat, der sieht es jetzt auch in Zahlen, dass in der Abwehr Lücken sind.
Man kann hier den Spielern retrospektiv eigentlich kaum einen Vorwurf machen. Wenn ein Trainer dich dauernd auf dem Feld rumschiebt und sagt: „Heute bist du defensiver Mittelfeldspieler, Morgen bist du dann bitte Innenverteidiger und Übermorgen brauch ich dich hinten links." Wie soll man da eine Position verinnerlichen, oder perfektionieren. Gerade bei jungen Spielern, wie Gustavo oder Badstuber sehe ich da auch ein Problem. Vor allem, weil dies passierte, obwohl gelernte Innenverteidiger fit waren.
Widmen wir uns also zunächst der ersten Problemzone, der Innenverteidigung:
Es gibt also maximal drei gelernte Innenverteidiger im nächsten Jahr, Stand heute, bei den Bayern. Es könnte passieren, dass Breno den Verein verlässt, dann hätten wir zwei auf dem Zettel. Daniel Van Buyten und Holger Badstuber. Beide haben noch vor einem Jahr eine gute Saison zusammen gespielt. Doch klar wurde schon im CL-Finale, dass ein Van Buyten nicht mehr die Spritzigkeit hat (wenn er sie je hatte), um mit den Topstürmern dieser Welt mitzuhalten. Doch aufgrund seiner Statur und seiner Kopfballgefahr halte ich ihn für einen soliden Back-up im Falle von Verletzungen. Holger Badstuber dagegen wird momentan unter Wert gesehen. Das ist sicherlich auch ein Ergebnis der Ära Van Gaal. Letztes Jahr hat er überragend gespielt und war auf dem besten Wege die tragende Säule in der Innenverteidigung der Zukunft zu werden. Nach der WM, war er einer der einzigen die trotzdem die alten Leistungen zeigen konnten, bevor ihn das Verletzungspech lahmlegte. Natürlich zeigte er dann Schwächen und auch Spiele, die man lieber vergessen würde. Gleiches tat aber auch sein offensives Gegenstück Müller. Bei ihm war es allerdings nicht so folgenschwer und darum spielte er (meistens) weiter. Um das abzuschließen, für mich ist Badstuber der Mann in der Innenverteidigung für die Zukunft und damit gesetzt. Geht man nun davon aus, dass jede Position doppelt besetzt sein soll, dann bräuchte man noch zwei weitere Innenverteidiger, wenn man nicht wieder auf verkappte defensive Mittelfeldspieler zurückgreifen möchte.
Jerome Boateng wird diesbezüglich immer wieder genannt und gilt laut „kicker" auch als fast sicher. Aus meiner Sicht ein sinnvoller Transfer, da er bereits in England gespielt hat und dadurch die beste Schule genossen hat, die man als Verteidiger auf dieser Welt durchlaufen kann. Will man wirklich gute Verteidiger kaufen, sollte man nach meinem Empfinden in England suchen. Die südlichen Ligen kann man diesbezüglich vergessen. Das soll nicht heißen, dass Puyol oder Pique schlecht sind, aber sie bilden halt die Ausnahme. Doch zurück zu Boateng. Er ist ein Jahr älter als Badstuber und könnte eine neue Ära bei Bayern starten, wie es sie seit Linke und Kuffour nicht mehr gab. Dieser Transfer macht also Sinn.
Als zweites würde ich nun jedoch auf etwas mehr Erfahrung setzen. Leverkusen machte es mit Hyypiä vor.
Daniel Agger. Der spielt beim FC Liverpool, ist mit seinen 26 Jahren nicht mehr ganz so jung wie Boateng und Badstuber und wäre sicherlich ein solcher Kandidat. Der Marktwert liegt zwar bei 11 Mio., jedoch heißt es, dass man ihn loswerden will. Bei ihm könnte jedoch etwas passieren, was bei Bayern nicht selten ist: Ein anderer großer Klub schnappt ihn weg. Zwar gehört Bayern mit zu den großen Klubs in Europa, aber aufgrund ihrer sauberen Wirtschaftsphilosophie passiert es immer wieder, dass andere Klubs einfach mehr zu bieten haben.
Alternativ könnte man sich in Deutschland umschauen. Die beiden Dortmunder wird man nicht bekommen, aber Mertesacker wäre ein Kandidat. Hier wäre eine Variante, dass man Boateng außen spielen lässt und dann innen mit Badstuber-Mertesacker(Agger) agiert. Marktwert von „Merte" ist zurzeit ungefähr 12,5 Mio. Das heißt man müsste sicher irgendwas bei 16 locker machen, um ihn zu bekommen. Hinzu kommen noch die jeweiligen Gehälter, die sowohl bei Agger, als auch bei Mertesacker nicht zu knapp ausfallen dürften.
Allein für die Transfersummen sind wir nun bereits bei:
Neuer 18 Mio
+ Petersen 2,5 Mio
+ Boateng 10-12 Mio
+ Agger/Mertesacker 13-15 Mio
____________________________
43,5 – 47,5 Mio €
Nur für Torwart und Innenverteidigung, plus den einen Stürmer. Man kann jetzt noch Ablösesummen abziehen, die evtl. noch aus dem Verkauf von Breno etc. kämen, aber darüber möchte ich keine Vorhersage wagen.
Im nächsten Teil wird es um die Außenverteidiger und defensiven Mittelfeldspieler gehen. Welche Namen sind wirklich interessant? Wäre Vidal sinnvoll?
Während alle Onlinedienste und Zeitungen voll sind mit Spekulationen, soll hier einmal genau geschaut werden, ganz im Sinne von Oliver Kahn, wie man punktuell, wirtschaftlich und mit Verstand die Mannschaft verstärken kann.
Dazu schauen wir uns zunächst den Rumpfkader an, wie er wahrscheinlich nach der Sommerpause aussieht:
Tor: Jörg Butt, Rouven Sattelmaier.
Abwehr: Breno (?), Daniel Van Buyten, Philipp Lahm, Diego Contento, Holger Badstuber
Mittelfeld: Franck Ribery, Arjen Robben, Danijel Pranjic, Luiz Gustavo, Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Anatoliy Tymoshchuck
Sturm: Ivica Olic, Miroslav Klose (?), Thomas Müller, Mario Gomez
Hinzu gelten als sicher: Manuel Neuer (TW) und Nils Petersen (ST).
Zu den Fragezeichen: Breno wird wahrscheinlich gehen können, wenn sich ein Verein finden lässt und bei Miroslav Klose heißt es im Moment, dass Heynckes ihn behalten möchte. Die Zukunft ist jedoch nicht geklärt.
Um nun weitere sinnvolle Verstärkungen auszumachen, muss die Frage beantwortet werden, welches System in Zukunft gespielt werden soll. Bayern spielte im vergangenen Jahr durchgängig das momentan so angesagte 4-2-3-1. Auch Heynckes bevorzugte das System in der vergangenen Spielzeit. Es ist also davon auszugehen, dass dies beibehalten wird. Ob das richtig ist, darüber lässt sich sicherlich diskutieren, aber dazu (vielleicht) ein anderes Mal.
Schon jetzt fällt auf, dass man für die vier Verteidiger Positionen ebenso viele Spieler hat, wie für die einzige Spitze. Jetzt kann man sagen: „Ja, aber der Tymo und der Gustavo können ja auch IV spielen und Pranjic ist eh eher AV." Okay, dann tun wir die drei gedanklich noch in den Abwehrpott, holen dafür aber auch Robben und Ribery in den Sturm, weil de facto beide keine große Verstärkung für die Hintermannschaft sind. Fairerweise müssen wir das System dann als 4-3-3 auslegen und hätten somit sieben (inkl. Petersen) Stürmer für drei Positionen und hinten acht Spieler für vier Positionen, von denen eben drei eigentlich keine Abwehrspieler sind. Wer es also während der Saison noch nicht gesehen hat, der sieht es jetzt auch in Zahlen, dass in der Abwehr Lücken sind.
Man kann hier den Spielern retrospektiv eigentlich kaum einen Vorwurf machen. Wenn ein Trainer dich dauernd auf dem Feld rumschiebt und sagt: „Heute bist du defensiver Mittelfeldspieler, Morgen bist du dann bitte Innenverteidiger und Übermorgen brauch ich dich hinten links." Wie soll man da eine Position verinnerlichen, oder perfektionieren. Gerade bei jungen Spielern, wie Gustavo oder Badstuber sehe ich da auch ein Problem. Vor allem, weil dies passierte, obwohl gelernte Innenverteidiger fit waren.
Widmen wir uns also zunächst der ersten Problemzone, der Innenverteidigung:
Es gibt also maximal drei gelernte Innenverteidiger im nächsten Jahr, Stand heute, bei den Bayern. Es könnte passieren, dass Breno den Verein verlässt, dann hätten wir zwei auf dem Zettel. Daniel Van Buyten und Holger Badstuber. Beide haben noch vor einem Jahr eine gute Saison zusammen gespielt. Doch klar wurde schon im CL-Finale, dass ein Van Buyten nicht mehr die Spritzigkeit hat (wenn er sie je hatte), um mit den Topstürmern dieser Welt mitzuhalten. Doch aufgrund seiner Statur und seiner Kopfballgefahr halte ich ihn für einen soliden Back-up im Falle von Verletzungen. Holger Badstuber dagegen wird momentan unter Wert gesehen. Das ist sicherlich auch ein Ergebnis der Ära Van Gaal. Letztes Jahr hat er überragend gespielt und war auf dem besten Wege die tragende Säule in der Innenverteidigung der Zukunft zu werden. Nach der WM, war er einer der einzigen die trotzdem die alten Leistungen zeigen konnten, bevor ihn das Verletzungspech lahmlegte. Natürlich zeigte er dann Schwächen und auch Spiele, die man lieber vergessen würde. Gleiches tat aber auch sein offensives Gegenstück Müller. Bei ihm war es allerdings nicht so folgenschwer und darum spielte er (meistens) weiter. Um das abzuschließen, für mich ist Badstuber der Mann in der Innenverteidigung für die Zukunft und damit gesetzt. Geht man nun davon aus, dass jede Position doppelt besetzt sein soll, dann bräuchte man noch zwei weitere Innenverteidiger, wenn man nicht wieder auf verkappte defensive Mittelfeldspieler zurückgreifen möchte.
Jerome Boateng wird diesbezüglich immer wieder genannt und gilt laut „kicker" auch als fast sicher. Aus meiner Sicht ein sinnvoller Transfer, da er bereits in England gespielt hat und dadurch die beste Schule genossen hat, die man als Verteidiger auf dieser Welt durchlaufen kann. Will man wirklich gute Verteidiger kaufen, sollte man nach meinem Empfinden in England suchen. Die südlichen Ligen kann man diesbezüglich vergessen. Das soll nicht heißen, dass Puyol oder Pique schlecht sind, aber sie bilden halt die Ausnahme. Doch zurück zu Boateng. Er ist ein Jahr älter als Badstuber und könnte eine neue Ära bei Bayern starten, wie es sie seit Linke und Kuffour nicht mehr gab. Dieser Transfer macht also Sinn.
Als zweites würde ich nun jedoch auf etwas mehr Erfahrung setzen. Leverkusen machte es mit Hyypiä vor.
Daniel Agger. Der spielt beim FC Liverpool, ist mit seinen 26 Jahren nicht mehr ganz so jung wie Boateng und Badstuber und wäre sicherlich ein solcher Kandidat. Der Marktwert liegt zwar bei 11 Mio., jedoch heißt es, dass man ihn loswerden will. Bei ihm könnte jedoch etwas passieren, was bei Bayern nicht selten ist: Ein anderer großer Klub schnappt ihn weg. Zwar gehört Bayern mit zu den großen Klubs in Europa, aber aufgrund ihrer sauberen Wirtschaftsphilosophie passiert es immer wieder, dass andere Klubs einfach mehr zu bieten haben.
Alternativ könnte man sich in Deutschland umschauen. Die beiden Dortmunder wird man nicht bekommen, aber Mertesacker wäre ein Kandidat. Hier wäre eine Variante, dass man Boateng außen spielen lässt und dann innen mit Badstuber-Mertesacker(Agger) agiert. Marktwert von „Merte" ist zurzeit ungefähr 12,5 Mio. Das heißt man müsste sicher irgendwas bei 16 locker machen, um ihn zu bekommen. Hinzu kommen noch die jeweiligen Gehälter, die sowohl bei Agger, als auch bei Mertesacker nicht zu knapp ausfallen dürften.
Allein für die Transfersummen sind wir nun bereits bei:
Neuer 18 Mio
+ Petersen 2,5 Mio
+ Boateng 10-12 Mio
+ Agger/Mertesacker 13-15 Mio
____________________________
43,5 – 47,5 Mio €
Nur für Torwart und Innenverteidigung, plus den einen Stürmer. Man kann jetzt noch Ablösesummen abziehen, die evtl. noch aus dem Verkauf von Breno etc. kämen, aber darüber möchte ich keine Vorhersage wagen.
Im nächsten Teil wird es um die Außenverteidiger und defensiven Mittelfeldspieler gehen. Welche Namen sind wirklich interessant? Wäre Vidal sinnvoll?
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