26.04.2009 um 01:59 Uhr
Quo vadis Eintracht!?
Wohin führt der Weg der Eintracht?
Die Vereinsführung hat es sich in den letzten Wochen und Monaten einfach gemacht und die durchwachsenen Resultate gerne mit dem anhaltenden Verletzungspech begründet, aber inzwischen ist das Gros des Kaders wieder mit an Bord und ein klarer Aufwärtstrend lässt sich dennoch nicht erkennen. Langzeitverletzte wie Preuß, oder Ergänzungsspieler wie Faton Toski könnten, bei einer Rückkehr in das Team, dieser Mannschaft auch bei 100%iger Fitness nicht mehr weiterhelfen. Einzig Amanatidis, der Leitwolf, könnte den derzeitigen Kader noch verstärken. Nicht mit seiner individuellen Klasse, er hat nicht die überragende Technik oder den Torriecher anderer Bundesligastürmer, aber mit seiner unglaublichen Lauf- und Kampfbereitschaft, mit welcher er die Mannschaft in der Vergangenheit nicht nur einmal mitreißen konnte.
Auch wenn im Verlauf der letzten Wochen zwischenzeitlich 9 Punkte auf die Abstiegsränge herausgearbeitet wurden, muss der Blick weiterhin in die unteren Regionen der Tabelle gerichtet bleiben. Zu groß scheint das Risiko, doch noch in den Abwärtsstrudel gerissen zu werden, nach Stuttgart mehr denn je. Es bleibt die Hoffnung, dass die Mannschaft den Ernst der Lage nicht verkennt, den ein solches Polster kann schnell dahinschmelzen. Der derzeitige Kader scheint stark genug um dieses Ziel zu erreichen. Aber ist mit dieser Mannschaft, diesem Trainer, diesem Management in Zukunft eine bessere Platzierung als in den letzten Jahren zu erwarten?
Es ist, selbst bei optimistischer Betrachtung, unwahrscheinlich. Die Kluft zu den finanzstarken Vereinen scheint zu groß, die individuellen Fertigkeiten des kickenden Personals nicht ausreichend für eine Platzierung in der oberen Hälfte der Tabelle. Wo liegen die Ursachen?
Die Finanzen. Natürlich kann ein Verein wie Eintracht Frankfurt nicht auf einen Mäzen wie Dietmar Hopp zurückgreifen, oder auf das, über Jahre in der Champions League angehäufte, Finanzpolster eines FC Bayern. Zu lange her sind die sportlichen Erfolge und die somit zu verzeichnenden Mehreinnahmen, zu viel Geld, in nicht taugliche Spieler investiert.
Bruchhagen, der „Vater aller Schnäppchen" scheint in den letzten Jahren seinen Riecher für neues Personal verloren zu haben, oft genug scheinbar schlecht beraten von seinem Scouting-Team um Bernd Hölzenbein. Teure Transfers, die wenig sportlichen Ertrag eingebracht haben, haben die verdienten Zusatzmillionen aus Pokal und UEFA-Cup Teilnahme weggefressen. Welche Spieler haben die Mannschaft deutlich verstärkt?
Einen Spieler wie Kyrgiakos konnte und wollte die Eintracht nicht halten, obwohl er einer der wenigen ist der sich rühmen kann, die Mannschaft stabilisiert zu haben. Ein Glücksgriff für den Verein, auch wenn er scheinbar charakterliche Schwächen gezeigt hat, so hat er mehr Stabilität in die Abwehrreihe gebracht, die sich in dieser Saison wohl nur mit wohlwollendem Optimismus als wackeliges Gerüst beschreiben lässt. Der teure Neuzugang Bellaid ist noch Jahre in seiner Entwicklung davon entfernt, ein adäquater Ersatz zu sein. Auch Petkovic, im Winter als kurzfristiger Spycher Ersatz verpflichtet, scheint nach den ersten Spielen nicht tauglich für die Liga zu sein. Alexander Krük spielt gar keine Rolle im Bundesliga Kader.
Auch in den übrigen Mannschaftsteilen ist die Bilanz düster. Mahdavikia, einer der Top-Verdiener, hat seinen Zenit lange überschritten. Bajramovic könnte in der nächsten Saison seine Rolle spielen, aber nach seiner langen Verletzung nur ein Schatten seines früheren Selbst.
Auch Steinhöfer und Korkmaz sind weit davon entfernt als Top-Spieler eingeschlagen zu haben. Steinhöfer hat seine Qualitäten als Vorbereiter, seine Saisonleistungen sind allerdings eine Berg und Talfahrt. Zu oft kann man ihn nur als absoluten Totalausfall verbuchen, während er eine Woche später schon wieder glänzen kann. Bringt er die für die Bundesliga benötigte Beständigkeit in sein Spiel könnte er unverzichtbar für sein Team werden, in seiner jetzigen Verfassung allerdings, ist er zu oft ein Risiko.
Korkmaz, mit viel Verletzungspech in die Saison gekommen, überzeugt bisher nicht. Es mangelt an Übersicht und Spielintelligenz, die nicht nur mit seiner langen Verletzungspause zu erklären ist. Gute Leistungen in Österreich, dessen Liga in der UEFA-5 Jahres Wertung auf Rang 20 rangiert, hinter Ländern wie Bulgarien oder Norwegen, qualifizieren nicht automatisch für die deutsche Bundesliga. Es bleibt fraglich, ob er sich in der Liga tatsächlich durchsetzen kann.
Das Thema Caio spaltet ohnehin das Frankfurter Umfeld. Mit der nötigen Disziplin wäre er sicher eine große Verstärkung, aber dann nur in einer Rolle als zentraler Spielmacher, ohne allzu große Defensivverpflichtungen. Ob der moderne Fußball den klassischen 10er allerdings noch zulässt ist fraglich, womit seine Position im Team als weniger hoffnungsvoll beschrieben werden muss. Besonders unter dem derzeitigen Trainer, scheint sich keine Chance mehr für ihn zu ergeben, über die Bank hinaus zu kommen.
Einzig die Neuzugänge Fenin und Liberopoulos im Sturm können streckenweise überzeugen, auch wenn festzuhalten ist, dass den Frankfurtern ein Stümer fehlt, der konstant die 15 Tore Marke in einer Saison übertreffen kann, was selbst für Stürmer Nr. 1 Amanatidis nur schwer zu schaffen sein wird. Das Missverständnis um Leonard Kweuke scheint dann allerdings wieder symptomatisch für das Einkaufsverhalten der Frankfurter.
Viel Geld für neue Spieler, aber die Neuen bleiben überwiegend blass.
Kritik am Management scheint angesichts dieser mäßigen Verpflichtungen angebracht. Auch wenn Heribert Bruchhagen dem Frankfurter Umfeld gerne einen gesunden Fußballverstand abspricht, bleiben einige Fragen offen. Vergangene Verdienste sollten niemanden in einem professionell geführten Verein, egal ob Trainer oder Manager, zur heiligen Kuh mutieren lassen und Kritik an der Arbeit des Managers kann und muss erlaubt sein, ebenso die Diskussion um den Trainer. Leider werden solche Diskussionen in den offiziellen Fan-Foren gerne im Keim erstickt, obwohl es einzig die Fans sind, welche die Eintracht von einem Verein wie Bielefeld oder Bochum unterscheiden. Der Zuschauerschnitt belegt das immer wieder eindrucksvoll und nicht umsonst werden die Frankfurter Fans ligaweit an der Spitze gesehen.
Die Planungen für die kommende Saison laufen, Namen wie Fahrenhorst, Reinhard oder Balitsch kochen hoch. Ob diese Spieler der Eintracht tatsächlich weiterhelfen können, bleibt doch fraglich. Zu vielen Fans sind Transfers eines Marko Rehmer oder aktuell auch Inamoto im Gedächtnis.
Was könnte helfen? Mut zum Risiko? Der eigene Nachwuchs? Diese Fragen können nur der Trainer und das Management beantworten und leider fielen die Antworten in der jüngeren Vergangenheit zu selten positiv aus.
Die Vereinsführung hat es sich in den letzten Wochen und Monaten einfach gemacht und die durchwachsenen Resultate gerne mit dem anhaltenden Verletzungspech begründet, aber inzwischen ist das Gros des Kaders wieder mit an Bord und ein klarer Aufwärtstrend lässt sich dennoch nicht erkennen. Langzeitverletzte wie Preuß, oder Ergänzungsspieler wie Faton Toski könnten, bei einer Rückkehr in das Team, dieser Mannschaft auch bei 100%iger Fitness nicht mehr weiterhelfen. Einzig Amanatidis, der Leitwolf, könnte den derzeitigen Kader noch verstärken. Nicht mit seiner individuellen Klasse, er hat nicht die überragende Technik oder den Torriecher anderer Bundesligastürmer, aber mit seiner unglaublichen Lauf- und Kampfbereitschaft, mit welcher er die Mannschaft in der Vergangenheit nicht nur einmal mitreißen konnte.
Auch wenn im Verlauf der letzten Wochen zwischenzeitlich 9 Punkte auf die Abstiegsränge herausgearbeitet wurden, muss der Blick weiterhin in die unteren Regionen der Tabelle gerichtet bleiben. Zu groß scheint das Risiko, doch noch in den Abwärtsstrudel gerissen zu werden, nach Stuttgart mehr denn je. Es bleibt die Hoffnung, dass die Mannschaft den Ernst der Lage nicht verkennt, den ein solches Polster kann schnell dahinschmelzen. Der derzeitige Kader scheint stark genug um dieses Ziel zu erreichen. Aber ist mit dieser Mannschaft, diesem Trainer, diesem Management in Zukunft eine bessere Platzierung als in den letzten Jahren zu erwarten?
Es ist, selbst bei optimistischer Betrachtung, unwahrscheinlich. Die Kluft zu den finanzstarken Vereinen scheint zu groß, die individuellen Fertigkeiten des kickenden Personals nicht ausreichend für eine Platzierung in der oberen Hälfte der Tabelle. Wo liegen die Ursachen?
Die Finanzen. Natürlich kann ein Verein wie Eintracht Frankfurt nicht auf einen Mäzen wie Dietmar Hopp zurückgreifen, oder auf das, über Jahre in der Champions League angehäufte, Finanzpolster eines FC Bayern. Zu lange her sind die sportlichen Erfolge und die somit zu verzeichnenden Mehreinnahmen, zu viel Geld, in nicht taugliche Spieler investiert.
Bruchhagen, der „Vater aller Schnäppchen" scheint in den letzten Jahren seinen Riecher für neues Personal verloren zu haben, oft genug scheinbar schlecht beraten von seinem Scouting-Team um Bernd Hölzenbein. Teure Transfers, die wenig sportlichen Ertrag eingebracht haben, haben die verdienten Zusatzmillionen aus Pokal und UEFA-Cup Teilnahme weggefressen. Welche Spieler haben die Mannschaft deutlich verstärkt?
Einen Spieler wie Kyrgiakos konnte und wollte die Eintracht nicht halten, obwohl er einer der wenigen ist der sich rühmen kann, die Mannschaft stabilisiert zu haben. Ein Glücksgriff für den Verein, auch wenn er scheinbar charakterliche Schwächen gezeigt hat, so hat er mehr Stabilität in die Abwehrreihe gebracht, die sich in dieser Saison wohl nur mit wohlwollendem Optimismus als wackeliges Gerüst beschreiben lässt. Der teure Neuzugang Bellaid ist noch Jahre in seiner Entwicklung davon entfernt, ein adäquater Ersatz zu sein. Auch Petkovic, im Winter als kurzfristiger Spycher Ersatz verpflichtet, scheint nach den ersten Spielen nicht tauglich für die Liga zu sein. Alexander Krük spielt gar keine Rolle im Bundesliga Kader.
Auch in den übrigen Mannschaftsteilen ist die Bilanz düster. Mahdavikia, einer der Top-Verdiener, hat seinen Zenit lange überschritten. Bajramovic könnte in der nächsten Saison seine Rolle spielen, aber nach seiner langen Verletzung nur ein Schatten seines früheren Selbst.
Auch Steinhöfer und Korkmaz sind weit davon entfernt als Top-Spieler eingeschlagen zu haben. Steinhöfer hat seine Qualitäten als Vorbereiter, seine Saisonleistungen sind allerdings eine Berg und Talfahrt. Zu oft kann man ihn nur als absoluten Totalausfall verbuchen, während er eine Woche später schon wieder glänzen kann. Bringt er die für die Bundesliga benötigte Beständigkeit in sein Spiel könnte er unverzichtbar für sein Team werden, in seiner jetzigen Verfassung allerdings, ist er zu oft ein Risiko.
Korkmaz, mit viel Verletzungspech in die Saison gekommen, überzeugt bisher nicht. Es mangelt an Übersicht und Spielintelligenz, die nicht nur mit seiner langen Verletzungspause zu erklären ist. Gute Leistungen in Österreich, dessen Liga in der UEFA-5 Jahres Wertung auf Rang 20 rangiert, hinter Ländern wie Bulgarien oder Norwegen, qualifizieren nicht automatisch für die deutsche Bundesliga. Es bleibt fraglich, ob er sich in der Liga tatsächlich durchsetzen kann.
Das Thema Caio spaltet ohnehin das Frankfurter Umfeld. Mit der nötigen Disziplin wäre er sicher eine große Verstärkung, aber dann nur in einer Rolle als zentraler Spielmacher, ohne allzu große Defensivverpflichtungen. Ob der moderne Fußball den klassischen 10er allerdings noch zulässt ist fraglich, womit seine Position im Team als weniger hoffnungsvoll beschrieben werden muss. Besonders unter dem derzeitigen Trainer, scheint sich keine Chance mehr für ihn zu ergeben, über die Bank hinaus zu kommen.
Einzig die Neuzugänge Fenin und Liberopoulos im Sturm können streckenweise überzeugen, auch wenn festzuhalten ist, dass den Frankfurtern ein Stümer fehlt, der konstant die 15 Tore Marke in einer Saison übertreffen kann, was selbst für Stürmer Nr. 1 Amanatidis nur schwer zu schaffen sein wird. Das Missverständnis um Leonard Kweuke scheint dann allerdings wieder symptomatisch für das Einkaufsverhalten der Frankfurter.
Viel Geld für neue Spieler, aber die Neuen bleiben überwiegend blass.
Kritik am Management scheint angesichts dieser mäßigen Verpflichtungen angebracht. Auch wenn Heribert Bruchhagen dem Frankfurter Umfeld gerne einen gesunden Fußballverstand abspricht, bleiben einige Fragen offen. Vergangene Verdienste sollten niemanden in einem professionell geführten Verein, egal ob Trainer oder Manager, zur heiligen Kuh mutieren lassen und Kritik an der Arbeit des Managers kann und muss erlaubt sein, ebenso die Diskussion um den Trainer. Leider werden solche Diskussionen in den offiziellen Fan-Foren gerne im Keim erstickt, obwohl es einzig die Fans sind, welche die Eintracht von einem Verein wie Bielefeld oder Bochum unterscheiden. Der Zuschauerschnitt belegt das immer wieder eindrucksvoll und nicht umsonst werden die Frankfurter Fans ligaweit an der Spitze gesehen.
Die Planungen für die kommende Saison laufen, Namen wie Fahrenhorst, Reinhard oder Balitsch kochen hoch. Ob diese Spieler der Eintracht tatsächlich weiterhelfen können, bleibt doch fraglich. Zu vielen Fans sind Transfers eines Marko Rehmer oder aktuell auch Inamoto im Gedächtnis.
Was könnte helfen? Mut zum Risiko? Der eigene Nachwuchs? Diese Fragen können nur der Trainer und das Management beantworten und leider fielen die Antworten in der jüngeren Vergangenheit zu selten positiv aus.
Aufrufe: 426 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 1 | Erstellt:26.04.2009
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Ich beschäftige mich eher wenig mit der Eintracht und daher hilft dieses Blog doch sehr die Probleme der Eintracht zu verstehen.
Da Frankfurt ja meistens ein gutes Spiel hat und danach ein schlechts besteht aber die Frage, ob es auch an Funkel liegen könnte. Schwört er die Mannschaft nach einem guten Spiel (--> Sieg) vielleicht nicht gut genug ein?
Meiner Meinung nach hilft der Nachwuchs so gut wie immer. Selbst wenn die Spieler nicht bundesligareif sein sollten, so bringen sie doch Feuer ins Training und wirbeln so einiges auf. Dadurch strengen sich manche der Spieler vielleicht einfach mal öfters an...
10/10