13.12.2011 um 13:40 Uhr
Quo Vadis Breisgaubrasilianer?
Noch vor rund einem Jahr konnte man als SC Fan recht beruhigt der Weihnachtszeit entgegen blicken. Der Verein ging mit 28 Punkten und einem überragendem 6ten Platz in die Winterpause, hatte es geschafft mit Stürmer Cisse einem vom Verein inzwischen geschliffenen Rohdiamanten im Kader zu haben, mit Dutt einen Trainer der landesweit aufgrund seiner hohen Fachkompetenz gelobt wurde und auch ansonsten eine recht homogene Truppe parat zu haben, in denen Spieler wie Bastians oder Baumann insofern herausragen konnten, dass sie dem Verein mittelfristig einen warmen Geldregen bescheren könnten.
Knapp ein Jahr später muss man leider von einem komplett verkorksten Jahr 2011 für den Sportclub sprechen. Die Rückrunde verlief mit nur 16 geholten Punkten sportlich bereits ziemlich mäßig (was aber aufgrund der überragenden Vorrunde nicht weiter ins Gewicht fiel). Schmerzhafter war da perspektivisch gesehen eher der Verlust des Trainers, weil dieser qualitativ nicht aufgefangen werden konnte.
Die Verantwortlichen den SCs entschieden sich nach dem Abgang von Dutt, künftig auf den ehemaligen Amateurtrainer Sorg zu setzen (der mit der zweiten Mannschaft eine recht ordentliche Runde in der Regionalliga gespielt hatte)
Bereits in der Vorbereitung für die neue Saison lies dieser Sorg dann ein recht offensives System spielen und als SC Fan freute man sich nach der Ankündigung dass Cisse zunächst einmal nicht verkauft wird, auf den neuen "Wundersturm" Cisse-Dembele (der als Rekordtransfer mit der überragenden Quote von 28 Tore in 26 Spielen nach Freiburg gekommen war). Außerdem freute man sich darauf, dass man mit Ferati endlich eine Alternative zu den eher hölzernen IVs Barth und Krmas im Kader hatte.
Dann kam das erste Pflichtspiel und somit auch die überraschende Pleite gegen Unterhaching im Pokal.
Künftig wurde dann nur noch mit 1 nem Stürmer gespielt (obwohl der Kader mit Leuten wie Dembele, Jendrisek, Reisinger, Yano und Brandstetter eindeutig auf ein 2 Stürmer System zugeschnitten war) somit hatte man also letztendlich eine Position der Stammelf mit 6 Spielern besetzt (von denen einer inzwischen aussortiert und ein anderer zur zweiten Mannschaft zurück versetzt wurde)
Die Abwehr wirkte von Beginn an recht hölzern (dennoch entschied man sich dafür eine gute Alternative wie Williams zu verkaufen und einen Spieler wie Ferati trotz guter Ansätze, nicht in der Stammelf zu integrieren), dass die Kaderplanung gerade in der Defensive recht naiv gewesen ist zeigte sich dann auch an der (Not) Verpflichtung des vereinslosen Hinkels, der allerdings auch keine Stabilität in die Hintermannschaft bringen konnte und inzwischen sogar vom Jungen Schmid aus der Stammelf verdrängt wurde.
Jetzt ist es als Aussenstehender natürlich immer recht leicht Kritik am Trainer zu äußern. Ich bin eigentlich nicht dafür den Trainer zu wechseln, jedoch stelle ich mir die Frage durchaus, was denn nach einem möglichen Abstieg wäre. Wo ist denn das SC-Konzept? Momentan kann ich das wirklich noch nicht erkennen, weder personell noch taktisch. Wo ist das grosse Ganze?
Was passiert denn nach der Winterpause wenn man die ersten 3 Spiele verliert? Knicken Duffi und Keller dann ein und setzen Sorg vor die Tür? Dann sollten sie wirklich gleich mitgehen. Entweder man erkennt jetzt, dass der Trainer nicht in der Lage ist, die gewünschten Ziele umzusetzen und wechselt ihn VOR der Winterpause oder man zieht das ganze bis zum (bitteren?) Ende durch. Entweder man glaubt absolut anSorgs Qualitäten oder nicht. Ich frage mich jedoch wer dies im Vorstand einschätzen kann. Duffi? Keller? Bei Stocker wusste ich immer, dass er den fussballerischen Sachverstand hat und habe ihm zu 1000% vertraut, aber jetzt bin ich mir da wirklich nicht mehr so sicher.
Eine andere Frage die sich mir stellt ist: Wofür steht der SC und was unterscheidet diesen Club, der doch früher neben St.Pauli als erstes Beispiel für den "anderen Club" galt, noch von stinknormalen grauen Mäusen/Fahrstuhlmannschaften?
Früher war das das Kurzpassspiel (die Breisgaubrasilianer), Realittätssinn bzw. Bescheidenheit hinsichtlich der eigenen Ziele, eine kleine Stadt, die trotz der Größe, jeden Samstag eine volle und stimmungsvolle Bude hat und am allermeisten die Kontinuität, vor allem im Bezug auf den Trainer.
Was davon ist geblieben? Der SC spielt immer noch (oder nach Endphase Dutt: wieder) meistens ganz ansehnlichen Fußball, der aber nicht an das frühere Niveau heran reicht. Die Begeisterung für den Verein ist verebbt, voll ist das Stadion nur bei Topspielen, die Stimmung beschränkt sich auf einen kleinen Teil der Nord, die Fußballschule ist zwar prämiert, aber(noch) nicht prägend für den Profibereich.
Was bleibt ist, dass Beckmann in der Sportschau sagt: "Trainer können in Freiburg ungestört arbeiten". Ist man bereit das aufzugeben, nur um kurzfristig die erste Liga zu halten, weil man denkt, eine anderer Trainer könnte das möglicherweise besser? Erfolg ist nicht alles, gerade bei einem Verein wie dem SC ist die Identität fast noch wichtiger, das gilt es hier natürlich auch zu bedenken, auch wenn ein neuerlicher Gang in die zweite Liga natürlich recht bitter wäre.
Knapp ein Jahr später muss man leider von einem komplett verkorksten Jahr 2011 für den Sportclub sprechen. Die Rückrunde verlief mit nur 16 geholten Punkten sportlich bereits ziemlich mäßig (was aber aufgrund der überragenden Vorrunde nicht weiter ins Gewicht fiel). Schmerzhafter war da perspektivisch gesehen eher der Verlust des Trainers, weil dieser qualitativ nicht aufgefangen werden konnte.
Die Verantwortlichen den SCs entschieden sich nach dem Abgang von Dutt, künftig auf den ehemaligen Amateurtrainer Sorg zu setzen (der mit der zweiten Mannschaft eine recht ordentliche Runde in der Regionalliga gespielt hatte)
Bereits in der Vorbereitung für die neue Saison lies dieser Sorg dann ein recht offensives System spielen und als SC Fan freute man sich nach der Ankündigung dass Cisse zunächst einmal nicht verkauft wird, auf den neuen "Wundersturm" Cisse-Dembele (der als Rekordtransfer mit der überragenden Quote von 28 Tore in 26 Spielen nach Freiburg gekommen war). Außerdem freute man sich darauf, dass man mit Ferati endlich eine Alternative zu den eher hölzernen IVs Barth und Krmas im Kader hatte.
Dann kam das erste Pflichtspiel und somit auch die überraschende Pleite gegen Unterhaching im Pokal.
Künftig wurde dann nur noch mit 1 nem Stürmer gespielt (obwohl der Kader mit Leuten wie Dembele, Jendrisek, Reisinger, Yano und Brandstetter eindeutig auf ein 2 Stürmer System zugeschnitten war) somit hatte man also letztendlich eine Position der Stammelf mit 6 Spielern besetzt (von denen einer inzwischen aussortiert und ein anderer zur zweiten Mannschaft zurück versetzt wurde)
Die Abwehr wirkte von Beginn an recht hölzern (dennoch entschied man sich dafür eine gute Alternative wie Williams zu verkaufen und einen Spieler wie Ferati trotz guter Ansätze, nicht in der Stammelf zu integrieren), dass die Kaderplanung gerade in der Defensive recht naiv gewesen ist zeigte sich dann auch an der (Not) Verpflichtung des vereinslosen Hinkels, der allerdings auch keine Stabilität in die Hintermannschaft bringen konnte und inzwischen sogar vom Jungen Schmid aus der Stammelf verdrängt wurde.
Jetzt ist es als Aussenstehender natürlich immer recht leicht Kritik am Trainer zu äußern. Ich bin eigentlich nicht dafür den Trainer zu wechseln, jedoch stelle ich mir die Frage durchaus, was denn nach einem möglichen Abstieg wäre. Wo ist denn das SC-Konzept? Momentan kann ich das wirklich noch nicht erkennen, weder personell noch taktisch. Wo ist das grosse Ganze?
Was passiert denn nach der Winterpause wenn man die ersten 3 Spiele verliert? Knicken Duffi und Keller dann ein und setzen Sorg vor die Tür? Dann sollten sie wirklich gleich mitgehen. Entweder man erkennt jetzt, dass der Trainer nicht in der Lage ist, die gewünschten Ziele umzusetzen und wechselt ihn VOR der Winterpause oder man zieht das ganze bis zum (bitteren?) Ende durch. Entweder man glaubt absolut anSorgs Qualitäten oder nicht. Ich frage mich jedoch wer dies im Vorstand einschätzen kann. Duffi? Keller? Bei Stocker wusste ich immer, dass er den fussballerischen Sachverstand hat und habe ihm zu 1000% vertraut, aber jetzt bin ich mir da wirklich nicht mehr so sicher.
Eine andere Frage die sich mir stellt ist: Wofür steht der SC und was unterscheidet diesen Club, der doch früher neben St.Pauli als erstes Beispiel für den "anderen Club" galt, noch von stinknormalen grauen Mäusen/Fahrstuhlmannschaften?
Früher war das das Kurzpassspiel (die Breisgaubrasilianer), Realittätssinn bzw. Bescheidenheit hinsichtlich der eigenen Ziele, eine kleine Stadt, die trotz der Größe, jeden Samstag eine volle und stimmungsvolle Bude hat und am allermeisten die Kontinuität, vor allem im Bezug auf den Trainer.
Was davon ist geblieben? Der SC spielt immer noch (oder nach Endphase Dutt: wieder) meistens ganz ansehnlichen Fußball, der aber nicht an das frühere Niveau heran reicht. Die Begeisterung für den Verein ist verebbt, voll ist das Stadion nur bei Topspielen, die Stimmung beschränkt sich auf einen kleinen Teil der Nord, die Fußballschule ist zwar prämiert, aber(noch) nicht prägend für den Profibereich.
Was bleibt ist, dass Beckmann in der Sportschau sagt: "Trainer können in Freiburg ungestört arbeiten". Ist man bereit das aufzugeben, nur um kurzfristig die erste Liga zu halten, weil man denkt, eine anderer Trainer könnte das möglicherweise besser? Erfolg ist nicht alles, gerade bei einem Verein wie dem SC ist die Identität fast noch wichtiger, das gilt es hier natürlich auch zu bedenken, auch wenn ein neuerlicher Gang in die zweite Liga natürlich recht bitter wäre.
Aufrufe: 221 | Kommentare: 6 | Bewertungen: 5 | Erstellt:13.12.2011
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KOMMENTARE
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13.12.2011 | 13:50 Uhr
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13.12.2011 | 13:52 Uhr
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MSVManu : @tmv
na schon präsentation gehalten wir sollten dich glaub ich vor ca. 1:20 dran erinnern
13.12.2011 | 14:01 Uhr
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Jetzt waren einige der Spiele unter Sorg eigentlich recht ansehnlich, nur muss man da Sorg und Dufner eine gewisse Naivität bezüglich der Kaderzusammenstellung der Defensive unterstellen. Spieler wie Barth oder Krmas sind gerade als 2er Paket auf Bundesliganiveau einfach viel zu langsam, ich verstehe nicht warum man da nicht mal dauerhaft den Ferati ausprobiert, um wenigstens 2 IVs zu haben die sich in ihren Stärken und Schwächen einigermaßen ergänzen
Momentan spielen da zwar 2 recht gute Zweikämpfer, die allerdings deutliche Geschwindigkeitsdefizite und ein schwaches Aufbauspiel haben, dieses schwache Aufbauspiel sorgt dann dafür dass sich dass das Mittelfeld meistens zu tief steht und sich von zu weit hinten die Bälle holen muss.
Das einzige was man der Mannschaft nicht absprechen kann, ist der hohe kämpfersiche Einsatz, gerade nach Rückstanden, aber der alleine wird wohl kaum reichen um in der Liga bleiben zu können.
13.12.2011 | 14:08 Uhr
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og222 :
Starker Blog, sehr gut zu lesen. Allerdings verstehe ich deine Einstellung gegenüber Duffner und Keller nicht. Gleich vorzuschlagen, mit Sorg zu gehen, finde ich persönlich übertrieben.
Komme selbst aus dem Breisgau und jeder Freiburgfan den ich kenne sieht Sorg als Hauptproblem. Die Philosophie der Freiburger gefällt mir, ein Klub mit großer Ruhe geführt.
Ich hoffe dass ihr es der SC packt

9 Punkte!
13.12.2011 | 14:09 Uhr
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taneu :
Irgendwie hatte ich schon mal bewertet und kommentiert... ist weg! Egal. Ich sympathisiere ja mit dem SC. Deswegen glaub ich auch, dass ihr drin bleibt. Lautern und Augsburg sind schwächer und in der Relegation schafft ihr den Dritten der 2. Liga. Ob Sorg was kann? Keine Ahnung, aber ich denke auch hier ist es zu früh ein Urteil zu fällen. Definitiv steht das Konstrukt SC Freiburg auf starken Säulen, die es euch für die Zukunft ermöglichen mindestens oberes Drittel 2. Liga zu spielen, ich wünsche euch aber immer in Liga 1 zu bleiben.
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Aufgrund der Tatsache, dass vor allem die 2. Hälfte fast komplett aus deinen Rudb-Kommentaren kopiert ist gebe ich dir nur 9,5 punkte, also aufgerundet 10