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04.02.2011 um 12:42 Uhr
Quo Vadis, FedExpress ?
Roger Federer. Der Mann. Der Mythos. Die lebende Legende. Er hat Tennis auf ein neues Level gebracht. (Fast) Sämtliche Rekorde hat er gebrochen und mittlerweile über 60 Mio. Dollar an Preisgeld eingenommen. Für viele ist er jetzt schon der Beste den es je gab. Doch ist er auch der Beste, den die Tennis Szene im Moment zu bieten hat?

Fakt ist : Federer hat seit den Australian Open 2010 kein Grand Slam Turnier mehr gewonnen. Er ist nicht einmal mehr in ein Finale eingezogen. Rafael Nadal, der heissblütige Spanier aus Menacor hat die Führung in der Weltrangliste übernommen und mit den drei Erfolgen in Paris,London und New York das Tennis Jahr 2010 beinahe nach Belieben dominiert.

Sommer 2010 - Der FedExpress "delivert" nicht mehr

Für Federer war in Roland Garros bereits im Viertelfinale Schluss. Das war das erste Mal seit den French Open 2004, dass er nicht in das Halbfinale eines Grand Slam Turniers einziehen konnte. Rogers unglaubliche Serie fand in der gnadenlosen roten Asche von Paris ein erdbebengleiches Ende auf Grund der erbarmunglsosen Vorhand des Schweden Robin Söderling. Dieser hatte an selber Stelle ein jahr zuvor bereits die 31 Matches währende Siegesserie von Rafael Nadal bei den French Open beendet. Dieser gewann das Turnier und entriss Federer die Führung in der Weltrangliste. Tragisch, denn der Schweizer war eine Woche davon entfernt den ewigen Rekord von Pete Sampras einzustellen, der insgesamt 286 Wochen von der Spitze der Weltrangliste grüßte.
Ein Ausrutscher? Sicherlich, der Rekord wird nachgeholt ! - dachte man damals. Auf Sand war der Schweizer, der die Tennis Plätze dieser Welt mit seinem an Poesie grenzendem Spiel entzückte bekanntlich noch nie so dominant. Und schließlich stand Wimbledon vor der Tür. Heimspiel in London, lautete die Parole für Federer. Das Heimspiel wurde zur Überraschung aller erneut bereits im Viertelfinale abgepfiffen. Thomas Berdych schickte den nicht mehr so leichtfüssig spielenden Federer schon frühzeitig zum Duschen. Ein Paukenschlag, ohne Zweiffel. Federers Dominanz auf Grass, die bereits im denkwürdigen Wimbledon Finale 2008 angesägt wurde, war nun endgültig gebrochen. Der Meister des Rasentennis wurde zum Greenkeeper degradiert.
Nun kamen die US Open in New York. Dort konnte der FedExpress bereits fünf mal liefern. Ein erneuter Erfolg im Traumfinale gegen Rafael Nadal sollte her. Doch auch hier war bereits vor dem letzten Sonntag im Turnier schluss. "Endstation Halbfinale" hiess es im Arthur Ashe Stadion. Der Serbe Novak Djokovic stoppte Federer in einem denkwürdigen Fünfsatzkrimi und zog ins Finale ein, in dem wiederrum Nadal triumphieren konnte. Wieder kein Finaleinzig, geschweige denn ein Titel.

Versöhnlicher Jahresabschluss und missglückter Start in 2011

Mit dem Sieg beim abschliessenden Tennis Masters Cup in London konnte Federer die Saison dennoch versöhnlich abschließen. Ein Hochrangiges Turnier mit viel Prestige ohne Frage - aber eben kein Major-Titel.
Der große Angriff des Meisters wurde dann für 2011 erwartet. Die Zurückeroberung der Nummer 1 und die Zerschlagung der Dominanz von Rafael Nadals wurde von den Fans des Schweizers ersehnt. Doch sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Und der hiess in Melbourne abermals Novak Djokovic. Rumms- Aus im Halbfinale. Glatt in drei Sätzen. Still und Leise verabschiedete sich Federer aus dem australischen Rampenlicht. Im Spotlight des Finales standen nun andere. Statt die Nummer 1 zu werden muss er nun sogar seine Position als Nummer 2 der Welt gegen den von hinten heranrauschenden Serben verteidigen. Eine weitere Bedrohung stellt der Schotte Andy Murray dar. Die "jungen Wilden" machen Jagd auf den Meister. Wie lange der sich noch zu wehren weiss bleibt abzuwarten.

Viel zu dramatisierte Darstellung ! - Oder auch nicht?

Sicherlich, die Bilanz liesst sich nicht so katastrophal wie ich sie hier dargestellt habe. Allerdings muss man Federer auch an den gewaltigen Maßstäben messen, die er in den Jahren seiner beisspiellosen Dominanz selbst gesetzt hat. Und da lässt sich im letzten Jahr ein Trend erkennen, der wohmöglich das Ende seiner Regentschaft im Tennis Zirkus einläutet. Rafael Nadal ist derzeit der Beste Spieler der Welt. Und mit Djokovic und Andy Murray, dessen erster Grand Slam Erfolg nur noch eine Frage der Zeit zu seien scheint, kommen starke Spieler von hinten nach, die es Federer erheblich schwerer machen werden erneut ein Finale eines Grand Slam Turniers zu erreichen.

Ich persönlich blicke gespannter denn je auf Roland Garros. Dort wird sich zeigen, welche Route der FedExpress in Zukunft nehmen wird !
Aufrufe: 2565 | Kommentare: 7 | Bewertungen: 14 | Erstellt:04.02.2011
ø 8.0
KOMMENTARE
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löwengraetscher85
05.02.2011 | 01:56 Uhr
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05.02.2011 | 01:56 Uhr
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Federer abzuschreiben ist definitiv ein Fehler! Er ist nicht mehr dominant wie früher, aber mit dem gewissen Glück kann er auch noch einmal bei Grand Slams erfolgreich sein.

Schöner Blog!
Skibbe17
07.02.2011 | 18:46 Uhr
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Skibbe17 : 
07.02.2011 | 18:46 Uhr
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Skibbe17 : 
Ja und Nein, ganz klar überwiegt aber nein. Man muss die Sache Differentierter sehen... Roger ist in einer Zeit zur Nummer 1 geworden als das Tennis vor allem vom Niveau her am Boden war, nicht umsonst waren Spieler wie Safin, Hewitt und ARod damals die Nummer 1. Alles keine Schlechten, aber keine Spieler die der Nummer 1 würdig wären. Klar ist Roger der Beste Spieler aller Zeiten, aber erst jetzt ist das Niveau so hoch mit Spielern wie Djokovic, Nadal und Murray das du halt eben keine Freifahrtkarten ins Finale hast...

Roger ist und bleibt der Beste nur spielt halt der Beste Spieler aller Zeiten derzeit mit seinem legimtimen Nachfolger Rafa... Auch das mit "Auf Sand war der Schweizer bekanntlich noch nie so dominant" stimmt ja nun mal nicht, diese Ansicht stört mich schon immer. Unter Experten gilt Roger Federer als der Zweitbeste Sandplatzspieler aller Zeiten, für mich kein Zufall...
mfranky
07.02.2011 | 19:06 Uhr
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mfranky : 
07.02.2011 | 19:06 Uhr
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mfranky : 
@Skibbe17: Safin, Hewitt und ARod kann man nicht in einen Topf werfen. Safin hätte mit der richtigen Einstellung ein ganz großer sein können. Hewitt und ARod sind spielerisch limitiert. Aber deine Grundaussage ist völlig zutreffend, dass das Tennis zu dieser Zeit nicht auf allerhöchstem Niveau war. Wobei einige Spieler Potential zu viel mehr gehabt hätten (zB Nalbandian).

Vielleicht ist Roger nicht mehr der der er einmal war, vielleicht sind auch die anderen besser geworden, trotzdem bleibt Roger für mich der Größte. Sein Tennis ist einfach toll anzuschauen. Sein Spielstil verpaßt dem Tennissport eine bestimmte Leichtigkeit.

Roger hat solange dominiert, er wird auch älter, hat eine Familie gegründet, da können sich schonmal die Prioritäten verschieben und die letzte Motivation abhanden kommen. Er ist ja nicht hoffnungslos unterlegen, häufig fehlen im zur Zeit einfach die Big Points.

Ich bin mir sicher, dass er noch das eine oder andere Grand Slam gewinnen wird und ich hoffe, dass er dem Tennissport noch lange erhalten bleibt.
Biedel
07.02.2011 | 19:27 Uhr
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Biedel : 
07.02.2011 | 19:27 Uhr
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Biedel : 
Also ich seh es nicht ganz so dramatisch wie du es hier beschrieben hast.

Man kann seit dem Masters Ende 2010 einen klaren Aufwärtstrend bei ihm erkennen und das er in Melbourne im Halbfinale ausgeschieden ist, liegt sicherlich nicht daran, dass er einfach nicht gut genug war, sondern dass bei diesem Turnier mit Novak Djokovic einfach ein Spieler über allen stand. Bei diesem Turnier gab es einfach so gut wie kein Mittel, dass gegen Djokovic zum Sieg geführt hätte. Federer hatte ein Mittel im 2. Satz als er mit 5:2 geführt hat, allerdings hat er diesen Faden wieder verloren und hat dann verloren.

Federer ist auf Sand zwar gewiss ein sehr guter Spieler, allerdings keiner, von dem man einfach so einen Durchmarsch ins Finale von Paris erwarten kann.

Das er in Wimbledon schon im Viertelfinale ausgeschieden ist, lag auch mit da dran, dass er in dieses Match gegen Berdych verletzt reingegangen ist und daher keine optimale Leistung bringen konnte.

Und das er bei den US Open 2010 gegen Djokovic verloren hat, ist auch kein Armutszeugnis, zumal in 5. Sätzen man jederzeit ein Match verlieren kann.

Wie gesagt, Federer ist zwar nicht mehr so dominant wie noch vor ein paar Jahren, allerdings darf man ihn niemals abschreiben, zudem er seit Ende letzten Jahres wieder klar im Aufschwung ist.


Zu deinem Blog selbst, sehr gut geschrieben auch wenn es mir wie du schon selbst geschrieben hast, etwas zu dramatisch ist, daher geb ich dir 9 Punkte.
Udo_Latex
08.02.2011 | 11:06 Uhr
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Udo_Latex : 
08.02.2011 | 11:06 Uhr
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Udo_Latex : 
Ihn darf man wohl nie abschreiben, dafür ist seine Technik einfach zu vollkommen. Sicher ist ein negativ Trend bei ihm zu erkennen, der viele Gründe hat. Er wird nicht jünger, die anderen werden besser und er hat jetzt eine Familie. So hart das auch klingt, nach so einer Masse an Grand Slam Titeln, kann ich gut verstehen, dass er lieber mit seinen Kindern spielt, als 6 Tage die Woche auf dem Trainingsplatz zu stehen.
An guten Tagen, bleibt er für mich überall bis auf Sand unbesiegbar.
fcbjojo
08.02.2011 | 12:39 Uhr
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fcbjojo : 
08.02.2011 | 12:39 Uhr
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fcbjojo : 
Schön, dass du diesen Blog zu Roger geschrieben hast, sonst liest man hier über Tennis, wenn nicht gerade ein Grand Slam läuft, wenig.

Also ich denke einfach, dass Federer aufgrund des fortgeschrittenen Alters leider nicht mehr die alte Konstanz und Dominanz erreichen kann.
Das Potential hat er nach wie vor. Das WTF in London Ende 2010 war einfach bärenstark, in Doha wirkte er auch unschlagbar. Dann kam in Melbourne das Match gegen Simon und die Form war ab dem 3. Satz dieses Matches irgendwie verschwunden.
Früher hat er bei den Grand-Slam-Turnieren dann noch einmal eine Schippe drauf legen können, inzwischen sieht es so aus, als würde er sich bei den Grand Slams zu oft im falschen Moment einen schwachen Tag gönnen.

Die Konkurrenz ist sicherlich auch stärker geworden. Aber ob er gewinnt oder nicht, liegt nach wie vor an ihm. In Melbourne im HF gegen den besten Djoker aller Zeiten war er ohne Frage schlecht für seine Verhätnisse, dennoch hatte er noch viele Chancen ins Match (zurück) zu kommen.

Die French Open sind für mich nicht unbedingt der Gradmesser, viel eher Wimledon. Aber ich auch schon gespannt wie er im März in Miami und Indian Wells auftreten wird.

Ich hoffe einfach, dass er noch den ein oder anderen Grand-Slam-Titel holen kann und Nadal auch nochmal in einem großen Match schlagen kann;)
Gnanag
22.05.2011 | 23:04 Uhr
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Gnanag : 
22.05.2011 | 23:04 Uhr
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Gnanag : 
Super Blog.

Roger ist natürlich nicht mehr der Alte, aber das ist der Lauf der Welt, gerade im Sport. Die Jungen, die man am Anfang noch leicht geschagen hat, werden immer besser und eines Tages besiegen sie dich. Roger wird bald 30, er hat alles gewonnen, die Jungen sind hungriger und frischer. Das wird Nadal eines Tages jedoch genauso gehen, ebenso Djokovic und jedem anderen großen Sportler (siehe Schumacher)

Für mich bleibt Roger dennoch der größte Tennispieler (knapp vor Sampras), dem ich je zuschauen durfte. Seine Eleganz, sein Tennis in Vollendung und vor allem anderen seine Fairness und sein gentlemanlike Behaviour, dafür habe ich ihn immer geliebt und bewundert.

Unvergessen werden mir alle Wimbledon Wochen mit ihm bleiben, selten habe ich perfekteres und müheloseres Tennis gesehen.

Es gibt keinen Sportler, den ich mehr schätze. Auf ewig King Roger, der König des Tennis.
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