05.Dezember 2008
28.08.2008 um 19:39 Uhr
Pfeifen-Check III
Der 3. Teil meiner kleinen Schiri-Präsentation. Heute geht's um Lutz Wagner (der hätte eigentlich ein ganzes Buch verdient), Felix Brych, Herbert Fandel, Michael Kempter und Günter Perl:
Wagner (Hofheim)
Betrachtet man die deutsche Schiedsrichtergilde als Ansammlung wissbegieriger Schüler, so kann man Lutz Wagner wohl mit Fug und Recht als Klassen-Clown titulieren. Denn bei den regelmäßig stattfindenden Lehrgängen amüsiert der drollige Hesse – so jedenfalls wird es kolportiert – seine Kollegen mit Scherz und Witz. Schade eigentlich nur, dass er diese Attitüde zuweilen auch mit auf das Spielfeld nimmt. Denn ab und an wurden seine Pfeifdarbietungen von den kickenden Akteuren als Witz empfunden, und zwar als schlechter. Man täte dem guten Lutz jedoch Unrecht, ließe es man dabei bewenden. Denn er kann auch ganz anders. Manchmal gibt er nämlich schlicht einen prima Referee ab, manchmal eben auch nicht. Er ist jedenfalls schon so lange im Geschäft, dass er Kritik verschmerzen kann. Doch Kritik muss nicht immer negativ sein. Und unser Lutz hat nach zuletzt durchweg positiven Leistungen lobende Worte verdient. Genauso wie einen Einsatz im Pokalfinale. Denn so allmählich wäre der seit 1994 im Oberhaus pfeifende Hesse mal dran. Einen Strich durch die Rechnung könnte ihm aber gemacht werden, wenn sich die unweit seines Heimatortes Hofheim angesiedelten Frankfurter für das Finale qualifizieren.
Brych (München)
Der 33jährige Jurist aus München vermittelt trotz seines jugendlichen Charmes Spielern wie Zuschauern das Gefühl von Entschlossenheit und Durchsetzungsfähigkeit. Man mag es kaum glauben, aber Brych, der längst zum Liga-Inventar gehört, ist erst seit 4 Jahren an der Erstligapfeife und hat trotz fehlenden Nachnamen-Vokals eine echte Bilderbuchkarriere hingelegt. Er ist, da muss man kein großer Prophet sein, ein Mann mit großer Zukunft. Klar im Auftreten, sicher in der Regelauslegung und immer Herr des Geschehens. An Brych gibt's nicht viel zu nörgeln. Der Mann wird seinen Weg gehen. Schade nur, dass die deutsche Nationalmannschaft in den nächsten 20 Jahren stets im WM-Finale stehen wird. Die Leitung eines Weltmeisterschaftsendspiels wird Brych somit vorenthalten werden.
Fandel (Kyllburg)
Der Richard Clayderman unter den deutschen Schiedsrichtern. Doch geht der 44jährige Pianist und Leiter der Musikschule Bitburg auf dem Fußballplatz in aller Regel nicht mit eben jenem musikalischen Feingefühl zu Werke. Fandel ist ein Mann klarer Worte und Gesten und hat sich daher den Respekt der Spieler erworben. Dieser ist sogar so groß, dass Witzbold Mehmet Scholl den Rheinland-Pfälzer einst auf dem Spielfeld umarmte. Fandel blieb hart und zückte die fällige Gelbe Karte. Ob man ihn nun mag oder nicht, Herbie, wie wir, seine Fans, ihn nennen, ist und bleibt ein Topmann mit internationalem Renommee. Nicht zuletzt deshalb pfiff er das Champions League-Finale 2007. Seit Markus Merk seine Pfeife an den Nagel gehängt hat (sofern das technisch möglich ist), ist "The Herb" die unumstrittene Nummer 1 der deutschen Schiedsrichtergilde. Nicht ohne Grund wurde er bereits viermal zu Deutschlands Schiedsrichter des Jahres gekürt und 2007 zum Vize-Weltschiedsrichter. Eine verdiente Ehre, zu der man nur gratulieren kann. Denn ob er nun auf den Tasten klimpert oder Karten zückt: Alles tanzt nach Fandels Pfeife!
Kempter (Sauldorf)
Wer hat die beeindruckendste Irokesen-Tolle in der Bundesliga? Bastian Schweinsteiger? Nein! Die Antwort lautet "Michael Kempter"! Wer jetzt ahnungslos mit den Schultern zuckt und die Ersatzbänke der Erstligavereine durchforstet, kann lange suchen. Gemeint ist jüngste Referee der Bundesliga. Bereits mit 23 Jahren pfiff der Referee aus dem Südbadischen seine erste Partie im Oberhaus und machte seine Sache gut. So gut, dass der DFB in ihm die Schiedsrichterhoffnung schlechthin sieht und ihm bereits eine Weltkarriere prophezeit. Aber sachte, noch muss sich Kempter-Michi weiter in der Bundesliga beweisen. Sollte ihm dies gelingen, ist in der Tat mehr drin – da schadet auch die wenig seriöse Haarpracht nicht. Der Junge hat's drauf. Allerdings ist just dieser Tage mit Bruder Robert ein weiteres vermeintliches Jahrhunderttalent in die Gilde der Schiedsrichter der Profiligen vorgestoßen. Vorerst darf dieser nur 2. Liga pfeifen, aber wer weiß, vielleicht stellt er bald schon Bruder Michael in den Schatten. Ganz so wie bei den Klitschkos – und die haben's ja auch bis nach ganz oben geschafft.
Perl (München)
Wenn man nach dem deutschen Durchschnittsschiedsrichter gefragt würde, dürfte die Antwort nur Perl lauten. Denn Günter Perl ist weder eine Perle unter den Perlen noch eine Pfeife unter den Pfeifen, sondern ganz einfach solide Hausmannkost. Er beherrscht sein Handwerk, macht wenige Fehler und profiliert sich nicht. Soweit also beste Voraussetzungen für eine große Schiedsrichterkarriere. Was dem Außenhandelskaufmann aus München fehlt, ist lediglich eine kleine Portion Charisma. Anderseits ist die Zeit der Ahlenfelders und Eschweilers längst vorbei. Vielleicht kann also auch Perle Perl irgendwann auf internationaler Ebene seine Pfeifkunst beweisen. Schaun mer mal, wie man in seiner Heimat zu sagen pflegt.

Lutz Wagner

Dr. Felix Brych

Herbert Fandel

Michael Kempter

Günter Perl
Weiter zu Teil 4!
Hier geht's zu Teil 1!
..und hier zu Teil 2!
Wagner (Hofheim)
Betrachtet man die deutsche Schiedsrichtergilde als Ansammlung wissbegieriger Schüler, so kann man Lutz Wagner wohl mit Fug und Recht als Klassen-Clown titulieren. Denn bei den regelmäßig stattfindenden Lehrgängen amüsiert der drollige Hesse – so jedenfalls wird es kolportiert – seine Kollegen mit Scherz und Witz. Schade eigentlich nur, dass er diese Attitüde zuweilen auch mit auf das Spielfeld nimmt. Denn ab und an wurden seine Pfeifdarbietungen von den kickenden Akteuren als Witz empfunden, und zwar als schlechter. Man täte dem guten Lutz jedoch Unrecht, ließe es man dabei bewenden. Denn er kann auch ganz anders. Manchmal gibt er nämlich schlicht einen prima Referee ab, manchmal eben auch nicht. Er ist jedenfalls schon so lange im Geschäft, dass er Kritik verschmerzen kann. Doch Kritik muss nicht immer negativ sein. Und unser Lutz hat nach zuletzt durchweg positiven Leistungen lobende Worte verdient. Genauso wie einen Einsatz im Pokalfinale. Denn so allmählich wäre der seit 1994 im Oberhaus pfeifende Hesse mal dran. Einen Strich durch die Rechnung könnte ihm aber gemacht werden, wenn sich die unweit seines Heimatortes Hofheim angesiedelten Frankfurter für das Finale qualifizieren.
Brych (München)
Der 33jährige Jurist aus München vermittelt trotz seines jugendlichen Charmes Spielern wie Zuschauern das Gefühl von Entschlossenheit und Durchsetzungsfähigkeit. Man mag es kaum glauben, aber Brych, der längst zum Liga-Inventar gehört, ist erst seit 4 Jahren an der Erstligapfeife und hat trotz fehlenden Nachnamen-Vokals eine echte Bilderbuchkarriere hingelegt. Er ist, da muss man kein großer Prophet sein, ein Mann mit großer Zukunft. Klar im Auftreten, sicher in der Regelauslegung und immer Herr des Geschehens. An Brych gibt's nicht viel zu nörgeln. Der Mann wird seinen Weg gehen. Schade nur, dass die deutsche Nationalmannschaft in den nächsten 20 Jahren stets im WM-Finale stehen wird. Die Leitung eines Weltmeisterschaftsendspiels wird Brych somit vorenthalten werden.
Fandel (Kyllburg)
Der Richard Clayderman unter den deutschen Schiedsrichtern. Doch geht der 44jährige Pianist und Leiter der Musikschule Bitburg auf dem Fußballplatz in aller Regel nicht mit eben jenem musikalischen Feingefühl zu Werke. Fandel ist ein Mann klarer Worte und Gesten und hat sich daher den Respekt der Spieler erworben. Dieser ist sogar so groß, dass Witzbold Mehmet Scholl den Rheinland-Pfälzer einst auf dem Spielfeld umarmte. Fandel blieb hart und zückte die fällige Gelbe Karte. Ob man ihn nun mag oder nicht, Herbie, wie wir, seine Fans, ihn nennen, ist und bleibt ein Topmann mit internationalem Renommee. Nicht zuletzt deshalb pfiff er das Champions League-Finale 2007. Seit Markus Merk seine Pfeife an den Nagel gehängt hat (sofern das technisch möglich ist), ist "The Herb" die unumstrittene Nummer 1 der deutschen Schiedsrichtergilde. Nicht ohne Grund wurde er bereits viermal zu Deutschlands Schiedsrichter des Jahres gekürt und 2007 zum Vize-Weltschiedsrichter. Eine verdiente Ehre, zu der man nur gratulieren kann. Denn ob er nun auf den Tasten klimpert oder Karten zückt: Alles tanzt nach Fandels Pfeife!
Kempter (Sauldorf)
Wer hat die beeindruckendste Irokesen-Tolle in der Bundesliga? Bastian Schweinsteiger? Nein! Die Antwort lautet "Michael Kempter"! Wer jetzt ahnungslos mit den Schultern zuckt und die Ersatzbänke der Erstligavereine durchforstet, kann lange suchen. Gemeint ist jüngste Referee der Bundesliga. Bereits mit 23 Jahren pfiff der Referee aus dem Südbadischen seine erste Partie im Oberhaus und machte seine Sache gut. So gut, dass der DFB in ihm die Schiedsrichterhoffnung schlechthin sieht und ihm bereits eine Weltkarriere prophezeit. Aber sachte, noch muss sich Kempter-Michi weiter in der Bundesliga beweisen. Sollte ihm dies gelingen, ist in der Tat mehr drin – da schadet auch die wenig seriöse Haarpracht nicht. Der Junge hat's drauf. Allerdings ist just dieser Tage mit Bruder Robert ein weiteres vermeintliches Jahrhunderttalent in die Gilde der Schiedsrichter der Profiligen vorgestoßen. Vorerst darf dieser nur 2. Liga pfeifen, aber wer weiß, vielleicht stellt er bald schon Bruder Michael in den Schatten. Ganz so wie bei den Klitschkos – und die haben's ja auch bis nach ganz oben geschafft.
Perl (München)
Wenn man nach dem deutschen Durchschnittsschiedsrichter gefragt würde, dürfte die Antwort nur Perl lauten. Denn Günter Perl ist weder eine Perle unter den Perlen noch eine Pfeife unter den Pfeifen, sondern ganz einfach solide Hausmannkost. Er beherrscht sein Handwerk, macht wenige Fehler und profiliert sich nicht. Soweit also beste Voraussetzungen für eine große Schiedsrichterkarriere. Was dem Außenhandelskaufmann aus München fehlt, ist lediglich eine kleine Portion Charisma. Anderseits ist die Zeit der Ahlenfelders und Eschweilers längst vorbei. Vielleicht kann also auch Perle Perl irgendwann auf internationaler Ebene seine Pfeifkunst beweisen. Schaun mer mal, wie man in seiner Heimat zu sagen pflegt.

Lutz Wagner

Dr. Felix Brych

Herbert Fandel

Michael Kempter

Günter Perl
Weiter zu Teil 4!
Hier geht's zu Teil 1!
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Aufrufe: 348 | Kommentare: 6 | Bewertungen: 2 | Erstellt:28.08.2008
ø 9.5
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
28.08.2008 | 23:35 Uhr
Voegi :
Macht in der Tat Sinn!
Muss aber erstmal rausfinden, wie das hier läuft. Hab's grad mal probiert - ohne Erfolg...
Voegi :
Macht in der Tat Sinn!
Muss aber erstmal rausfinden, wie das hier läuft. Hab's grad mal probiert - ohne Erfolg...
29.08.2008 | 11:23 Uhr
oliver : bilder einfügen
du lädst das bild bei deinen fotos hoch, gehst auf "eigenschaften" und kopierst dir die adresse (nicht die url aus dem browser oben nehmen!). diese fügst du ein in diesen befehl:
<img src ="adresse des bildes"/>
das komplette ding kopierst du an die stelle im blog, wo du das bild haben willst (nicht zu weit oben, sonst wird das in der übersichtsseite der blogs nicht gut dargestellt).
viel spaß!
oliver : bilder einfügen
du lädst das bild bei deinen fotos hoch, gehst auf "eigenschaften" und kopierst dir die adresse (nicht die url aus dem browser oben nehmen!). diese fügst du ein in diesen befehl:
<img src ="adresse des bildes"/>
das komplette ding kopierst du an die stelle im blog, wo du das bild haben willst (nicht zu weit oben, sonst wird das in der übersichtsseite der blogs nicht gut dargestellt).
viel spaß!
29.08.2008 | 12:09 Uhr
Voegi :
Danke Oliver!
Ich hab gestern zig Varianten ausprobiert. U.a. auch mit >img src und Hochladen unter eigenen Fotos. Wohl habe ich aber beides nicht zusammen probiert. Werd mich gleich mal an die Arbeit machen!
Voegi :
Danke Oliver!
Ich hab gestern zig Varianten ausprobiert. U.a. auch mit >img src und Hochladen unter eigenen Fotos. Wohl habe ich aber beides nicht zusammen probiert. Werd mich gleich mal an die Arbeit machen!
29.08.2008 | 14:09 Uhr
Voegi : Bilder da!
So, jetzt sind die Bilder da. Da ich keine Möglichkeit sehe, sie so in den Text einzubauen, dass sie vom Text umflossen werden (oder gibt's die), habe ich sie jetzt einfach mal unten eingefügt.
In den anderen beiden sowie dem heute noch zu veröffentlichenden 4. Teil kommen sie natürlich auch dazu!
Voegi : Bilder da!
So, jetzt sind die Bilder da. Da ich keine Möglichkeit sehe, sie so in den Text einzubauen, dass sie vom Text umflossen werden (oder gibt's die), habe ich sie jetzt einfach mal unten eingefügt.
In den anderen beiden sowie dem heute noch zu veröffentlichenden 4. Teil kommen sie natürlich auch dazu!
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Schnipo : Wieder super
... nur eine Bitte/Anregung hätt ich. Könntest du nicht die Bilder von den Pfeifen einfügen die Namen sagen mir zwar alle was aber nicht alle haben für mich auch ein Gesicht.