22.08.2010 um 21:00 Uhr
Oh, ging's schon los?
Das gefühlt letzte Vorbereitungsspiel...
"Die haben ja wohl den Knall nicht gehört!", ergießt sich User Freiburger0815 in der so liebgewonnen Kommentarfunktion diverser Spielberichte im Netz. Besserwisser65, Südbadener, Gutedeltrinker und OrtenauOle pflichten gewohnt bei – Finkianer sowieso.
Alles Müll! Vorne nix, hinten nix und in der Mitte auch nix. Alles, wie der Basler in der BILD gesagt hat. Der versteht halt noch was von seinem Fach. Geht mit Weißbier und Zigarette voran und versteckt sich nicht hinter einem Konzept, wie dieser Dutt. Wer soll das überhaupt sein? Drei Jahre hat der in Freiburg erfolgreich von den Strukturen profitiert, aber jetzt endlich zeigt sich, dass der gar nichts kann!

Da war er dann doch, der Startschuss für die neue Bundesliga-Saison des Sportclub Freiburg. Traditionell verspätet zur sonntäglichen Online-Lektüre der noch jungfräulichen Spielzeit. Dass er offiziell schon am Samstagnachmittag fiel, war eigentlich kaum zu spüren. Der Sommer hatte noch einmal seine Kraft gebündelt und die Entscheidung, die Saison im Freibad ausklingen zu lassen, statt einem neuerlichen Auftakt in der Photovoltaik-Konserve beizuwohnen, schien irgendwie logisch. Sind ja schließlich noch 33 Spiele, der FC St. Pauli in Liga eins wirkt eh noch befremdlich und die DFL lieferte den Rest: Gladbach-Nürnberg, Köln-Kaiserslautern, Hannover-Frankfurt… Da gerät man selbst bei einer jüngst mal wieder vom reziproken Sommermärchen geschwängerten Freundin in Erklärungsnot.
Soweit so gut. Aber in Freiburg ist nun wieder alles schlecht – also muss es doch irgendwie losgegangen sein. Neigt der gemeine Südbadener – zumindest in Leserbrief und Kommentar – doch grundsätzlich zur Kainophobie. Zur Angst vor Neuem. Hätte der Sportclub nur jene Abwehrhaltung, zumindest die Null stünde…
Und da die neue Saison (in ihrer Eigenschaft als neu) nur schlechter werden kann, als die ohnehin schon schlechte vergangene, heißt die logische Konsequenz Abstieg. Das ist quasi schon jetzt nach Spieltag eins besiegelt. Denn das Gefühl des Sieges wäre nun wieder neu – und damit eben beängstigend.

Möchte man den geltungssüchtigen Kommentatoren aus Reihe drei, die ihre Referenzen aus der gleichsam lauten wie messerscharfen Spielanalyse an der Kreisliga-Bande ("Schiri, der hat schon Gelb") beziehen, glauben, so hatte der Gegner FC St. Pauli natürlich alles, was der Sportclub nicht hat. Erstligatauglichkeit eingeschlossen.
Und um die Alliteration ins Unendliche zu treiben: Esprit, Engagement, Einsatzbereitschaft, Einschussmöglichkeiten und letztlich eben auch Erfolg. Der Sportclub indes hatte nur Pouplin, der Letzteres lange verhinderte.
Der Spielanalyse auf dieser simplen Ebene folgend, bleibt eigentlich auch kaum noch etwas hinzuzufügen. Freiburg zelebrierte über weite Strecken den einfallslosen Langen Hafer und zeigte sich vom Tatendrang der Hamburger beeindruckt. Ein ähnliches Bild, wie es sich zum Auftakt der vergangenen Spielzeit bereits darstellte. Das Neue? Die Hamburger Gäste kamen damals aus dem Volkspark und die Überraschung waren die munter aufspielenden Freiburger. Doch die Abgeklärtheit eines Liga-Dinos bescherte den Hanseaten weiland einen Zähler.

Choreo auf der Nordtribüne
Gleiches Gefühl mochte sich auch gestern in der 78. Minute breitmachen, nachdem der Sportclub zuvor die Hamburger Angriffswellen und gleichsam das Spiel beruhigt hatten, nur um im entscheidenden Moment eine präzise Kombination kaltschnäuzig zu verwerten.
"Der Unterschied zwischen Bundesligist und Aufsteiger eben", wäre den Fieldreportern von achselzuckenden Kupferleibchen entgegnet worden…
Wäre, wenn der Sportclub ein normaler Erstligist wäre. Doch davor scheinen selbst einige Spieler sich zu ängstigen. Wer weiß, vielleicht mochten sie schon die Anachronisten hören, die im Anschluss an das schnöde 1:0 wieder von zauberhaften Siegen unter dem einstigen Fußballlehrer in den 1990ern schwärmen würden, um eine neue Freiburger Effektivität zu schmälern.
"Völlig unverdient" und "nicht die Freiburger Art" würden die fleißigen User im eingefahrenen Kanon einstimmen. Die Nörgler würden sich in den Kommentaren die Kurzpässe zuspielen, wie sich das selbst jener Trainer in der J. League wünscht, dem einst immer vorgeworfen wurde, lieber spielend unterzugehen statt schnöde zu siegen.
Das wäre professionell, das wäre wahrlich nicht die Freiburger Art. Und so wird dem Gegner eben doch noch der Ball überlassen, um die Verhältnisse im Breisgau binnen 10 Minuten wieder zurechtzubiegen. Denn wenn schon nicht das Toreschießen, so ist wenigstens das "Leischtungsprinzip" an der Dreisam erfunden worden.
1:3! Das klingt verdient. Das passt. Schuss vorn Bug. Das ist nicht neu. Da kann mannicht meckern.
...aber bitte nicht schon am ersten Spieltag.
"Die haben ja wohl den Knall nicht gehört!", ergießt sich User Freiburger0815 in der so liebgewonnen Kommentarfunktion diverser Spielberichte im Netz. Besserwisser65, Südbadener, Gutedeltrinker und OrtenauOle pflichten gewohnt bei – Finkianer sowieso.
Alles Müll! Vorne nix, hinten nix und in der Mitte auch nix. Alles, wie der Basler in der BILD gesagt hat. Der versteht halt noch was von seinem Fach. Geht mit Weißbier und Zigarette voran und versteckt sich nicht hinter einem Konzept, wie dieser Dutt. Wer soll das überhaupt sein? Drei Jahre hat der in Freiburg erfolgreich von den Strukturen profitiert, aber jetzt endlich zeigt sich, dass der gar nichts kann!

Da war er dann doch, der Startschuss für die neue Bundesliga-Saison des Sportclub Freiburg. Traditionell verspätet zur sonntäglichen Online-Lektüre der noch jungfräulichen Spielzeit. Dass er offiziell schon am Samstagnachmittag fiel, war eigentlich kaum zu spüren. Der Sommer hatte noch einmal seine Kraft gebündelt und die Entscheidung, die Saison im Freibad ausklingen zu lassen, statt einem neuerlichen Auftakt in der Photovoltaik-Konserve beizuwohnen, schien irgendwie logisch. Sind ja schließlich noch 33 Spiele, der FC St. Pauli in Liga eins wirkt eh noch befremdlich und die DFL lieferte den Rest: Gladbach-Nürnberg, Köln-Kaiserslautern, Hannover-Frankfurt… Da gerät man selbst bei einer jüngst mal wieder vom reziproken Sommermärchen geschwängerten Freundin in Erklärungsnot.
Soweit so gut. Aber in Freiburg ist nun wieder alles schlecht – also muss es doch irgendwie losgegangen sein. Neigt der gemeine Südbadener – zumindest in Leserbrief und Kommentar – doch grundsätzlich zur Kainophobie. Zur Angst vor Neuem. Hätte der Sportclub nur jene Abwehrhaltung, zumindest die Null stünde…
Und da die neue Saison (in ihrer Eigenschaft als neu) nur schlechter werden kann, als die ohnehin schon schlechte vergangene, heißt die logische Konsequenz Abstieg. Das ist quasi schon jetzt nach Spieltag eins besiegelt. Denn das Gefühl des Sieges wäre nun wieder neu – und damit eben beängstigend.

Möchte man den geltungssüchtigen Kommentatoren aus Reihe drei, die ihre Referenzen aus der gleichsam lauten wie messerscharfen Spielanalyse an der Kreisliga-Bande ("Schiri, der hat schon Gelb") beziehen, glauben, so hatte der Gegner FC St. Pauli natürlich alles, was der Sportclub nicht hat. Erstligatauglichkeit eingeschlossen.
Und um die Alliteration ins Unendliche zu treiben: Esprit, Engagement, Einsatzbereitschaft, Einschussmöglichkeiten und letztlich eben auch Erfolg. Der Sportclub indes hatte nur Pouplin, der Letzteres lange verhinderte.
Der Spielanalyse auf dieser simplen Ebene folgend, bleibt eigentlich auch kaum noch etwas hinzuzufügen. Freiburg zelebrierte über weite Strecken den einfallslosen Langen Hafer und zeigte sich vom Tatendrang der Hamburger beeindruckt. Ein ähnliches Bild, wie es sich zum Auftakt der vergangenen Spielzeit bereits darstellte. Das Neue? Die Hamburger Gäste kamen damals aus dem Volkspark und die Überraschung waren die munter aufspielenden Freiburger. Doch die Abgeklärtheit eines Liga-Dinos bescherte den Hanseaten weiland einen Zähler.

Choreo auf der Nordtribüne
Gleiches Gefühl mochte sich auch gestern in der 78. Minute breitmachen, nachdem der Sportclub zuvor die Hamburger Angriffswellen und gleichsam das Spiel beruhigt hatten, nur um im entscheidenden Moment eine präzise Kombination kaltschnäuzig zu verwerten.
"Der Unterschied zwischen Bundesligist und Aufsteiger eben", wäre den Fieldreportern von achselzuckenden Kupferleibchen entgegnet worden…
Wäre, wenn der Sportclub ein normaler Erstligist wäre. Doch davor scheinen selbst einige Spieler sich zu ängstigen. Wer weiß, vielleicht mochten sie schon die Anachronisten hören, die im Anschluss an das schnöde 1:0 wieder von zauberhaften Siegen unter dem einstigen Fußballlehrer in den 1990ern schwärmen würden, um eine neue Freiburger Effektivität zu schmälern.
"Völlig unverdient" und "nicht die Freiburger Art" würden die fleißigen User im eingefahrenen Kanon einstimmen. Die Nörgler würden sich in den Kommentaren die Kurzpässe zuspielen, wie sich das selbst jener Trainer in der J. League wünscht, dem einst immer vorgeworfen wurde, lieber spielend unterzugehen statt schnöde zu siegen.
Das wäre professionell, das wäre wahrlich nicht die Freiburger Art. Und so wird dem Gegner eben doch noch der Ball überlassen, um die Verhältnisse im Breisgau binnen 10 Minuten wieder zurechtzubiegen. Denn wenn schon nicht das Toreschießen, so ist wenigstens das "Leischtungsprinzip" an der Dreisam erfunden worden.
1:3! Das klingt verdient. Das passt. Schuss vorn Bug. Das ist nicht neu. Da kann man
...aber bitte nicht schon am ersten Spieltag.
Aufrufe: 765 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 0 | Erstellt:22.08.2010
ø 0
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik
