05.04.2011 um 10:22 Uhr
Offener Brief
Sehr geehrte Herren Hoeneß, Rummenigge, und Hopfner,
Sehr geehrte Medien,
In den vergangenen Wochen erfolgten bei Heimspielen des FC Bayern München in der Allianz Arena durch einen Teil der Bayern-Fans wiederholte Proteste gegen einige Aspekte der Vereinspolitik sowie gegen Einzelpersonen. Da vor allem die Art und Weise der Proteste mittlerweile ein schlechtes Licht auf die Gesamtheit der Anhänger des FC Bayern wirft, möchten wir diesen offenen Brief nutzen um einige Dinge klar zu stellen. Die Unterzeichner dieses Briefes sind allesamt Fans des FCB.
Als Bayern-Fans verfolgen wir die derzeitigen Proteste gegen die Vereinsführung in Sachen „Rettung des TSV 1860" sowie der Personalie „Manuel Neuer" mit Entrüstung und großem Unverständnis. Dem nicht zuletzt durch eine teilweise verallgemeinernde Medienberichterstattung entstandenen Eindruck, es handele sich bei den Protestierenden um „DIE Fans" des FC Bayern, treten wir mit allem Nachdruck entgegen. Im Gegenteil sind wir der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Minderheit handelt. In Anerkennung und Wertschätzung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung wenden wir uns zum Teil gegen den Inhalt, vor allem aber gegen die Art und Weise des Protests, welcher die Grenzen des Anstands und des guten Geschmacks weit überschritten hat.
Wir verstehen den FC Bayern als einen Verein, der für Werte wie Respekt, Toleranz, Fairness, Integration und Solidarität steht und einsteht. Wir verteidigen diese Werte überall dort, wo wir sie verletzt oder bedroht sehen. Und die Ereignisse der letzten Wochen stellen für uns wiederholte Verletzungen dieser Wertebasis dar; einer Wertebasis, die einen Großteil unserer Verbundenheit mit dem FC Bayern ausmacht.
Wir wenden uns im Besonderen entschieden gegen die Angriffe auf Uli Hoeneß. Nicht, weil wir immer und in allem der Meinung unseres Präsidenten oder des Vorstands wären – die Unterzeichner dieses Briefes haben ihre ganz individuellen und sehr heterogenen Meinungen zur Vereinspolitik. Sondern weil wir die Art und Weise des Umgangs mit einem Mann, dessen große Verdienste um unseren Verein völlig unbestritten sind (und der auf der Jahreshauptversammlung mit den Stimmen von über 99 Prozent der anwesenden Mitglieder gewählt worden ist), auf das Schärfste missbilligen. Man kann mit Uli Hoeneß und dem Vorstand in einzelnen Sachfragen unterschiedlicher Meinung sein. Diffamierung, Beschimpfung und Beleidigung sind allerdings nicht der Weg, diese Meinung auszudrücken, und fallen auf jene zurück, die sich ihrer bedienen. Wir halten hier eine formale Entschuldigung für angebracht und notwendig.
Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass alle Verantwortlichen des FC Bayern stets in bester Absicht zum Wohle des Vereins handeln. Dass eine wie auch immer geartete Hilfestellung zur Existenzsicherung für den TSV 1860 München von vielen Bayern-Fans nicht gern gesehen wird, können wir verstehen – auch wir betrachten dies zum Teil mit durchaus gemischten Gefühlen. Aber wir sehen den Vorstand zur Beurteilung und Bewertung der kurz- bis mittelfristigen Gesamtsituation in einer privilegierten Position und gewähren hier weiterhin einen Vertrauensvorschuss in das richtige Handeln der Beteiligten.
Auch in der Sache eines potenziellen Neuzugangs Manuel Neuer distanzieren wir uns klar von denen, die einen möglichen Wechsel durch persönliche Anfeindungen gegen den Spieler torpedieren wollen. Weder im Stil noch im Inhalt teilen wir diese Haltung, die sich auf eine bestimmte Form der Fankultur beruft. Wir respektieren die Ultra-Kultur, können aber den Versuch der Beeinflussung oder Vereinnahmung der Transferpolitik in ihrem Namen nicht akzeptieren. Dabei ist dies ausdrücklich kein Votum gegen Thomas Kraft, der ein talentierter und guter Torwart ist. Sondern das klare Bekenntnis dazu, dass das Bemühen um die besten Spieler für unseren Verein nicht in Abhängigkeit von persönlichen Befindlichkeiten eines Teils der Bayern-Fans geraten darf. Sollte Manuel Neuer zum FC Bayern kommen, werden wir ihn genauso herzlich willkommen heißen wie jeden anderen Spieler auch.
Der FC Bayern hat über 162.000 Mitglieder, über 192.000 Fanklub-Mitglieder und Millionen von nicht organisierten Fans. Dem gegenüber werden die Proteste nur von einer kleinen Gruppe im Stadion unterstützt. Wir möchten den übrigen Fans und Mitgliedern die Möglichkeit geben, zum Ausdruck zu bringen, dass sie sich von den Protesten und vor allem von der Art und Weise des Protests distanzieren.
Wir bedauern, dass eine solche Stellungnahme notwendig geworden ist, denn auch uns ist an der Einheit der Bayern-Familie gelegen. Aber wir können nicht länger zusehen, wie die Gesamtheit der Anhänger unseres Vereins durch die fragwürdigen Aktionen einer bestimmten Gruppierung in Sippenhaft genommen wird. Nicht nur die „Ultras" sind wahre Bayern-Fans. Wir alle sind der FC Bayern.
Die Unterzeichner
Unterschift
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Ich bitte um entsprechende Verbreitung.
Sehr geehrte Medien,
In den vergangenen Wochen erfolgten bei Heimspielen des FC Bayern München in der Allianz Arena durch einen Teil der Bayern-Fans wiederholte Proteste gegen einige Aspekte der Vereinspolitik sowie gegen Einzelpersonen. Da vor allem die Art und Weise der Proteste mittlerweile ein schlechtes Licht auf die Gesamtheit der Anhänger des FC Bayern wirft, möchten wir diesen offenen Brief nutzen um einige Dinge klar zu stellen. Die Unterzeichner dieses Briefes sind allesamt Fans des FCB.
Als Bayern-Fans verfolgen wir die derzeitigen Proteste gegen die Vereinsführung in Sachen „Rettung des TSV 1860" sowie der Personalie „Manuel Neuer" mit Entrüstung und großem Unverständnis. Dem nicht zuletzt durch eine teilweise verallgemeinernde Medienberichterstattung entstandenen Eindruck, es handele sich bei den Protestierenden um „DIE Fans" des FC Bayern, treten wir mit allem Nachdruck entgegen. Im Gegenteil sind wir der Auffassung, dass es sich hierbei um eine Minderheit handelt. In Anerkennung und Wertschätzung des Rechtes auf freie Meinungsäußerung wenden wir uns zum Teil gegen den Inhalt, vor allem aber gegen die Art und Weise des Protests, welcher die Grenzen des Anstands und des guten Geschmacks weit überschritten hat.
Wir verstehen den FC Bayern als einen Verein, der für Werte wie Respekt, Toleranz, Fairness, Integration und Solidarität steht und einsteht. Wir verteidigen diese Werte überall dort, wo wir sie verletzt oder bedroht sehen. Und die Ereignisse der letzten Wochen stellen für uns wiederholte Verletzungen dieser Wertebasis dar; einer Wertebasis, die einen Großteil unserer Verbundenheit mit dem FC Bayern ausmacht.
Wir wenden uns im Besonderen entschieden gegen die Angriffe auf Uli Hoeneß. Nicht, weil wir immer und in allem der Meinung unseres Präsidenten oder des Vorstands wären – die Unterzeichner dieses Briefes haben ihre ganz individuellen und sehr heterogenen Meinungen zur Vereinspolitik. Sondern weil wir die Art und Weise des Umgangs mit einem Mann, dessen große Verdienste um unseren Verein völlig unbestritten sind (und der auf der Jahreshauptversammlung mit den Stimmen von über 99 Prozent der anwesenden Mitglieder gewählt worden ist), auf das Schärfste missbilligen. Man kann mit Uli Hoeneß und dem Vorstand in einzelnen Sachfragen unterschiedlicher Meinung sein. Diffamierung, Beschimpfung und Beleidigung sind allerdings nicht der Weg, diese Meinung auszudrücken, und fallen auf jene zurück, die sich ihrer bedienen. Wir halten hier eine formale Entschuldigung für angebracht und notwendig.
Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass alle Verantwortlichen des FC Bayern stets in bester Absicht zum Wohle des Vereins handeln. Dass eine wie auch immer geartete Hilfestellung zur Existenzsicherung für den TSV 1860 München von vielen Bayern-Fans nicht gern gesehen wird, können wir verstehen – auch wir betrachten dies zum Teil mit durchaus gemischten Gefühlen. Aber wir sehen den Vorstand zur Beurteilung und Bewertung der kurz- bis mittelfristigen Gesamtsituation in einer privilegierten Position und gewähren hier weiterhin einen Vertrauensvorschuss in das richtige Handeln der Beteiligten.
Auch in der Sache eines potenziellen Neuzugangs Manuel Neuer distanzieren wir uns klar von denen, die einen möglichen Wechsel durch persönliche Anfeindungen gegen den Spieler torpedieren wollen. Weder im Stil noch im Inhalt teilen wir diese Haltung, die sich auf eine bestimmte Form der Fankultur beruft. Wir respektieren die Ultra-Kultur, können aber den Versuch der Beeinflussung oder Vereinnahmung der Transferpolitik in ihrem Namen nicht akzeptieren. Dabei ist dies ausdrücklich kein Votum gegen Thomas Kraft, der ein talentierter und guter Torwart ist. Sondern das klare Bekenntnis dazu, dass das Bemühen um die besten Spieler für unseren Verein nicht in Abhängigkeit von persönlichen Befindlichkeiten eines Teils der Bayern-Fans geraten darf. Sollte Manuel Neuer zum FC Bayern kommen, werden wir ihn genauso herzlich willkommen heißen wie jeden anderen Spieler auch.
Der FC Bayern hat über 162.000 Mitglieder, über 192.000 Fanklub-Mitglieder und Millionen von nicht organisierten Fans. Dem gegenüber werden die Proteste nur von einer kleinen Gruppe im Stadion unterstützt. Wir möchten den übrigen Fans und Mitgliedern die Möglichkeit geben, zum Ausdruck zu bringen, dass sie sich von den Protesten und vor allem von der Art und Weise des Protests distanzieren.
Wir bedauern, dass eine solche Stellungnahme notwendig geworden ist, denn auch uns ist an der Einheit der Bayern-Familie gelegen. Aber wir können nicht länger zusehen, wie die Gesamtheit der Anhänger unseres Vereins durch die fragwürdigen Aktionen einer bestimmten Gruppierung in Sippenhaft genommen wird. Nicht nur die „Ultras" sind wahre Bayern-Fans. Wir alle sind der FC Bayern.
Die Unterzeichner
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Ich bitte um entsprechende Verbreitung.
Aufrufe: 1621 | Kommentare: 31 | Bewertungen: 11 | Erstellt:05.04.2011
ø 8.4
KOMMENTARE
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05.04.2011 | 10:59 Uhr
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Tobster12 :
Alles klar!!!
05.04.2011 | 11:11 Uhr
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Kaiser01 :
Ich glaube, das hier spricht wirklich für einen Großteil der Fans, mich inbegriffen.
05.04.2011 | 11:31 Uhr
+3
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Bailey :
Wenn die bisherigen Proteste wirklich nur eine kleine Minderheit darstellen, warum rührt sich dann die Mehrheit eigentlich nicht?Es muss ja nicht gerade eine Pro-Uli-Choreo sein, aber Sprechchöre z.B. sind ja jetzt nicht gerade schwer zu organisieren.
Und im Pokalspiel erschen es auch nicht so, als würden da nur 700 Mann "Neuer-du Arschloch" brüllen, sondern das war mit Abstand die lauteste Gefühlsregung an dem Abend...
05.04.2011 | 11:34 Uhr
+3
-2
Warum nicht die Schickeria(Südkurve) auspfeifen, wenn man damit nicht einverstanden ist?
Ja neee, Totenstille in der Arena wg. "Fremdschämen" ...

Is klaaaaaa!
05.04.2011 | 11:49 Uhr
+3
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Naja, es haben immerhin auch die Schalker teilweise mitskandiert, damit der Manu auf keinen Fall geht

Ich denke, dass der Großteil der Bayern-Fans sich zu lange einfach gar nicht mit dem Tun der Schickeria befasst hat und nun vor dem Radau-Problem steht...
Ausserdem haben viele Fans, einfach schlichtweg andere Prioritäten als Kleinkriege im eigenen Fanlager zu führen, z.B. die Mannschaft anfeuern (OK, muss zugeben das fehlt in München des öfteren...).
Ich für meinen Teil zum Beispiel, schaffe es leider nur ein bis zwei mal im Jahr zu einem Heimspiel, da ich in Münster wohne und als Student kann man halt net jedes zweite Wochenende hinfliegen...
Ergo ich sehe im TV, was die Südtribünenbesucher da veranstalten und kann sie nicht niederschreien und leider auch das Publikum nicht beeinflussen...
Ich sehe das was Bayern gerade passiert (und will es jetzt nicht runterspielen) mittlerweile leider als normal in der Fanlandschaft an.
Ich kann ja verstehen, dass Fans ihre Meinung äussern, wenn es konstruktiv ist und niemanden direkt verletzt, aber leider haben in sich in vielen Vereinen Fangruppierungen gebildet die in romantischen Fußballnostalgien leben, dabei aber völlig vergessen das BuLi-Vereine auch Unternehmen sind, die in wirtschaftlicher Hinsicht überleben müssen.
Leider sind die Lautesten nicht immer die Schlauesten!!!
05.04.2011 | 12:00 Uhr
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Bailey :
@DiktaThorDas mag ja alles richtig sein, aber das ändert ja nichts.
Das Stadion ist ja in der Regel ausverkauft, es befinden sich also weit mehr als die 700 Schickerianer und die Auswärtsfans in der Arena. Vielmehr sind ja irgendwo zwischen 35.000 und 40.000 Dauerkarten abgesetzt worden.
Davon entfallen zwar sicherlich etliche auf die etwas gesitteteren Fans, trotzdem ist die Südkurve ja auch voll.
Soll heißen, es mangelt ja sicherlich nicht an Leuten, um da gegen vorzugehen, sei es über einzelne Plakate oder über die oben schon beschriebenen Sprechchöre.
Wenn die Mehrheit der Bayernfans, die nicht ins Stadion gehen nicht mit den Zielen der Schickeria übereinstimmen, dann müsste das logischerweise im Stadion ja nicht anders sein, allein man bemerkt davon nichts.
Und genau da setzt meine Frage an, warum nicht?
Mangelndes Interesse kann es wohl kaum sein, mangelnde Kenntnis des Themas wohl auch nicht.
Kurzum, ich zweifle ein wenig daran, ob die Leute von der Schickeria wirklich nur für die oft zitierte kleine Gruppe sprechen sondern ich könnte mir vorstellen, dass mehr Leute deren Ansicht teilen als sich viele (inkl. Vorstand und AR) vorstellen können bzw. wahrhebane wollen.
Und genau an der Stelle begeht man den größten möglichen Fehler.
Man kanzelt diese Leute von oben herab ab, man nimmt sie nicht für voll und beschimpft sie am Ende noch.
Wenn man diese Situation aber befrieden will, dann muss man von Seiten der Vereinsführung so schnell wie möglich den Dialog suchen und auf eine Versachlichung der Debatte hinwirken.
Ansonsten kan das alles schnell eine Eigendynamik entwickeln die man nicht mehr beherrschen kann...
05.04.2011 | 12:14 Uhr
+2
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Das selbe ist, wenn man in der SK steht, Gegenmeinungen werden da nicht akzeptiert, man wird sofort voll gepöbelt und richtig angemacht.
Um die Stimmungsmacher handelt es sich um die Leute in den Blöcken 111,112,113 und noch vereinzelt im Stadion welche, ich würde diese auf 9000 pro Spiel tippen.
Den meisten Bayernfans war es bisher egal, was aus der Kurve kommt, aber diese Äußerungen seit mehr als 1/2 Jahr stört nun immer mehr die anderen Fans. Nun versuchen sich Fans zu mobilisieren um sich von diesen Leuten los zu sagen.
Jeder weiß, das es in der AA schwer ist eine entsprechende Gegenstimmung zu erzeugen, denn Vater, Kind, Frau machen da nicht mit, diese kommen von weit her und wollen Fussball schauen. Die Dauerkartenbesitzer sind auch immer älter.
Du kannst das Münchner-Publikum mit keinem anderen Vergleich, denn wir sind da speziell.
Die Leute kommen nun mit Meinungsfreiheit, aber selbst lassen diese Leute die Meinungsfreiheit nicht gelten.
Der Dialog wurde immer vom Verein gesucht, aber diese Leute lehnen Dialog und Offenheit ab.
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