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09.05.2018 | 20839 Aufrufe | 16 Kommentare | 7 Bewertungen Ø 4.1
Özil und Neuer vor WM-Aus
Nur einer hinterlässt eine Lücke
Wieso Manuel Neuer nicht mit zur WM fahren sollte und Mesut Özil der deutschen Elf fehlen würde

Es vergeht kein Tag ohne Breaking News in Sachen Manuel Neuer. Er kann spielen, er kann nicht spielen, er kann spielen, er kann nicht spielen. Spielt er gegen Stuttgart am letzten Spieltag? Vielleicht im Pokalfinale gegen Frankfurt? Was ist mit der WM? Nominiert ihn Jogi Löw? Spielt Neuer sogar als Nummer eins?

Seit Mittwoch steht zumindest fest: Jupp Heynckes wird zumindest gegen Stuttgart ohne Manuel Neuer auskommen. Das wirft nur eine Frage auf. Die scheinbar allerwichtigste, um die sich derzeit der deutsche Fußball dreht: Was heißt das für Neuers WM-Chancen?

Die möglichen Antworten, die man liest lauten ganz unterschiedlich: Wenn Neuer noch in der Vorbereitung auf die WM ein, vielleicht zwei Spiele macht, sollte er mit. Wenn Neuer fit ist, sollte man drüber nachdenken. Ein fitter Neuer sei Pflicht für die Nationalmannschaft.

Dabei ist die einzig richtige Antwort: Es sollte egal sein. Egal ob Neuer gegen Frankfurt spielt oder nicht, ob er schmerzfrei ist oder nicht. Neuer darf nicht Stammtorhüter bei der WM sein. Ja, er darf eigentlich nicht mal mitfahren.

Eine Entscheidung Pro Neuer wäre ein Schlag ins Gesicht

44 Spiele hat Neuer durch seinen letzten Mittelfußbruch verpasst, seit September kein Spiel mehr bestritten. Schon am Ende der Vorsaison war Neuer lange verletzt. Die Spielpraxis geht ihm ab, wohl auch die körperliche Frische. Der Drang, der Wunsch nach der Titelverteidigung ist da. Aber der Traum ist auch ohne Neuer nicht geplatzt. Denn, und das ist das entscheidende: Mit Marc-André ter Stegen steht ein weitere Keeper parat. Noch viel mehr: Ter Stegen steht Neuer in nichts nach. Der junge Keeper, bereits genauso oft Champions League-Sieger wie Manuel Neuer, hat sich in dieser Saison mit Paraden und Leistungen in Spanien und der Champions League bewiesen. Ter Stegens Spiel ist Weltklasse. Seit Jahren. Auch in dieser Saison hat er das mehrfach bewiesen, das hat er Neuer voraus. Und er ist fit. Körperlich wie mental.

Es ist schade, dass Löw ter Stegen das Vertrauen noch nicht ausgesprochen hat. Er sollte dies auch bald tun, damit er ihn nicht am Ende als kurzfristigen Plan B abstempelt. Ter Stegen ist Plan A. Er kann nichts anderes sein. Alles andere, als die Nummer 1 auf ter Stegens Trikot im Sommer in Russland wäre ein Schlag ins Gesicht. Für ter Stegen sowieso, aber noch viel mehr für den Leistungsgedanken im deutschen Fußball. Ter Stegen spielt in allen Belangen und Bereichen eine Weltklassesaison, was sogar die spanische Presse anerkennt. Gleichzeitig ist sein einzig ernstzunehmender Widersacher um die Position in der Nationalelf über Monate hinweg verletzt, hat heuer nicht ein Spiel bestritten. Und trotzdem soll ter Stegen auf der Bank Platz nehmen? Was muss sonst passieren, damit ter Stegen zwischen die Pfosten rutscht? Neuer wurde 2010 nur zur Nummer 1, weil René Adler verletzt war.

Löw darf, Löw kann diesen Fehler eigentlich nicht machen. Egal ob Neuer vor vier Jahren der beste Keeper war oder nicht. Egal ob er im Achtelfinale gegen Algerien eine herausragende, aber auch hochgradig riskante Leistung abgeliefert hat. Sollte Neuer in Russland auflaufen, kann ter Stegen seine Nationalmannschaftsambitionen wohl endgültig begraben. Und mit ihm noch zig andere Spieler. Was während der Saison vor einem großen Turnier passiert, ist dann nichts mehr wert.

San Manuel gegen Abtaucher Mesut

Eine andere Personalie der Deutschen Nationalmannschaft zeigt aber erst recht, wie absurd und wie verlogen die Diskussion um Neuer ist. Seit wenigen Tagen steht auch Mesut Özil vor dem WM-Aus. Rückenprobleme plagen den Mittelfeldspieler des FC Arsenal. Keine Breaking News, kein minüticher Zwischenstand, keine besorgten Fragen: Wird Özil fehlen? Im Grunde hat man gar das Gefühl, dass der Großteil der Deutschen Fußballfans froh wäre, wenn der Spielmacher nicht dabei wäre. Es ist ein Trugschluss. Image ist alles.

Auf der einen Seite steht San Manuel, der Heilige. Manu, der Libero. Egal, wie Defensive hinten drin verteidigt, da ist immer noch dieser Neuer. Einer, der immer da ist, besonders wenn es brennt.

Auf der anderen Seite ist da Mesut Özil. Der Mann, der die Nationalhymne nicht mitsingt. Dem man fehlenden Ehrgeiz vorwirft. Der Spielmacher mit den hängenden Schultern und ohne Aufbäumen. Einer, der abtaucht. Einer, der nur glänzt, wenn es gut läuft.

So die Wahrnehmung.

Und doch wäre ein Ausfall Özils viel schlimmer für Löw. Ter Stegen kann Neuer aktuell nicht nur ersetzen, er steht aktuell sogar vor ihm. Özil dagegen ist als Spielertyp auf seiner Position konkurrenzlos. Es gibt niemanden wie den Deutsch-Türken. Nicht im deutschen Kader, nicht mal im Blickfeld. Einen wie Özil gibt es kaum mehr in Europa. Seit Jahren diktiert Özil bei Arsenal London das Spiel, dominiert in der Premier League die Statistiken. Assists und Torschussvorlagen Özil setzt Bestmarken und Rekorde. Wenn Löw mit einem Zehner, einem echten Spielmacher agieren will, kommt niemand an Özil vorbei. Auch Löw nicht. Özil ist einer der besten einer aussterbenden Art Fußballer. Spieler, die den Ball lieben, streicheln und ohne viel Aufsehen Großartiges vollbringen. Die mit Pässen ein ganzes Spielfeld zerteilen und die Statik einer gegnerischen Mannschaft ins Wanken bringen können. Özil bewegt sich zwischen den Linien. Özils Spiel ist unauffällig, aber unglaublich wichtig. Er schafft keine Räume, Özil erschafft sie. Durch seine Pässe, seine Übersicht eröffnet er Situationen, die andere Spieler besser aussehen lassen. Natürlich ist Özil kein fixer Stammspieler, das ist klar. Geht es um die Nummer 10 im deutschen Spiel, gibt es nur eine logische Antwort.

Mit einem Ausfall bricht Löw nicht nur eine wichtige Personalie, sondern gleich ein ganzer Spielertyp weg. Dass damit nicht Manuel Neuer, sondern Mesut Özil gemeint ist, zeigt das ganze Problem am Umgang mit den drohenden Ausfällen. Einer davon würde weh tun, Manuel neuer dagegen ist einfach zu ersetzen.

KOMMENTARE
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DrDumont
10.05.2018 | 19:07 Uhr
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DrDumont : 
10.05.2018 | 19:07 Uhr
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DrDumont : 
"Er schafft keine Räume, Özil erschafft sie." - wo ist denn der Unterschied?
2
DayBreak
10.05.2018 | 20:10 Uhr
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DayBreak : 
10.05.2018 | 20:10 Uhr
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DayBreak : 
„Manuel Neuer dagegen ist einfach zu ersetzen"

aaaaalllllllllles klar
0
jaybee89
10.05.2018 | 20:11 Uhr
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jaybee89 : 
10.05.2018 | 20:11 Uhr
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jaybee89 : 
Gut geschrieben. Gefällt mir sehr gut.
Kann leider beide Grundaussagen nicht teilen.

Trotzdem Thumbs up!
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beeachboy
10.05.2018 | 20:53 Uhr
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beeachboy : 
10.05.2018 | 20:53 Uhr
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beeachboy : 
Sehr gut geschrieben.
Ich stimme da in beiden Punkten voll zu.
1
neumi17
10.05.2018 | 20:58 Uhr
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neumi17 : 
10.05.2018 | 20:58 Uhr
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neumi17 : 
Nett geschrieben, aber in Özils Fall ziemlich am Thema vorbei.
Man könnte meinen du hättest ihn seit 4 Jahren nicht gesehen und schreibst eine Laudatio über ihn.

Özil dominiert schon lange nicht mehr, weder das eigene Spiel, noch die PL. Seine Assists sind zudem seit geraumer Zeit sehr überschaubar.
2018 war er in der Liga an nur drei ! Toren beteiligt und insgesamt kam er bei 54 erzielten Toren in Heimspielen auf nur 6 Assists.
Auswärts konnte er gar nur zweimal ein Tor vorbereiten.
Und wenn er scored, dann vorwiegend gegen Abstiegskandidaten...

Sein Spiel ist relativ eindimensional, weil er eben nie selber in Zweikämpfe, Dribblings oder Doppelpässe im Strafraum geht, sondern sich am liebsten aus all dem Gewirr raushält und eher wie ein Sniper auf den einen guten Pass in die Schnittstelle wartet.
Sein Impact auf das Spiel ist daher zu gering, um ihn als dominanten und kreativen 10er zu bezeichnen.

Ich bin genau der entgegengesetzten Meinung und behaupte, das sein gestalterischer Einfluss auf das deutsche Spiel, außer dem Faktor Gewohnheit und offensiver Anspielstation, minimal geworden ist.

Er bleibt ein technisch feiner Spieler, der sich allerdings im Vergleich zur Bremer und Real Zeit spielerisch zurück entwickelt hat und dem Team nur noch wenig gestalterisches bietet.

2014 in Brasilien war er schon nicht gut, 2018 wird er einfach nicht wirklich gebraucht ...
4
keyser
10.05.2018 | 21:03 Uhr
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keyser : 
10.05.2018 | 21:03 Uhr
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keyser : 
Was Neuer angeht hast Du Recht. Es wäre wirklich unfair, wenn Ter-Stegen nicht die Nummer Eins wäre.

Das würde den Leistungsgedanken ad absurdum führen.

Was Özil angeht.. so konkurrenzlos auf dieser Position ist er meiner Meinung nach nicht.

Ich würde Gündogan in Topform jederzeit einem Özil vorziehen. In vielen Augen ist Günni n 6er, aber wenn man sich durchs Zentrum kombinieren möchte gibt es in Deutschland keinen Spieler der so eine Übersicht, Handlungsschnelligkeit und Passtärke hat. Auch Özil nicht.

Deswegen gehört er für mich eindeutig auf die 10, wenn man denn mit 10er spielen will. Das blöde ist... das will aber niemand mehr...

Für einen 6er ist er gegen körperlich spielende Gegner nicht robust genug, da offenbart er doch einige Schwächen.Der Spielaufbau dagegen ist erstklassig.

Zur Zeit allerdings, bin ich mir nicht einmal sicher ob er überhaupt mitkommt, um ihn wäre es Schade.. er kann mehrere Positionen spielen.

Özil dagegen ist ein reiner Spezialist. Zudem einer auf den das Spiel zugeschnitten werden sollte um seine Stärken zur Geltung kommen zu lassen. Tut man das nicht, überwiegen seine Schwächen. Und die Liste seiner Schwächen ist lang.

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Edelreservist
10.05.2018 | 21:39 Uhr
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10.05.2018 | 21:39 Uhr
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@neumi
Du hast schon Recht, dass Özil schon besser war. Ich glaube, ihm hätte ein Tapetenwechsel gut getan. Ich sehe ihn trotzdem nicht so schlecht, sondern eben als wichtigen möglichen Faktor. Für mich ist er kein unumstrittener Stammspieler. Aber eben auf seiner Positionen und in seiner Art und Weise, wie er eine offensive bereichern kann alternativlos. Er lässt andere besser aussehen und das ist bei einer offensive voller Hochbegabter, wie die DFB-Elf sie ja hatauch, wichtig.

@keyser sehe es auch nicht so, dass Gündogan ihm auf derder 10 das Wasser reichen kann. Dafür ist es auf der Position eins weiter hinten, der 8, genau anders rum. Ich sehe beide auf ihren jeweiligen Positionen als herausragend an. Und ich weiß gar nicht, ob Jogi wirklich ohne 10 spielen wird. Deutschland wird einiges an Kreativität brauchen, da die Gegner sicherlich eher defensiv denken werden. Und da können beide sehr wichtig sein.

@DrDumont

Für mich gibt es da einen Unterschied:

Räume schaffen = Räume, die da sind aufbrechen, erweitern.
Erschaffen = für neue Räume sorgen.
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Edelreservist
10.05.2018 | 21:42 Uhr
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10.05.2018 | 21:42 Uhr
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Um es nochmal klar zu machen: Özils Ausfall wäre jetzt nicht das Ende aller Träume, meiner Meinung nach fehlt dann aber eine wichtige Option (sei es in der Startelf oder von der Bank) und da klafft dann eine größere Lücke als bei Neuers Ausfall. Özil ist kein Heilsbringer, aber auch nicht der Baustein, den man einfach ersetzt.
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midengler
10.05.2018 | 21:45 Uhr
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midengler : 
10.05.2018 | 21:45 Uhr
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midengler : 
Ich war zwar schon seit Monaten einer der wenigen, der immer sagte, dass aus meiner Sicht Neuer gar nicht fit wird bis zum Saisonende (und evtl. auch nicht zur WM). Was mir aber ein bisschen abgeht an der ganzen Diskussion, ist der Fakt, dass sich alles als Ausweg auf terStegen konzentriert. Woran keiner denkt: Was ist denn ,wenn der sich in den letzten Spielen den Haxen verdreht. Dann fängt nämlich die Diskussion wieder an. Trapp nur Teiweise in dieser Saison im Verein im Einsatz. Leno noch keine große Klasse in der Nat.elf gezeigt...
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ecostud
11.05.2018 | 09:06 Uhr
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ecostud : özils leistungsdaten
11.05.2018 | 09:06 Uhr
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ecostud : özils leistungsdaten
https://www.premierleague.com/players/4714/Mesut-Özil/stats?co=1&se=79

aus der statistik geht hervor: der obige beitrag von edelreservist ist bezgl. özil eher aus der luft gegriffen.

diese saison: 26 spiele, 4 Tore (zum vergleich: Shkodran Mustafi hat in 27 Spielen 3 Treffer!), 8 assists, 4 verpasste großchancen, 13 großchancen kreiert (bei 8 assists) schüße/aufs tor: 39/14 (36% genauigkeit, sehr mäßig!)

seine vier Tore waren gegen FC Everton (5:2), Huddersfield-Town (5:0); Newcastle (1:0) und Liverpool (3:3). 2 Tore waren also spielentscheidend.

"Seit Jahren diktiert Özil bei Arsenal London das Spiel, dominiert in der Premier League die Statistiken. Assists und Torschussvorlagen Özil setzt Bestmarken und Rekorde."
- Völlig überzogen!!

also: fanboy-beitrag.
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