13.04.2009 um 11:44 Uhr
Noch eine Chance!? JK beim FCB
Die letzte Woche war eine der schlimmsten der letzten Jahre für alle Bayern- Fans. Zuerst die Schmach bei der 5:1 Niederlage gegen den VFL Wolfsburg und dann auch noch das Debakel von Barcelona. 4:0, vorgeführt, blamiert, ganz klar die Grenzen aufgezeigt bekommen. Schaute man in die Gesichter der Bayern- Bosse so musste man schlimmes befürchten. Alle rechneten am Donnerstagmittag mit dem Rauswurf von Trainer Jürgen Klinsmann. Alle möglichen Zeitungen und Medienvertreter meldeten Klinsmann schon entlassen und hatten auch schon den passenden Nachfolger parat. Wobei sich die Bild- Zeitung wieder besonders hervortat. Das Projekt Klinsmann war gescheitert. Namen wie Paul Breitner, Frank Rijkaard, Bernd Schuster, Arsene Wenger und sogar Mehmet Scholl geisterten durch die Zeitungen. Das DSF hielt eine Krisensitzung bei Bundesliga- Aktuell ab. Mit Dabei Udo Lattek, Jörg Berger, Premiere- Moderator Patrick Wasserzierh und DSF- Reporter Christian Ortlepp. Über alle möglichen Fehler und Schwächen von Jürgen Klinsmann wurde diskutiert und natürlich über die Nachfolger- Frage.
Doch es kam anders. Klinsmann durfte auf Bewährung bleiben. Mit dem Sieg am Samstag gegen schwache Frankfurter verschaffte er sich ein bisschen Luft. Doch die Diskussionen gehen weiter, denn Frankfurt ist nicht Barcelona. Jeder Mensch in Deutschland, der Ahnung von Fußball hat oder zumindest glaubt Ahnung von Fußball zu haben, hat natürlich schon die beste Lösung bei der Nachfolger- Frage parat. Jeder weiß es besser wie der andere, und der wo es glaubt am besten zu wissen ist Günter Netzer.
Hier die Gründe für die Bayern-Talfahrt, die Jürgen Klinsmann vorgeworfen werden:
- mangelnde Erfahrung und Reife als Vereinstrainer
- mangelndes Verständnis von Taktik
- Fehler bei der Wahl des Co- Trainers
- er erreicht die Mannschaft nicht mehr
Sicherlich sind mindestens zwei dieser Gründe berechtigt.
Jürgen Klinsmann fehlt es an Erfahrung im Trainergeschäft. Eine Nationalmannschaft zu trainieren ist etwas völlig anderes wie eine Vereinsmannschaft. Als Nationaltrainer konnte er sich nach Niederlagen, wie die in Florenz gegen Italien, am nächsten Tag ins Flugzeug setzen und klammheimlich in die USA verschwinden. Heute als Trainer von Bayern München steht er jeden Tag im Blickpunkt und muss bei täglichen Pressekonferenzen Rede und Antwort stehen. Verstecken, keine Chance! Also um mal festzuhalten: Jürgen Klinsmann fehlt es in manchen Situationen noch an der nötigen Erfahrung und Reife, um so einen großen Klub wie den FC Bayern zu trainieren.
Ihm allerdings vorzuwerfen, er habe keine Ahnung von Taktik ist sehr weit hergeholt. Klinsmann spielte in England und Italien unter großen Trainern. Aber natürlich benötigt er einen fähigen Co- Trainer an seiner Seite. Einen, der ihm den Rücken freihält und schon Erfahrungen gesammelt hat. Am besten einen Taktikfuchs.
Dabei wären wir beim nächsten Punkt. Ist Martin Vasquez eine Fehlbesetzung? Erreicht er die Mannschaft? Wäre es nicht besser gewesen einen erfahrenen Mann zu holen, der die Liga kennt, wie Guido Buchholz? Diese Fragen sind natürlich schwer zu beantworten. Darüber kann ich nur spekulieren, da ich nicht täglich beim Training dabei bin.
Die Mannschaft scheint Jürgen Klinsmann allerdings noch zu erreichen. Denn hätten Hoeneß und Co den Eindruck, er würde die Mannschaft nicht mehr erreichen, hätten sie schon längst die Notbremse gezogen.
Fazit: Jürgen Klinsmann hat Fehler gemacht, die ihn den Job kosten könnten.
Aber auch die Vereinsführung muss sich hinterfragen. War es nicht ein zu großes Risiko einen unerfahrenen Trainer zu verpflichten? Wäre es nicht besser gewesen den Kader in der Breite besser zu besetzen anstatt bei jeder Gelegenheit zu betonen, der Kader wäre Champions League reif?
Klar, die Vereinsführung wollte einen Kurswechsel. Also müssen sie Klinsmann freie Hand lassen.
Auch die Spieler müssen sich hinterfragen. Haben sie wirklich jede Sekunde 100 Prozent für den FC Bayern gegeben? Sind sie offen für Veränderung?
Viele glauben das Projekt Jürgen Klinsmann beim FCB ist gescheitert. Ich nehme es auch keinem übel, wenn er das denkt. Doch ich denke: Das Projekt Klinsmann hat noch EINE CHANCE!
In der Bundesliga sind es noch 7 Spiele bis zum Saisonende. Bayern liegt auf Platz zwei, drei Punkte hinter Wolfsburg. Jedes dieser sieben Spiele ist ein Endspiel für Jürgen Klinsmann. Sollte er sich noch einen Rückschlag erlauben, dürfte es vorbei sein. Doch gewinnt Bayern die nächsten sieben Spiele und wird noch Deutscher Meister, kann Jürgen Klinsmann auf einen weiteren Verbleib in München hoffen. Denn würde das so eintreten, müsste ein Verbleib Klinsmanns auch im Interesse des Vereins sein. Uli Hoeneß will, dass der Klub reformiert wird. Es soll ein Umbruch vollzogen werden. Aber: Ist der FC Bayern überhaupt reformierbar?
Also sollte JK in der nächsten Saison noch Trainer bei Bayern München sein muss er aus seinen Fehlern lernen. Er selber muss sich noch weiterentwickeln als Trainer. Er steckt noch in einem Lernprozess. Nur durch Höhen und Tiefen kann man ein Großer werden. Klinsmann muss versuchen eine Konstante zu entwickeln.
Außerdem muss der Kader für die nächste Saison verstärkt werden. Gegen Barcelona wurden alle Schwächen gnadenlos aufgedeckt. Im Tor sollte man entweder Rensing nochmal eine Chance geben oder Enke verpflichten. Die Abwehr muss DRINGLICHST verstärkt werden. Spieler wie Lell oder Oddo einfach raus. Man sollte noch zwei gute Außenverteidiger verpflichten. Im zentralen Mittelfeld fehlt einfach ein Spieler wie Xavi, der das Spiel schnell machen kann und durch geniale Pässe Angriffe einleitet. Van Bommel und Ze Roberto haben da meiner Meinung nach einfach ausgedient. Zum Glück wurde für das zentrale Mittelfeld schon Anatoly Timoschtschuk verpflichtet. Dieser ist zwar kein Xavi aber immerhin etwas.
Der Sturm muss in der Breite besser besetzt werden. Mit Olic wurde ja schon vorgesorgt. Aber es muss noch ein Stürmer mit großer Qualität her.
Nur wenn der FC Bayern das passende Spielermaterial holt, kann man das von JK gewünschte System spielen, nach dem Vorbild von Barcelona . Anschauungsunterricht hat man ja genug bekommen.
Klinsi, ich glaube noch an dich!
Aufrufe: 502 | Kommentare: 8 | Bewertungen: 7 | Erstellt:13.04.2009
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KOMMENTARE
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13.04.2009 | 15:28 Uhr
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Voegi :
Gutes Blog, der sehr viel Wahres anspricht! Ich selbst habe mich hier ja schon mehrfach als Klinsmann-Gegner geoutet und werde da von meinem Kurs nicht abweichen. Andererseits aber plädiere ich für einen fairen Umgang mit seiner Person. Was da die letzten Tage medial abgelaufen ist, ging deutlich zu weit. Das war ja fast eine Hetzjagd. Ich denke auch, dass ein Günter Netzer mit seiner Bild-Kolumne deutlich über die Stränge gehauen hat.Man sollte lieber ganz sachlich analysieren, was Klinsmann bislang geleistet hat. Und da überwiegt - ganz nüchtern betrachtet - das Negative. Am schlimmsten ist für mich die Instabilität in der Defensive, die ich ihm persönlich mit seinem offensiven Spielsystem ankreide. Insgesamt sehe ich auch kein richtige Konzept.
Und dennoch sollte man ihm. zumindest bis Saisonende eine Chance geben. Jetzt den Trainer zu wechseln, bringt nichts und erscheint mir auch nicht gerecht. Am Ende der Saison muss eine ausführliche Analyse folgen und dann sieht man weiter.
Aber das Blog ist jedenfalls sehr gelungen!
13.04.2009 | 15:31 Uhr
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FCBluke : @Voegi
Kann deine Enttäuschung verstehen. Ich bin eigentlich auch enttäuscht von JK. Mit der Abwehr hast du vollkommen recht. Ich denke aber man sollte ihm WENN sie Meister werden noch ne Chance geben.
13.04.2009 | 15:35 Uhr
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Sanna :
gebe dir vollkommen recht in bezug auf die verpflichtungssituation. da hat bayern wirklich nachholbedarf... um international (wieder) ganz oben mitzuspielen, sollte der kader dringend mit jungen (nicht cannavaro) spielern aufgestockt werden, denen genug gelegenheit gegeben wird zu lernen und erfahrung zu sammeln und dann steht der fcb auch mal wieder ganz oben in europa 
14.04.2009 | 15:22 Uhr
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wer aber ist bitte guido buchholz?
wahrscheinlich ist hier guido buchwald gemeint, wobei der meiner meinung nach auch nicht besser als ein vasquez ist.
14.04.2009 | 15:27 Uhr
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FCBluke :
@Schuss Tor Hurrasorry, stimmt du hast vollkommen recht. ich meinte buchwald.
ich glaube auch nicht , dass der besser ist als vasquez.
aber im dsf meinten die halt, dass der einer gewesen wäre. da hab ich das halt geschrieben. aber dem dsf darf man ja auch nicht glauben.
14.04.2009 | 22:42 Uhr
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Außerdem kann er links in der Verteidigung und im Mittelfeld sowie zentral im Mittelfeld alles spielen. Diese Vielseitigkeit geht den jungen Spielern heute meist ab, das sie sehr früh für eine bestimmte Position ausgebildet werden. ! Jahr kann der Ze das Niveau Bundesliga auf jeden Fall noch gewährleisten...
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Gefällt mir dass du so sachlich neutral schreibst und nichts bewertest, wie zb die Personalie Vasquez, wo manche Pseudo Experten ihm mangelde Klasse vorwerfen, ohne es begründen zu können.
Nicht gefallen hat mir der Satz "Zum Glück wurde für das zentrale Mittelfeld schon Anatoly Timoschtschuk verpflichtet. Dieser ist zwar kein Xavi aber immerhin etwas."
Man kann diese beiden Spieler überhaupt nicht vergleichen.Tymoschuk ist eine reine 6 mit ganz klarer Stärke in der Defensive ,Xavi ein zentraler Mittelfeldallrounder der sich meist offensiv betätigt.
Beides riesen Spieler.
Zum Thema:
Ich glaube das Projekt Klinsmannn könnte zu einer Zerreißprobe werden für die Verntwortlichen des FCB.
Der eine Teil wie Hoeness und Rummenigge hält nach wie vor zu ihm ,der andere Teil wie Beckenbauer und einige anderen FCB Mitglieder würden ihn am liebsten zum Teufel jagen.
Wer sich am Ende durchsetzt bleibt abzuwarten.Fakt ist sollte Klinsmann Meister werden wird er auch nächste Saison Trainer des FCB sein.
Nur ganz ehrlich glaube ich dass der FCB und Jürgen Klinsmann langfristig keine Zukunft haben, wenn ich sehe wie viele Feinde Jürgen Klinsmann bei den Medien und Fans hat.
Das Projekt Jürgen Klinsmann braucht Zeit und die bekommt er von der Öffentlichkeit nicht.
Naja man wird sehen.Ich rechne nach wie vor damit dass Klinsmann auch nächstes Jahr noch Triner ist.
Er wird ab jetztb sprichwörtlich an Ergebnissen gemessen das ist klar