25.10.2011 um 16:10 Uhr
Niedergang der Gerechtigkeit II
Hinzu kommt ein weiterer, ganz entscheidender Gesellschaftsfaktor: Social Responsibility und Correctness hätte Polt gesagt. Man hat fast das Gefühl als wäre es den Obrigen am liebsten, wenn die beiden Kontrahenten nach dem Spiel zum Bio-Spargelessen ins Reformhaus gehen, und einen netten Abend miteinander verbringen. Das Gefühl hat man wirklich. Das geht bei Weltmeisterschaften los, bei denen von der Politik des Gastgebers der Wunsch geäußert wird, ein gemeinsames Fest zu feiern, bei dem für beide Mannschaften geklatscht wird, und hört bei Bussi-Bussi-Kaviarlogen auf. Sich schubsende Männer? Wo kommen wir denn da hin? Emotionen? Ich bitte euch! Knigge-abweichende Fangesänge? Ein Unding! Trikot ausziehen nach einem Traumtor? Seid ihr wahnsinnig, was wenn Kinder zuschauen? Grätschen über den halben Platz mit anschließenden, als Sprunggelenk enttarnten, Flugobjekten? Ja gut, das gehört ja dazu zum Fussball!
Ach ja? Klar gehört das dazu. Aber Emotionen genauso.
Das vertragen so manche heutzutage aber scheinbar nicht mehr, in einer Welt in der es, mehr denn je, auf Korrektheit, Musterlebensläufe und perfektes Verhalten ankommt. Emotionen, Ausrutscher und das ein oder andere Skandälchen haben da keinen Platz mehr. Das macht viele Leute zu dünnhäutigen Selbstdarstellern, denen Kommunikation ein Fremdwort ist und für die Austeilen und Einstecken in keinerlei Zusammenhang stehen.
Deshalb hatte der Satz von Uli Hoeneß für mich eine wesentlich größere Bedeutung als nur diese eine Szene. "Man misst mit zweierlei Maß". In meinen Augen gibt es langsam aber sicher überhaupt kein vertretbares Maß mit dem gemessen wird. Bei Beleidigungen ist es etwa ganz dem Unparteiischen überlassen ob er sich beleidigt fühlt. Wenn der Schiedsrichter sagt er wurde übel beleidigt ist das Fakt. Komme was wolle. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass sich, vor allem die jüngeren, Schiedsrichter beleidigt fühlen, da wäre unsereins geschmeichelt.
Schuld an der ganzen Misere sind die Protagonisten selbst, die Schiedsrichter, und gesellschaftliche Vorstellungen die mit aller Gewalt durchgedrückt werden müssen. Auch wenn sie in dem Zusammenhang unpassend sind, und vieles kaputt machen für den wirklichen Fan.
Da bleibt einem als Spieler, Fan und Trainer nur eins: Rausgehen, Lächeln, Tor schießen, lächeln, Hand schütteln, duschen, gehen. Bloß keine hektischen Bewegungen.
Elisabeth und der kleine Marc-Noel könnten in der Lounge ein Shrimp verschlucken.
hier gehts zu Teil I
Ach ja? Klar gehört das dazu. Aber Emotionen genauso.
Das vertragen so manche heutzutage aber scheinbar nicht mehr, in einer Welt in der es, mehr denn je, auf Korrektheit, Musterlebensläufe und perfektes Verhalten ankommt. Emotionen, Ausrutscher und das ein oder andere Skandälchen haben da keinen Platz mehr. Das macht viele Leute zu dünnhäutigen Selbstdarstellern, denen Kommunikation ein Fremdwort ist und für die Austeilen und Einstecken in keinerlei Zusammenhang stehen.
Deshalb hatte der Satz von Uli Hoeneß für mich eine wesentlich größere Bedeutung als nur diese eine Szene. "Man misst mit zweierlei Maß". In meinen Augen gibt es langsam aber sicher überhaupt kein vertretbares Maß mit dem gemessen wird. Bei Beleidigungen ist es etwa ganz dem Unparteiischen überlassen ob er sich beleidigt fühlt. Wenn der Schiedsrichter sagt er wurde übel beleidigt ist das Fakt. Komme was wolle. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass sich, vor allem die jüngeren, Schiedsrichter beleidigt fühlen, da wäre unsereins geschmeichelt.
Schuld an der ganzen Misere sind die Protagonisten selbst, die Schiedsrichter, und gesellschaftliche Vorstellungen die mit aller Gewalt durchgedrückt werden müssen. Auch wenn sie in dem Zusammenhang unpassend sind, und vieles kaputt machen für den wirklichen Fan.
Da bleibt einem als Spieler, Fan und Trainer nur eins: Rausgehen, Lächeln, Tor schießen, lächeln, Hand schütteln, duschen, gehen. Bloß keine hektischen Bewegungen.
Elisabeth und der kleine Marc-Noel könnten in der Lounge ein Shrimp verschlucken.
hier gehts zu Teil I
Aufrufe: 2409 | Kommentare: 21 | Bewertungen: 16 | Erstellt:25.10.2011
ø 6.8
KOMMENTARE
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26.10.2011 | 11:23 Uhr
+1
0
zzsg :
Oh man du sprichst mir aus der Seele. Was sich teilweise auf unseren Fußballplätzen auf Kreis und Bezirksebene abspielt ist echt nicht mehr schön. Von unserem Trainer hört man vor jedem Spiel auch nur noch: in die Zweikämpfe könnt ihr richtig reingehen aber haltet den Mund gegenüber dem Schiri sonst gibts gleich Gelb. Und das ist einfach schade, da die Spieler die eigentlich Fussball spielen wollen am Ende bestraft werden weil sie nach unzähligen überharten Fouls genug haben und den Mund aufmachen. Tja und wenn man dann noch die Höchststrafe begeht und den Schiri fordert endlich eine gelbe Karte zu ziehen, ja dann ist er im Sprinttempo bei dir und freut sich DIR selbst Gelb zeigen zu können.
26.10.2011 | 11:24 Uhr
+8
-3
Gnanag :
Sorry, aber der Blog ist für mich nur ein Potpourri aus durch Ungleichbehandlung entstandenem Zorn und leicht populistischer Schiedsrichterschelte, die sehr emotional und unsachlich/unausgewogen herkommt.Das erste Beispiel des 17-jährigen Schiedsrichters. Was soll das denn beweisen? Das Schiedsrichter prinzipiell falsch entschieden und dann die armen, malträtierten Spieler, die x-mal gefoult wurden, nach kurzem Aufmucken vom Platz stellen? In diesem Falle mag man dem individuellen Schiedsrichter einen Vorwurf machen, daraus aber eine allgemeine Bestandsaufnahme des Schiedsrichterwesens konstruieren zu wollen, halte ich für mehr als fragwürdig. Zudem muss man klar zwischen Profi-und Amateursport trennen.
Man kann eine solche Aussage auch einfach mal mit dem Gegenteil kontrastieren. Erst letzte Woche stand ein Artikel in der SZ, in dem beklagt wurde, dass es immer weniger Schiedsrichter für die Amateurklassen gibt, da die Gewalt seitens der Spieler unverhältnismäßig zugenommen hat, Spiele kaum noch zu leiten sind usw. Ein Schiedsrichter wurde in der Senioren-Liga krankenhausreif geschlagen! Und die Entlohung beträgt 11 Euro pro Stunde.
Und Schiedsrichter strahlen Überheblichkeit aus? Manche sicherlich, die große Mehrheit versucht aber einfach, das Spiel vernünftig zu leiten.
Also, es gibt noch weitere Punkte auf die ich eingehen könnte, nur fehlt mir sowohl die Lust als auch die Zeit.
Nur eines noch: Vielleicht solltest du einmal bedenken, wie schwierig die Aufgabe des Schiedsrichters (speziell im Amateurbereich, aber auch im Profifußball ist). Man ist immer der Buhmann, es gibt immer jemanden dem man es nicht Recht machen kann, jemanden der sich ungerecht behandelt fühlt.
Also, ich würde dir nahelegen, einmal selber ein paar Spiele zu leiten. Wenn du dann das erste Mal von Spielern beschimpft und den Zuschauern ausgebuht wirst, entwickelst du in dieser Hinsicht vielleicht ein wenig Verständnis.
26.10.2011 | 12:02 Uhr
+2
-3
Boerje :
So einen Schmarrn habe ich selten gelesen! Also wirklich. Dieses ständige reklamieren und kommentieren von seiten der Spieler ist in meinen Augen unerträglich und du heißt dies in deinem Blog auch noch gu und stellst die SR hin, als wären sie arrogant. Genau das Gegenteil ist der Fall. In deinem Eingangsbeispiel stellst du dich selbst als arroganten Tölpel hin, der geschützt werden müsste. Sorry, aber Fußball ist nunmal kein Pussysport!Der beste Fußball wird meiner Ansicht nach in England gespielt. Der ist schnell und auch die Schiedsrichter dort pfeifen meist hervorragend. Die lassen das Spiel laufen und fallen nicht wie unsere deutschen SR auf diese unendlichen vielen Schwalben rein. Ein Reus oder Marin fallen doch schon um wenn man sie anpustet und fordern dafür gelb. Lächerlich. Meiner Meinung nach sollten sie mehr laufen lassen und bei solchen Ziegen, die ständig alles kommentieren, eher eine Karte zücken und beim wiederholten Mal vom Platz stellen! Sowas ist arrogant, dem Gegner nur Treterfähigkeiten zu unterstellen, weil man mal gefoult wurde...
26.10.2011 | 12:08 Uhr
0
-1
w00dstar :
@Gnanag 100 %ige Zustimmung.
Ich kenne es nicht aus persönlicher Erfahrung, jedoch kann ich gerade deinen Teil bzgl. der Gewalt gegen Schiedsrichter im Amateurbereich bestätigen, da Bekannte hier in Berlin unterklassig kicken, und da kann es immer wieder zu Polizeieinsätzen kommen.
Schiris sind doch im allg. die ärmsten Schweine.
Verrichten sie ihre Arbeit gut, ohne große Fehler, dann wird dieses nur selten positiv erwähnt. Wenn sie jedoch eine Fehl- bzw. strittige Entscheidung treffen, dann wird wieder auf ihnen rumgehackt, ihne fehlendes Fingerspitzengefühl vorgeworfen,etc.
Man kann sicher über gewisse Regeln und deren Strafen streiten (das Ausziehen des Trikots zu Jubelzwecken z.B.), jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass ein Schiedsrichter nur diese Regeln befolgt, und das Strafmaß anwendet, welches ihm von den obersten Gremien auferlegt wurde.
Und ob ein Schiri Überheblichkeit ausstrahlt (gerade im Profibereich), das können wir doch nun wirklich nicht beurteilen, jedoch wird die Meinung meistens anhand der TV-Bilder geformt. Wie sich die Schiris aber 90 Minuten auf dem Platz verhalten (und auch die Spieler), das kann keiner von uns beantworten.Alles was wir sehen sind die drastischen Aktionen (Karten), die ganzen kleinen Gespräche/Aktionen innerhalb des Spieles sind für uns doch unsichtbar.
Ich kann jedem nur den Film "Referees at work" an Herz legen.Sehr interessanter Einblick hinter die Kulissen.
Fazit:
Sehr schlechter Blog, gespickt mit Klicheés, Voruteilen und Beleidigungen (...Daraufhin schritt dieses vor Hybris nur so strotzende ca. 17-Jährige Milchgesicht...), der nichts sagt, sondern nur poltert und meckert, ohne jedoch nur eine Silbe lang objektiv zu sein.
1-2 Pkt.
26.10.2011 | 12:29 Uhr
+5
0
derMladen : @all
Nachdem ich mich wieder beruhigt von diesem schiedsrichtertechnisch völlig verkorksten Sonntag (selber Spiel und Bayern) habe ich mir meinen Blog selber nochmal durchgelesen.Ich sollte lieber keine Blogs mehr schreiben wenn ich wütend bin.
Auch wenn ich mir selber widerspreche grade muss ich euch in Teilen recht geben.
Nicht gerade eine Meisterleistung...
Allerdings bin ich auch weiterhin der Meinung dass das Verhältnis der Strafen zwischen hartem Foul und Mund aufmachen nicht wirklich das Beste ist. Ich rede ja nicht von Beleidigungen, sondern von simplen Fragen zum Teil.
@Boerje: Spielst du Fussball?
Generell ist es, sorry ich dass ich das jetzt sage, sehr schwer von jemandem zu beurteilen, der nicht selber seit Jahren Fussball spielt.
Das irgendwo eine Grenze ist, ist klar, v.a. wenn der Schiri angegangen wird, gar keine Frage.
Achso ja, ihr dürft eines nicht vergessen: Die Herren verdienen ein Schweinegeld damit. Und können durch Fehlentscheidungen andere ein Schweinegeld kosten. Deswegen sollten sie damit fertig werden kritisiert zu werden.
Es gibt wie gesagt natürlich genug Schiedsrichter die super sind.
Alles in allem ist das aber wirklich nicht sonderlich objektiv geschrieben, und teilweise zu populistisch.
In diesem Sinne, muss ich eurer Kritik zustimmen, und werde sie mir für kommende Blogs zu Herzen nehmen.
Cheers
26.10.2011 | 12:37 Uhr
+1
0
Was die 17jährigen Schiris angeht, liegt das Problem - und das lässt du auch durchblicken - darin, dass sie von Beginn an einen schweren Stand haben, weil sie noch jünger sind als die Spieler. Ich hab Handball gespielt und da war es auch so, dass die Spiele mit den Jungschiedsrichtern regelmäßig entglitten sind. Das liegt auch an fehlender Routine, fehlendem Fingerspitzengefühl oder unsouveräner (Zurückweichen vor Spielern) oder affektierter Körpersprache. Das liegt aber auch darin, dass man diesen Leuten per se keine Autorität zugesteht, die kommen in die Halle und alle denken sich: "DER will uns pfeifen?! Der Milchbubi da?". Dann ist der Zorn umso größer, wenn dieser Typ, der zwar keine Autorität ausstrahlt, aber gleichzeitig genug besitzt, um einen rechtswirksam vom Platz zu stellen, eine derartige Entscheidung trifft. In aller Regel wird dann auch bei jedem Mist reklamiert, weil man merkt, dass das den jungen Schiri verunsichert. Mit dem erfahrenen Schiri über 40, der sonst Landesliga pfeift, traut sich das so schnell keiner...
26.10.2011 | 12:39 Uhr
0
0
Webatz :
naja sprachlich nicht der beste blog aber ich stimme dir in teilen zu....bin vor ein paar wochen vom platz gestellt worden nachdem der schiri das x-te foul an unserem stürmer mal gepfiffen hat und ich gemeint habe "na endlich pfeiffst du mal" (gelb) und mein abwinken danach (gelb/rot).. saß dann draussen und unser stürmer wurde weiterhin straflos umgehauen wie es den verteidigern gefallen hat... ein auswechselspieler (!!!) von uns hat auch noch gelb bekommen als er aufgesprungen ist und gerufen hat "boah der sieht ja gar nix"... das war so das extremste was ich erlebt habe auf dem platz.
klar ist schiri ein undankbarer job, aber ich werd das gefühl nicht los dass man die nur mit "samthandschuhen anfassen" darf sonst zerbrechen die gleich und ich weiß auch dass die es keinem recht machen können, irgendjemand ist immer sauer auf ihn aber irgendwo muss es eine grenze zwischen beleidigung/tätlichkeiten und (berechtigten?) frustablass über seine person geben... aber mMn muss man eh ein wenig masochistisch veranlagt sein um schiri zu werden von daher...
auf jeden fall sollten schiedsrichter sich mehr auf das, was auf dem platz geschieht konzentrieren als auf das geschrei drumherum... sollen sich die spieler doch untereinander anschreien, was zählt ist auf dem platz und da sollte seine leistung stimmen und nicht wegen jedem kommentar mit karten um sich schmeissen
26.10.2011 | 12:40 Uhr
0
0
klar mag es gerade im amateurbereich einige selbstdarsteller geben, die merkwürdige entscheidungen treffen, aber ich denke das aus gründen die meine vorredner schon genannt haben die schiris einen ungleich schwereren job haben als bundesliga schiris. pfeifft einer in der bundesliga mist, passiert im nicht viel ausser etwas kritik, pfeifft er aber im amateurbereich mist, muss er beinahe um sein leben fürchten... die pinto aktion war nicht sauber, aber hat mMn mit der boateng roten nichts zu tun. für die ist boateng selber verantwortlich!
und wenn du dich über fehlende emotionen beklagst: in deinem perönlichen beispiel redest du von ca. 2 minuten tumultartigen szenen, emotion also da. und was die rote karte für boateng und die einlage von pinto für emotionen freisetzt hat man in den letzten 3 tagen hier bei spox gesehen. es veranlasst dich sogar diesen blog zu schreiben...
und das ständige eingerede auf den schiri à la: ich hab doch garnichts gemacht nach nem bösen tritt ist viel viel nerviger als der tritt selber, und gehört zurecht bestraft, ebenso wie das fordern von karten, was mMn noch viel zu wenig bestraft wird in der buli! denn das ganze gelaber kostet zeit, in der man fussball spielen könnte und in der wieder neue emotionen entstehen könnten.
26.10.2011 | 12:45 Uhr
+1
0
w00dstar : @derMladen
Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung ;)Es wäre interessant, wenn du das Thema noch einmal angehen würdest...jetzt, wo die ganzen persönlichen Agressionen eventuell abgebaut sind.
Ein "Niedergang der Gerechtigkeit : Reloaded" oder sowas....
Das Thema ist eigentlich sehr interessant, jedoch war deine erste Ausführung mangelhaft/ungenügend.
26.10.2011 | 12:51 Uhr
0
0
Schnumbi :
@ dermalden: zitat von dir :Achso ja, ihr dürft eines nicht vergessen: Die Herren verdienen ein Schweinegeld damit. Und können durch Fehlentscheidungen andere ein Schweinegeld kosten. Deswegen sollten sie damit fertig werden kritisiert zu werden.
ääähmm nicht dein ernst oder ?? soweit ich weiß verdient ein buli schiri zw. 2000 und 3000 euro , dafür steht kein bundesliga spieler auf.
und ja man kann blog auch emotionsgeladen schreiben, nur muss man sich dann nicht über gegenwind wundern
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