18.08.2011 um 15:06 Uhr
NBA Finals 91 - Beginn einer Ära
Teil 2

Spiel 4 – Einfach zu gut
Das zweite Spiel in Los Angeles stand für die Lakers unter keinem guten Stern. James Worthy und Byron Scott waren angeschlagen und die Bulls obenauf. Würde L.A. auch Spiel 4 verlieren, wäre Chicago so gut wie sicher Champion. Zwar hatte sich auch Jordan eine kleine Blessur am Zeh zugezogen, aber die Füchse aus der medizinischen Abteilung der Bulls fanden eine clevere Lösung......sie schnitten einfach ein Stück aus den Jordan VI raus.
Das erste Viertel war wie so oft in der Serie eine ausgeglichene Sache (28:27). Ab dem zweiten Abschnitt spielte aber fast nur noch eine Mannschaft – die Bulls. Vorne trafen sie hochprozentig und in der Defense brachten sie L.A. immer wieder zur Verzweiflung. Um zu verdeutlichen, wie groß der Unterschied zwischen beiden Mannschaften war, genügt ein Blick auf die Statistiken.
Die Lakers schossen als Team lausige 36% (30/82), hatten am Ende fast doppelt so viele Turnover wie die Bulls und nur halb so viele Assists (14:27). Die Bank der Lakers lieferte mit 3/13 aus dem Feld eine bezirksligareife Performance ab. Die Bank der Bulls (7/13) war deutlich besser. Rekordverdächtig schlecht waren auch die beiden Starter Perkins und Scott. Das Duo stand am Ende bei 7 Punkten bei einer Quote von 15 % (3 von 19) aus dem Feld. Neben Magic Johnson (22 Pkt/11 Ass) präsentierte sich bei L.A. nur Divac (27Pkt/11 Reb) in Normalform.
Und die Bulls? Starke Quote aus dem Feld (42/80), nur 5 Turnover und eine gnadenlos effektive Starting Five, aus der jeder Spieler zweistellig punktete. Nach Michael Jordan (28Pkt/13 Ass/ In-Your-Face-Dunk vs Perkins) glänzte auch Jumpshot-Gott John Paxson mit 15 Punkten bei einer 64%igen Trefferquote. Lange Rede, kurzer Sinn: Chicago gewann 97:82, ging mit 3:1 in Führung und war nur noch einen Schritt vom ersten Titel entfernt. Am Tag nach dem Spiel sorgte aber Magic Johnson für die Schlagzeilen. Zum ersten Mal überhaupt sprach er von einem zeitnahen Rücktritt. Sein Statement: "Wenn ich nächstes Jahr aufhören will, höre ich auf. Wenn ich in dem Jahr danach aufhören will, höre ich dann auf. Und wenn ich in diesem Sommer genug habe, gehe ich schon diesen Sommer."

Spiel 5 – Das dynamische Duo und heiß wie Frittenfett
Magic´s Rücktritt vor Augen, 1:3 hinten, dazu Worthy und Scott verletzt – niemand zweifelte mehr an dem Triumph Chicagos. Doch die Lakers hatten sich noch nicht aufgegeben. Die Schmach von drei aufeinander folgenden Heimspiel-Niederlagen wollten sie nicht über sich ergehen lassen.
Vor allem Magic wollte sich nicht mit der 4. Niederlage in Folge abfinden. Nahezu jeder Angriff lief über ihn und er fand fast immer eine Antwort auf die Defense der Bulls. Am Ende verbuchte er zwar nur 16 Punkte, holte sich dafür aber noch 11 Rebounds und verteilte unglaubliche 20 Assists. Dankbarster Abnehmer: ein Rookie namens Elden Campbell (21 Punkten bei 9/12 aus dem Feld). Doch was auch immer Magic aufs Parkett zauberte, die Bulls und ihr dynamisches Duo ließen sich nicht abhängen. Jordan und Pippen legten zwei All-Star-Performances hin und kamen zusammen auf 62 Punkte, 17 Rebounds, 17 Assists und 10 (zehn !!!) Steals.
Vor dem letzten Viertel war die Partie beim Stand von 80:80 völlig offen. Was dann in der Schlussphase passierte, fasste Magic treffend zusammen: "John Paxson just went crazy on us." Recht hatte er. Der Bulls-Guard lief in der Schlussphase heiß, traf 5 Jump-Shots in Folge und machte die Chicago Bulls endgültig zur besten Mannschaft der Welt. In der Kabine nahm das Team die Trophäe vom jungen David Stern entgegen und der vom Champagner durchnässte NBC-Reporter Bob Costas trat ganz nebenbei in ein übel großes Fettnäpfchen, als der Jordan´s Frau beim Siegerinterview kurzerhand zu seiner Mutter machte (Link).

MVP
Michael Jordan wurde mit 31,2 Punkten, 11,4 Assists und 6,6 Rebounds pro Spiel zum MVP der Serie gewählt. Scottie Pippen avancierte mit 20,8 Punkten, 6,6 Assists und 9,4 Rebounds zum würdigen Co-MVP. Die Hauptdarsteller in den Nebenrollen waren Horace Grant und John Paxson. Grant (14,6 Pkt/7,8 Reb) traf über die gesamte Serie knappe 63% aus dem Feld und machte den langen Leuten der Lakers große Probleme. Paxson war der dankbarste Abnehmer von Jordans Pässen. Er traf seine Jumper wie andere Menschen sonst nur Korbleger und setzte für einen Guard mit knappen 66% Trefferquote neue Maßstäbe.
Auf Seiten der Lakers konnten bei diesen Zahlen nur zwei Spieler mithalten. Vlade Divac mit 18,2 Punkten und 8,8 Rebounds pro Spiel und natürlich Magic Johnson, der es im Schnitt fast auf ein Triple Double brachte (18,6 Punkte/12,4 Assist/8,0 Rebounds). Wenn man diese Zahlen sieht ist es umso tragischer, dass Johnson seine Karriere nach der Serie beenden musste. Vor der Saison 1991/1992 wurde er positiv auf HIV getestet.
Während die Ära des besten Aufbauspielers aller Zeiten damit ein jähes Ende fand, begann auf der anderen Seite die Ära der Chicago Bulls und Michael Jordan. Sie hatten ihre große Bewährungsprobe mit Bravour bestanden und waren bereit, die Basketballwelt für ein ganzes Jahrzehnt und darüber hinaus zu prägen.
Aufrufe: 1054 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 7 | Erstellt:18.08.2011
ø 10.0
Jordan  | Magic  | NBA  | Finals  |
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PaddeX21
25.08.2011 | 11:00 Uhr
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PaddeX21 : 
25.08.2011 | 11:00 Uhr
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PaddeX21 : 
Ich bin eigentlich nur so ein On/Off Basketball-Fan, der nur mal was liest oder schaut, wenns um Dirk geht oder so. Aber deine drei Blogs sind obergeil! :) Alle drei n glatter 10er mit *!!!
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