17.03.2010 um 14:17 Uhr
My personal Abstiegskampf
...über Taktik, Treue und Nichtabstiegs-Träume.
Zwischen Frust und Hoffnung liegt derzeit meist nur ein Spieltag und die unfreiwillige Selbsterkenntnis: immernoch SC-Fan wider jedweder Vernunft.
Wird es dann noch existenziell, heißt es erneut Abstiegskampf im Alltag aller, die den Vogel Greif irgendwie im Herzen tragen.
Was den meisten Spielern im Kader fehlt, kann man dem langjährigen Anhänger nicht nachsagen: Erfahrung im Tabellenkeller.
Es ist kein Novum und gerade deshalb ein Dilemma. Nach den vergangenen Partien gegen den direkten Laternen-Konkurrenten Hannover 96 und den Titelabonnenten FC Bayern fällt die Entscheidung für Herz oder Verstand aber mal wieder schwerer denn je.
Nimmt man sich nach Netzer' scher Manier acht Spieltage vor Rundenschluss selbst emotional aus dem Spiel, um die – von den Verantwortlichen stets einkalkulierte und etwas zu offensiv proklamierte – Enttäuschung in Grenzen zu halten oder habe ich am 34. Spieltag womöglich wieder irgendwas im Auge?
Letzteres mochte man sich zumindest nach der Groteske gegen Hannover 96 in jedem Fall ersparen. Die Ungläubigkeit und Hilflosigkeit, mit welcher man den Ball ohne Chip auf seinem offenbar dennoch vorprogrammierten Weg vorbei am leeren Hannoveraner Tor verfolgte, ist selbst zwei Wochen später kaum zu verschriftlichen.
Noch heute wünscht man sich, der arme teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte hätte zum Selbstschutz das komplette Spiel im Abseits verbracht.
Doch der SC hat all die Jahre in Empathie geschult: Nein, als Menschen habt ihr trotz allem wirklich nie versagt!
Es bleibt dennoch traurig, wenn man nur einen Spieltag später erst fühlen und dann lesen muss, dass Geld offenbar doch Tore schießen kann.
Denn bis zur 76. Minute war der SC bei jenen "dia san dia" Bayern über weite Strecken endlich mal wieder der halbwegs freche Underdog, mit dem man als Fan dort gewinnen will - und zur Not auch erhobenen Hauptes verlieren kann.
Hätte Schiedsrichter Schmidt Arjen Robben nicht zum ersten "Elfer" aus 18 Metern eingeladen, hätte man der Liga mit Felix Bastians und der hinzugezogenen Doppeldeckung womöglich ein erfolgreiches Verteidigungskonzept von mindestens nationalem Interesse präsentiert.
Man teilte die Verwunderung von Herrn Dutt, als der Chefreporter des sogenannten "Deutschen Sport Fernsehens" bei sonntäglicher Stammtisch-Analyse von einer Taktik Robbens sprach, 70 Minuten nicht am Spiel teilzunehmen.
Quatsch, denn der SC stand defensiv - und gerade gegen den schnellen Niederländer - lange einfach ordentlich.
Doch auch die eigenen Bemühungen in der Vorwärtsbewegung, die in den vorangegangenen Partien allzu oft der "Taktik" eines "kick without rush" geopfert wurden, entsprachen 60. Minuten lang weitgehend einem verhalten mutigem Kurzpassspiel.
Der Erfolg dieser langersehnten Marschroute ist als Mutmacher für das Spiel gegen den FSV Mainz 05 noch immer am Halbzeitstand (FCB - SCF 0:1!) abzulesen.
Man möchte für Cedric Makiadi hoffen, er hat mit diesem sehenswerten Treffer dem Trainer endlich verdeutlicht, für welche Spielfeldhälfte er Qualitäten besitzt. Zumal Flum, Schuster und Mujdza in der Defensive überzeugten.
Leider verfiel das Team unter dem Druck der Gastgeber allzu rasch wieder zur schnellen Überbrückung des Mittelfeldes per Luftpost. Bedauerlicher Weise ist der begabte Späh- und Stoßstürmer Mo Idrissou ohne nachrückendes Mittelfeld aber so ausrechenbar zu verteidigen, dass Bayern-Coach Louis van Gaal diese Aufgabe zeitweise sogar dem nicht unbedingt mit Vertrauen gesegneten Ukrainer Anatoliy Tymoshchuck überließ.
Sei's drum. Wenngleich eine Niederlage, hat dieser beherzte Auftritt gegen den Krösus der Liga binnen einer Woche wieder Hoffnung geschürt, wo man eigentlich nur noch Verstand walten lassen wollte: Vier Punkte zum rettenden Ufer...
Da hilft nur mutig weiter paddeln, dann bekommt man auch als SC-Fan wieder Oberwasser: Unterm Strich stehen wir drüber!
Zwischen Frust und Hoffnung liegt derzeit meist nur ein Spieltag und die unfreiwillige Selbsterkenntnis: immernoch SC-Fan wider jedweder Vernunft.
Wird es dann noch existenziell, heißt es erneut Abstiegskampf im Alltag aller, die den Vogel Greif irgendwie im Herzen tragen.
Was den meisten Spielern im Kader fehlt, kann man dem langjährigen Anhänger nicht nachsagen: Erfahrung im Tabellenkeller.
Es ist kein Novum und gerade deshalb ein Dilemma. Nach den vergangenen Partien gegen den direkten Laternen-Konkurrenten Hannover 96 und den Titelabonnenten FC Bayern fällt die Entscheidung für Herz oder Verstand aber mal wieder schwerer denn je.
Nimmt man sich nach Netzer' scher Manier acht Spieltage vor Rundenschluss selbst emotional aus dem Spiel, um die – von den Verantwortlichen stets einkalkulierte und etwas zu offensiv proklamierte – Enttäuschung in Grenzen zu halten oder habe ich am 34. Spieltag womöglich wieder irgendwas im Auge?
Letzteres mochte man sich zumindest nach der Groteske gegen Hannover 96 in jedem Fall ersparen. Die Ungläubigkeit und Hilflosigkeit, mit welcher man den Ball ohne Chip auf seinem offenbar dennoch vorprogrammierten Weg vorbei am leeren Hannoveraner Tor verfolgte, ist selbst zwei Wochen später kaum zu verschriftlichen.
Noch heute wünscht man sich, der arme teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte hätte zum Selbstschutz das komplette Spiel im Abseits verbracht.
Doch der SC hat all die Jahre in Empathie geschult: Nein, als Menschen habt ihr trotz allem wirklich nie versagt!
Es bleibt dennoch traurig, wenn man nur einen Spieltag später erst fühlen und dann lesen muss, dass Geld offenbar doch Tore schießen kann.
Denn bis zur 76. Minute war der SC bei jenen "dia san dia" Bayern über weite Strecken endlich mal wieder der halbwegs freche Underdog, mit dem man als Fan dort gewinnen will - und zur Not auch erhobenen Hauptes verlieren kann.
Hätte Schiedsrichter Schmidt Arjen Robben nicht zum ersten "Elfer" aus 18 Metern eingeladen, hätte man der Liga mit Felix Bastians und der hinzugezogenen Doppeldeckung womöglich ein erfolgreiches Verteidigungskonzept von mindestens nationalem Interesse präsentiert.
Man teilte die Verwunderung von Herrn Dutt, als der Chefreporter des sogenannten "Deutschen Sport Fernsehens" bei sonntäglicher Stammtisch-Analyse von einer Taktik Robbens sprach, 70 Minuten nicht am Spiel teilzunehmen.
Quatsch, denn der SC stand defensiv - und gerade gegen den schnellen Niederländer - lange einfach ordentlich.
Doch auch die eigenen Bemühungen in der Vorwärtsbewegung, die in den vorangegangenen Partien allzu oft der "Taktik" eines "kick without rush" geopfert wurden, entsprachen 60. Minuten lang weitgehend einem verhalten mutigem Kurzpassspiel.
Der Erfolg dieser langersehnten Marschroute ist als Mutmacher für das Spiel gegen den FSV Mainz 05 noch immer am Halbzeitstand (FCB - SCF 0:1!) abzulesen.
Man möchte für Cedric Makiadi hoffen, er hat mit diesem sehenswerten Treffer dem Trainer endlich verdeutlicht, für welche Spielfeldhälfte er Qualitäten besitzt. Zumal Flum, Schuster und Mujdza in der Defensive überzeugten.
Leider verfiel das Team unter dem Druck der Gastgeber allzu rasch wieder zur schnellen Überbrückung des Mittelfeldes per Luftpost. Bedauerlicher Weise ist der begabte Späh- und Stoßstürmer Mo Idrissou ohne nachrückendes Mittelfeld aber so ausrechenbar zu verteidigen, dass Bayern-Coach Louis van Gaal diese Aufgabe zeitweise sogar dem nicht unbedingt mit Vertrauen gesegneten Ukrainer Anatoliy Tymoshchuck überließ.
Sei's drum. Wenngleich eine Niederlage, hat dieser beherzte Auftritt gegen den Krösus der Liga binnen einer Woche wieder Hoffnung geschürt, wo man eigentlich nur noch Verstand walten lassen wollte: Vier Punkte zum rettenden Ufer...
Da hilft nur mutig weiter paddeln, dann bekommt man auch als SC-Fan wieder Oberwasser: Unterm Strich stehen wir drüber!
Aufrufe: 1227 | Kommentare: 7 | Bewertungen: 12 | Erstellt:17.03.2010
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KOMMENTARE
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17.03.2010 | 15:17 Uhr
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Realmadrio :
netter blog. ich fühle mit dem scf, zumindest ein punkt wäre verdient gewesen. gegen mainz wirds aber hoffe ich nichts.
17.03.2010 | 17:40 Uhr
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GNetzer :
Sehr schön geschrieben. Du triffst viele Dinge auf den Punkt!Persönlich sehe ich übrigens schwarz für den SC. In der Abwehr streuen sich zu oft Verhaltensmuster ein, die an frühe F-Jugend erinnern und im Sturm ist es teilweise so grotesk wie du es schon richtig beschrieben hast.
Dazu noch das große Manko: Die extrem schwache Heimbilanz. Zwar sind die Freiburger Zuschauer nicht von dem Schlag, die Mannschaft im Alleingang zum Sieg zu peitschen - aber etwas mehr muss es zuhause schon sein, wenn man in der Ersten Liga bestehen will.
17.03.2010 | 23:51 Uhr
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midget :
da hab ich jetzt diesen blog gelesen auf anraten meines effzeh-spezis scoobahh und da wurde ich ja jetzt ganz und gar nicht enttäuscht.sehr gut geschrieben, mit dem ein oder anderen schmunzeler, was ich ja sehr mag und auch mit der gewissen brise realismus. realismus den man als fan haben sollte, leider nicht oft hat.
ich muss gestehen, dass ich den sc freiburg nicht mehr oft verfolge, da eine sympathie komponente wegfiel und stattdessen ein unsympath an die seitenlinie beordert wurde. rein subjektiv natürlich.
was ich aber sagen kann, dass ich das schlimmste spiel dieser saison volle 90 minuten ertragen musste, da ich hier versprach eine spieltagsanalyse zu basteln und mich nun dafür schäme.
SC Freiburg- 1.FC Köln 0-0
was da an antifußball praktiziert wurde ging schwer auf meine netzhaut.
bleibt noch zu sagen:
sei willkommen joos und schreib weiter so zackige blogs.
18.03.2010 | 00:14 Uhr
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Moe_87 :
Echt gut mal nen Blog über Freiburg zu lesen. Für mich eine Premiere:) 10P.
18.03.2010 | 09:07 Uhr
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Ich muss ganz ehrlich gestehen, wenn ich das Spiel von Samstag Revue passieren lasse, dass ich mich zeitweise gefragt habe, was eine Mannschaft wie die SCF im Tabellenkeller sucht. Defensiv hervorragend (wie du es selbst schon geschrieben hast) & offensiv frech und auf die Chance lauernd. Das Problem war dann, das die (vorhandenen) Chancen zu einem 0:2 nicht genutzt wurden und man gemerkt hat, dass die Mannschaft platt wurde und ihrer (sehr) starken 1. Halbzeit Tribut zollen musste.
Der Freistoß war (sehr) fragwürdig, der Elfmeter eine dumme Aktion von Banovic, der dem Spiel des SC eher schlecht getan hat, als das er positive Impulse hätte setzen können.
Die Mannschaft muss sich besinnen & die gleichen Werte wie in München an den Tag legen, dann bleibt ihr mit Sicherheit auch drin in der BuLi...!!!!
18.03.2010 | 09:21 Uhr
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18.03.2010 | 09:31 Uhr
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taneu :
Schön geschrieben. Ich war sogar live beim von Midget analysierten Spiel Freiburg - Köln. Bin selbst Köln-Fan. Stimmung war gut, mein Sohn hat von unserem Bank-Nachbar einen Freiburg-Schal geschenkt bekommen (hat er natürlich abgelehnt, aber ich habe ihn eingesteckt), weil kein öffentlicher Parkplatz mehr frei war durften wir auf einer Tankstelle parken, Stimmung im Stadion war auch gar nicht so schlecht (natürlich nicht zu vergleichen mit Rhein Energy Stadion) - alles in allem hat sich die Fahrt trotz des Spiels gelohnt. Ich empfinde nach wie Freiburg und den SC als sympathisch.
übrigens am 1.5. fahre ich nach Köln, komme aus Ludwigshafen am Rhein (bei Mannheim), wäre halbe Strecke für dich, willste mitfahren? Habe noch 3 Plätze frei im Auto
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