23.12.2012 um 17:00 Uhr
Mourinho macht den van Gaal
Bevor ich mit dem eigentlichen Thema beginne: Kann sich noch jemand an die Winterpause 2010/2011 bei Bayern erinnern? Damals degradierte Bayerns Cheftrainer Louis van Gaal (übrigens so etwas wie Mourinhos Entdecker) den verdienten Stammtorwart Jörg Butt und setzte zum Rückrundenauftakt sehr überraschend auf Nachwuchstorwart Thomas Kraft. Dortmund lag in der Wintertabelle als Herbstmeister mit 14 Punkten vor Meister Bayern. Intern und Medial wurde sehr viel Druck aufgebaut, es gab Reibereien zwischen Uli Hoeneß und Van Gaal, ein Abschied des Holländers zum Saisonende wurde forciert. Der Torwartwechsel sah für viele nach einer Trotzreaktion aus, die dem arroganten Louis schließlich noch als Trainer das Genick brechen sollte. Später bestätigte Uli Hoeneß das ganze noch in einem Interview mit den Worten "Mit der Entscheidung Jörg Butt aus dem Tor zu nehmen ging die Scheiße los auf Deutsch gesagt."
In Madrid erinnert gerade vieles an genau diese Situation bei den Bayern damals. Die Madrilenen liegen mit ähnlichem Abstand wie die Münchner damals (16 Punkte) auf Platz 3 hinter Stadtrivale Atletico und Erzfeind Barca.
Trainer Mourinho, seines Zeichens Lehrling van Gaals, nahm vor der Auswärtspartie beim FC Malaga den seit den späten Neunzigern bei den Königlichen das Tor hütenden Casillas, seines Zeichens Kapitän, aus dem Tor und ersetzte ihn durch Nachwuchstorwart Antonio Adán. Nach den Gerüchten um eine Kündigung Mourinhos zum Saisonende und einigen mehr oder weniger eindeutigen Scharmützeln zwischen Casillas und Mourinho erscheint diese Aktion wie eine Trotzreaktion, mit dem Unterschied, dass Mourinho sich anders als van Gaal nicht in die Karten schauen lässt und nur darauf verweist, Adán sei "besser" als Casillas, was schon etwas merkwürdig anmutet. Um genauer auf eines einzugehen: Der Portugiese stichelte anfang des Jahres in gewohnter Manier gegen seine Lieblingsfeinde in Blau-Rot, die Spieler von Barcelona die mitunter jedoch Nationalmannschaftskollegen von Casillas sind, der in dem Versuch, verbandsintern die Wogen zu glätten bei seinen Kollegen anrief. Dies fasste Moruinho natürlich sofort als Affront auf, zeigte Kapitän Casillas damit doch deutlich, dass er die Kante des Trainers nicht mitgehen wollte. Ein weiterer Grund für Casillas´ Degradierung liegt gerüchteweise auch darin, dass dieser Interna an Journalisten weitergegeben haben soll.
Dass prompt nach Casillas´ Degradierung eine Niederlage gegen den zumindest tabellarisch benachbarten Gegner Malaga folgte, macht die Sache nicht besser, auch wenn Adán tadellos blieb, bei den Gegentoren von Malaga war ein Eingreifen praktisch unmöglich. Doch auch bei Sergio Ramos, ebenfalls ein Madrider Nachwuchsidol, sorgte dies offenbar eher für Befremden, er fasste es ziemlich nüchtern damit zusammen, dass sie die Entscheidung akzeptieren müssten aber sehr überrascht gewesen seien, da Casillas Kapitän und Schlüsselspieler für sie sei.
Mourinho ist als wieder einmal auf Konfrontationskurs. Seine Zeit in Madrid wird dem Ermessen vieler Experten nach zum Saisonende zu Ende sein, Anfragen für den Portugiesen gibt es zweifelsfrei mehr als genug. Mourinho selbst macht sich um die Gültigkeit seines Arbeitspapiers bei Real allem Anschein nach jedoch keine Sorgen, in einem Interview nach der Malaga-Pleite sagte er deutlich, dass er keine Angst um seinen Job habe und auch nicht erst seit zwei Tagen hier sei. Mourinho will sich also nicht frei stellen lassen, sondern höchstens mehr Ellenbogenfreiheit verschaffen. Zumindest stellt er es so dar. Trotzdem weist die Geschichte einige Parallelen mit der van Gaals beim FC Bayern auf. Die Meisterschaft hat Madrid schon jetzt abgeschenkt. Es bleibt jedoch abzuwarten wie sich die Spanier im CL-Kracher gegen Manchester United schlagen um Mourinhos Situation beurteilen zu können.
Feliz Navidad an alle :)
In Madrid erinnert gerade vieles an genau diese Situation bei den Bayern damals. Die Madrilenen liegen mit ähnlichem Abstand wie die Münchner damals (16 Punkte) auf Platz 3 hinter Stadtrivale Atletico und Erzfeind Barca.
Trainer Mourinho, seines Zeichens Lehrling van Gaals, nahm vor der Auswärtspartie beim FC Malaga den seit den späten Neunzigern bei den Königlichen das Tor hütenden Casillas, seines Zeichens Kapitän, aus dem Tor und ersetzte ihn durch Nachwuchstorwart Antonio Adán. Nach den Gerüchten um eine Kündigung Mourinhos zum Saisonende und einigen mehr oder weniger eindeutigen Scharmützeln zwischen Casillas und Mourinho erscheint diese Aktion wie eine Trotzreaktion, mit dem Unterschied, dass Mourinho sich anders als van Gaal nicht in die Karten schauen lässt und nur darauf verweist, Adán sei "besser" als Casillas, was schon etwas merkwürdig anmutet. Um genauer auf eines einzugehen: Der Portugiese stichelte anfang des Jahres in gewohnter Manier gegen seine Lieblingsfeinde in Blau-Rot, die Spieler von Barcelona die mitunter jedoch Nationalmannschaftskollegen von Casillas sind, der in dem Versuch, verbandsintern die Wogen zu glätten bei seinen Kollegen anrief. Dies fasste Moruinho natürlich sofort als Affront auf, zeigte Kapitän Casillas damit doch deutlich, dass er die Kante des Trainers nicht mitgehen wollte. Ein weiterer Grund für Casillas´ Degradierung liegt gerüchteweise auch darin, dass dieser Interna an Journalisten weitergegeben haben soll.
Dass prompt nach Casillas´ Degradierung eine Niederlage gegen den zumindest tabellarisch benachbarten Gegner Malaga folgte, macht die Sache nicht besser, auch wenn Adán tadellos blieb, bei den Gegentoren von Malaga war ein Eingreifen praktisch unmöglich. Doch auch bei Sergio Ramos, ebenfalls ein Madrider Nachwuchsidol, sorgte dies offenbar eher für Befremden, er fasste es ziemlich nüchtern damit zusammen, dass sie die Entscheidung akzeptieren müssten aber sehr überrascht gewesen seien, da Casillas Kapitän und Schlüsselspieler für sie sei.
Mourinho ist als wieder einmal auf Konfrontationskurs. Seine Zeit in Madrid wird dem Ermessen vieler Experten nach zum Saisonende zu Ende sein, Anfragen für den Portugiesen gibt es zweifelsfrei mehr als genug. Mourinho selbst macht sich um die Gültigkeit seines Arbeitspapiers bei Real allem Anschein nach jedoch keine Sorgen, in einem Interview nach der Malaga-Pleite sagte er deutlich, dass er keine Angst um seinen Job habe und auch nicht erst seit zwei Tagen hier sei. Mourinho will sich also nicht frei stellen lassen, sondern höchstens mehr Ellenbogenfreiheit verschaffen. Zumindest stellt er es so dar. Trotzdem weist die Geschichte einige Parallelen mit der van Gaals beim FC Bayern auf. Die Meisterschaft hat Madrid schon jetzt abgeschenkt. Es bleibt jedoch abzuwarten wie sich die Spanier im CL-Kracher gegen Manchester United schlagen um Mourinhos Situation beurteilen zu können.
Feliz Navidad an alle :)
Aufrufe: 1798 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 2 | Erstellt:23.12.2012
ø 5.0
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik
