05.03.2010 um 17:47 Uhr
Mittwoch, 3. März 2010

Es geschieht jedes Jahr in der NBA. Teams spielen für einen gewissen Zeitraum entweder über oder unter ihren Möglichkeiten, bis sich diese Phase kontinuierlich zu einer permanenten Form entwickelt und auf einmal genau dieses Team auf eine andere Ebene steht, sei es im positiven oder auch im negativen Sinne.
Auch dieses Jahr gibt es einige Teams, wo dieses Beispiel zutrifft. Nehmen wir Oklahoma City Thunder. Niemand (bis auf wahrscheinlich eingefleischte Fans) hätte zu Beginn der Saison erwartet, dass die Jugendabteilung eine derartige Leistungssteigerung vollbringt und durch den Westen, wortwörtlich mit Sturm und Donner durchfegen würde.
Das andere Beispiel wären die Washington Wizards. Nahm man vor der Saison noch an, dass die Truppe um Agent Zero, Caron Butler, Brendan Haywood und Antawn Jamison locker die Playoffs schaffen würde, so wurde man schnell eines Besseren belehrt. Auch mit Arenas, hatten die Hexer keinen Zauberspruch parat, um die Erwartungen zu erfüllen und ohne ihn, trotz des schwachen Ostens, erst recht keine Chance gehabt.
Aber gehen wir weg von den Teams, die wir zum x-ten Mal durchleuchtet haben, was ist mit den Grizzlies und wie kann man die aktuelle Situation bei denen beschreiben? Die Frage hat sich auch Shaun Powell angenommen und hat einige Antworten auf Lager…

Nur zu gerne erinnern wir uns an den 1. Februar 2010 zurück. Die Grizzlies brachten die großen Lakers zu Fall und besiegten sie nicht nur mit 95-93, sondern besaßen eine Bilanz von 26-21 und waren damit auf dem besten Weg in die Playoffs. Dabei starteten sie alles andere als erfolgreich in die neue Saison.
Zuerst verschätzte man sich mit dem No. 2 Pick im Draft und wählte Hasheem Thabeet und verpasste Spieler wie Evans, Jennings oder Curry mit weitaus höhrem Skilllevel. Thabeet, der bei weiten nicht die Erwartungen erfüllen konnte, spielt nun, als erster No. 2 Pick überhaupt in der langen Geschichte der NBA, in der D-League.
Nachdem man in den letzten drei Jahren nie über 23 Siege in einer Saison einfahren konnte und langsam aber sicher die Zuschauerzahlen in den Keller rutschten, ergriff man die Chance einen ehemaligen MVP zu verpflichten, der allerdings in das Team passte, wie Christoph Daum und Uli Hoeneß zusammen auf einer einsamen Insel.
Die Folge war, dass man mit einer 1-8 Niederlagenserie in die Saison startete und dem Anschein nach, denselben Weg, wie in den letzten Jahren einschlug. Doch schnell erkannte man, dass ein Iverson nicht zu den Grizzlies passt und durch seine Launen nur Unruhe ins Team brachte. Nun hatte man nur noch einen überbezahlten Randolph, einen Mayo, der seinen Wurf noch nicht gefunden hatte und einen Rudy Gay, der trotzt seiner Stärke noch zu unerfahren war, dass Team in die Erfolgsspur zu leiten. Dass einzige was sich noch zu bewegen schien, war Marc Cohn, dessen Lied wohl noch heute durch die Gassen von Memphis schallt...
Doch über Nacht schien sich das Team auf einmal geändert zu haben, Randolph entwickelte sich vom Partyhengst zur Double-Double Machine, etablierte sich unter den besten fünf Power Forwards der Liga und wurde zum ersten Mal in seiner Karriere in das All-Star Game berufen. Marc Gasol legte eine Metamorphose hin und wurde zur wichtigen Stütze im Spiel der Grizzlies, Mayo fand seinen Wurf, punktete Memphis zu wichtigen Siegen und Gay glänzte durch seine Genialität. Ja die Experten mussten zugeben, dass die Grizzlies unerwartet gut spielten und nach einiger Zeit dieses Niveau auch halten konnten.

Nun mit einer 31-30 Bilanz sind die Playoffs zwar in weite Ferne gerückt, aber dass trübt trotzdem nicht den Aufwind, den diese Mannschaft erfahren hat.
"Als wir in die neue Saison gegangen sind, waren wir uns bewusst, dass wir uns spielerisch verbessert haben und jeden Tag unseren besten Basketball abrufen wollten, egal wie gut er auch sein würde." Sagte Lionell Hollins (Coach) "und wenn wir am Ende der Saison die Playoffs erreichen würden, wären wir überglücklich. Aber auch wenn wir es nicht schaffen sollten, sind wir trotzdem Zufrieden, da wir einen großen Schritt nach vorne gemacht haben und einen Weg beschreiten, der uns zu einem besseren Team macht."
Der Fortschritt, so schreibt Powell, ist nicht bestreitbar, aber die großen Fragen, die man sich in Memphis stellen muss, sind die der Zukunft.
Rudy Gays Vertrag läuft zum Saisonende aus, wird zum restricted FA und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in das Blickfeld von Teams mit viel freien Cap kommen. Die Frage ist, geht man für Gay in die Luxury Taxes, um ihn zu halten?
Dann ist dort ein Thabeet, von dem man wusste, dass er noch ein ungeschliffener Diamant ist, aber bei dem man auch nicht sicher ist, wie lange der Prozess der Entwicklung dauern könnte. Es besteht die Gefahr, dass sein Vertrag ausläuft und er noch immer im Aufbau ist und es wird die Frage aufkommen, ob Memphis ihn weiterverpflichten und damit eventuell ein teures Risiko eingehen würde?!
Zudem muss man die Kritik an dem Management akzeptieren, so konnte man zwar mit Gay und Mayo zwei zuverlässige Talente verpflichten, die aber wie Jasper sagen würde No-Brainer waren. Ein Evans aber nicht zu erkennen, der sogar in Memphis am College gespielt hatte oder auch einen Stephen Curry zu verschenken, war nicht nur schlampig, sondern teamschädigend.
Zu viele Dinge sind bestens in dieser Saison gelaufen, so dass sich in Memphis Niemand mit den Sachen die noch falsch laufen könnten beschäftigt.
Aber wenn Gay wechselt und Thabeet sich nicht so entwickelt wie man erwartet, würde dann Memphis nicht wieder dahin steuern, von wo sie herkommen???
Eure Meinung ist gefragt!
Ebenfalls lesenswert: Fred McLoed schreibt über die Cavs, was sich durch das Fehlen von Shaq geändert hat und was es gutes mit sich bringt
Donnerstag
Aufrufe: 347 | Kommentare: 2 | Bewertungen: 3 | Erstellt:05.03.2010
ø 10.0
KOMMENTARE
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05.03.2010 | 18:11 Uhr
0
-3
UnrealFabian :
Meine überschrift!
06.03.2010 | 23:09 Uhr
+2
0
Bin ganz enttäuscht.^^
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