19.02.2010 um 17:46 Uhr
Michi & Manni in Love

Kaum hatte der Sender DFB die Serie "Bierhoff - ein Mann ringt um Kompetenz" fertig ausgestrahlt, bahnte sich die nächste Überraschung an. Die kurz darauf veröffentlichte Reality-Soap "Michi & Manni in Love" erregte gleiches bundesweites Aufsehen.
Mittlerweile hat der DFB die skandalöse Akte Manfred Amerell geschlossen. Für Theo Zwanziger ist der Fall abgeschlossen, da Amerell keine Ämter mehr inne habe. Amerell, Schiedsrichterfunktionär des DFB, war u. A. von Referee Michael Kempter der sexuellen Belästigung beschuldigt worden. Dem anscheinend leicht homoerotisch angehauchten Manfred Amerell folgt nun ein richtiger Pfundskerl auf den Posten als Oberschiedsrichter – Pianist Herbert Fandel ist der designierte neue Mann auf dem Posten des Chefschiedsrichters.
Theo Zwanziger lies indes verlauten: "Dass es dort sexuelle Kontakte gegeben hat, das lässt sich aus meiner Sicht nicht bestreiten." Amerell konterte schnell: "Jeder Bundesliga-Schiedsrichter, der sich da oben reinpfeift, muss sich nicht reinschlafen. Der muss durch die Qualifikation nach dem Leistungsprinzip."
Wie genau erklärt man das jetzt aber dem Fan? Ohnehin besteht bereits eine starke „Anti-Schiedsrichter Tendenz", der der DFB bereits seit geraumer Zeit entgegen zu wirken versucht. Wenn der eigene Verein verlieren sollte und das auf Grund von Fehlentscheidungen junger Schiedsrichter, liegt für den Fan – und leider auch für den objektiven Beobachter – die Behauptung nahe, dass dieser Schiedsrichter vielleicht ohne Hilfe gar nicht so weit oben pfeifen würde?
Michael Kempter will wieder pfeifen. Dieses gute Recht können wir ihm nicht absprechen, aber er sollte sich im Klaren sein, dass es eine harte Zeit für ihn sein wird. Auch wenn nun alle gute Miene zum bösen Spiel machen, Fans, Funktionäre und Spieler können im Eifer des Gefechts grausam und persönlich sein, im Fußball geht es schließlich mittlerweile um mehr als einen gemütlichen Kick am Samstagnachmittag.
Amerell veröffentlichte eine belastende SMS, in der Michael Kempter – angeblich nach Anschwärzen Amerells beim DFB – behauptet, die Situation tue ihm weh. Des Weiteren schrieb Kempter in der mit „Michi" signierten SMS, er komme ohne Amerell auch nicht klar. Amerell bezeichnete die Freundschaft als eine unverbundene, intensive private Freundschaft.
Nach den Aussagen Amerells und der veröffentlichten SMS kann Kempter nicht mehr länger in die Rolle des Opfers gedrängt werden. Hier scheint ein Geben und Nehmen oder gar mehr stattgefunden zu haben. Ob Kempter zunächst an einem rasanten Aufstieg als Schiedsrichter interessiert war und sich später sogar eine ernst gemeinte Freundschaft entwickelte, bleibt unklar. Fakt ist jedoch, dass Kempter als jüngster Bundesliga Schiedsrichter von Amerell sogar auf die Fifa-Liste gesetzt wurde. Der rasante berufliche Aufstieg steht für mich in einem direkten Zusammenhang mit der Beziehung „Michi & Manni" in Love. Leider muss man Kempter ein künftiges Engagement als Referee verweigern. Solange solch direkte Indizien im Raume stehen, ist die Person Kempter unglaubwürdig.
Diese Informationen hätten natürlich niemals an die Öffentlichkeit kommen dürfen, der Ruf des DFB und des gesamten deutschen Fußballs leidet unter dem öffentlich ausgetragenen Scharmützel. Der DFB muss seine Strukturen verbessern und mehr Diskretion bei Fehlern einräumen. Zwar muss man manche Fehler in der Öffentlichkeit zugeben, aber diese Tatsache hätte zum Wohl des deutschen Fußballs besser ihren Platz in einer Aktenkammer des DFB einnehmen sollen.
Immerhin haben wir keinen Övrebö; also in Norwegen muss auch was laufen! Wer ist da eigentlich Schiedsrichter-Obmann?
Aufrufe: 1070 | Kommentare: 7 | Bewertungen: 6 | Erstellt:19.02.2010
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KOMMENTARE
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19.02.2010 | 18:15 Uhr
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Voegi :
eigentlich ein sehr durchdachtes und sachliches blog. wieso versiehst du es dann mit so einer satirisch-schmuddeligen grafik und überschrift? beides passt nicht zum tenor des blogs, der versucht, die dinge sachlich-nüchtern aufzuarbeiten. schade.in der sache stimme ich dir weitestgehend zu, wenngleich man m.e. noch deutlicher differenzieren muss. die homsexualität eines schiedsrichters ist zwar nicht unproblematisch (eben weil das gesellschaftliche klima da noch nicht so weit ist), ist aber als solches kein grund zu irgendeiner aufregung. entscheidend ist - und das versuchst du ja herauszustellen - ob und inwiefern hier eine schiedsrichterkarriere durch persönliche beziehungen gefördert würde. hier stünde dann ja auch der vorwurf der bestechlichkeit im raume.
ach ja: fandel wird nicht nachfolger von manfred amerell. das ist sachlich einfach falsch. fandel ist designierter nachfolger von volker roth als vorsitzender des schiedsrichterausschusses. amerell war lediglich mitglied des ausschusses und dfb-schiedsrichtersprecher. das sind zwei verschiedene posten.
in der sache kein schlechter blog, dessen überschrift m.e. aber ziemlich daneben ist.
19.02.2010 | 18:19 Uhr
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Allerdings argumentiere ich in meinem Blog auf der Ansicht, dass Amerell den korrekten Zeitpunkt der empfangenen SMS angegeben hat, denn zu verlieren hat Amerell nur noch sehr wenig. Wenn Kempter Amerell offiziell anschwärzt, der ihm - so scheint es - zu einem deutlichen Karriereschub verholfen hat, so möge er wenigstens seinen Mann stehen und sich nicht nachträglich wie ein winselndes Kind beim gescholtenen Amerell entschuldigen.
Einen Schiedsrichter, der außerhalb des Platzes nicht vollends zu seiner Meinung stehen kann, könnte ich als Spieler nicht mehr ganz für voll nehmen.
Seis drum, die Meinungen der Menschen unterscheiden sich in manchen Punkten und das ist auch gut so!
19.02.2010 | 18:24 Uhr
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Das Bild sollte eigentlich nur an die ohnehin schon nicht ganz unsatirische Einleitung meines Blogs angegliedert sein. Dass es nicht zum sachlichen Tenor, wie du es nanntest, meines Blogs passt. Andererseits fand ich es angebracht, auch mal an dieses Thema aus einem satirischen Winkel heranzugehen, um so einen leichteren Einstieg zu ermöglichen.
Danke aber für die Kritik, werde ich beim nächsten Blog beherzigen!
19.02.2010 | 19:13 Uhr
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Voegi :
natürlich kann man das thema auch satirisch aufarbeiten. satire darf ja bekanntlich alles. also auch das. dann würde ich die satire aber durchhalten. ansonsten ist das blog ja eine sachliche aufarbeitung.was ich persönlich für äußerst fragwürdig halte, ist, dass der dfb die angelegenheit für beendet erklärt. meines erachtens sind die dinge eben noch nicht geklärt, jedenfalls nach dem, was man so hört. hier werden beschuldigungen in den raum gestellt, denen amerell widerspricht. die indizienlast mag erdrückend sein, dennoch ist die sache als solche nicht aufgedeckt. und wenn man sagt, mit amerells rücktritt sei die sache erledigt, so ist dies schon ziemlich zynisch.
das ansehen eines mannes ist beschädigt, ohne dass sich dieser (mangels akteneinsicht) zur sache hinreichend äußern kann. ein schiedsrichter steht in dem verdacht, dass er sich hochgeschlafen hat und muss jetzt mit dem eben diesem vorwurf leben. wie kann man da sagen, die sache sei erledigt??
19.02.2010 | 19:41 Uhr
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Dass die ganze Sache einen sehr faden Beigeschmack hat und meines Erachtens weiter aufgearbeitet werden müsste, ist völlig klar. Jedoch ist das ein offizielles Zitat Zwanzigers, dass es im Hintergrund weiter grummelt, stelle ich ja nicht in Frage. Auch beim Thema Löw-Bierhoff denke ich nicht, dass sich da alle vertragen haben. Wie gesagt: Alles gute Miene zum bösen Spiel.
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Finde deine Argumentation hier ebenso einleuchtend wie meine.
Einerseits gebe ich dir Recht wenn du sagst:
"Pfeift Kempter schlecht, darf er nicht mehr auf den Platz.
Pfeift er gut, soll er es auch weiterhin machen."
Andererseits spiegelt ein Schiedsrichter die Autorität unseres Verbands wieder und darf in unserer heutigen Zeit nicht in Watte gepackt werden. In Zeiten, in denen ein Kapitän der englischen Nationalmannschaft abgesetzt wird, weil er in Bereichen, die mit dem Fußball wenig zu tun haben, Mist gebaut hat, muss selbes Recht auch für Schiedsrichter gelten.
John Terry spielt auch stark und wurde abgesetzt.
Nichtsdestotrotz kann ich deinen Standpunkt auch völlig nachvollziehen.