05.Dezember 2008
30.06.2008 um 11:01 Uhr
Meine EURO
In der Qualifikation hat die Nationalmannschaft mit einem 442 System überzeugt, welches druckvoll über zwei offensive Außen und ein mitspielenden Stürmer per Doppelpass die Angriffe vorgetragen hat.
Deswegen stand das 442 zu Beginn überhaupt nicht in Frage. Gegen Polen haben sich aber erste Schwächen gezeigt. Aus dem gebunden Spiel heraus passierte relativ wenig, nur Klose konnte zweimal steil geschickt werden, weil der Polen zu hoch im Raum standen und hinter der Abwehr zuviel Raum gelassen hatten, was die Deutschen ja auch promt nutzten. Das 2:0 ist auf einen Individuellen Fehler in polnischen Abwehr zurückzuführen.
In der Rückwärtsbewegung, hat das System aber seine Schwächen gezeigt, da Ballack und Frings die Mitte dicht machen mussten, waren im Mittelfeld bei Ballverlusten die Außenpositionen nicht besetzt. Und die Laufwege für Frings und Ballack waren zuweit, um die Außenverteidiger zu unterstützen, die sich somit häufiger 2:1 Situationen gegen übersahen. Die Polnische Mannschaft nutzte dies vor allem durch Roger Guerreiro, kam aber ohne präzise Hereingabe nicht zum Abschluss.
Gegen Kroatien sah das Spiel schon wieder anders aus. Beide Mannschaften hatte das Auftaktmatch gewonnen und sahen sich nicht unter dem Druck das Spiel machen zu müssen. Slaven Bilic hat aus meiner Sicht aber die richtigen Rückschlüsse aus dem GER-POL Spiel gezogen, nämlich das in der Rückwärtsbewegung die Außen gerne einmal alleine gelassen werden. Die Kroaten setzten also auf ein Kompaktes Mittelfeld und eine Spitze um bei einem frühen Ballverlust schnell umschalten zu können. Dies klappte sehr gut, war aber nicht ausschlaggebend. Die Deutschen waren im Mittelfeld in Unterzahl, was auch an den drei gelernten Stürmern auf dem Platz lag. Ich denke an dieser Stelle kamen die ersten Zweifel, ob das 442, dass von keiner anderen Toppmannschaft gespielt wurde, für das Tunier das richtige war, denn es forderte von dem einzelnen Spieler mehr Laufarbeit und Einsatz um den Ballführenden zu doppeln, als in dem 451 oder dem 4141.
Gegen Östereich war der Druck nun sehr hoch, den mit einer Niederlage war man raus. Diese Konstellation, führte dazu das beide zentralen Mittelfeldspieler in erster Linie darauf bedacht waren sicher zu stehen, wodurch das Offensivspiel litt. Die Österreich waren nur mit einer Spitze angetreten, und wollten das Spiel mit einer Situation entscheiden, wenn die Deutschen ihnen eine anbieten sollten. Deswegen kam es eigentlich nur zu Torraumszenen nach Kontern. Und Ballack entschied das Spiel mit einem Standart.
Nach diesem Spiel entschloss sich Jogi Löw zu einem Systemwechsel zu einem 451. Die Gründe lagen auf der Hand. In der KO Runde wollte man hinten besser stehen, Ballack näher an den Strafraum bringen und mit dem zusätzlichen DM die Laufwege zum quer verschieben kürzer machen. Der Nachteil, war natürlich das den Deutschen ein Stürmer fehlte, der sich zum Doppelpass anbietet, bzw. den Laufweg gegen die Abwehrbewegung macht, um den Ballführenden immer eine Anspielstation zu geben.
In der Qualifikation hatten die Deutschen das System perfektioniert. Ein Stürmer geht auf den Ballführende Spieler zu für den Doppelpass oder die Ablage auf den defensiven Mittelfeldspieler und um mit dem Rausrücke ein Loch zu schaffen, in dass der zweite Stürmer parallel zur Abseitslinie rein stößt um steil geschickt zu werde.
Gegen Portugal startete Mann also mit dem 451 da man Offensive Portugiesen erwartete und auf Kontersituationen setzte. Das 1-0 fällt dann auch nach einem solche Vorstoß (für mich der schönste deutsche Spielzug der EM). Ballack 'simulierte' den zweiten Stürmer in dem er sich zum Doppelpass aufstellte und da Klose out of Position war stieß Schweinsteiger in die Spitze zum 1-0. Normalerweise wäre jetzt alles gelaufen, doch auch die Deutschen schalten in diesem Spiel zu langsam von Angriff auf Abwehr um und die Portugiesen erzielen nach einem Rebound das 1-1. Die Entscheidung für Deutschland fällt nach Standards, die die mangelnde Strafraumbeherrschung von Ricardo aufzeigen. Der Anschluss für Portugal fällt nach einer Szene wo die Viererkette, entweder nicht geschlossen aufrückt, oder sich nicht gut genug am Gegner staffelt. Die Flanke von Nani war allerdings auch erstklassig genau über den Kopf von Mertesacker gezogen...
Das Halbfinale gegen die Stehaufmanschaft des Turniers Türkei.
Die Deutschen wurden wieder über die Außenpositionen attackiert, wo Phillip Lahm sein schlechtestes Spiel (mit einen sehr guten Ende) machte. Durch die Defensive 451 Aufstellung war das Deutsche Spiel auf eine Führung ausgerichtet, was nicht so wie gegen Portugal klappte. Die Türken gingen nach einem Einwurf von der Linken Seite und wieder nach einem verlorenen "zweiten Ball" in Führung. Eine weitere Podolski -> Schweinsteiger Kombination über den Flügel führte zum Ausgleich. Die Parallelen zum Portugalspiel waren unverkennbar als Rüstü Recber unmotiviert sein Tor verließ und Klose vor ihm an den Ball kam und einnickte. Die Türken kamen aber noch einmal zurück und schossen, nach einem Fehler von Lahm der das 1-1 Duell gegen Sabri verlor, durch Semih den Ausgleich. Lahm zeigt aber eine starke Reaktion und nutze das Ausrutschen seines Gegners zum Doppelpass und schob zum 3-2 ein.
Wie gegen Portugal, muss man sagen ist das Konzept hinter der Aufstellung nicht aufgegangen. Deutschland wollte kompakt stehen und eine Führung nicht mehr hergeben. Dies scheiterte sowohl gegen Portugal als auch gegen die Türkei an Aufmerksamkeitsschwächen im Abwehrbereich und ein wenig Pech. Denn wenn ein Gegner nun schon frei zum Schuss kommt, muss der Abpraller bei einem Deutschen landen. Gegen Portugal war es eher Pech, als der Abpraller erst Mertesacker über den Fuß springt und im Anschluss Metzelder den Schuß zwar noch touchiert, aber nicht mehr ablenken kann. Beim 1-0 der Türken hat es die Hintermannschaft versäumt den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen bzw. nach dem Lattentreffer von Kazim nachzusetzen. Das 2-2
viel nach einem individuellen Fehler.
Die Türken zeigten aber den Spaniern im Finale wie man das Deutsche Spiel wirkungsvoll zerstören konnte.
Die Türkei agierte in einem 4-1-4-1
Der Mann vor der Abwehr (Aurelio/Senna) nahm Ballack mit seinen Vorderleuten den Raum zum angespielt werden, so dass Ballack als Mittelfeldspieler und als hier immer geforderter Leader sich zurückfallen ließ um sich die Bälle zu holen. Das führte aber dazu, das wir effektiv nur noch drei Spieler in der Offensive hatte. Die beiden Außen und der Stürmer. Das bei drei gegen acht kein Kombinationsfußball rauskommt ist klar zumal einer von den Dreien dann immer noch auf der Ballabgewandten Seite seinen Dienst tat.
Das Finale
Deswegen stand das 442 zu Beginn überhaupt nicht in Frage. Gegen Polen haben sich aber erste Schwächen gezeigt. Aus dem gebunden Spiel heraus passierte relativ wenig, nur Klose konnte zweimal steil geschickt werden, weil der Polen zu hoch im Raum standen und hinter der Abwehr zuviel Raum gelassen hatten, was die Deutschen ja auch promt nutzten. Das 2:0 ist auf einen Individuellen Fehler in polnischen Abwehr zurückzuführen.
In der Rückwärtsbewegung, hat das System aber seine Schwächen gezeigt, da Ballack und Frings die Mitte dicht machen mussten, waren im Mittelfeld bei Ballverlusten die Außenpositionen nicht besetzt. Und die Laufwege für Frings und Ballack waren zuweit, um die Außenverteidiger zu unterstützen, die sich somit häufiger 2:1 Situationen gegen übersahen. Die Polnische Mannschaft nutzte dies vor allem durch Roger Guerreiro, kam aber ohne präzise Hereingabe nicht zum Abschluss.
Gegen Kroatien sah das Spiel schon wieder anders aus. Beide Mannschaften hatte das Auftaktmatch gewonnen und sahen sich nicht unter dem Druck das Spiel machen zu müssen. Slaven Bilic hat aus meiner Sicht aber die richtigen Rückschlüsse aus dem GER-POL Spiel gezogen, nämlich das in der Rückwärtsbewegung die Außen gerne einmal alleine gelassen werden. Die Kroaten setzten also auf ein Kompaktes Mittelfeld und eine Spitze um bei einem frühen Ballverlust schnell umschalten zu können. Dies klappte sehr gut, war aber nicht ausschlaggebend. Die Deutschen waren im Mittelfeld in Unterzahl, was auch an den drei gelernten Stürmern auf dem Platz lag. Ich denke an dieser Stelle kamen die ersten Zweifel, ob das 442, dass von keiner anderen Toppmannschaft gespielt wurde, für das Tunier das richtige war, denn es forderte von dem einzelnen Spieler mehr Laufarbeit und Einsatz um den Ballführenden zu doppeln, als in dem 451 oder dem 4141.
Gegen Östereich war der Druck nun sehr hoch, den mit einer Niederlage war man raus. Diese Konstellation, führte dazu das beide zentralen Mittelfeldspieler in erster Linie darauf bedacht waren sicher zu stehen, wodurch das Offensivspiel litt. Die Österreich waren nur mit einer Spitze angetreten, und wollten das Spiel mit einer Situation entscheiden, wenn die Deutschen ihnen eine anbieten sollten. Deswegen kam es eigentlich nur zu Torraumszenen nach Kontern. Und Ballack entschied das Spiel mit einem Standart.
Nach diesem Spiel entschloss sich Jogi Löw zu einem Systemwechsel zu einem 451. Die Gründe lagen auf der Hand. In der KO Runde wollte man hinten besser stehen, Ballack näher an den Strafraum bringen und mit dem zusätzlichen DM die Laufwege zum quer verschieben kürzer machen. Der Nachteil, war natürlich das den Deutschen ein Stürmer fehlte, der sich zum Doppelpass anbietet, bzw. den Laufweg gegen die Abwehrbewegung macht, um den Ballführenden immer eine Anspielstation zu geben.
In der Qualifikation hatten die Deutschen das System perfektioniert. Ein Stürmer geht auf den Ballführende Spieler zu für den Doppelpass oder die Ablage auf den defensiven Mittelfeldspieler und um mit dem Rausrücke ein Loch zu schaffen, in dass der zweite Stürmer parallel zur Abseitslinie rein stößt um steil geschickt zu werde.
Gegen Portugal startete Mann also mit dem 451 da man Offensive Portugiesen erwartete und auf Kontersituationen setzte. Das 1-0 fällt dann auch nach einem solche Vorstoß (für mich der schönste deutsche Spielzug der EM). Ballack 'simulierte' den zweiten Stürmer in dem er sich zum Doppelpass aufstellte und da Klose out of Position war stieß Schweinsteiger in die Spitze zum 1-0. Normalerweise wäre jetzt alles gelaufen, doch auch die Deutschen schalten in diesem Spiel zu langsam von Angriff auf Abwehr um und die Portugiesen erzielen nach einem Rebound das 1-1. Die Entscheidung für Deutschland fällt nach Standards, die die mangelnde Strafraumbeherrschung von Ricardo aufzeigen. Der Anschluss für Portugal fällt nach einer Szene wo die Viererkette, entweder nicht geschlossen aufrückt, oder sich nicht gut genug am Gegner staffelt. Die Flanke von Nani war allerdings auch erstklassig genau über den Kopf von Mertesacker gezogen...
Das Halbfinale gegen die Stehaufmanschaft des Turniers Türkei.
Die Deutschen wurden wieder über die Außenpositionen attackiert, wo Phillip Lahm sein schlechtestes Spiel (mit einen sehr guten Ende) machte. Durch die Defensive 451 Aufstellung war das Deutsche Spiel auf eine Führung ausgerichtet, was nicht so wie gegen Portugal klappte. Die Türken gingen nach einem Einwurf von der Linken Seite und wieder nach einem verlorenen "zweiten Ball" in Führung. Eine weitere Podolski -> Schweinsteiger Kombination über den Flügel führte zum Ausgleich. Die Parallelen zum Portugalspiel waren unverkennbar als Rüstü Recber unmotiviert sein Tor verließ und Klose vor ihm an den Ball kam und einnickte. Die Türken kamen aber noch einmal zurück und schossen, nach einem Fehler von Lahm der das 1-1 Duell gegen Sabri verlor, durch Semih den Ausgleich. Lahm zeigt aber eine starke Reaktion und nutze das Ausrutschen seines Gegners zum Doppelpass und schob zum 3-2 ein.
Wie gegen Portugal, muss man sagen ist das Konzept hinter der Aufstellung nicht aufgegangen. Deutschland wollte kompakt stehen und eine Führung nicht mehr hergeben. Dies scheiterte sowohl gegen Portugal als auch gegen die Türkei an Aufmerksamkeitsschwächen im Abwehrbereich und ein wenig Pech. Denn wenn ein Gegner nun schon frei zum Schuss kommt, muss der Abpraller bei einem Deutschen landen. Gegen Portugal war es eher Pech, als der Abpraller erst Mertesacker über den Fuß springt und im Anschluss Metzelder den Schuß zwar noch touchiert, aber nicht mehr ablenken kann. Beim 1-0 der Türken hat es die Hintermannschaft versäumt den Körper zwischen Ball und Gegner zu bringen bzw. nach dem Lattentreffer von Kazim nachzusetzen. Das 2-2
viel nach einem individuellen Fehler.
Die Türken zeigten aber den Spaniern im Finale wie man das Deutsche Spiel wirkungsvoll zerstören konnte.
Die Türkei agierte in einem 4-1-4-1
Der Mann vor der Abwehr (Aurelio/Senna) nahm Ballack mit seinen Vorderleuten den Raum zum angespielt werden, so dass Ballack als Mittelfeldspieler und als hier immer geforderter Leader sich zurückfallen ließ um sich die Bälle zu holen. Das führte aber dazu, das wir effektiv nur noch drei Spieler in der Offensive hatte. Die beiden Außen und der Stürmer. Das bei drei gegen acht kein Kombinationsfußball rauskommt ist klar zumal einer von den Dreien dann immer noch auf der Ballabgewandten Seite seinen Dienst tat.
Das Finale
Aufrufe: 151 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 3 | Erstellt:30.06.2008
ø 9.3
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