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04.11.2008 um 21:40 Uhr
Mehr als Athleten
"Es war der perfekte politische Sturm" Steve Nash in der New York Times über die Wahl.

Hallelujah! Amerika hat die richtige Wahl getroffen – und die NBA hat ihren Teil dazu beigetragen! Nein, ernsthaft. Einige Spieler in der weltbesten Basketballliga waren tatsächlich aus ihrer politischen Apathie erwacht und bekannten sich offiziell zu ihrem Lieblingskandidaten. Sprich: Obama.

Mehr noch: Manche betraten sogar die politische Bühne und mischten munter im Wahlkampfzirkus mit. Ex-Piston Chauncey Billups trat als Podiumsgast auf, LeBron James organisierte mit Jay-Z ein kostenloses Konzert und Baron Davis ("NBA-Spieler interessiert, was in der Welt vor sich geht") ließ es sich nicht nehmen, bei der "Woman for Obama"-Kundgebung in L.A. als Special Guest zu erscheinen. Chris Paul warb in einem Obama-Web-Wahlspot und Erstwähler Greg Oden verkündete auf seiner Homepage stolz "Senator Obama kriegt meine Stimme!"

NBA-Stars ergreifen Partei
Etan Thomas, Center der Washington Wizards, spricht angesichts so viel politischen Aktivismus von einem "Coming Out". Der 30-jährige führt einen Polit-Blog bei der Huffington Post: Finanzkrise, marodes Gesundheitssystem, rassistische Polizisten, Todesstrafe, Kyoto-Protokoll, Abtreibung, Irak-Krieg – Thomas tut seine Meinung kund. Vor einigen Jahren gab er sogar seinen ersten Gedichtband heraus. Programmatischer Titel: "Mehr als ein Athlet".

Mich freut's, dass sich ein paar Jungs Gedanken machen. Von wegen meinungslos! Es gibt Sie also noch, die Handvoll interessierter Spitzensportler! Auch in der NBA! Denn: Athleten, die ihre Meinung öffentlich vertreten, die Stellung beziehen, selbst wenn das vielleicht ungemütliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte, sind rar. Kein Wunder: Heutzutage entsteht schon eine kleine Kontroverse entsteht, wenn der Kanadier Steve Nash zum All-Star-Game mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "No War. Shoot for Peace." aufläuft.

Poltische Verantwortung?
Ein Spieler und politischer Aktivist nimmt sogar das V-Wort in den Mund: "Wenn du sagst, was du denkst, bringt das manche Leute gegen dich auf", sagt Adonal Foyle, Center der Orlando Magic über sein politisches Engagement. "Es gibt ein Risiko, keine Frage. Aber das ist Teil der Verantwortung. Die Leute sind auch wütend auf Dich, wenn du sie im Basketball schlägst. Sie werden dich so oder so ausbuhen. Was hat sich also geändert?"
Für den Rollenspieler Foyle wohl nicht viel. Er verkauft auch keine Schuhe.

Es sind nicht die Buhrufe, die so manchen NBA-Superstar in den letzten Jahrzehnten davon abgehalten haben, für etwas öffentlich Partei zu ergreifen. Erwähnt sei Michael Jordan, der sich über seine gesamte Karriere hinweg nie zu einem politischen Bekenntnis hinreißen ließ. "Republicans buy sneakers, too" ist ein zeitloses Zitat von Air Jordan. Erst nachdem Mainstream-Mike die mit dem Swoosh an den Nagel hing, unterstützte er die Wahlkämpfe von Ex-Basketballer Bill Bradley und Obama. Öffentlich.

Die Einsamkeit des Spencer Hawes
Umso bemerkenswerter, dass auch kommerzielle Schwergewichte wie LeBron James oder Chris Paul auf den Wahlzug gesprungen sind. Und auch wenn es für viele Menschen überhaupt keinen Wert hat, wenn sich junge NBA-Multimillionäre politisch outen – für viele Wahlberechtigte, zum Beispiel ein 18-jähriger Teenager in Cleveland oder eine Familie in New Orleans, haben die Worte von James oder Paul große Bedeutung.
"Ich glaube, dass viele Spieler erst realisieren, was für ein Gewicht unsere Stimmen haben können, sagt der inspirierende Playmaker von den L.A. Clippers. "Es liegt an uns, die Leute zu inspirieren, sie auf Dinge hinzuweisen, die uns am Herzen liegen."

Achja: Unter allen Spielern outete sich nur Spencer Hawes als Republikaner. Der kaukasische Center der Sacramento Kings entwarf eine Fan- Facebook-Website für eine erzkonservative Kolumnistin. Er wäre sogar für Vietnam-Veteran und Alaskas Polartigerbraut Palin auf Stimmenfang gegangen – hätte ihn nur jemand gefragt.

Egal ob Esel oder Elefant: Ein wenig Engagement, ein bissel Muhammad Ali schadet nicht und war der Show – nebenbei erwähnt – noch nie abträglich.

Offizieller Demokrat: Chris Paul, LeBron James, Kevin Garnett, Stephon Marbury, Etan Thomas, Adonal Foyle, Greg Oden, Chauncey Billups, Baron Davis, Chris Duhon, Channing Frye
Offizieller Republikaner: Spencer Hawes
Offizieller Nichtwähler: Gilbert Arenas
Offiziell Unentschlossen: Carmelo Anthony

(Kommentare, Kritik, Ratschläge: thegameofbasketball@web.de)

WAHL-SHORTCUTS
Advantage Obama

Aus einer reinen Basketball-Brille betrachtet, sollte die Wahl für
Senator Obama ausgehen. Der warf nicht nur Körbe an der Punahou High School in Hawaii und am Occidental College in L.A. Nein, noch besser: Der Chicago-Bulls-Fan hat angekündigt – sofern er die Wahl gewinnen wird – die Bowlingbahn im Weißen Haus abzureißen und ein Basketballfeld bauen zu lassen.
I guess he loves that game. Und das zählt mehr als fünf Jahre vietnamesische Kriegsgefangenschaft oder der Basketball-Spitzname Barrakuda von Vize Palin. Mal ehrlich: Welcher Basketballfan hätte nicht Lust darauf, eine Partie H-O-R-S-E gegen den Präsidenten zu spielen? (Sein Jump-Shot soll nicht schlecht sein.)

Agent 0 did not vote
Nicht sehr Hibachi: Gilbert Arenas machte bei der historischen Wahl nicht mit. Der 111-Millionen-Dollar-Mann war der Auffassung, dass beide Kandidaten trotz aller Beteuerungen die Steuern erhöhen werden und sowieso alles Mögliche (oder Nicht-Möglice) sagen, um an die Macht zu kommen. Womit er nicht ganz Unrecht hat.
Vorbildlich oder smart ist Gilberts Verhalten aber nicht. Es passt auch irgendwie nicht zu ihm. Vielleicht wollte er nur rumkaspern. Wie auch immer: In seinem Blog-Forum zeigen sich die Fans tief enttäuscht. Eine empörte Familie hat auf Drängen ihres neunjährigen Sohnes (!) sogar die Wizards-Saisontickets zurückgegeben.

"YES!", würde Marv Albert ins Mikro schreien: Acht Jahre Bush / Desaster sind endlich vorbei. Let's look forward.
Aufrufe: 1458 | Kommentare: 19 | Bewertungen: 4 | Erstellt:04.11.2008
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KOMMENTARE
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Coltcz3
05.11.2008 | 10:15 Uhr
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Coltcz3 : black power
05.11.2008 | 10:15 Uhr
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Coltcz3 : black power
erst der erste schwarze formel 1 weltmeister und jetzt der erste dunkelhäutige us-präsident.obama ist der richtige für die usa.
CHANGE WE NEED!
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05.11.2008 | 12:10 Uhr
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05.11.2008 | 12:10 Uhr
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Klar ist das bewundernswert, allerdings hat der Mann so viel Geld aus dem Fenster für die Kampagne geschmissen, dass er davon schon komplett New Orleans hätte renovieren können. Der Wahlkampf in den USA ist lächerlich, der Großteil des Volkes sowieso, und ändern wird der Mann nichts, denn spätestens morgen früh, wenn die Wirtschaftsbosse anrufen, merkt er, dass er eigentlich gar nichts zu sagen hat. So isses, aber mir soll's Wurst sein, haben in Deutschland genug eigene Probleme.

Finde diesen Obama-Hype so extreeeem lächerlich! Aber das ist nur meine Meinung, hab du deine, ist ja schließlich nicht wie in den USA hier, Meinungsfreiheit gibt's ja...noch.
wasweißich
05.11.2008 | 12:32 Uhr
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05.11.2008 | 12:32 Uhr
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Derek Fisher ist auch noch ein offizieller Demokrat.
Red_7
05.11.2008 | 13:32 Uhr
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05.11.2008 | 13:32 Uhr
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Red_7 : 
Auch wenn ich Nichtwählen verurteile, kann man schon sagen das an der Aussage von Arenas einiges dran ist.

In Europa wurde der Wahlkampf leider sehr verzerrt und ich behaupte nicht objektiv wiedergegeben. Ich wünsche aber Senator Obama Glück und ein gutes Händchen für seine vier Jahr.
nemanja
06.11.2008 | 02:58 Uhr
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nemanja : Streicher
06.11.2008 | 02:58 Uhr
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nemanja : Streicher
Kann ich zu 100% unterschreiben. Dieser Hype ist echt peinlich. Wenn ich schon sehe, dass viele Deutsche vor Freude heulen weil Obama gewählt worden ist...

Die Welt wird noch sehen was sie vom "Heilbringer" Obama hat und dann wird so einigen Leuten die heut morgen gejubelt und Obama wie einen Popstar vergöttert haben ihre Freude im Hals stecken bleiben...merkt euch meine Worte.
mikeliem
06.11.2008 | 10:39 Uhr
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mikeliem : Nemanja
06.11.2008 | 10:39 Uhr
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mikeliem : Nemanja
Medienhype, Popkultur, Wahllügen, Propaganda, Spin Doctors, Overkill, usw. SCHON KLAR!!! Obama ist nicht Gott und auch nicht jfk. Aber all das ändert doch nichts an der Tatsache, dass Obama die richtige entscheidung ist. wieso sofort schwarzmalen? I´m happy.
Red_7
06.11.2008 | 11:16 Uhr
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Red_7 : mikeliem
06.11.2008 | 11:16 Uhr
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Red_7 : mikeliem
Wo Du gerade JFK ansprichst. Die Historiker sind sich einig, dass er ein äußerst mittelmäßiger Präsident war.

Schweinebucht, Kubakrise, Vietnamkrieg und die Abrüstungsverhandlungen mit der SU waren keine Sternstunden der USA...
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06.11.2008 | 11:43 Uhr
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06.11.2008 | 11:43 Uhr
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Was hat das mit schwarzmalen zu tun? Der Mann wird nichts ändern, so wie jeder andere auch nicht. Fertig. Es ist doch so grob lächerlich, wie sich z.B. Leute im StudiVZ umgehend einen Obama-Avatar hochgeladen und in ihre Commentbox "Obama, Obama, Obama! Yeah!!!" getextet haben. P E I N L I C H!
mikeliem
06.11.2008 | 11:52 Uhr
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mikeliem : Schwarzmaler
06.11.2008 | 11:52 Uhr
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mikeliem : Schwarzmaler
Er wird nichts ändern können? Hat er doch schon.

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06.11.2008 | 11:56 Uhr
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06.11.2008 | 11:56 Uhr
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Was hat er denn geändert? Das ein farbiger Mann Präsident wird? Oder wie, oder was?
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