05.Dezember 2008
29.06.2008 um 13:29 Uhr
Märchen aus der Zukunft
Es war einmal ein kleiner Mann, der in die weite Welt auszog und den Traum eines ganzen Volkes zerstören sollte.
Der kleine Mann brach auf in ein großes, unbekanntes Land im fernen Osten. Dort liefen tausende und abertausende zusammen, um den größten Wettkampf auszutragen, den die Welt je gesehen hatte. Olympia nannten sie es.
Ein finsterer, roter Drache herrschte über das Land, seinen Bau nannten die Untertanen liebevoll "Vogelnest".
Recht unbedarft stapfte der kleine Mann über den Ural und kam nach einem langen Weg voller Entbehrungen im Land des roten Drachen an. Er verstaute sein Bündel und zog aus, um Mitstreiter und neue Freunde zu treffen, hatte man ihm doch vor seiner Reise von der Freundlichkeit der Bewohner des fernen Landes erzählt.
Der kleine Mann fand schnell Freunde, nämlich Beibei, Jingjing, Huanhuan, Yingying und Nini. Außer den fünf Freunden war der kleine Mann aber niemandem begegnet. Er wunderte sich.
Nach einigen Tagen war es soweit, der Wettkampf sollte beginnen. Der rote Drache stieg mit tosenden Schwingen in die Lüfte empor und spie Feuer in den Abendhimmel. Es war der 8.8.2008.
Von überall her strömten seine Untertanen herbei, kleine, gedrungene Menschen mit mechanischem Schritt und gewaltigen Muskelbergen. Der kleine Mann kam sich beinahe groß vor, aber schmächtig.
Er fragte seine fünf Freunde, warum denn nur Männer am Wettkampf teilnehmen würden und erhielt eine Antwort, die ihn stutzen ließ. Der Großteil der vermeintlichen Männer waren gar keine Männer, sondern "gut durchtrainierte Frauen".
Der kleine Mann verfolgte die ersten Wettkampftage und staunte Bauklötze: Eine gut durchtrainierte Frau hob das dreifache Gewicht wie ihre Konkurrentinnen - beim letzten Versuch ließ sie die Jury auf den Gewichten Platz nehmen und stemmte sie in den Himmel. Der Drache spie - es schien ihm zu gefallen.
Tags darauf peitschten sie durch's Wasser, fochten um ihr Leben, schleuderten Speere aus dem Stand so weit das Auge reichte, pflügten wie Derwische über die Tartanbahn und tauchten so synchron ins Becken ein als wären sie Spiegelbilder ihrer selbst.
Den kleinen Mann überkamen Zweifel. Die Untertanen des roten Drachen hatten schon 301 von 302 Wettkämpfen gewonnen - nicht einen davon knapp.
So war nun der kleine Mann an der Reihe. Er kämpfte sich - vom roten Drachen unbemerkt - ins Finale. Sein Gegner Wang Hao hatte sie bis dorthin alle gedemütigt, erst Ma Long, dann Ma Lin, im Halbfinale dann Jan-Ove-Waldner. Er grinste - bereit, seine Schuldigkeit zu tun.
Doch es kam anders: Der kleine Mann drosch mit links eine Vorhand nach der anderen hinüber, sein Gegner bäumte sich auf, aber es nützte nichts. Der kleine Mann zermürbte seinen Rivalen mit Top-Spin-Schlägen. Ein Schlag noch - und er hatte gewonnen!
Der rote Drache spie wütend Feuer und seine Untertanen zerfielen mit einem Schlag. Die Muskelberge waren nur von merkwürdigen, losen Substanzen zusammen gehalten worden, wie der kleine Mann sah.
Er suchte seine fünf Freunde auf, nämlich Beibei, Jingjing, Huanhuan, Yingying und Nini. Die aber wendeten sich ab und verschwanden bald. Auch das Vogelnest war nur von losen Substanzen zusammen gehalten worden und mit dem Gewinnschlag des kleinen Mannes in sich zusammen gesackt. Der rote Drache hatte sein Reich längst verlassen und war mit peitschenden Schwingen über alle Berge davon geflogen. Seine Untertanen hatten versagt und seine Mission nicht erfüllt.
Der kleine Mann packte sein Bündel, passierte abermals den Ural und fing irgendwo im Odenwald eine Schreinerlehre an. Aus seinem Schläger schnitzte er ein Schneidbrett. Die Wettkämpfe wurden nie wieder ausgetragen.
Der kleine Mann brach auf in ein großes, unbekanntes Land im fernen Osten. Dort liefen tausende und abertausende zusammen, um den größten Wettkampf auszutragen, den die Welt je gesehen hatte. Olympia nannten sie es.
Ein finsterer, roter Drache herrschte über das Land, seinen Bau nannten die Untertanen liebevoll "Vogelnest".
Recht unbedarft stapfte der kleine Mann über den Ural und kam nach einem langen Weg voller Entbehrungen im Land des roten Drachen an. Er verstaute sein Bündel und zog aus, um Mitstreiter und neue Freunde zu treffen, hatte man ihm doch vor seiner Reise von der Freundlichkeit der Bewohner des fernen Landes erzählt.
Der kleine Mann fand schnell Freunde, nämlich Beibei, Jingjing, Huanhuan, Yingying und Nini. Außer den fünf Freunden war der kleine Mann aber niemandem begegnet. Er wunderte sich.
Nach einigen Tagen war es soweit, der Wettkampf sollte beginnen. Der rote Drache stieg mit tosenden Schwingen in die Lüfte empor und spie Feuer in den Abendhimmel. Es war der 8.8.2008.
Von überall her strömten seine Untertanen herbei, kleine, gedrungene Menschen mit mechanischem Schritt und gewaltigen Muskelbergen. Der kleine Mann kam sich beinahe groß vor, aber schmächtig.
Er fragte seine fünf Freunde, warum denn nur Männer am Wettkampf teilnehmen würden und erhielt eine Antwort, die ihn stutzen ließ. Der Großteil der vermeintlichen Männer waren gar keine Männer, sondern "gut durchtrainierte Frauen".
Der kleine Mann verfolgte die ersten Wettkampftage und staunte Bauklötze: Eine gut durchtrainierte Frau hob das dreifache Gewicht wie ihre Konkurrentinnen - beim letzten Versuch ließ sie die Jury auf den Gewichten Platz nehmen und stemmte sie in den Himmel. Der Drache spie - es schien ihm zu gefallen.
Tags darauf peitschten sie durch's Wasser, fochten um ihr Leben, schleuderten Speere aus dem Stand so weit das Auge reichte, pflügten wie Derwische über die Tartanbahn und tauchten so synchron ins Becken ein als wären sie Spiegelbilder ihrer selbst.
Den kleinen Mann überkamen Zweifel. Die Untertanen des roten Drachen hatten schon 301 von 302 Wettkämpfen gewonnen - nicht einen davon knapp.
So war nun der kleine Mann an der Reihe. Er kämpfte sich - vom roten Drachen unbemerkt - ins Finale. Sein Gegner Wang Hao hatte sie bis dorthin alle gedemütigt, erst Ma Long, dann Ma Lin, im Halbfinale dann Jan-Ove-Waldner. Er grinste - bereit, seine Schuldigkeit zu tun.
Doch es kam anders: Der kleine Mann drosch mit links eine Vorhand nach der anderen hinüber, sein Gegner bäumte sich auf, aber es nützte nichts. Der kleine Mann zermürbte seinen Rivalen mit Top-Spin-Schlägen. Ein Schlag noch - und er hatte gewonnen!
Der rote Drache spie wütend Feuer und seine Untertanen zerfielen mit einem Schlag. Die Muskelberge waren nur von merkwürdigen, losen Substanzen zusammen gehalten worden, wie der kleine Mann sah.
Er suchte seine fünf Freunde auf, nämlich Beibei, Jingjing, Huanhuan, Yingying und Nini. Die aber wendeten sich ab und verschwanden bald. Auch das Vogelnest war nur von losen Substanzen zusammen gehalten worden und mit dem Gewinnschlag des kleinen Mannes in sich zusammen gesackt. Der rote Drache hatte sein Reich längst verlassen und war mit peitschenden Schwingen über alle Berge davon geflogen. Seine Untertanen hatten versagt und seine Mission nicht erfüllt.
Der kleine Mann packte sein Bündel, passierte abermals den Ural und fing irgendwo im Odenwald eine Schreinerlehre an. Aus seinem Schläger schnitzte er ein Schneidbrett. Die Wettkämpfe wurden nie wieder ausgetragen.
Aufrufe: 384 | Kommentare: 0 | Bewertungen: 2 | Erstellt:29.06.2008
ø 10.0
COMMUNITY LOGIN
ANZEIGE
SPOX - Twitter
Statistik
Suche

