03.03.2009 um 21:40 Uhr
Im Westen was Neues
Die Tradedeadline ist nun also überschritten. Blockbuster-Trades waren leider Fehlanzeige und somit wurde auch kein neuer Titelfavorit im Westen geboren. Seit Jahren ist es das gleiche Bild in der Western Conference. Die ersten acht Plätze scheinen abonniert für die Lakers, Mavericks, die ewigen Spurs, Jazz (mit dem ewigen Jerry Sloan auf der Trainerbank), die Nuggets (mit und ohne Iverson), die Suns mit ihrem über lange Zeit fantastischen Fastbreakstil oder zeitweise auch die Warriors, die vorletztes Jahr sensationell die an Platz 1 gesetzten Mavs aus der 1. Playoffrunde kegelten. Einzig und allein die New Orleans Hornets (um Superstar Chris Paul) seit letztem Jahr und die Trail Blazers heuer schafften es in die Phalanx dieser großen Teams einzudringen. Doch vor allem die Mavericks (mit Nowitzki, Terry, Kidd und Dampier sind 4 Leistungsträger schon (teils deutlich) über dem 30er), Phoenix geht es ähnlich (O’Neal und Nash, 34 bzw. 36 Jahre alte haben ihren Zenit weitesgehend überschritten) genauso wie die Spurs (auch wenn sie jedes Jahr wieder alle mit tollen Leistungen überraschen, läuft die Zeit dieses Teams auch langsam ab). Auch die Jazz stehen vor einer unklaren Zukunft, wird doch Leistungsträger Carlos Boozer demnächst Free-Agent. Während sich das Titelfenster für diese Teams in naher Zukunft so gut wie geschlossen haben dürfte, gibt es im Westen bereits Teams deren Fenster sich bald öffnen könnte. Drei dieser jungen aufstrebenden Teams, namentlich die Memphis Grizzlies, Oklahoma City Thunder und Portland TrailBlazers, würde ich gerne genauer vorstellen.
Teil 1: Memphis Grizzlies
Wir schreiben den 1. Februar 2008. Die NBA wird von einem Mega-Trade erschüttert. Pau Gasol, seines Zeichens NBA-All-Star und Rookie of the Year 2001/2002 wechselt im Tausch für Kwame Brown, Javaris Crittenton, Aaron McKie, sowie den Draftrechten für seinen jüngeren Bruder Marc plus Erstrundenpicks 2008 und 2010 zu den Lakers. Die notorisch erfolglosen Grizzlies geben ihren Franchiseplayer für eine Reihe mittelmäßiger Bankspieler und zwei, aufgrund des zu erwartend erfolgreichen Abschneidens der Lakers, späte Erstrundenpicks ab. Nicht nur die Grizzliesfans rauften sich wütend die Haare, Gregg Popovich, Coach der Spurs, ereiferte sich derart, dass er prompt ein Komitee forderte, das solch einseitige Trades verbieten sollte. Auf den ersten, wahrscheinlich auch auf den zweiten Blick erscheint der Trade tatsächlich irrational. Doch wenn man sich vor Augen führt wie erfolglos die Grizzlies auch mit Pau Gasol waren, war es klar, dass das Management irgendwann den "Resetknopf" drücken musste. Immerhin brachte der Trade heuer Marc Gasol
zu den Grizzlies, der ursprünglich bereits 2007 von den Lakers an 48. Stelle der Draft gezogen worden war. Gasol, der als Starting-Center der Grizzlies eine starke Saison als Rookie spielt, mit bisher u.a. 10,8 Punkten sowie 7,1 Rebounds pro Spiel, gilt laut Experten als einer der stärksten Spieler Europas und könnte ähnlich gut werden wie Bruder Pau. Im Rookie Ranking von nba.com’s Dave McMenamin, das als echter Gradmesser für die Wahl zum Rookie des Jahres gilt, rangiert der Spanier konstant unter den besten 10. Gasols Partner im Frontcour ist Power Forward Darrel Arthur. Der 20 jährige hat trotz seines jungen Alters eine interessante Vita zu präsentieren. An der Highschool war der Youngster in Mathe so mies, dass sein Abschluss anscheinend getürkt werden musste. Als diese Verschleierung aufflog, musste seine Schule den Meistertitel zurückgeben. Mit den Kansas Jayhawks holte der Big Man letztes Jahr den Collegetitel (20 Punkte und 11 Rebounds im Finale). Aufgrund schlechter Blutwerte wurde der, wegen seines Faibles für Eminem Slim Shady gerufene Arthur, zuvor als sicherer Lotterypick gehandelt, erst an 27. Stelle von den New Orleans Hornets gezogen. Die wiederum schickten ihn für Cash zu den Blazers, welche ihn wiederum sofort gegen Nicolas Batum von den Rockets tauschten. Doch damit nicht genug. Auch die Rockets schoben den jungen Mann noch einmal ab und tradeten ihn schließlich für Donte Greene nach Memphis. Arthur avancierte so zum am häufigsten getradeten Spieler der NBA-Draft aller Zeiten. Zu guter letzt wurde Arthur etwas später wegen Cannabiskonsums aus dem Rookie-Orientierungscamp der NBA verwiesen. Im Trainigscamp der Grizzlies zeigte sich Arthur aber geläutert und begeisterte den damaligen Coach Iavaroni, der von seiner Schnelligkeit, dem guten Sprungwurf und guter Arbeit beim Rebound angetan war. Der Rookie verfügt zudem über eine überragende Athletik und wurde bereits mit Amaré Stoudemire verglichen. Der Spieler mit der Doppelnull als Trikotnummer ergatterte dann tatsächlich den Starterspot als Power Forward und setzte sich so immerhin gegen NBA-Veteranen wie Darko Milicic oder Hakeem Warrick durch. In seinen ca. 17 Minuten Einsatzzeit holte er bis jetzt respektable 9,8 Punkte und 4,5 Rebounds.
Im Vergleich zu seinen Mitspielern kommt Rudy Gay da schon wie ein absoluter Veteran daher. Der Small Forward steigerte im letzten Jahr seinen Punkteschnitt um satte neun Punkte auf respektable 20,1 Punkte pro Spiel. Nach dem Abgang von Führungskräften wie Pau Gasol und Mike Miller wird von dem neuen Kapitän neben dem Scoren aber auch die Mannschaftsführung erwartet. Diese Aufgabe bereitet ihm bisher wohl mehr Probleme als erwartet. Noch vor der Saision war er zum unumstrittenen Go-to-Guy der Franchise auserkoren.Nun muss er diese Rolle gegen Mayo behaupten, der schon in seiner Rookiesaison minimal besser scort als Gay. Trotzdem gilt Gay als eines der größten Talente auf der 3. Gay verfügt über ein scheinbar unendliches Repertoire an Dunks, eine tolle physische Präsenz unter dem Korb (2,07 m groß) und einen sicheren Dreipunktwurf. Diese Zutaten machen ihm zu einem Small Forward modernester Prägung. Zudem wurde Rudy schon zweimal zum Dunkcontest auf dem All-Star-Weekend eingeladen, musste heuer aber leider verletzt absagen. Neben Mayo und Gay ist er außerdem der dritte Top-10 Pick in Memphis Starting Five. Zusammen mit Mayo könnte er in Zukunft ein tödliches Scorerduo bilden.
Fortsetzung
Teil 1: Memphis Grizzlies
Wir schreiben den 1. Februar 2008. Die NBA wird von einem Mega-Trade erschüttert. Pau Gasol, seines Zeichens NBA-All-Star und Rookie of the Year 2001/2002 wechselt im Tausch für Kwame Brown, Javaris Crittenton, Aaron McKie, sowie den Draftrechten für seinen jüngeren Bruder Marc plus Erstrundenpicks 2008 und 2010 zu den Lakers. Die notorisch erfolglosen Grizzlies geben ihren Franchiseplayer für eine Reihe mittelmäßiger Bankspieler und zwei, aufgrund des zu erwartend erfolgreichen Abschneidens der Lakers, späte Erstrundenpicks ab. Nicht nur die Grizzliesfans rauften sich wütend die Haare, Gregg Popovich, Coach der Spurs, ereiferte sich derart, dass er prompt ein Komitee forderte, das solch einseitige Trades verbieten sollte. Auf den ersten, wahrscheinlich auch auf den zweiten Blick erscheint der Trade tatsächlich irrational. Doch wenn man sich vor Augen führt wie erfolglos die Grizzlies auch mit Pau Gasol waren, war es klar, dass das Management irgendwann den "Resetknopf" drücken musste. Immerhin brachte der Trade heuer Marc Gasol
zu den Grizzlies, der ursprünglich bereits 2007 von den Lakers an 48. Stelle der Draft gezogen worden war. Gasol, der als Starting-Center der Grizzlies eine starke Saison als Rookie spielt, mit bisher u.a. 10,8 Punkten sowie 7,1 Rebounds pro Spiel, gilt laut Experten als einer der stärksten Spieler Europas und könnte ähnlich gut werden wie Bruder Pau. Im Rookie Ranking von nba.com’s Dave McMenamin, das als echter Gradmesser für die Wahl zum Rookie des Jahres gilt, rangiert der Spanier konstant unter den besten 10. Gasols Partner im Frontcour ist Power Forward Darrel Arthur. Der 20 jährige hat trotz seines jungen Alters eine interessante Vita zu präsentieren. An der Highschool war der Youngster in Mathe so mies, dass sein Abschluss anscheinend getürkt werden musste. Als diese Verschleierung aufflog, musste seine Schule den Meistertitel zurückgeben. Mit den Kansas Jayhawks holte der Big Man letztes Jahr den Collegetitel (20 Punkte und 11 Rebounds im Finale). Aufgrund schlechter Blutwerte wurde der, wegen seines Faibles für Eminem Slim Shady gerufene Arthur, zuvor als sicherer Lotterypick gehandelt, erst an 27. Stelle von den New Orleans Hornets gezogen. Die wiederum schickten ihn für Cash zu den Blazers, welche ihn wiederum sofort gegen Nicolas Batum von den Rockets tauschten. Doch damit nicht genug. Auch die Rockets schoben den jungen Mann noch einmal ab und tradeten ihn schließlich für Donte Greene nach Memphis. Arthur avancierte so zum am häufigsten getradeten Spieler der NBA-Draft aller Zeiten. Zu guter letzt wurde Arthur etwas später wegen Cannabiskonsums aus dem Rookie-Orientierungscamp der NBA verwiesen. Im Trainigscamp der Grizzlies zeigte sich Arthur aber geläutert und begeisterte den damaligen Coach Iavaroni, der von seiner Schnelligkeit, dem guten Sprungwurf und guter Arbeit beim Rebound angetan war. Der Rookie verfügt zudem über eine überragende Athletik und wurde bereits mit Amaré Stoudemire verglichen. Der Spieler mit der Doppelnull als Trikotnummer ergatterte dann tatsächlich den Starterspot als Power Forward und setzte sich so immerhin gegen NBA-Veteranen wie Darko Milicic oder Hakeem Warrick durch. In seinen ca. 17 Minuten Einsatzzeit holte er bis jetzt respektable 9,8 Punkte und 4,5 Rebounds.
Im Vergleich zu seinen Mitspielern kommt Rudy Gay da schon wie ein absoluter Veteran daher. Der Small Forward steigerte im letzten Jahr seinen Punkteschnitt um satte neun Punkte auf respektable 20,1 Punkte pro Spiel. Nach dem Abgang von Führungskräften wie Pau Gasol und Mike Miller wird von dem neuen Kapitän neben dem Scoren aber auch die Mannschaftsführung erwartet. Diese Aufgabe bereitet ihm bisher wohl mehr Probleme als erwartet. Noch vor der Saision war er zum unumstrittenen Go-to-Guy der Franchise auserkoren.Nun muss er diese Rolle gegen Mayo behaupten, der schon in seiner Rookiesaison minimal besser scort als Gay. Trotzdem gilt Gay als eines der größten Talente auf der 3. Gay verfügt über ein scheinbar unendliches Repertoire an Dunks, eine tolle physische Präsenz unter dem Korb (2,07 m groß) und einen sicheren Dreipunktwurf. Diese Zutaten machen ihm zu einem Small Forward modernester Prägung. Zudem wurde Rudy schon zweimal zum Dunkcontest auf dem All-Star-Weekend eingeladen, musste heuer aber leider verletzt absagen. Neben Mayo und Gay ist er außerdem der dritte Top-10 Pick in Memphis Starting Five. Zusammen mit Mayo könnte er in Zukunft ein tödliches Scorerduo bilden.
Fortsetzung
Aufrufe: 395 | Kommentare: 11 | Bewertungen: 5 | Erstellt:03.03.2009
ø 6.8
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
04.03.2009 | 20:15 Uhr
0
0
04.03.2009 | 20:31 Uhr
0
0
Toller Blog! Ich würde mir nur wünschen du hättest ein paar Absatze gemacht, so ist es etwas anstrengent zu lesen, aber ansonsten Top. NBA-Blog sind immer willkommen. 10 Punkte!
Marc hat übrigens gestern das Duell mit seinem Bruder für sich entschieden.
04.03.2009 | 22:50 Uhr
0
0
Ansonsten kann ich das auch nicht verstehen mit so ner Bewertung
05.03.2009 | 02:02 Uhr
0
0
Kroos_39 :
Ja stimmt, Absätze hatte ich in meiner word-Version drin, hat er aber beim kopieren in den Blog irgendwie nicht übernommen und am schluss war ich dann zu faul alles nochmal zu ändern ;)
05.03.2009 | 14:26 Uhr
0
0
Liest sich auf jeden Fall recht interessant
05.03.2009 | 14:54 Uhr
0
0
Kroos_39 :
@ LeBron
eigentlich gar ned so lang. so 2 1/2 stunden oder sowas in dem dreh.
05.03.2009 | 21:00 Uhr
0
0
DAfür ist es sehr gut und ausführlich geworden
05.03.2009 | 21:03 Uhr
0
0
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik






Viele interessante Hintergrundinfos dabei und auch sonst recht gut analysiert.
Allerdings fehlt mir persönlich eine Erwähnung von Rudy Gay, OJ Mayo und Mike Conley, den eigentlichen Stars der Franchise. Ohne Mayo und Gay stünden die Grizzlies wohl schon als Tabellenletzter fest. Die beiden sind das Fundament für das weitere Team, wie ich finde.
Sicher ist auf jeden Fall, dass dieses Team Zukunft hat und die Liga noch richtig aufmischen wird.