05.Dezember 2008
28.04.2008 um 17:31 Uhr
Hoffenheim - die neue Macht?
Viele Fußballfans mögen sie nicht, manche haben sogar Angst vor ihr: Mit dem 5:0-Sieg gegen Carl Zeiss Jena ist der Aufstieg der TSG Hoffenheim wieder in nahe Zukunft gerückt. Das freut nur die wenigsten, denn außerhalb von Sinsheim besitzt die TSG vielleicht ein paar Sympathisanten, die große Masse der Fußballfans würde sie wohl am liebsten wieder in den Tiefen der Regionalliga sehen. Aber warum ist das so?
Natürlich kann man von Ungleichberechtigung sprechen, wenn kleinere Vereine gegen die Insolvenz kämpfen und Dietmar Hopp der TSG jeden Spieler kauft, den der Verein auch nur haben möchte. Aber ich denke, viele Fußballfans machen es sich da zu leicht, denn es ist wahrlich nicht nur das Geld, das hinter dem großen Erfolg dieser Mannschaft steckt.
Meiner Meinung nach liegt sehr viel an der überzeugenden Arbeit von Ralf Rangnick, Bernhard Peters und Co., die mit ihrer Kompetenz den Verein auf Platz zwei der zweiten Liga gebracht haben. Denn wie wir gelernt haben, muss man aus einer Ansammlung von Individualisten auch erstmal eine Mannschaft machen, das ist nicht gerade leicht - in Chelsea gelang das meiner Meinung nach nämlich nicht wirklich, das große Ziel Champions-League-Finale wurde dort nie erreicht.
Aber wurde denn bei Hoffenheim einfach nur Geld sinnlos investiert? Ich denke nicht, denn viele Spieler sind noch jung und haben somit eine gute Perspektive und - ja, es ist wirklich so - im Hoffenheimer Kader stehen auch eine Menge hoffnungsvoller deutscher Talente aus der eigenen Jugend, die man vielleicht auch im nächsten Jahr in der Bundesliga sehen wird.
Die Einkaufspolitik der TSG hatte aber auch einen Nachteil: Es wurden meiner Meinung nach viel zu hohe Summen gezahlt für die Spieler, die keinesfalls schon "fertig" waren. Aber vielleicht war das auch alles taktisches Kalkül, wenn Rangnick und Co. gesehen haben, dass diese Spieler ein fabelhaftes Entwicklungspotenzial besitzen.
Aber mal ehrlich: Kannte jemand vor dieser Saison einen Demba Ba? Einen Luiz Gustavo? Einen Sejad Salihovic? Außer Letzterem, der immerhin bei Hertha BSC gespielt hat, dürften viele Spieler der TSG vorher auch nur Insidern bekannt gewesen sein. Aber das ist vielleicht nicht mehr lange so, denn wenn man sieht, wie besonders der Senegalese Ba, der mir am besten gefällt, aufdreht, dann erscheint es nicht mehr utopisch, dass dieser Angriffswirbel bald auch in der Bundesliga stattfindet.
Aber ich denke schon, dass die Hoffenheimer am Boden bleiben und nicht gleich wieder so viel investieren werden. Das ist ja auch nicht notwendig, denn es gibt dort ja eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gremien. Ralf Rangnick soll ich ja auch regelmäßig Spiele der A- bis C-Jugend anschauen und außerdem ist ja auch eine Kooperation mit dem FC Bayern angeregt worden - nicht unbedingt zum Nachteil, wie ich finde.
Allerdings dürfte sich dann noch ein Problem ergeben: Es könnte meiner Meinung nach leicht passieren, dass Hoffenheim zu einem zweiten Wolfsburg wird, denn ich bezweifle, dass Hoffenheim das Mannheimer Stadion dauerhaft voll bekommen würde. Zwar ist ja jetzt doch ein Aufwärtstrend in der zweiten Liga zu erkennen (gegen Jena war das Dietmar-Hopp-Stadion zum Beispiel wieder mal ausverkauft, ist auch nicht selbstverständlich), aber ob das in der Bundesliga gut geht? Man wird es abwarten müssen, aber ich befürchte, dass das gerade dann Probleme bereiten wird, wenn es mal nicht so läuft.
Aber noch muss man sowieso abwarten, ob es mit dem Aufstieg klappt, denn die Niederlagen gegen Aachen und St. Pauli haben doch gezeigt, dass Hoffenheim doch verwundbar ist. Ich denke auch, dass wenn Hoffenheim aufsteigt, dass sie dann im ersten Jahr gegen den Abstieg spielen wird. Aber in fünf bis zehn Jahren, dann mit dem neuen Sinsheimer Stadion, wird Hoffenheim wohl doch schon eine gewichtige mitreden werden, auch wenn es die meisten Fußballfans nicht gerne sehen werden.
Beste Grüße
squashi
Natürlich kann man von Ungleichberechtigung sprechen, wenn kleinere Vereine gegen die Insolvenz kämpfen und Dietmar Hopp der TSG jeden Spieler kauft, den der Verein auch nur haben möchte. Aber ich denke, viele Fußballfans machen es sich da zu leicht, denn es ist wahrlich nicht nur das Geld, das hinter dem großen Erfolg dieser Mannschaft steckt.
Meiner Meinung nach liegt sehr viel an der überzeugenden Arbeit von Ralf Rangnick, Bernhard Peters und Co., die mit ihrer Kompetenz den Verein auf Platz zwei der zweiten Liga gebracht haben. Denn wie wir gelernt haben, muss man aus einer Ansammlung von Individualisten auch erstmal eine Mannschaft machen, das ist nicht gerade leicht - in Chelsea gelang das meiner Meinung nach nämlich nicht wirklich, das große Ziel Champions-League-Finale wurde dort nie erreicht.
Aber wurde denn bei Hoffenheim einfach nur Geld sinnlos investiert? Ich denke nicht, denn viele Spieler sind noch jung und haben somit eine gute Perspektive und - ja, es ist wirklich so - im Hoffenheimer Kader stehen auch eine Menge hoffnungsvoller deutscher Talente aus der eigenen Jugend, die man vielleicht auch im nächsten Jahr in der Bundesliga sehen wird.
Die Einkaufspolitik der TSG hatte aber auch einen Nachteil: Es wurden meiner Meinung nach viel zu hohe Summen gezahlt für die Spieler, die keinesfalls schon "fertig" waren. Aber vielleicht war das auch alles taktisches Kalkül, wenn Rangnick und Co. gesehen haben, dass diese Spieler ein fabelhaftes Entwicklungspotenzial besitzen.
Aber mal ehrlich: Kannte jemand vor dieser Saison einen Demba Ba? Einen Luiz Gustavo? Einen Sejad Salihovic? Außer Letzterem, der immerhin bei Hertha BSC gespielt hat, dürften viele Spieler der TSG vorher auch nur Insidern bekannt gewesen sein. Aber das ist vielleicht nicht mehr lange so, denn wenn man sieht, wie besonders der Senegalese Ba, der mir am besten gefällt, aufdreht, dann erscheint es nicht mehr utopisch, dass dieser Angriffswirbel bald auch in der Bundesliga stattfindet.
Aber ich denke schon, dass die Hoffenheimer am Boden bleiben und nicht gleich wieder so viel investieren werden. Das ist ja auch nicht notwendig, denn es gibt dort ja eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Gremien. Ralf Rangnick soll ich ja auch regelmäßig Spiele der A- bis C-Jugend anschauen und außerdem ist ja auch eine Kooperation mit dem FC Bayern angeregt worden - nicht unbedingt zum Nachteil, wie ich finde.
Allerdings dürfte sich dann noch ein Problem ergeben: Es könnte meiner Meinung nach leicht passieren, dass Hoffenheim zu einem zweiten Wolfsburg wird, denn ich bezweifle, dass Hoffenheim das Mannheimer Stadion dauerhaft voll bekommen würde. Zwar ist ja jetzt doch ein Aufwärtstrend in der zweiten Liga zu erkennen (gegen Jena war das Dietmar-Hopp-Stadion zum Beispiel wieder mal ausverkauft, ist auch nicht selbstverständlich), aber ob das in der Bundesliga gut geht? Man wird es abwarten müssen, aber ich befürchte, dass das gerade dann Probleme bereiten wird, wenn es mal nicht so läuft.
Aber noch muss man sowieso abwarten, ob es mit dem Aufstieg klappt, denn die Niederlagen gegen Aachen und St. Pauli haben doch gezeigt, dass Hoffenheim doch verwundbar ist. Ich denke auch, dass wenn Hoffenheim aufsteigt, dass sie dann im ersten Jahr gegen den Abstieg spielen wird. Aber in fünf bis zehn Jahren, dann mit dem neuen Sinsheimer Stadion, wird Hoffenheim wohl doch schon eine gewichtige mitreden werden, auch wenn es die meisten Fußballfans nicht gerne sehen werden.
Beste Grüße
squashi
Aufrufe: 145 | Kommentare: 3 | Bewertungen: 4 | Erstellt:28.04.2008
ø 9.8
NEUESTE KOMMENTARE KOMMENTIEREN
28.04.2008 | 20:17 Uhr
Wingnut :
toller blog klasse geschrieben und ich bin genau deiner Meinung ich finde auch das sie eine sehr gute Transfer Politik haben
Wingnut :
toller blog klasse geschrieben und ich bin genau deiner Meinung ich finde auch das sie eine sehr gute Transfer Politik haben
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Ste :
Der Aufsteig klappt, und ich kenne einige Leute, die nicht in Sinsheim wohnen und dennoch mit dem Klub, seiner Philosophie und seiner Spielweise sympathisieren.