11.12.2009 um 21:04 Uhr
Herz gegen Sympathie
Es ist Sonntagnachmittag. Der Schiri pustet lautstark in seine Pfeife. Das Spiel beginnt. Auf der einen Seite steht die Überraschungsmannschaft des Jahres. Auf der anderen ein stark schwächelnder Champions League Teilnehmer. Spielende offen. Wer ist der Favorit? Man weis es nicht. Vielleicht Mainz, die 5 von 6 Heimspielen gewonnen haben. Oder doch der VfB, der sich mit einer ansehnlichen Leistung am Mittwochh unter die letzen 16 in der Königsklasse kämpfte. Schwer zu sagen. Ist letzendlich auch nicht spielentscheidend. Viel mehr wohl das Trainerduell. Tuchel vs. Gross. Junger Stratege gegen erfahrenen Motivator. Der eine trat die Nachfolge schon vor der Saison an. Der andere nach schweren Fanaufständen gegen Ende der Hinrunde. Wer ist der bessere? Kaum zu beantworten.
Meine Gefühle schlagen hohe Wellen. Mein Herz sagt mir:"Juble für den VfB!"
Meine Sympathien dagegen wollen mich die Mainzer Fahne schwenken sehen. Am Ende wird es wohl von beidem etwas.
Das Spiel läuft nun schon 10 Minuten. Ein Abbild der Saison. Mainz drückt im eigenen Stadion. Ivanschitz der beste Mann auf dem Platz. Wie doch fast immer in den letzten Wochen. Der Österreicher der sich in wenigen Wochen ins Herz der Massen gespielt hat. Sein Gegenspieler - Hitzelsberger. Schwach wie eh und je in dieser Spielzeit. Konstant im Formtief. Auch heute. Warum Gross ihn aufgestellt hat? Man weiß es nicht.
Ich schaue mir das weiter an. Kurz vor dem Nervenkollaps. Mein Herz weiter am schreien. Der VfB habe meine Unterstützung doch nötiger als die Männer in weiß-rot. Ich muss zugeben, wo es Recht hat, hat es Recht. In diesem Moment kommt Soto an den Ball. Er fasst sich Herz und zieht einfach ab. 25 Meter Torentfernung. Doch der Ball nimmt eine perfekte Flugbahn - ich halte die Luft an - und auf einmal springen 20.000 Fans von ihren Sitzen auf. Der Ball zappelt im Netz. Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll oder nicht. Ich tat es dann nach langem Kampf innerlich.
Das Spiel lief jetzt genau so wie man es im Endeffekt erwarten konnte Einen, trotz des weiterkommen in der CL, verunsicherten VfB gegen den auf der Euphorie Welle schwimmenden Aufsteiger.
Ich schütttle den Kopf. Ist das die selbe Mannschaft wie ich sie am Mittwoch in der Königsklasse sah? Bis auf Hitzelsberger ja. Und dabei dachte man doch zum Wiederholten Male das die Krise nun überstanden sei. Ziellos blicke ich in meinem Zimmer umher. Ein pfiff riss mich plötzlich aus meiner Trance. Der Unparteiische hat in seine Pfeife gepustet und rennt nun schnurr strax Richtung Mainzer Strafraum und zeigt auf den Elfmeterpunkt. Was war geschehen? Bungert hatte Marica nach einem Eckball geklammert und schlussendlich umgerissen. Ein mehr als fragwürdiger Elfmeter, der dann auch sicher von Hitzelsberger verwandelt wurde. 1:1. Ich kann es nicht fassen. Der VfB hatte Glück. Glück das in den letzten Wochen fehlte. Ich strahle über das ganze Gesicht. Meine Sympathien haben in diesem Moment vorerst den Machtkampf verloren. 5 Minuten später war Halbzeit.
Das Spiel war mehr als einseitig. Mainz müsste 3:0 führen. Doch sie taten es nicht, weil der pinkel Lehmann einen starken Tag hatte und vorne endlich das Quäntchen Glück zurück war. Die endgültige Wende?
Halbzeit 2 beginnt. Es kommt Kuzmanovic für den Torschützen. Der vielleicht zukünftige gegen den alten Kapitän. Der kommende Machtwechsel?! Auf einmal sind da zwei komplett andere Mannschaften auf dem Platz. Die Stuttgarter machen von der ersten Minute an Druck. Pressing vom allerfeinsten. Die Heimstärkste Mannschaft der Liga kommt nicht mal mehr aus der eigenen Hälfte raus.
Mein Herz schlägt immer schneller. Ist das ein Spiel. 60 Minuten vorbei. Progrebniak und Hleb vergaben zwei 100%. Inzwischen ist das Ergebnis für die Heimmannschaft glücklich. Meine Sympathien rebellieren! und auf einmal schlägt der Ball im Stuttgarter Tor ein. Ein Tor aus dem nichts. Aristide Bance köpft nach einem Standard von Ivanschitz ein. Die Stuttgarter am Boden. Geht den das schon wieder los? Meine Sympathien kommen wieder auf und ich lass mich zu einem jubelnden schrei hinreißen.
War das Spiel jetzt gelaufen? Lassen die Schwaben nun die Köpfe endgültig hängen? Begeben sie sich in ihr Schicksal? Nein! Sie machen da weiter wo sie am Anfang der ersten Halbzweit begonnen haben. Druck!, Tempo!, Spielfreude! Ich komm aus dem staunen nicht mehr heraus. Unglaublich was die Elf nun da unten fabrizierte. Khedira und Kuz nehmen das Heft nun endgültig in die Hand. Sie treiben das Team nach vorne und auf einmal steht der Ein-Tore-Stürmer Progrebniak frei für Thomas Müller - ich kann nicht hinschauen und mache die Augen zu - als ich sie wieder aufmache rennen die Männer in Rot jubelnd über den Platz. Er hat es geschafft. Er hat den Mainzer Torwart bezwungen. Ein Glücksgefühl kommt in mir auf. Endlich. Der verdiente Ausgleich und jetzt nicht aufhören, sondern weitermachen. Immer weiter! Ich springe nervös vor dem Fernseher hin und her. Kann nicht mehr sitzen.
Die letzten 5 Minuten haben begonnen. Die Stuttgarter rennen weiter auf das Mainzer Tor an. Von meinen Sympathien war nichts mehr zu spüren.
Wieder und wieder segelt der Ball in der Sechszehner der 05er. Doch die Bälle waren gewohnt glücklos. Ich verliere dann doch langsam die Zuversicht.
Der vierte Offizielle verkündet nun die Länge der Nachspielzeit. Drei Minuten. Also nochmal alles nach vorne. Ein Punkt wäre nicht genug.
Die 92. Minute hat nun begonnen. Nochmal Eckball. Der Ball segelt in den Strafraum. Der Ball war eine gefühlte Ewigkeit in der Luft.
Der Ball landet auf Bances Kopf und der klärt den Ball nach links. Dort steht Hleb. Dieser haut einfach drauf ohne groß zu überlegen. Der Sky Kommentator brüllt sich die Lunge aus dem Hals. Ich denke nur, warum die Aufregung. Der Ball fliegt geradlinig Richtung Tor. 20.000 Blicke im Stadion und noch mehr an den Fernsehschirmen sehen ihm hinterher. Ob zitternd oder voller Hoffnung.
Dann ist es soweit. Hoogland lenkt den Ball unglücklich, mit der linken Hand, in Richtung Tor. Vorbei an Müller ins Tor. Der Ball kullert über die Linie. Überschwängliche Freude auf der einen Seite. Entsetzen auf der anderen.
Ich kann es nicht fassen. Ich braucte einen Moment bis ich kapiert habe was in diesem Moment passiert ist. Doch dann springe ich jubelnd auf und renne ungehalten in meinem Zimmer umher.
In diesem Moment pfeift der Schiedsrichter wieder. Es ist der Schlusspiff. Wir haben gewonnen. Gewonnen! Ich habe schon fast vergessen was das ist, trotz der Erfolge in der CL. Ich ringe um Luft und Fassung. War das Echt oder nur ein Traum? Ich hoffe es war echt. Ich bete. Doch nur eine Zehntelsekunde später liege ich verschwitzt in meinem Bett. Mit offenen Augen starre ich an die dunkelblau gestrichene Decke. Ich setz mich auf und kapiere just in diesem Moment das alles doch nur ein Traum war. Ein sehr schöner Traum. Oder?
Ein sehr schöner Traum, indem mein Herz, meine Sympathien besiegte. Nun überlege ich, wie wird es wohl morgen ausgehen?
Meine Gefühle schlagen hohe Wellen. Mein Herz sagt mir:"Juble für den VfB!"
Meine Sympathien dagegen wollen mich die Mainzer Fahne schwenken sehen. Am Ende wird es wohl von beidem etwas.
Das Spiel läuft nun schon 10 Minuten. Ein Abbild der Saison. Mainz drückt im eigenen Stadion. Ivanschitz der beste Mann auf dem Platz. Wie doch fast immer in den letzten Wochen. Der Österreicher der sich in wenigen Wochen ins Herz der Massen gespielt hat. Sein Gegenspieler - Hitzelsberger. Schwach wie eh und je in dieser Spielzeit. Konstant im Formtief. Auch heute. Warum Gross ihn aufgestellt hat? Man weiß es nicht.
Ich schaue mir das weiter an. Kurz vor dem Nervenkollaps. Mein Herz weiter am schreien. Der VfB habe meine Unterstützung doch nötiger als die Männer in weiß-rot. Ich muss zugeben, wo es Recht hat, hat es Recht. In diesem Moment kommt Soto an den Ball. Er fasst sich Herz und zieht einfach ab. 25 Meter Torentfernung. Doch der Ball nimmt eine perfekte Flugbahn - ich halte die Luft an - und auf einmal springen 20.000 Fans von ihren Sitzen auf. Der Ball zappelt im Netz. Ich weiß nicht ob ich mich freuen soll oder nicht. Ich tat es dann nach langem Kampf innerlich.
Das Spiel lief jetzt genau so wie man es im Endeffekt erwarten konnte Einen, trotz des weiterkommen in der CL, verunsicherten VfB gegen den auf der Euphorie Welle schwimmenden Aufsteiger.
Ich schütttle den Kopf. Ist das die selbe Mannschaft wie ich sie am Mittwoch in der Königsklasse sah? Bis auf Hitzelsberger ja. Und dabei dachte man doch zum Wiederholten Male das die Krise nun überstanden sei. Ziellos blicke ich in meinem Zimmer umher. Ein pfiff riss mich plötzlich aus meiner Trance. Der Unparteiische hat in seine Pfeife gepustet und rennt nun schnurr strax Richtung Mainzer Strafraum und zeigt auf den Elfmeterpunkt. Was war geschehen? Bungert hatte Marica nach einem Eckball geklammert und schlussendlich umgerissen. Ein mehr als fragwürdiger Elfmeter, der dann auch sicher von Hitzelsberger verwandelt wurde. 1:1. Ich kann es nicht fassen. Der VfB hatte Glück. Glück das in den letzten Wochen fehlte. Ich strahle über das ganze Gesicht. Meine Sympathien haben in diesem Moment vorerst den Machtkampf verloren. 5 Minuten später war Halbzeit.
Das Spiel war mehr als einseitig. Mainz müsste 3:0 führen. Doch sie taten es nicht, weil der pinkel Lehmann einen starken Tag hatte und vorne endlich das Quäntchen Glück zurück war. Die endgültige Wende?
Halbzeit 2 beginnt. Es kommt Kuzmanovic für den Torschützen. Der vielleicht zukünftige gegen den alten Kapitän. Der kommende Machtwechsel?! Auf einmal sind da zwei komplett andere Mannschaften auf dem Platz. Die Stuttgarter machen von der ersten Minute an Druck. Pressing vom allerfeinsten. Die Heimstärkste Mannschaft der Liga kommt nicht mal mehr aus der eigenen Hälfte raus.
Mein Herz schlägt immer schneller. Ist das ein Spiel. 60 Minuten vorbei. Progrebniak und Hleb vergaben zwei 100%. Inzwischen ist das Ergebnis für die Heimmannschaft glücklich. Meine Sympathien rebellieren! und auf einmal schlägt der Ball im Stuttgarter Tor ein. Ein Tor aus dem nichts. Aristide Bance köpft nach einem Standard von Ivanschitz ein. Die Stuttgarter am Boden. Geht den das schon wieder los? Meine Sympathien kommen wieder auf und ich lass mich zu einem jubelnden schrei hinreißen.
War das Spiel jetzt gelaufen? Lassen die Schwaben nun die Köpfe endgültig hängen? Begeben sie sich in ihr Schicksal? Nein! Sie machen da weiter wo sie am Anfang der ersten Halbzweit begonnen haben. Druck!, Tempo!, Spielfreude! Ich komm aus dem staunen nicht mehr heraus. Unglaublich was die Elf nun da unten fabrizierte. Khedira und Kuz nehmen das Heft nun endgültig in die Hand. Sie treiben das Team nach vorne und auf einmal steht der Ein-Tore-Stürmer Progrebniak frei für Thomas Müller - ich kann nicht hinschauen und mache die Augen zu - als ich sie wieder aufmache rennen die Männer in Rot jubelnd über den Platz. Er hat es geschafft. Er hat den Mainzer Torwart bezwungen. Ein Glücksgefühl kommt in mir auf. Endlich. Der verdiente Ausgleich und jetzt nicht aufhören, sondern weitermachen. Immer weiter! Ich springe nervös vor dem Fernseher hin und her. Kann nicht mehr sitzen.
Die letzten 5 Minuten haben begonnen. Die Stuttgarter rennen weiter auf das Mainzer Tor an. Von meinen Sympathien war nichts mehr zu spüren.
Wieder und wieder segelt der Ball in der Sechszehner der 05er. Doch die Bälle waren gewohnt glücklos. Ich verliere dann doch langsam die Zuversicht.
Der vierte Offizielle verkündet nun die Länge der Nachspielzeit. Drei Minuten. Also nochmal alles nach vorne. Ein Punkt wäre nicht genug.
Die 92. Minute hat nun begonnen. Nochmal Eckball. Der Ball segelt in den Strafraum. Der Ball war eine gefühlte Ewigkeit in der Luft.
Der Ball landet auf Bances Kopf und der klärt den Ball nach links. Dort steht Hleb. Dieser haut einfach drauf ohne groß zu überlegen. Der Sky Kommentator brüllt sich die Lunge aus dem Hals. Ich denke nur, warum die Aufregung. Der Ball fliegt geradlinig Richtung Tor. 20.000 Blicke im Stadion und noch mehr an den Fernsehschirmen sehen ihm hinterher. Ob zitternd oder voller Hoffnung.
Dann ist es soweit. Hoogland lenkt den Ball unglücklich, mit der linken Hand, in Richtung Tor. Vorbei an Müller ins Tor. Der Ball kullert über die Linie. Überschwängliche Freude auf der einen Seite. Entsetzen auf der anderen.
Ich kann es nicht fassen. Ich braucte einen Moment bis ich kapiert habe was in diesem Moment passiert ist. Doch dann springe ich jubelnd auf und renne ungehalten in meinem Zimmer umher.
In diesem Moment pfeift der Schiedsrichter wieder. Es ist der Schlusspiff. Wir haben gewonnen. Gewonnen! Ich habe schon fast vergessen was das ist, trotz der Erfolge in der CL. Ich ringe um Luft und Fassung. War das Echt oder nur ein Traum? Ich hoffe es war echt. Ich bete. Doch nur eine Zehntelsekunde später liege ich verschwitzt in meinem Bett. Mit offenen Augen starre ich an die dunkelblau gestrichene Decke. Ich setz mich auf und kapiere just in diesem Moment das alles doch nur ein Traum war. Ein sehr schöner Traum. Oder?
Ein sehr schöner Traum, indem mein Herz, meine Sympathien besiegte. Nun überlege ich, wie wird es wohl morgen ausgehen?
Aufrufe: 590 | Kommentare: 10 | Bewertungen: 12 | Erstellt:11.12.2009
ø 7.8
KOMMENTARE
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11.12.2009 | 21:14 Uhr
+2
0
carlos95 :
Ich glaube ein Unentschieden wäre das beste für deinen Kreislauf
An sich - in seiner Form- ein guter Blog.
Mal was anderes!
11.12.2009 | 21:20 Uhr
+2
0
Torres_96 : sehr schön!
fand ihn super und toll zu lesen!!klasse 10punkte von mir
11.12.2009 | 23:14 Uhr
+2
0
Taktiker :
Super geschrieben. habe mich dabei erwischt, wie ich gehofft habe, dass Mainz standhält, aber dem war leider nicht so!
11.12.2009 | 23:22 Uhr
+1
0
Taktiker :
Ich hoffe doch...Das wäre ein toller Abschluss von der Hinrunde, vor allem der Heimspiele. Aber es gibt sicherlich Mannschaften denen ich einen Sieg weniger gönnen würde als Stuttgart.
11.12.2009 | 23:24 Uhr
+1
0
11.12.2009 | 23:28 Uhr
+1
0
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