05.08.2011 um 13:29 Uhr
Geisterfahrt und Lämmerjagd...
Hilfe – ich wurde vollgeschleimt.
Schier endlos lang war der obligatorische Sommerschlaf der Gestalt, die sich meist schleichend in die Köpfe der Fußballwelt hineinfrisst. Für manche als der Heilsbringer in Form des heiligen Geistes – mit offenen Armen empfangen – entpuppt sich dieser Parasit nach der Metamorphose schnell zum meist gefürchtetsten Wesen der Branche, auch bekannt als das "Abstiegsgespenst". Bewaffnet mit den Schriften des Relegationsplatzes und der Roten Laterne bahnt es sich seinen Weg quer und wahllos durch die Republik.
Stets auf der Suche nach dem fauligen Geruch der Unsicherheit begann es letztes Jahr seine Reise im hohen Norden bei "Ich-komm-generell-über-die-ersten-Runden-im-DFB-Pokal-nicht-hinaus-und-spiele-sonst-auch-nur-mäßige-Saisons-96", wurde dort aber schnell von den heiligen drei Königen Sir Slomka, Lord Schmadtke und Kaiser Kind vertrieben. Wie es der Abstiegsexorzismus vorschreibt, besorgte man ihm eine Fahrkarte, stopfte es in den nächst besten Bus und die Reise ging über die A7 Richtung Frankfurt, wo das Geschöpf am Anfang der Rückrunde halt machte, einkehrte und seine üblen Machenschaften bis zum Ende ohne Gegenwehr ausüben konnte.
Dabei nistet es sich generell wie ein Virus im Körper des Trainers ein und verteilt sich dann rasend schnell auf sämtliche Leute, die sich im direkten Umfeld aufhalten. Trikots, Schuhe, die Stadien selbst, alles ist behaftet mit Angstschweiß, dem häufigsten Anzeichen für Abstiegspanik. Nicht mal die Ernennung hoher Prämien für den Klassenerhalt kann eine Austreibung unterstützen.
2011/2012 beginnt ähnlich, nur mit einem Unterschied von etwa 60km Richtung Osten. Kaum dort angekommen, zeigte die Präsenz des Unheilbringers die befürchtete Wirkung, und der selbst ernannte Europapokal-Aspirant VFL Wolfsburg, leistete sich eine 90-minütige Auszeit beim Gastspiel in Liga 4. Aus den heulenden Wölfen wurden schon im Laufe der letzten Saison schweigende Lämmer und das schwarze Schaf war in Form von Diego schnell gefunden. Als Agentin Felix "Starling" Magath den Fall im letzten Moment doch noch lösen konnte, schien die Anwesenheit dieser surrealen Erscheinung nur ein böser Traum gewesen zu sein. Wachgeküsst wurde in der Autostadt aber bisher nur der Medizinball.
Auch im Süden spukte es in letzter Zeit gewaltig, allerdings anders als geplant. Das Abstiegsgespenst war grade auf dem Weg vom geläuterten Freiburg nach Gelsenkirchen, als sein Zug plötzlich unerwartet in Stuttgart von einem Pulk Menschen gestoppt und erst Stunden später von Heiner Geißler persönlich wieder befreit wurde. Im Gegensatz zu Wolfsburg versuchte man den Besuch in Stuttgart mit konstantem Personalwechsel auf dem Trainerstuhl zu verwirren. Treffer, versenkt! Total von der Rolle verließ er zum Ende der Rückrunde 2010/2011 das Schwabenländle und übergab das Amt an den Kollegen "unteres Mittelmaß". Sichtlich angetan von der Region und seinen Einwohnern, überlegt der Tourist in nächster Zeit doch mal wieder beim VFB vorbeizuschauen.
Nächster Halt: Weserstadion. Mit konsequenter Ignoranz gestraft, setzte das Gespenst seinen Fluch über die einst mit verhältnismäßig großem Erfolg gesegneten Bremer. Saisonübergreifend buchte es sich vor Ort eine Dauerkarte für die im neuen Glanz erstrahlende Arena, und es scheint die Zeit auch voll auszukosten. Einzig die Fans haben die Anwesenheit mit Schrecken zur Kenntnis genommen. Sämtliche Versuche Funktionäre und Spieler auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen scheiterten vergeblich. Und so sitzt das unheimliche Wesen wohl noch ein bisschen länger als geplant an der Weser, bevor es mal wieder seine "üblichen Verdächtigen" abklappert. Bis nach Hamburg ist es von Bremen aus ja bekanntlich auch nicht weit. Dort hat es sich noch nie einquartiert, aber diese Saison ständen die Sterne günstig, da niemand weiß, wo der HSV mit seiner relativ neu formierten Truppe genau einzuordnen ist. Man könnte sicherlich noch mal einen kleinen Abstecher nach Mönchengladbach machen, aber auf die Dauer...? Jedes Jahr dasselbe Hotel auf Mallorca ist ja auch ein wenig eintönig.
Langeweile ist durch diesen Zeitgenossen jedenfalls nicht gegeben, und durch die Möglichkeit der Zellteilung kann er an bis zu 18 Orten gleichzeitig Angst und Schrecken im Fußballoberhaus verbreiten. Um manche Regionen macht das Abstiegsgespenst in der Regel einen großen Bogen, und das schon mit fast einschläfernder Konsequenz. Aber manchmal, alle paar Jahre, wenn der Mond günstig steht, besucht es auch mal einen, der keine Einladung ausgegeben hat. Des einen Freud ist des anderen Leid, aber genau deswegen kommt man von der Droge Fußball so schlecht wieder weg. Denn wie man schon mal festgestellt hat: Es gleicht sich alles im Laufe der Zeit wieder aus.
Höchstwahrscheinlich führt der sich ankündigende Besuch in vielen Regionen noch zu Hamsterkäufen in Form von Paniktransfers. Der Magath mehr, die anderen weniger. Hochkonjunktur für die Berater, die die Angst der Funktionäre wie Bluthunde riechen können, während ihnen dabei der Sabber aus den Mundwinkeln läuft und sich jedes gesprochene Wort wie ein gieriges "EURO" anhört. Aber einen Harry Decheiver gib es nun mal nicht alle Tage! In vielen Städten wird bereits jetzt schon das Weihwasser knapp, die Stadien sind voll behangen mit Knoblauchzehen und an den Kassenhäuschen werden zusätzlich zum Ticket Holzpflöcke mit ausgegeben. Aber wo genau es dieses Jahr spukt, weiß nur der Fußballgott. Es wird spannend!
Mehr oder weniger auch auf HasenRasen
Schier endlos lang war der obligatorische Sommerschlaf der Gestalt, die sich meist schleichend in die Köpfe der Fußballwelt hineinfrisst. Für manche als der Heilsbringer in Form des heiligen Geistes – mit offenen Armen empfangen – entpuppt sich dieser Parasit nach der Metamorphose schnell zum meist gefürchtetsten Wesen der Branche, auch bekannt als das "Abstiegsgespenst". Bewaffnet mit den Schriften des Relegationsplatzes und der Roten Laterne bahnt es sich seinen Weg quer und wahllos durch die Republik.
Stets auf der Suche nach dem fauligen Geruch der Unsicherheit begann es letztes Jahr seine Reise im hohen Norden bei "Ich-komm-generell-über-die-ersten-Runden-im-DFB-Pokal-nicht-hinaus-und-spiele-sonst-auch-nur-mäßige-Saisons-96", wurde dort aber schnell von den heiligen drei Königen Sir Slomka, Lord Schmadtke und Kaiser Kind vertrieben. Wie es der Abstiegsexorzismus vorschreibt, besorgte man ihm eine Fahrkarte, stopfte es in den nächst besten Bus und die Reise ging über die A7 Richtung Frankfurt, wo das Geschöpf am Anfang der Rückrunde halt machte, einkehrte und seine üblen Machenschaften bis zum Ende ohne Gegenwehr ausüben konnte.
Dabei nistet es sich generell wie ein Virus im Körper des Trainers ein und verteilt sich dann rasend schnell auf sämtliche Leute, die sich im direkten Umfeld aufhalten. Trikots, Schuhe, die Stadien selbst, alles ist behaftet mit Angstschweiß, dem häufigsten Anzeichen für Abstiegspanik. Nicht mal die Ernennung hoher Prämien für den Klassenerhalt kann eine Austreibung unterstützen.
2011/2012 beginnt ähnlich, nur mit einem Unterschied von etwa 60km Richtung Osten. Kaum dort angekommen, zeigte die Präsenz des Unheilbringers die befürchtete Wirkung, und der selbst ernannte Europapokal-Aspirant VFL Wolfsburg, leistete sich eine 90-minütige Auszeit beim Gastspiel in Liga 4. Aus den heulenden Wölfen wurden schon im Laufe der letzten Saison schweigende Lämmer und das schwarze Schaf war in Form von Diego schnell gefunden. Als Agentin Felix "Starling" Magath den Fall im letzten Moment doch noch lösen konnte, schien die Anwesenheit dieser surrealen Erscheinung nur ein böser Traum gewesen zu sein. Wachgeküsst wurde in der Autostadt aber bisher nur der Medizinball.
Auch im Süden spukte es in letzter Zeit gewaltig, allerdings anders als geplant. Das Abstiegsgespenst war grade auf dem Weg vom geläuterten Freiburg nach Gelsenkirchen, als sein Zug plötzlich unerwartet in Stuttgart von einem Pulk Menschen gestoppt und erst Stunden später von Heiner Geißler persönlich wieder befreit wurde. Im Gegensatz zu Wolfsburg versuchte man den Besuch in Stuttgart mit konstantem Personalwechsel auf dem Trainerstuhl zu verwirren. Treffer, versenkt! Total von der Rolle verließ er zum Ende der Rückrunde 2010/2011 das Schwabenländle und übergab das Amt an den Kollegen "unteres Mittelmaß". Sichtlich angetan von der Region und seinen Einwohnern, überlegt der Tourist in nächster Zeit doch mal wieder beim VFB vorbeizuschauen.
Nächster Halt: Weserstadion. Mit konsequenter Ignoranz gestraft, setzte das Gespenst seinen Fluch über die einst mit verhältnismäßig großem Erfolg gesegneten Bremer. Saisonübergreifend buchte es sich vor Ort eine Dauerkarte für die im neuen Glanz erstrahlende Arena, und es scheint die Zeit auch voll auszukosten. Einzig die Fans haben die Anwesenheit mit Schrecken zur Kenntnis genommen. Sämtliche Versuche Funktionäre und Spieler auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen scheiterten vergeblich. Und so sitzt das unheimliche Wesen wohl noch ein bisschen länger als geplant an der Weser, bevor es mal wieder seine "üblichen Verdächtigen" abklappert. Bis nach Hamburg ist es von Bremen aus ja bekanntlich auch nicht weit. Dort hat es sich noch nie einquartiert, aber diese Saison ständen die Sterne günstig, da niemand weiß, wo der HSV mit seiner relativ neu formierten Truppe genau einzuordnen ist. Man könnte sicherlich noch mal einen kleinen Abstecher nach Mönchengladbach machen, aber auf die Dauer...? Jedes Jahr dasselbe Hotel auf Mallorca ist ja auch ein wenig eintönig.
Langeweile ist durch diesen Zeitgenossen jedenfalls nicht gegeben, und durch die Möglichkeit der Zellteilung kann er an bis zu 18 Orten gleichzeitig Angst und Schrecken im Fußballoberhaus verbreiten. Um manche Regionen macht das Abstiegsgespenst in der Regel einen großen Bogen, und das schon mit fast einschläfernder Konsequenz. Aber manchmal, alle paar Jahre, wenn der Mond günstig steht, besucht es auch mal einen, der keine Einladung ausgegeben hat. Des einen Freud ist des anderen Leid, aber genau deswegen kommt man von der Droge Fußball so schlecht wieder weg. Denn wie man schon mal festgestellt hat: Es gleicht sich alles im Laufe der Zeit wieder aus.
Höchstwahrscheinlich führt der sich ankündigende Besuch in vielen Regionen noch zu Hamsterkäufen in Form von Paniktransfers. Der Magath mehr, die anderen weniger. Hochkonjunktur für die Berater, die die Angst der Funktionäre wie Bluthunde riechen können, während ihnen dabei der Sabber aus den Mundwinkeln läuft und sich jedes gesprochene Wort wie ein gieriges "EURO" anhört. Aber einen Harry Decheiver gib es nun mal nicht alle Tage! In vielen Städten wird bereits jetzt schon das Weihwasser knapp, die Stadien sind voll behangen mit Knoblauchzehen und an den Kassenhäuschen werden zusätzlich zum Ticket Holzpflöcke mit ausgegeben. Aber wo genau es dieses Jahr spukt, weiß nur der Fußballgott. Es wird spannend!
Mehr oder weniger auch auf HasenRasen
Aufrufe: 2554 | Kommentare: 12 | Bewertungen: 18 | Erstellt:05.08.2011
ø 8.8
KOMMENTARE
Um bewerten und sortieren zu können, loggen Sie sich bitte ein.
05.08.2011 | 16:43 Uhr
+1
0
DaBen :
genial!auch gut: Der Magath mehr, die anderen weniger

Schönes Ding für zwischendurch!
@poohdini: Der gemeine Spoxuser nutzt normalerweise nicht mal Satzzeichen oder geschweige denn Absätze! Deinen Abzug finde ich sehr unberechtigt!
05.08.2011 | 16:53 Uhr
0
0
eredrain :
Schöner Blog! Beim Fc wird das Abstiegsgespenst dieses Jahr hoffentlich keinen Platz finden :-D
05.08.2011 | 18:56 Uhr
0
0
und damit jeder zufrieden ist, jetzt mit 3 zusätzlichen absätzen
05.08.2011 | 20:03 Uhr
0
0
midget :
hehe! der ist witzig! danke!hat spaß gemacht.
sowas macht mir spaß, gerade freitags!
weiter machen!
05.08.2011 | 20:20 Uhr
0
0
Trotzdem ein guter Blog. =)
05.08.2011 | 21:51 Uhr
+1
0
In Köln war es übrigens zwischendurch auch mal, ist aber vom Bahnhof nur bis zur Amsterdamer Straße (Sitz der ortsansässigen Tageszeitungen) gekommen... Hat das Stadion dann zum Glück nicht gefunden.
Kommende Saison kann es dann direkt im zug sitzen bleiben. Es gibt da `ne Verbindung via Neuss in Richtung...
06.08.2011 | 01:56 Uhr
+1
0
"...Hamsterkäufen in Form von Paniktransfers. Der Magath mehr, die anderen weniger." Made my Day!
06.08.2011 | 12:14 Uhr
0
0
Hoffentlich nistet sich das Abstiegsgespenst nicht in Nürnberg ein.
COMMUNITY LOGIN
SPOX - Twitter
Statistik











Den einen Punkt Abzug gibt es, weil ein bisschen zu wenig Absätze drin sind und der letzte Abschnitt ein wenig langatmig ist. Aber ansonsten, chapeau!