04.01.2009 um 14:29 Uhr
Gallierdorf Ahlen
14.05.2006: Der damalige Zweitligist LR Ahlen steigt aus der 2.Liga in die Regionalliga Nord ab. Es war bereits das fünfte Jahr hintereinander, wo das Abstiegsgespenst in Ahlen umherwanderte, doch dieses Mal hatte es für ein "Happy end" nicht mehr gereicht. Viele Ahlener Fans sahen in dem Abstieg das Anfang vom Ende für den Club. Denn nur wenige Tage nach Ablauf der Saison verkündete Unternehmer und damaliger Präsident Helmut Spikker, dass er und sein Konzern dem Verein den Rücken zukehren werden. 1996 von ihm gegründet, schaffte man es (auch mit viel Geld) bis in die 2.Bundesliga zu marschieren.
Dort angekommen hörte man immer wieder von spektakulären Transfers. So wurden zum Beispiel Persönlichkeiten wie Ansgar Brinkmann und Vladimir Jugovic (Championleaque-Gewinner mit RS Belgrad und Juventus Turin) an die Werse zu lotsen.
Aus LR wurde schließlich Rot-Weiss Ahlen und auch den Geldsegen gab es nicht mehr, stattdessen kämpfte man ums nackte Überleben, lediglich vier Spieler blieben dem Kader erhalten. Pessimisten prophezeiten einen weiteren Abstieg in die Oberliga und damit wohl das endgültige Aus.
Dem damaligen Trainer Heiko Bonan gelang es aber in kürzester Zeit eine entschlossene und schlagkräftige Mannschaft zu formen, mit der man es schaffte, bereits frühzeitig das Ticket für ein weiteres Jahr Regionalliga zu sichern. Diese Glanzleistung des Trainers blieb nicht unentdeckt. Nach Ende jener Saison wechselte der heute 42-Jährige nach Essen und sein bisheriger Co-Trainer Christian Wück übernahm das Ruder in Ahlen.
Der Rest ist bekannt: Bonan wurde in Essen schnell wieder entlassen; Wück dagegen eroberte mit seinen Jungs die Liga und schaffte die Sensation, den Aufstieg in Liga zwei.
Beim Vergleichen des "neuen" Ahlen mit dem "Alten" fallen einige Unterschiede sofort auf:
Früher setzte man auf teure ausländische Söldner. Im aktuellen Kader stehen fast nur deutsche Spieler. Ebenso wird vermehrt jungen Spielern die Chance gegeben sich zu behaupten.
Ins Rampenlicht hat sich besonders ein Akteur gespielt: Kevin Großkreutz.
Ausgebildet vom BVB, wechselte er 2003 nach Ahlen. Inszwischen gehört der 20-Jährige zum erweiterten Kader der U21 und angeblich haben einige Bundesligavereine, darunter Bayer 04 Leverkusen, Interesse am Stürmer.
Konsequent lässt Christian Wück ein modernes 4-3-3 spielen. Bei Ballbesitz des Gegners zieht sich Ahlen in die eigene Hälfte zurück, um dann bei Ballgewinn über die schnellen Außenstürmer Großkreutz und Reus zu kontern. Vollendet werden die Angriffe von Lars Toborg. Mit Erfolg:
Der 33-Jährige führt mit 11 Treffern die Torjägerliste an.
Dreh- und Angelpunkt im Ahlener Spiel ist der 22-Jährige Nils-Ole Book. Nicht umsonst besitzt die Ausleihe des MSV Duisburg im "kicker" den zweitbesten Notendurchschnitt der Liga.
Aktuell steht Rot-Weiss auf dem 9.Tabellenplatz, doch das Ergebnis trügt ein wenig. Lange Zeit waren die Westfalen wesentlich höher platziert. Verantwortlich hierfür sind noch die fehlende Abgezocktheit und Routine, welche besonders in den letzten Spielen sichtbar wurden. Doch spielerisch gehörten sie schon zu dem Besten, was die Liga zu bieten hatte -und das als Aufsteiger!
Gerade deshalb ist es besonders schade wie der Verein in der Öffentlichkeit dasteht. In den Medien wird kaum über Ahlen berichtet. Und manchmal bekomme ich das Gefühl, dass das Team wegen mangelnder Tradition, geringes Budget und mangelnder Fanunterstützung in der Liga unerwünscht ist.
Durchschnittlich besuchen 4.519 Zuschauer das Stadion (schlechtester Schnitt der Liga). Nicht umsonst ist Ahlen mit Mainz die einzige Mannschaft, die auswärts (13) mehr Punkte geholt hat als daheim (11).
Doch insgesamt müsste man den Club für sein Konzept loben. Ahlen ist ein Ausbildungsverein, der auf junge deutsche Spieler setzt.
Ich bin mir sicher, dass man von Großkreutz, Book & co noch Einiges hören wird. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Mannschaft nicht auseinander gekauft wird. Es laufen zwölf Vertrage aus, plus der des Trainers...
Dort angekommen hörte man immer wieder von spektakulären Transfers. So wurden zum Beispiel Persönlichkeiten wie Ansgar Brinkmann und Vladimir Jugovic (Championleaque-Gewinner mit RS Belgrad und Juventus Turin) an die Werse zu lotsen.
Aus LR wurde schließlich Rot-Weiss Ahlen und auch den Geldsegen gab es nicht mehr, stattdessen kämpfte man ums nackte Überleben, lediglich vier Spieler blieben dem Kader erhalten. Pessimisten prophezeiten einen weiteren Abstieg in die Oberliga und damit wohl das endgültige Aus.
Dem damaligen Trainer Heiko Bonan gelang es aber in kürzester Zeit eine entschlossene und schlagkräftige Mannschaft zu formen, mit der man es schaffte, bereits frühzeitig das Ticket für ein weiteres Jahr Regionalliga zu sichern. Diese Glanzleistung des Trainers blieb nicht unentdeckt. Nach Ende jener Saison wechselte der heute 42-Jährige nach Essen und sein bisheriger Co-Trainer Christian Wück übernahm das Ruder in Ahlen.
Der Rest ist bekannt: Bonan wurde in Essen schnell wieder entlassen; Wück dagegen eroberte mit seinen Jungs die Liga und schaffte die Sensation, den Aufstieg in Liga zwei.
Beim Vergleichen des "neuen" Ahlen mit dem "Alten" fallen einige Unterschiede sofort auf:
Früher setzte man auf teure ausländische Söldner. Im aktuellen Kader stehen fast nur deutsche Spieler. Ebenso wird vermehrt jungen Spielern die Chance gegeben sich zu behaupten.
Ins Rampenlicht hat sich besonders ein Akteur gespielt: Kevin Großkreutz.
Ausgebildet vom BVB, wechselte er 2003 nach Ahlen. Inszwischen gehört der 20-Jährige zum erweiterten Kader der U21 und angeblich haben einige Bundesligavereine, darunter Bayer 04 Leverkusen, Interesse am Stürmer.
Konsequent lässt Christian Wück ein modernes 4-3-3 spielen. Bei Ballbesitz des Gegners zieht sich Ahlen in die eigene Hälfte zurück, um dann bei Ballgewinn über die schnellen Außenstürmer Großkreutz und Reus zu kontern. Vollendet werden die Angriffe von Lars Toborg. Mit Erfolg:
Der 33-Jährige führt mit 11 Treffern die Torjägerliste an.
Dreh- und Angelpunkt im Ahlener Spiel ist der 22-Jährige Nils-Ole Book. Nicht umsonst besitzt die Ausleihe des MSV Duisburg im "kicker" den zweitbesten Notendurchschnitt der Liga.
Aktuell steht Rot-Weiss auf dem 9.Tabellenplatz, doch das Ergebnis trügt ein wenig. Lange Zeit waren die Westfalen wesentlich höher platziert. Verantwortlich hierfür sind noch die fehlende Abgezocktheit und Routine, welche besonders in den letzten Spielen sichtbar wurden. Doch spielerisch gehörten sie schon zu dem Besten, was die Liga zu bieten hatte -und das als Aufsteiger!
Gerade deshalb ist es besonders schade wie der Verein in der Öffentlichkeit dasteht. In den Medien wird kaum über Ahlen berichtet. Und manchmal bekomme ich das Gefühl, dass das Team wegen mangelnder Tradition, geringes Budget und mangelnder Fanunterstützung in der Liga unerwünscht ist.
Durchschnittlich besuchen 4.519 Zuschauer das Stadion (schlechtester Schnitt der Liga). Nicht umsonst ist Ahlen mit Mainz die einzige Mannschaft, die auswärts (13) mehr Punkte geholt hat als daheim (11).
Doch insgesamt müsste man den Club für sein Konzept loben. Ahlen ist ein Ausbildungsverein, der auf junge deutsche Spieler setzt.
Ich bin mir sicher, dass man von Großkreutz, Book & co noch Einiges hören wird. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass die Mannschaft nicht auseinander gekauft wird. Es laufen zwölf Vertrage aus, plus der des Trainers...
Aufrufe: 648 | Kommentare: 1 | Bewertungen: 4 | Erstellt:04.01.2009
ø 7.5
KOMMENTARE
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06.01.2009 | 14:12 Uhr
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bunsenallstar :
sauber und vor allem kein hoffenheim oder bayernblog ^^
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